Pro:
lustig, stellenweise sehr authentisch...
Kontra:
... aber auch nicht alles ;)
Empfehlung:
Ja
Wer gelegentlich mal bei mir liest, sollte es mitbekommen haben: ich bin großer Pratchett-Fan, bisher hat mir keins seiner Bücher nicht gefallen.
Als ich dann erfahren habe dass der Scheibenwelt-Roman Hogfather verfilmt wurde, musste ich den Film natürlich sehen.
Die Kaufentscheidung
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Eigentlic h wollte ich mir den Film im Fernsehen anschauen - am zweiten (?) Weihnachtsfeiertag wurde die deutsche Synchro ausgestrahlt und ich habe mich frohgemut davor gesetzt. Meine Schwester, die unfreiwillig mitgeschaut hat (da rächt es sich, dass ich - eigentlich mangels Bedarf - keinen eigenen Fernseher habe) fand allerdings die deutsche Version so grausam, dass sie kommentarlos aufgestanden ist und im Internet die englische DVD bestellt hat. So schnell wird man also Besitzer einer DVD, die man sowieso haben wollte.
Preis/Versand
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Reg ulär kostet die DVD bei Amazon 13,99Euro. Wir haben sie allerdings von einem Privatverkäufer günstiger bekommen. Der Versand hat dadurch etwas länger gedauert, war aber durchaus zu verkraften.
Infos zur DVD
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Es handelt sich bei meiner DVD um die "Hogswatch 1 Disc Edition" - damit hätte sich auch die Frage erübrigt, wieviele DVDs denn nun in der Hülle sind.
Auf dem Cover sind fünf Charaktere des Films (Sideney, Teatime, Albert, Tod und Susan) abgebildet, im Hintergrund sieht man des Schlitten des Hogfathers vor einer Bergkulisse und seinem Knochenschloss. Auf der Rückseite der Hülle sind einige Szenen aus dem Film abgebildet, außerdem natürlich eine Zusammenfassung der Handlung und - nunja, sämtliche Daten, die auf die Rückseite einer DVD gehören.
Extras
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... gibt es nicht. Die wären wohl in der anderen Ausgabe mit zwei DVDs dabei.
Im Menü kann man nur auswählen, ob man den 1. Teil, den 2. Teil, oder - für die ganz Mutigen - beide Teile nacheinander sehen will. Außerdem gibt es die obligatorische Szenenauswahl und eine Sprachauswahl (auch sehr umfangreich - Englisch mit Untertiteln oder Englisch ohne Untertitel).
Infos zum Film
Regisseur: Vadim Jean
Drehbuch: Vadim Jean
Romanvorlage: Terry Pratchett
Darsteller
* Susan - Michelle Dockery
* Death - Ian Richardson (Stimme)
* Teatime - Marc Warren
* Albert - David Jason
* Lord Downey - David Warner
* Sideney - Nigel Planer
* Medium Dave - Peter Guinness
* Banjo - Stephen Marcus
* Chickenwire - Craig Conway
* Bilious - Rhodri Meilir
* Violet - Sinead Matthews
Allgemeine Infos
* keine Altersbegrenzung, allerdings wird für Kinder unter 12 Jahren empfohlen, den Film unter Aufsicht eines Erwachsenen zu sehen. Der Sinn davon bleibt mir allerdings verborgen ;)
* Laufzeit ca. 168 Minuten (in zwei Teilen)
Die Handlung
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Die Geschichte findet in der Nacht vor Hogswatch (in der deutschen Übersetzung "Silvester", was mich persönlich einfach sehr genervt hat. MUSS man sowas unbedingt übersetzen?) und der Hogfather ("Schneevater" - siehe oben) ist spurlos verschwunden.
Zu Anfangbekommt Lord Downey, der Anführer der Assassinengilde, den Auftrag, den Hogfather zu inhumieren. Diese Aufgabe übergibt er Teatime (ausgesprochen: Teh-ah-Tim-eh), einem jungen Assassinen, der durch besondere Grausamkeit und Spaß am Töten aufgefallen ist. Teatime heuert eine Gruppe von Kriminellen und einen gescheiterten Zauberer an, die ihm bei der Aufgabe helfen sollen.
Daraufhin beschließt der Tod (das dürfen sie meinetwegen auch übersetzen...), die Aufgabe des Hogfather zu übernehmen. Aufgestattet mit einem falschen Bart, einem Kissen als Bauchersatz und einem roten Mantel macht er sich, begleitet von seinem Diener Albert, auf den Weg von Schornstein zu Schornstein und verteilt Geschenke.
Tods Enkeltochter Susan bekommt einen gehörigen Schrecken, als ihr Großvater plötzlich bei ihr auftaucht, nachdem sie es endlich geschafft hat, ein normales Leben als Gouvernante in einer reichen Familie zu führen. Nach einigen Andeutungen ihres Großvaters, dass der Hogfather "fort" sei und dem strikten Verbot, sich in die Sache einzumischen, macht sich Susan auf die Suche nach dem Grund seines Verschwindens...
Meine Meinung
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Ein Pratchett-Buch zu verfilmen ist, soweit ich das beurteilen kann, eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe. Wer die Bücher kennt weiß, dass diese insbesondere vom Schreibstil des Autors, seinen Kommentaren und Formulierungen leben. Das schlägt sich zwar auch in den Dialogen der Charaktere, meistens aber eher im "Drumherum" nieder.
Wie also soll man das ganze in einen Film verpacken, der die Fans nicht enttäuscht und die Nicht-Kenner nicht grenzenlos langweilt?Ich war also dementsprechend gespannt, als ich den Film das erste mal gesehen habe.
Dass man direkt am Anfang Great A'Tuin (die riesengroße Schildkröte, auf deren Panzer vier Elefanten stehen, die wiederum die Scheibenwelt auf ihren Rücken tragen) sieht und der Anfang des Buches, wenn auch in leicht gekürzter und nicht ganz so aufschlussreicher Form, vorgetragen wird, hat mir direkt gefallen. Schade war an dieser Stelle, dass die Passage über Teatime, den obligatorischen Bösewicht, weggelassen wurde. Während man im Buch schon eine Vorstellung von dem Charakter bekommt, wird er im Film recht plötzlich vorgestellt.
Aber wenn ich schon bei den Chatakteren bin: Teatime ist grandios dargestellt. Besser hätte man es wohl nicht machen können. Der Schauspieler schafft es, die ganzen Wahnsinn dieser Person sehr überzeugend rüberzubringen, ohne dabei zu übertreiben. Seine Blicke, seine Stimme, seine ganze Art - einfach perfekt.
Gleiches gilt für Susan, die es schon im Buch schafft, bei dem ganzen Durcheinander immer ruhig zu bleiben und halbwegs Haltung zu bewahren.
Etwas enttäuscht war ich von Nobby Nobbs, der in Hogfather zwar nur eine kleine Rolle hat, aber ein äußerst... nunja, interessanter Charakter ist. In diversen Büchern über die Stadtwache wird erwähnt, dass er ein von Vetinari (dem Patrizier, sprich: absoluten Herrscher) unterzeichnetes Dokument bei sich trägt, dass ihn eindeutig als Mensch auszeichnet. Stellenweise wird es mit einem Affen verglichen, auch wenn die Affen das angeblich nicht gerne hören, außerdem stelle er "die erstaunlichsten Dinge" mit seinen Furunkeln an, weswegen man nicht zwischen ihn und einen Spiegel kommen solle. Im Film wirkt er erscheckend menschlich und abgesehen von einem recht interessanten Gebiss und einer dementsprechend seltsamen Aussprache fast normal.
Der Tod zeichnet sich nicht unbedingt durch schauspielerische Höchstleistungen aus, da sein - nennen wir es mal spontan Gesicht - sich nie verändert. In den Büchern wird das, was er sagt, nicht als wirkliche Sprache beschrieben. Seine Aussagen werden nicht direkt gehört, sondern man könne sich hinterher nur daran erinnern, was er gesagt hat. Das ist natürlich in einem Film nicht umzusetzen, aber die Stimme, die man dem Tod gegeben hat, ist durchaus annehmbar. Sie klingt hohl, leblos und spiegelt sein ewiges Erstaunen über und seine Faszination für die Menschheit recht gut wieder.
Die Zauberer der Unsichtbaren Universität sind genau so, wie man sie sich vorstellt: planlose, übergewichtige alte Männer, die in erster Linie ans Essen denken und in einer Krisensituation einen Trank mischen - indem sie alles zusammenschütten, was sie gerade finden können. Ponder Stibbons dagegen wirkt wie eine Parodie auf Harry Potter - ob das nun Absicht war will ich niemandem unterstellen, Tatsache ist jedoch, dass er bei uns für allgemeine Erheiterung gesorgt hat.
Die Handlung des Films ist insgesamt mehr oder weniger verwirrend - für Scheibenwelt-Fans ist das zwar normal, aber wenn man vorher keinen Einblick in diese Welt bekommen hat, verliert der Film schnell seinen Reiz. Meine Schwester, die sich bisher erfolgreich geweigert hat, ein Pratchett-Buch zu lesen, fand das ganze zwar lustig, aber zu langatmig. Und trotzdem wurden einige Stellen aus dem Buch weggelassen, zum Beispiel wurden die diversen Auftritte des Rattentodes stark reduziert. Und das, obwohl er doch so niedlich ist ;)
Gut gefallen hat mir, dass auch einige neue Elemente aufgetaucht sind, über die man lachen konnte. In der Unsichtbaren Universität steht eine Art Computer namens Hex, der unter anderem durch Ameisen betrieben wird. Der Computer ist in dieser Form aus dem Buch übernommen - neu ist das Logo einer bekannten Computerfirma mit der Aufschrift "Anthill Inside"...
Fazit
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Im direkten Vergleich schneidet bei mir das Buch wohl besser ab, trotzdem ist der Film meiner Meinung nach ganz großes Kino - dass es sich um eine TV-Produktion handelt, wird dabei gekonnt ignoriert.
Einen Punkt Abzug gibt es wegen der erwähnten Kleinigkeiten - ansonsten: Erwartungen übertroffen. Pratchett kann man DOCH verfilmen! weiterlesen schließen
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