Pro:
leckerer Geschmack, als Waffel sehr gut zu herzhaften Belägen
Kontra:
nicht ganz einfach zu verarbeiten
Empfehlung:
Nein
Heute möchte ich mal wieder etwas über eines meiner Nahrungsmittel erzählen an das ich nur durch meine Krankheit gekommen bin.
Da ich eine Glutenunverträglichkeit habe (keine Zölliakie!!) muss ich die Finger weitgehend von glutenhaltigen Getreiden (Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer, usw) lassen. Also musste erst mal Ersatz her, denn irgendwas brauche ich ja auch als eine Art Brot......
Und so bin ich dann eines Tages bei der Hirse (in dem Fall Goldhirse) gelandet mit der ich mir seit Jahren herzhafte Waffeln backe, die dann als Unterlage für Wurst und Fisch dienen *grins*
Ich hole mir immer die Hirse von Rapunzel, also ein Bioprodukt.....
*Aber was ist Gluten?*
Gluten ist das Klebereiweiss in allen "normalen" Getreidesorten. Es sorgt dafür, das z.B. Produkte aus Mehl wie Brot und Kuchen nicht einfach wieder auseinanderbröseln , sondern eben ihre Form behalten.
Beispiele habe ich oben genannt.
Glutenfrei sind z.B. Reis, Mais, Quinoa , Hirse, Amaranth, Buchweizen - um nur ein paar zu nennen.
*Und was ist nun die Hirse?*
Hirse ist eine Sammelbezeichnung für eine Reihe von kleinfrüchtige Körner liefernden Getreidearten, die alle zur Familie der Süßgräser gehören.
In China wurde Rispenhirse ab 2500 v. Chr. landwirtschaftlich genutzt, sie zählte zu den fünf heiligen Pflanzen. Die Rispenhirse wurde früher auch in Europa als Nahrungsmittel angebaut.
Hirse enthält viele Mineralstoffe und Spurenelemente, darunter Magnesium, Kalium , Eisen , Silizium und Fluor. Alles sehr wichtige Elemente für den Körper wie z.B. für Haare, Nägel und Knochen !
Viele kennen Hirse am ehesten als Kolbenhirse die Vogelbesitzer gerne ihren kleinen Piepsern als Leckerei anbieten.......
Zur Zeit ist auch Braunhirse als Nahrungsergänzug sehr populär geworden. Diese wird aber, anders als die "normale" Hirse, nicht zum Kochen oder Backen verwandt.
Soviel als kurze Info zur Hirse !
~~Verpackung und Infos zum Produkt~~
So, nun aber zu "meiner" Hirse von Rapunzel......
Die ist in einer einfachen, durchsichtigen Kunststofftüte verpackt, die oben aufzureissen ist und bei Bedarf mit einem Klebeetikett wieder zu verschliessen ist.
Ich würde hier allerdings raten bei längerer Lagerung nach dem Öffnen der Tüte auf eine gut verschliessbare Dose oder ein Schraubglas zurückzugreifen. Denn sonst kann man schnell Lebensmittelmotten "züchten"........
Auf dem Frontetikett, das in einem Orangeton gehalten ist, sehen wir nur den Herstellername sowie die Produktbezeichnung.
Dazu die Info " für süße und herzhafte Speisen".
Auf der Rückseite ist dann zu erfahren, das dieses Produkt aus kontrolliert biologischem Anbau stammt und die Hirse aus den USA stammt.
Dann folgt ein Rezept, das ich gerne am Ende meines Berichtes für Interessierte wiedergeben werden......
Man sollte die Hirse kühl, trocken und dunkel lagern, dann ist sie etwa 15 Monate nach Kauf haltbar.
"Hersteller" ist die Firma Rapunzel Naturkost AG in Legau,www.rapunzel.de
Ich kaufe die Hirse immer im 1 Kilo Päckchen und bezahle dafür ca. 2,75 €. Man kann aber auch 500 g Packungen bekommen, hier liegt der Preis bei etwa 1,65 € .
~~Eigene Erfahrungen~~
Wie gesagt, bei mir dient die Hirse als Mehllieferant um mir Waffeln als Broterssatz herzustellen. Leider ist es mir nicht möglich , annähernd normales Brot zu essen, da ich auch Hefen und Sauerteige nicht vertrage - daher die Lösung mit den Waffeln ......
Dazu mahle ich erst mal 400 g Hirse im "Thermomix" zu feinem Mehl, nochmal 200 g Hirse koche ich mit ca. 500 ml Wasser auf, so das eine Art Hirsebrei entsteht.
Wenn die Hirsekörner das Wasser komplett aufgenommen haben, dann mische ich sie unter das Mehl - zusammen mit etwas Salz und etwas Rapsöl.
Das Öl dient hier unter anderem auch dazu, das die Waffeln zusammenhalten und nicht auseinanderbröseln - also quasi als Klebeeweiss-Ersatz !
Das Ganze dann mit ca. 500 ml Wasser mischen und dann einfach über Nacht stehen und ziehen lassen.
Am nächsten Morgen ist der Teig dann gestockt - sprich fest geworden. Nun macht man nochmal etwas Wasser drunter bis er rührfähig ist ohne zu klumpen. Jetzt kann man die Waffel ausbacken.
Und das ist das Schwierige an der Sache.
Natürlich erst mal das Waffeleisen gut anheizen und mit Öl fetten - beide Hälften !
Dann den Teig nur dünn einfüllen, denn es sind ja keine süße Butterwaffeln sondern recht feste , herzhafte Waffeln !
So, und so funktioniert es dann meiner Erfahrung nach am Besten:
Den Teig erst mal 5 Minuten "anbacken" lassen, dann den Rand der Waffel etwas lösen (geht sehr gut mit einem Zahnstocher aus Holz!) , sonst backt das Teil total an !
Dann nochmal 5 Minuten ausbacken lassen und vorsichtig mit dem Zahnstocher und einem Pfannenwender von dem Eisen lösen und zum Auskühlen auf ein Kuchengitter legen - sonst können die Waffeln leicht weich werden.
Das hört sich gar nicht so kompliziert an, was?!? Na dann probiert das mal *grins*.
Ich mache aus der Menge Teig etwa 14 Waffeln und brauche dazu im Schnitt 4 - 5 Stunden ! Vielleicht gibt das eine Vorstellung von der Aktion......
Aber wenn man keine andere Möglichkeit hat, was soll man tun ?!?
Aber ich muss auch zugeben das die Dinger echt sehr lecker sind.
Ok, für einen normalen Brotesser wird das nicht so doll sein, aber ich hab schon so manches ausprobiert und da sind diese Hirsewaffeln mit Abstand das Beste !!
Sie sind schön goldbraun und nicht so trocken wie man sich das vielleicht vorstellt.
Der Geschmack ist herzhaft und kernig , aber sehr angenehm.
Zu Süßem habe ich sie, ehrlich gesagt, noch nie probiert. Aber zu Schinken, Krabben oder geräucherter Forelle schmecken sie ganz toll! Ich mach dann immer noch etwas Olivenmargarine drauf - da könnte ich mich reinlegen *grins*.....
Ich kann jedenfalls behaupten, das diese Waffeln ein sehr guter Ersatz für ein herzhaftes Brot sind - wenn natürlich kein vollwertiger !
~~Fazit~~
Ich kann die Rapunzel Hirse wirklich empfehlen. Sie lässt sich sehr gut verarbeiten - zu Mehl und auch zu Hirsebrei - und hat immer eine gleichbleibend gute Qualität.
Bisher hatte ich nur einmal das Problem mit Motten - was wohl aber mehr meine Schuld war, da ich die Tüte mehr oder weniger offen gelagert hatte.
Seit ich die Hirse in Tupperdosen lagere habe ich in der Hinsicht kein Problem mehr.
Auch sind die Waffeln, die ich mir backe, sehr gut verträglich, liegen nicht schwer im Magen, machen gut satt und sind echt lecker.
Zudem sind sie auch sehr gesund da Bio und aus dem vollen Korn !
Über andere Verwendungsformen kann ich leider nichts berichten da ich bisher nichts anderes mit der Hirse gekocht habe........aber das Rezept für einen Hirseauflauf folgt gleich !
Ich vergebe dieser Hirse gerne die volle Punktzahl und eine klare Kaufempfehlung !
~~Das Rezept für einen süßen Hirseauflauf (4 Pers.)~~
Zutaten: 250 g Hirse, 500 ml Wasser, 3 Eier getrennt, 50 g Butter, 50 ml Milch, 100 g Honig, 1/2 TL Zimt, 50 g Haselnüsse gemahlen.
Variante: Anstatt Butter und Haselnüsse kann auch ca. 100 g Rapunzel Haselnussmus verwendet werden.
Erst mal die Hirse waschen, 250 g mit ca. 500 ml Wasser zum Kochen bringen und ca. 25 Minuten köcheln. Danach 10 Minuten quellen lassen.
Die Eier trennen. Butter mit Milch, Honig, Zimt und Eigelb schaumig rühren.
Hirse und Nüsse unterrühren. Eiweiss steif schlagen und vorsichtig unterziehen.
Die Masse in eine vorgefettete Form geben und im Backofen bei 180 Grad ca. 55 Minuten backen.
Als Beilage Obstkompott oder Fruchtmus servieren .
Guten Appetit !!
Infos zu Hirse wurden zum Teil dem Internet entnommen - Danke ! weiterlesen schließen
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