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Wag the Dog
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Testberichte Wag the Dog

 (VHS) Satire
4.9 von 5
Platz 14 in der Kategorie "Satire".
Bewertung: Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.9 von 5
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Wag the Dog Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 4,90 / 5,00 4.9 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (5/5).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • witzig, Satire vom Feinsten, glänzend aufgelegte Darsteller
  • Sehr nahe an der Realität (hoffentlich irre ich mich)
Nachteile/Kritik
  • man muß genau zuhören
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wildheart

Wie man einen Präsidenten rettet ...

ein Testbericht von 2002-08-05 07:33:31 vom 05.08.2002
Empfehlung: ja
Wie rettet man einen Präsidenten, der sexueller Übergriffe bezichtigt wird, über die letzten zwei Wochen bis zur nächsten Wahl? Das ist die Ausgangsfrage der 1997 in nur 29 Tagen gedrehten Komödie von Barry Levinson („Good Morning, Vietnam“, 1987; „Tödliches Spielzeug“, 1992; „Banditen“, 2001), in dem mehr als deutlich behauptet wird, dass der Schein – in Gestalt der Medien und cleverer und skrupelloser Gestalten – die Wirklichkeit produziert und wirkliche Ereignisse übertünchen kann.

Inhalt
Der Präsident der Vereinigten Staaten (Michael Belson) hofft auf eine ihm sicher erscheinende Wiederwahl gegen seinen Kandidaten Senator Neal (Craig T. Nelson). Zwei Wochen vor den Wahlen allerdings tickert eine Meldung durch die Medien, dass der Präsident eine Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. Die „Washington Post“ wird diese Nachricht „Fummelei im Oval Office“ in die Schlagzeilen bringen. Einen Tag vor der Veröffentlichung sieht die Beraterin des Präsidenten Winifred Ames (Anne Heche) nur eine, letzte Chance: Sie zitiert den „Mr. Alleskleber“ Conrad Brean (Robert de Niro) ins Weiße Haus, bekannt für die Verbreitung von Gerüchten, Manipulation von Medien und Scharfmacherei im politischen Wahlkampf.

Der überlegt kurz – denn kurz ist auch nur die Zeit, die verbleibt, um dem radikalen Imageverlust entgegenzuwirken – und sieht nur eine Möglichkeit: Die Sex-Skandal-Meldung muss durch eine wesentlich aufregendere, die Nation in Atem haltende Nachricht „übertüncht“ werden, die dem Bild des Präsidenten in der Öffentlichkeit die nötige Farbe gibt, um die Wahlen doch noch zu gewinnen. So erfindet Brean nicht nur einen B-3-Bomber, sondern auch einen Krieg mit Albanien, – ausgerechnet Albanien. Warum, fragt sich Mrs. Ames? Warum nicht, antwortet Brean. Gleichzeitig lässt er beides auf einer Pressekonferenz sofort dementieren, und schon sind Gerüchte im Umlauf, mit denen sich genug Leute auseinander setzen werden.

Wenn man allerdings einen Krieg inszenieren will, den es gar nicht gibt, muss man den Leuten weismachen, dass es ihn gibt. Gesagt, getan. Brean nimmt Verbindung auf mit dem Hollywood-Produzenten Stanley Motss (Dustin Hoffman), der zunächst wenig Begeisterung zeigt, sich dann aber von Brean überzeugen lässt, ein mediales Kriegsspektakel zu inszenieren, das es in sich hat. Zum Marketing-Krieg, den Motss nun in Szene setzt, gehören nicht nur ein angeblich den Albanern entkommener Kriegsheld (Woody Harrelson), sondern ebenso eine vor albanischen Terroristen geflohene Pseudo-Albanerin (Kirsten Dunst) mit Hündchen und ein von Johnny Dean (Willie Nelson) eigens kreiertes Lied als Hymne für den vermeintlichen Konflikt.

Nur CIA-Agent Young (William H. Macy) zweifelt an dem angeblichen Krieg. Aber es wäre doch gelacht, nicht auch ihn für den Medienkrieg à la Brean zu gewinnen ...

Inszenierung
Selten war eine amerikanische Komödie so schwarz, wenn es um Kritik am eigenen politischen System ging, wie Barry Levinsons „Wag The Dog“ (also etwa: Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt). Erstaunlich an dem Film ist zunächst einmal, dass er – und das in relativ kurzer Zeit inszeniert – ganz in Hollywood-Manier daherkommt. Streng durchkomponiert spielt Levinson zwar mit Altbekanntem. Die medialen und politstrategischenTricks und Schliche in puncto Manipulation der öffentlichen Meinung sind allesamt nicht wirklich neu. Allein ihre dramaturgische Kombination und die immer wieder einfließenden Bezüge zu tatsächlichen Ereignissen (Golfkrieg, Grenada) geben dem Streifen eine kräftige Würze, die dafür sorgt, dass die Grenze zwischen Realität und Fiktion undefinierbar bleibt.

„Wag The Dog“ ist weniger eine bitterböse, die Substanz der politischen und medialen Verhältnisse prinzipiell attackierende Satire, denn eine Farce, eine Posse, eine Karikatur auf diese Verhältnisse, doch was dazu nötig ist, gelingt ihr gut. Man muss Hollywood die erstaunliche Fähigkeit attestieren, selbst aus solchen brenzligen und durchaus vorstellbaren Konstellationen Kapital zu schlagen: das der Integration, der Behauptung, dass trotz aller schrecklichen und widerwärtigen Vorgänge die Kraft der amerikanischen Mentalität immer ausreichen wird, sie zu überwinden – und sei es mittels einer Komödie.

Die präsentierte Geschichte schwankt zwischen Absurdität und knallharter Realität, manchmal kaum zu unterscheiden. Das Zusammenspiel zwischen de Niro, Hoffman und Heche ist nahezu perfekt: de Niro als skrupelloser medialer Täuscher, eine Mischung aus Demagoge und modernem Märchenerzähler, der mit allen Wassern gewaschen ist, Hoffman als selbstbezogener, eitler Egomane im dandyhaften Morgenmantel, der logischerweise verlangt, als Produzent des Medienspektakels genannt zu werden, Heche als über so viel Betrug nur noch staunende und faszinierte Beraterin von Mr. President – das verspricht eineinhalb Stunden schwarzen Komödien-Genuss.

Der Präsident selbst und sein Konkurrent tauchen nur am Rande auf, doch ebenso Brean und Motss. Sie leben im Schatten, was Motss als Hollywood-Produzent gar nicht zusagt. Was im Licht „lebt“, das sind die Bilder, die betrügerischen visuellen Schlachten, die Lüge, die Manipulation. Auch Hollywood bekommt ein bisschen Fett ab, nicht zu viel, aber so viel, wie es (für Hollywood) erträglich ist.

Fazit
„Why does a dog wag its tail?“ fragt Brean an einer Stelle des Films. „Because the dog is smarter than the tail. If the tail was smarter, it would wag the dog.“ Brean beweist sich und uns, wer Schwanz und wer Hund ist und wer mit wem wedelt. Nur glauben (fast) alle das Gegenteil. Die mediale Inszenierung korrespondiert mit dem Hunger nach Visualisierung. So funktioniert Öffentlichkeit. Der Zurschaustellung von Skandalen durch die einen entspricht der Voyeurismus der anderen. Eine fast perfekte Ergänzung.

Levinson drehte eine wundervolle Komödie, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Das ZDF zeigte „Wag The Dog“ am 3.8.2002.

Wag The Dog
(Wag The Dog)
USA 1997, 97 Minuten
Regie: Barry Levinson

Drehbuch: Hilary Henkin, nach dem Roman „American Hero“ von Larry Beinhart
Musik: Mark Knopfler
Kamera: Robert Richardson
Schnitt: Stu Linder
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Dustin Hoffman (Stanley R. Motss), Robert de Niro (Conrad Brean), Anne Heche (Winifred Ames), Denis Leary (Fad King), Willie Nelson (Johnny Dean), Andrea Martin (Liz Butsky), Kirsten Dunst (Tracy Lime), William H. Macy (CIA-Agent Young), John Michael Higgins (John Levy), Suzie Plakson (Grace), Woody Harrelson (Sgt. William Schumann), Michael Belson (Präsident), Suzanne Cryer (Amy Cain), Jason Cottle (A.D.), Craig T. Nelson (Senator Neal)

Offizielle Homepage: http://www.wag-the-dog.com/
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0120885

Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_revie ws/1998/01/010201.html

„filmext.com“ (Björn Vosgerau):
http://www.filmtext.com/framesets/w.ht m?/text/kritiken/wagthedog.htm

© Ulrich Behrens 2002
(dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
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Kommentare
XXLALF
XXLALF, 01.10.2010
ich glaub der film wär nicht so mein ding, aber dennoch wie immer ein super geschriebener bericht, bw und ganz liebe grüße
Sayenna
Sayenna, 15.12.2006
sh Kuss :-
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Dobby

Ganz nahe an der Realität

ein Testbericht von 2005-06-18 16:10:21 vom 18.06.2005
Empfehlung: ja
Vorteile: Sehr nahe an der Realität (hoffentlich irre ich mich)...
Nachteile/Kritik: -
Da wurde die Realität dieser Komödie angepasst! Man muss schon an die hellseherischen Fähigkeiten des Autors der Story glauben: VOR der Lewinsky-Affaire in den USA und VOR dem Kosovo-Krieg wird ein Film mit folgender Story gedreht: Ein US-Präsident vernascht kurz vor der Wahl ein Schulmädchen (keine Praktikantin!) und das ganze kommt heraus. Vom Stab des Präsidenten, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in China weilt, wird ein Medien-Experte und Feuerwehrmann für schwierige Fälle engagiert. Um von dem Skandal abzulenken, hilft eigentlich nur eins: Ein Krieg der USA! Nur gegen wen? Albanien! (Zitat: „Warum Albanien?“, „Warum nicht!“) Also wird ein Hollywood-Regisseur engagiert und in einem Fernsehstudio Videos und Fotos bis ins Kleinste geplant und produziert. Natürlich weiß in Albanien niemand etwas von diesem Krieg (kein Wunder, es wird ja auch kein Schuß abgegeben!) und auch der Gegenkandidat des Präsidenten für die Wahl durchschaut dies natürlich. Er alarmiert die CIA und verkündet: „Der Krieg ist zuende!“ Nach kurzem Schock im Präsidentenlager wird schnell ein vermisster angeblich verdienter Soldat in Gefangenschaft erfunden und die Medienkampagne weitergeführt.
Diese Komödie ist in meinen Augen brillant. Sie lebt von dem zynischen Witz und der Situation, einen Krieg im Fernsehen und damit in der Öffentlichkeit zu inszenieren, ohne dass überhaupt ein Schuss fällt. Und wenn man sich an die Bilder aus dem Golf-Krieg erinnert, so stellt man fest, dass man nichts mehr als ein paar explodierender Schuppen und Vorführungen der präzisen US-Waffen gesehen hat. Auch hier ist nur zensiertes Bildmaterial veröffentlicht worden und wer sagt mir, dass die Bilder nicht in der Wüste von Nevada gemacht worden sind? Nun ja, es gab den (ersten) Golf-Krieg wohl wirklich (ich kenne sogar einen britischen Soldat, der dort unten war, persönlich), aber mit den Möglichkeiten in Hollywood kann man ja nun fast alles im Fernsehen zeigen.
Dazu kommt das Staraufgebot. Allen voran brilliert Robert de Niro als "Erfinder" des Albanien-Krieges. Für mich ist der sowieso einer der allerbesten Schauspieler. Dustin Hoffmann als Regisseur des Krieges im Fernsehen steht ihm jedoch kaum nach.
Wem kann man nun diesen Film empfehlen? NICHT empfehlen sollte man den Film denjenigen, die reissende Gags oder Slapstick erwarten. Wer dies erwartet, wird diesen Film langweilig finden. Harald Schmidt zum Beispiel empfieht, denn Film jedes Jahr einmal in den Schulen zu zeigen. Freude des hintergründigen Humors und Zyniker aber werden bei diesem Film ihr helle Freude haben, denn "Wag the dog" ist einer der besten Komödien überhaupt!
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Kommentare
MM1408
MM1408, 18.06.2005
mit de Niro kann ja nur gut sein. Schoumlner Bericht. Koumlnntest das Ganze vielleicht etwas uumlbersichtlicher gestalten, aber trotzdem von mir ein sehr nuumltzlich.

- LG Melanie
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catmother

Wenn der Präsident grapscht, hilft nur noch ein Krieg!

ein Testbericht von 2004-11-01 16:58:53 vom 01.11.2004
Empfehlung: ja
Vorteile: witzig, Satire vom Feinsten, glänzend aufgelegte Darsteller...
Nachteile/Kritik: man muß genau zuhören
Hier ist nun noch der zweite Filmtip für heute abend für alle, die anspruchsvolle Satire mögen. Es ist wohl nicht verwunderlich, daß er gerade zeitgleich mit Moores Satire am US-Wahltag ausgestrahlt wird.
Was macht man als Politiker, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht und jeder über einen herfällt? Man lenkt die Massen und die Medien ab, richtet ihr Augenmerk auf was Interessanteres, Heroischeres. Ein kleiner Krieg gefällig?


** Die Story **
Zwölf Tage vor den Präsidentschaftswahlen in den USA stürmt ein Skandal die Schlagzeilen: der Präsident soll im Oval Office eine Schülerin begrapscht haben. Ein gefundenes Fressen für den Gegenkandidaten, denn nach der Wahrheit fragt sowieso niemand, wenn die Presse am Zug ist. Doch für die Konkurrenz bedeutet so ein Rückschlag einen Riesen Vorteil.

Also ruft Winifred Ames (Anne Heche), die Stabschefin und Beraterin des Präsidenten, den Medienexperten Conrad Brean (Robert DeNiro), genannt „Mr. Alleskleber“, um Hilfe. Der soll sich nun eine Strategie ausdenken, die die Massen von dem Skandal ablenken kann, wenigstens für die paar Tage bis zur Wahl.
Andererseits, womit kann man das Volk beschäftigen? Nur mit einer noch besseren Geschichte, einem noch größeren Skandal, einem enormen Eklat. Wie wäre es mit einem kleinen, feinen Krieg?
Doch wie soll man auf die Schnelle einen Krieg anzetteln und mit wem?

Brean jedoch versteht die Mentalität der Massen und die Medien und weiß Rat: Wie inszenieren einen Krieg.
Man engagiert den Hollywood-Produzenten Stanley Motss (Dustin Hoffmann), der es zunächst nicht glauben kann, was ihm da für eine Aufgabe ins Haus steht. Als er aber endlich ins richtige Fahrwasser kommt, läuft es wie geschmiert: zuerst läßt man die Presse einer Ente nachgehen, ein Flugzeug-Bomber, den es nicht gibt, eine Spezialkommission, die sich mit Terroristen beschäftigt, man dementiert kräftig, und umso wilder stürzen sich die Medien drauf... Und nun hat man einen Feind. Albanien. Warum Albanien? Warum nicht? Kein Mensch weiß etwas über Albanien, also kann man auch gegen sie vorgehen, wenn sie die Freiheit von Amerika bedrohen.

Doch nicht umsonst ist Motss Produzent. Er denkt einfach an alles: neben einem total bewegenden Film über ein vor den Terroristen fliehendes junges Mädchen mit einem Kätzchen auf dem Arm, das man für die Abendnachrichten den Medien zuspielt, plant er gleich noch einen Song, ein Logo – alles ist Show, denn die Leute wollen unterhalten werden, wollen mit der Nation bangen, den Feind am Boden sehen. Ein Krieg findet statt, wenn man ihn im Fernsehen sieht.
Und wie es funktioniert: schon einen Tag später spricht kaum noch jemand von den sexuellen Eskapaden des Präsidenten.

Leider geht der Feldzug viel zu schnell zu Ende, weil die CIA im Bündnis mit dem Gegenkandidaten dazwischenfunkt (O-Ton Motss: Er kann den Krieg nicht beenden. Er ist nicht der Produzent!). Doch Motss ist nicht so leicht unterzukriegen, schließlich hat er sein Handwerk gelernt.


** Darsteller **
Dustin Hoffman (Tootsie, Rain Man) spielt hier eine der besten Rollen seines Lebens – herrlich überdreht und realitätsfern, exaltiert und leidenschaftlich, und doch fast tragisch. Als Produzent ist er eben nur selten in der glücklichen Position, Anerkennung für sein Werk zu finden. Und zum ersten Mal in seinem Leben steckt er all sein Herzblut und seine Phantasie und seinen Patriotismus in ein Projekt, doch niemand wird es je erfahren.

Robert DeNiro (Heat, Reine Nervensache) macht hier zum zweiten Mal eine äußerst gute Figur in einer Komödie. Zwar ist seine Rolle nicht so exzentrisch wie die Hoffmans, aber gerade das gespannte, überlegte, leicht zynische und doch genial medienwirksame Handeln von Conrad Brean ist ein toller Kontrast zum schrägen Motss.

Die dritte im Bunde ist Anne Heche (Sieben Tage, sieben Nächte) als scheinbar kaltblütige und kühl kalkulierende Präsidentenberaterin Ames, die doch dann jedesmal durchdreht, wenn alles den Bach runterzugehen scheint – eine glänzende, ironische Besetzung.

Außer diesen drei ganz Großen ist der Film aber auch in den kleinen Nebenrollen stark besetzt: Woody Harrelson (Sgt. William Schumann), Denis Leary (Fad King), William H. Macy (Mr. Young), Kirsten Dunst (Tracy Lime), Craig T. Nelson (Senator Neal), James Belushi (Gastauftritt) machen den Film zu einem Treffen der Stars.


** Filmkritik **
Ich habe mir den Film seinerzeit aufgenommen und für diesen Bericht schon zweimal wieder angesehen. Nicht, daß ich mir nichts merken kann, aber er wird einfach bei jedem Ansehen immer besser – so brillant-spritzig sind die Dialoge, so urkomisch die Situationen, so sarkastisch die ganze Geschichte.

Klar, was der Drehbuchschreiber durch seine Idee und der Regisseur durch seine Umsetzung sagen will: Sind wir alle nur Opfer von Medien? Ist das, was wir täglich in Presse und Fernsehen lesen und sehen, wahr, oder nur ein abgekartetes Spiel, um uns von den wirklichen Problemen abzulenken?
Hier wird die Glaubwürdigkeit von Medien und auch von Politik eindeutig in Frage gestellt, brutal sarkastisch beleuchtet und auf witzige Weise demontiert. Schließlich ist in einem Zeitalter, wo nur Einschaltquoten über das Überleben von Medienunternehmen entscheiden, alles möglich und alles denkbar. Und diese Überlegung macht den Film für mich sogar zum Lehrstück. Sollten wir nicht alles einfach mehr in Frage stellen?

Trotz der eindeutigen Botschaft macht der Film einfach richtig Spaß. Wer Satiren mag, für politische Themen was übrig hat und natürlich auf Hoffman, Niro & Co. steht, für den ist der Film genau das Richtige. Hinterher kann man wirklich mal rumspinnen. Was, wenn es Osama Bin Laden garnicht gibt? Wenn er nur eine Figur der Medien ist, um den Kampf gegen Afghanistan (wer kennt schon Afghanistan?), den Irak und die ganzen Terroristencliquen zu rechtfertigen. Vor allem diejenigen, die immer ein wenig an die globale Verschwörung geglaubt haben, werden sich hier satirisch bestätigt sehen.

Witzig war übrigens, daß der Film pünktlich der Öffentlichkeit präsentiert wurde, als der amerikanische Präsident tatsächlich mit dem Levinsky-Skandal in die Schlagzeilen kam. Schade, daß ich damals nicht aufmerksamer war, vielleicht hätte man die dann anschließende Manipulation der Amerikaner durch andere Ereignisse besser nachvollziehen können.


** Meine Lieblingsstellen **
Motss: „Er (Senator O’Neal) beendet den Krieg? Er kann den Krieg nicht beenden, er ist ja nicht der Produzent.“

Motss: „Wie wär’s, wenn wir dem Präsidenten den Friedensnobelpreis zuschustern? ... Unser Mann hat den Frieden gebracht.“
Brean: “Aber es gab gar keinen Krieg.“
Motss: „Eine um so größere Leistung.“

Das ist das einzig Schwierige: man muß sich auf die Dialoge konzentrieren, weil sie so voller Ironie, Wortspiele, Anspielungen und Witz stecken. Deshalb wird der Film eben bei mehrmaligem Ansehen immer besser, weil man immer mehr Details entdeckt.


** Meine Meinung **
Für alle Fans feinster und zynischster Politsatire ein unbedingtes Muß. Der Streifen ist nicht nur durch die Geschichte an sich extrem witzig, sondern auch durch den Ausblick auf die Realität, die den Film ein- und überholt hat. Neben „Mit aller Macht“ die beste Satire seit Jahren.


** Daten **
USA 1997
Genre: Satire
Originaltitel: Wag the dog
Regie: Barry Levinson
FSK 12
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
carlo2000

Man darf nicht alles glauben, was man sieht

ein Testbericht von 2002-02-17 12:06:03 vom 17.02.2002
Empfehlung: ja
"Wag the Dog" ist ein sehr guter aber zugleich auch etwas beängstigender Film. Gut ist der Film deshalb, weil er in allen relevanten Punkten - wie Story, Schauspieler, Kameraführung - zu überzeugen weiß, beängstigend ist der Film deshalb, weil er dem Zuschauer aufzeigt, wie manipulierbar wir heutzutage alle durch die Medien sind.

Doch zunächst zur Handlung des Films: Amerika steht zwei Wochen vor der Wahl zum Präsidenten. Da kommt heraus, dass der amtierende Präsident im Weißen Haus eine kurze Affäre mit einer Pfadfinderin hatte. Da hierdurch seine Wiederwahl gefährdet ist, engagiert die Beraterin der Präsidenten einen Medienprofi (gespielt von Robert De Niro), der geeignete Gegenmaßnahmen treffen soll, um die Affäre bis zur Wahl aus den Medien herauszuhalten. Dieser inszeniert im folgenden gemeinsam mit einem erfolgreichen Hollywood-Produzenten (gespielt von Dustin Hoffmann) einen US-amerikanischen Krieg gegen Albanien, den es nur in den Medien gibt. Hierzu werden in Filmstudios Kriegsszenen nachgestellt und entsprechende fingierte Informationen an die Presse geleitet.

Dustin Hoffmann und Robert De Niro können in "Wag the Dog" schauspielerisch absolut überzeugen. Besonders Dustin Hoffmann als etwas abgedrehter Hollywood-Produzent ist wirklich weltklasse. Dies und die ausgereifte Story, die ohne jegliche Action auskommt und sich damit angenehm von den sonst üblichen Hollywood-Produktionen abhebt, sorgen dafür, dass der Film zu keiner Zeit langatmig wird. Hinzu kommt eine gute Portion Ironie, die den gesamten Film begleitet.

Wenn man den Film gesehen hat, gerät man automatisch ins Nachdenken, ob denn alles, was man täglich in den Nachrichten sieht, auch Wirklichkeit ist. Und in der Tat ist meiner Ansicht nach der Film nicht fernab jeglicher Realität. Denn mit Sicherheit wird insbesondere in der Politik auch gelegentlich mit fingierten Nachrichten gearbeitet bzw. werden Informationen gezielt vorenthalten, um bestimmte Ziele zu erreichen.

Fazit: Diesen Film unbedingt einmal ansehen - es lohnt sich!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
mussja

Interessantes Thema, leider kaputtgespielt

ein Testbericht von 2002-02-15 15:03:52 vom 15.02.2002
Empfehlung: ja
So, jetzt gibt´s zur Abwechslung mal wieder eine Filmkritik: "Wag the Dog", mit Robert de Niro und Dustin Hoffman.

STORY:

Der Präsident der USA hat einen dicken Fehler gemacht: Bei einem Besuch in seinem Amtssitz belästigt er eine Schülerin sexuell, die natürlich prompt gegenüber der Presse auspackt (Bezug zur Lewinsky-Affäre siehe Fazit). Was für ein Pech, dass ausgerechnet in diesem Moment der Präsidentschaftswahlkampf auf vollen Touren läuft - es sind nur noch 14 Tage bis zur Wahl. Natürlich greift der Gegenkandidat die Anschuldigungen voller Wonne auf, für den Präsidenten sieht´s schlecht aus. Nun ja, natürlich hat man als Präsi des mächtigsten Staates der Welt aber für solche Fälle einen für die Öffentlichkeit unsichtbaren Berater namens Conrad(Robert de Niro), der die Sache wieder ausbügeln soll. Conrad hat auch schon die passende Idee: Ein Krieg muß her ! Denn nichts lenkt die Nation mehr von innenpolitischen Krisen ab, als ein schöner Krieg zur passenden Zeit. Der passende "Gegner" ist auch schnell gefunden: Albanien ! Klar: Kennt keiner so richtig, ist islamistisch angehaucht, und hat den USA zwar noch nie etwas böses, aber auch noch nie etwas Gutes getan...

Conrad und die offizielle Beraterin des Präsidenten (Anne Heche) setzen sich also mit dem Hollywoodproduzenten Stanley (Dustin Hoffman) in Verbindung, der diesen "Krieg" für die Öffentlichkeit inszenieren soll. Dieser wittert den Job seines Lebens und setzt alle Hebel in Bewegung, um der Öffentlichkeit so realistisch wie möglich einen Krieg, der keiner ist, zu präsentieren...

DARSTELLER / STAB:

Schauspieler:
Robert de Niro als "Conrad"
Dustin Hoffman als "Stanley"
Anne Heche als Präsidentschaftsberaterin
Woody Harrelson (Sgt. Schuman)

Regie: Berry Levinson

FAZIT:

Tja... Im Prinzip hört sich das alles ja ganz lustig an. Ist es aber nicht. Wahrscheinlich werde ich jetzt den Zorn der gesamten Ciao-Filmrezensenten auf mich ziehen (pffft - na und ?), aber ich finde, Robert de Niro ist auch so schon nicht gerade eine große Leuchte als Schauspieler, und in "Wag the Dog" macht er auf mich den Eindruck, als hätte er nun wirklich gar keine Lust, etwas für sein Geld zu tun. Ist´s der Vollbart, oder weshalb wirkt de Niro in jeder Szene so hölzern, als hätte er einen Besenstiel verschluckt ? Ganz anders - aber nicht unbedingt besser - die Leistung von Dustin Hoffman. Ihm merkt man zwar an, dass er Lust auf den Film und seine Rolle hatte, aber leider ist es wirklich zuviel des Guten... Nun mögen amerikanische Filmproduzenten ja überdreht sein (alle ?), aber Hoffmans Darstellung finde ich mehr als übertrieben. Die hektische Kameraführung, langweilige Dialoge, eine nervöse Regie und etliche "Längen" geben dem Film den Rest. Das einzig positive an "Wag the Dog" ist die bös-subtile Kritik an amerikanischem Nationalstolz und hohlem Pathos; durchaus gelungen, aber leider eben "kaputtgespielt". Die Absicht war wohl, den Zuschauer zum Nachdenken und zum Lachen zu bewegen - ersteres ist einigermaßen gelungen, zweiteres ging voll in die Hose. Zumindest bei mir.

Was die Lewinsky-Affäre betrifft, diese ereignete sich erst ein Jahr nach Erscheinen des Films (1998) und verhalf diesem damit zu ungeahnter Promotion. Ein Schelm, wer böses dabei denkt :)

Schade - aus diesem eigentlich sehr interessanten Plot hätte man wirklich mehr machen können.

SONSTIGE INFO:

Der Film sollte wohl in jeder Videothek zu haben sein (falls er nicht gerade verliehen ist...). Preis: Zwischen 1,- und 3,- DM. Kaufen kann man sich den Streifen auch, z.B. bei amazon.de für 37,99 DM.

ACHTUNG: Dieser Beitrag wurde von mir bereits am 01.08.01 bei ciao.com gepostet und unmittelbar darauf auch bei yopi eingestellt.
Aufgrund des Server-GAU´s bei yopi stelle ich diesen Bericht hiermit wieder ein, evtl. zeitliche u.a. Unstimmigkeiten bitte ich zu entschuldigen.

mussja (bei ciao + yopi)
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Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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