Pro:
Schnelle Messung, wenig Blut benötigt, gute Qualität
Kontra:
Teure Teststreifen, aber das ist bei allen Herstellern gleich
Empfehlung:
Ja
Seit ca. 3 Jahren habe ich nun Diabetes Mellitus (was im übrigen "Zuckersüßer Durchfluß" heisst).
Ich komme recht gut damit zurecht. Zur erfolgreichen Behandlung des Diabetes gehört unbedingt eine konsequente Messung des Blutzuckers, mehrmals täglich. Vor jeder Mahlzeit, vor dem zu Bett gehen und in Situationen in denen man unsicher ist. Ein gutes Blutzuckermessgerät mit dem man zurechtkommt ist da das A und O. Es gibt winzigkleine Geräte, es gibt Geräte die so gross sind wie ein Handy, es gibt Geräte die man an den PC anschliessen kann um dort die Werte zu bearbeiten und auszudrucken, es gibt Geräte die ein elektronisches Tagebuch für die Blutzuckerwerte enthalten, es gibt Geräte mit grossen Displays für Sehbehinderte und es gibt sogar Geräte für Blinde, die alles per Voicemate "sagen" und so weiter.
Jeder muss sich da ein wenig durchprobieren und herausfinden, welches Gerät am besten zu einem und der jeweiligen Lebensführung passt.
Ich habe mittlerweile mehrere Geräte, eines mit Licht am Bett, eines dass man mit einer Hand bedienen kann für unterwegs.
Und eines, dass ein grosses Display hat und einfach zu bedienen ist für zu Hause. Die Geräte bekommt man entweder beim Diabetologen geschenkt, oder man ruft beim Hersteller an und bittet um ein kostenloses Gerät. Das bekommt man anstandslos zugesandt. Die Hersteller machen das Geld nämlich nicht mit dem Gerät, (das es im Versandhandel als "Angebot" für 5.- bis 10.- Euro gibt) sondern mit den megateuren Teststreifen, die man dazu braucht. Also das gleiche System wie beim Drucker oder bei der Kaffeepads Maschine.
Mein Lieblingsgerät ist zur Zeit das, was ich zu Hause im Wohnzimmer habe. Dort liegt auch mein "Tagebuch" in das ich gewissenhaft meine Werte eintragen muss, damit ich eine Basis zur Berechnung meines benötigten Insulins habe, und damit meine Diabetologin meine Werte sieht und meine Behandlung danach planen kann. "Bescheissen" bringt da übrigens nichts, denn die Ärztin nimmt auch Blut ab und ermittelt den Mittelwert meines Blutzuckers der letzten 3 Monate. Wenn ich nun immer tolle Werte aufgeschrieben hätte, mein Mittelwert aber superschlecht ist, stehe ich schön blöd da. Das nur mal am Rande. ;-)
Das Gerät, über das ich hier berichte ist das -- ACCU CHECK AVIVA --
Ein formschönes, praktisches Gerät, mit dem ich ausgezeichnet zurechtkomme.
Nicht zuviel Schnick Schnack, aber alles was nötig ist.
Der Hersteller preist sein Gerät so an:
Accu-Chek Aviva - Ihr Plus an Sicherheit.
Im alltäglichen Gebrauch von Teststreifen können z.B. Luftfeuchtigkeit und Temperatur Einfluss auf die Messergebnisse haben. Das Accu-Chek Aviva Blutzuckermesssystem macht die klassische Form der Messung noch sicherer: Es überprüft vor jeder Messung in Sekundenschnelle jeden neu eingelegten Teststreifen auf unterschiedlichste Einflüsse des Alltags. In Sekundenschnelle - für Ihr Plus an Sicherheit.
5 Sek. Messzeit
0,6 Mikroliter Blut
Große, saugstarke Teststreifen
Erkennt Einflüsse von Luftfeuchtigkeit und Temperatur
Unterdosierungserkennung und Nachdosierungsoption
Akustische Testerinnerung
Warnung bei Unterzuckerung
http://www.accu-chek.de/produkte/de/blutzuckermesssysteme/a viva/allgemeineinformationen/allgemeineinformationen.html
Ich habe einfach beim Hersteller ein Testgerät bestellt. Zur Zeit läuft ein Anwendertest, man bekommt ein kostenloses Gerät, nach 14 Tagen füllt man einen Fragebogen aus und dafür darf man das Gerät behalten.
Hier kann man mitmachen: http://www.accu-chek.de/login/controller.jsp?target=login_metertest
Nach nur 2 Tagen kam mein Päckchen von der Firma Roche.
Inliegend ein Aviva Blutzuckermessgerät, 10 Teststreifen, eine Multiclix Stechhilfe, ein Täschchen um das alles unterzubringen sowie diverse Bedienungsanleitungen. Dazu muss ich sagen dass man das Gerät kinderleicht bedienen kann. Als erstes wird der Codechip, der sich in der Teststreifen Verpackung befindet seitlich in das Gerät eingeschoben. Dadurch entfällt ein manuelles Codieren der Teststreifen.
Um das Gerät zur Messung einzuschalten wird nun einfach ein Testreifen in die gut sichtbare Öffnung geschoben, dadurch schaltet sich das Gerät ein. Als erstes erscheint immer ein Systemtest bei dem alle Anzeigen gleichzeitig aufleuchten. Als nächstes erscheint der Code, der sich auf dem vorhin eingeschobenen Chip befindet und danach blinkt ein Testreifen am unteren Bildrand, das Zeichen, dass das Gerät nun bereit ist. Praktischerweise schaltet man erst das Gerät ein, und während man den Blutstropfen vorbeitet macht sich auch das Gerät betriebsbereit.
Der Blutstropfen wird mittels beiliegender Stechilfe Multiclix gewonnen. Dazu muss ich sagen, dass ich mittlerweile alle Stechhilfen der diversen Hersteller durchprobiert habe, und während die meisten Stechhilfen von fragwürdiger Qualität sind und äusserst schmerzhaft in der Anwendung ( und nein, das pieksen wird niemals zur "Gewohnheit"! ), kann ich die Stechhilfen der Firma Roche "Multiclix" und auch "Softclix" nicht genug loben. Meiner Meinung nach die besten und schmerzärmsten Stechhilfen zur Zeit auf dem Markt.
Das Multiclix wird vom Hersteller wie folgt beworben:
Accu-Chek Multiclix - Lanzettenwechsel mit einem Dreh.
Als weltweit erste Stechhilfe mit integrierter Lanzettentrommel erleichtert Accu-Chek Multiclix den regelmäßigen Lanzettenwechsel. Mit einem Dreh ist stets eine neue Lanzette einsatzbereit: sechs Lanzetten für sanfte Clicks.
Clevere Lanzetten-Trommel mit sechs Lanzetten
Hygienischer, einfacher und schneller Wechsel einer Lanzette ohne direkten Lanzettenkontakt
problemlose Entsorgung gebrauchter Trommeln im Hausmüll
11 verschiedene Stechtiefen
https://www.accu-chek.de/produkte/de/stechhilfen/accu_chekmul ticlix/allgemeineinformationen/allgemeine_informationen.html
Man steckt die mitgelieferte Lanzettentrommel in das Gerät und schon kann man losstechen. Die Trommel ist sehr praktisch, beim Vorgänger "Softclix" war eine Lanzette im Gerät, die man dann immer wechseln musste, je nach Gusto nach jeder Benutzung oder alle 3 mal oder einmal täglich. Hier ist eine Lanzettentrommel im Einsatz mit 6 Lanzetten. Durch weiterdrehen der Trommel erhält man eine neue Lanzette. Ich nehme immer die kleinste Stechtiefe, die ist durchus ausreichend. Je nach Hautdicke oder evtl vorhandener Hornhaut muss man eine höhere Stechtiefe einstellen. Es gibt 11 verschiedene. Das beste an diesen Stechhilfen ist wie gesagt, dass man den Piek wirklich kaum spürt. Es gibt Geräte, die so stark federn und einen fiesen Rückstoss haben, dass die Einstichstelle noch lange nach der Blutgewinnung schmerzt. Hier schmerzt gar nichts. Der gewonnene Blutstropfen wird nun an den Teststreifen gehalten, welcher den Tropfen mittles "Slip in" Technik einsaugt. Nach nur 5 Sekunden Messzeit ist das Ergebnis in grossen Ziffern auf dem Display ablesbar.
Das Gerät speichert die letzten 500 Messwerte, was ganz gut ist wenn man vergisst, Einträge in das Tagebuch zu machen oder wenn man via der vorhandenen Schnittstelle das ganze auf den PC übertragen möchte, im Internet gibt es mittlerweile eine Menge Diabetes Programme. Ich mache das nicht, ich schreibe nach wie vor in mein gutes altes Tagebuch.
Weitere Vorteile sind die Erinnerungsfunktion, die man 4 mal täglich einstellen kann. Zu einer vorher festgelegten Uhrzeit erinnert einen das Gerät mit Pieptönen an die Messung. Gut für ältere Menschen, aber auch für Kinder die das Messen im Eifer des Gefechts gerne mal vergessen. Ausserdem gibt es eine Hypowarnung, eine Unterzuckerungswarnung. Man kann einen Wert zwischen 80 und 60 einstellen, bei dem einen das Gerät vor einer Unterzuckerung warnt und man noch Zeit hat, eine Keinigkeit zu essen oder zu trinken bevor es zur Unterzuckerung kommt. Unterzuckerungen sind gefährlich, denn man kann unter anderem hilflos werden und /oder das Bewusstsein verlieren.
Das Gerät schaltet sich aus wenn man den Teststreifen entnimmt. Sollte man dies aber vergessen verfügt das Messgerät auch über eine Abschaltautomatik, die nach 2 Minuten alles abschaltet.
Nun zum finanziellen.
Diabetiker können sich das Gerät vom Arzt verschreiben lassen bzw. schenken lassen, wenn er es da hat. Die Ärzte bekommen jede Menge der Geräte von den Herstellern, den denen liegt ja daran, dass viele Geräte im Umlauf sind, denn wer ein Gerät benutzen will, braucht die Testtreifen. Das Gerät kostet eigentlich ca. 40.- Euro, ist aber, sollte man es einfach so kaufen wollen auch sehr oft als Angebot für 5.- bis 10.- erhältlich. Apotheken machen z.B. immer öfter Umtauschaktionen, bei denen man ein altes Gerät gegen ein neues eintauschen kann. Aktionen wie bei der oben angegebenen URL für Anwendertests sind auch ein guter Weg, kostenlos an ein Gerät zu kommen.
Nun zu den Testreifen. Typ 1 Diabetiker bekommen mindestens 500 Stück im Quartal verschrieben, Typ 2 Diabetiker die Insulin spritzen ebenfalls. Schlecht ist, dass ein Typ 2 Diabetiker nur 100 Teststreifen bekommt, wenn er kein Insulin spritzt, sondern mit Tabletten behandelt wird. Was ich persönlich schwachsinnig finde, denn auch dann muss man den Blutzucker regelmässig prüfen und mit 100 Teststreifen kommt man da nicht weit. Bei 4 Messungen am Tag reicht so ein Päckchen dann für 25 Tage, den Rest des Quartals muss der Typ 2 Diabetiker die Teststreifen selber kaufen.
Hier gibt es wieder die Möglichkeit über Versandhandel und Apotheken (Angebote beachten!) oder aber Ebay. Bei Ebay kann man aber nie sicher sein, ob es sich auch wirklich um Originalware handelt.
50 Stück der Teststreifen kosten im Versandhandel ca. 35.- Euro. Der Preis ist in etwa bei allen Testreifen der anderen Herstellern der selbe. Da kann man sich vorstellen, dass Diabetes ein teurer "Spass" werden kann. Wobei ich der Meinung bin, wenn sich ein Typ 2 Diabetiker die Teststreifen nicht leisten kann, hat er schlechte Blutzuckerwerte, das heisst, er wird über kurz oder lang Folgeschäden an Augen, Füßen, Nieren etc. haben und dadurch die Krankenkass ein vielfaches kosten, aber das ist eine ganz andere Diskussion.
Insgesamt bin ich außerordentlich zufrieden mit meinem Gerät. Das einzige, was ich gerne noch hätte, wäre Licht wie es z.B. das Freestyle Mini/Lite hat. Da kann man auch im Dunkeln (wenn man den Ehepartner im Bett nicht wachmachen will, oder im Restaurant unter dem Tisch, im Kino etc.) messen. Ansonsten ist alles prima, tolle Qualität, gute Verarbeitung, der Multiclix ist super und auch die Messwerte stimmen mit dem Labor überein. Ich kann das Gerät also uneingeschränkt empfehlen. weiterlesen schließen
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