Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
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Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
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Testberichte Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen

 (gebundene Ausgabe)
5.0 von 5
Platz 14 in der Kategorie "Belletristik Romane & Erzählungen - T".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
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Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5.0 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (6/6).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Das Buch
  • Story, Figuren, realistische Atmosphäre, Schreibstil
  • Spannung und Dramatik
  • wunderschön zu lesen, hochinteressant
  • spannend, gut zu lesen
Nachteile/Kritik
  • die deutschen zu-viel-verratenden Verlagsinformationen
  • die bittere Wahrheit dahinter, evtl. die Fremdwörter
  • nichts
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hope1

Afghanistans vergessene Beziehungen

ein Testbericht von 2008-08-17 12:22:37 vom 17.08.2008
Empfehlung: ja
Vorteile: Das Buch...
Nachteile/Kritik: die deutschen zu-viel-verratenden Verlagsinformationen
Allgemeine Informationen

Autor: Khaled Hosseini
Originaltitel: A thousand splendid suns
Gebundene Ausgabe: 381 Seiten
Verlag: Bloomsbury; Auflage: 1 (September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3827006716
Preis: 22.90 Euro


Ich muss ja gestehen, dass ich Khaled Hosseini's Buch "Der Drachenläufer" noch gar nicht gelesen habe. Einerseits aus Protest (wie bei Harry Potter) und andererseits wurde das Buch in Polen gar nicht so groß vermarktet. Nun hat mich das Cover seines zweiten Buches aber extrem fasziniert und bevor ich überhaupt wusste, worum es in dem Buch geht, wollte ich es bereits haben.

Ich habe die englische vor der deutschen Version gelesen und muss gestehen, dass ich das Original bedeutend besser finde. Ich vergebe aber dennoch 5 Sterne für das Buch selbst und rate jedem, der Englisch versteht, dass Original zu lesen. Einerseits finde ich die Informationen, die im Umschlag gegeben werden im Deutschen zu vorausgreifend und andererseits geht natürlich in der Übersetzung ein Teil der Schönheit verloren, obgleich die Übersetzung gut ist.

Was die Umschlaginformation im Deutschen angeht, werde ich mal nicht zu präzise, denn ich bin der Meinung, dass jeder, der das Buch richtig genießen möchte, nur die Informationen hinten auf dem Buch lesen sollte. Die Umschlaginformationen im Buch (vorne und hinten) sollte man NICHT lesen, denn es wird zuviel vom Buch verraten.
In der englischen Version wird nur die Information gegeben, die hinten auf dem Deutschen draufsteht:

"Die atemberaubende und ergreifende Geschichte zweiter Frauen in Afghanistan, deren Freundschaft alle Not und Unterdrückung überwindet."

Im Deutschen werden im Klappentext Informationen verraten, die einem streckenweise den Spaß am Lesen nehmen und die Vorgänge verraten, die man normalerweise nicht mal im Lesevorgang vorhersehen würde. Man wird im Original mit Entwicklungen konfrontiert, die einem buchstäblich den Atem nehmen und im Deutschen ist man dank Bloomsbury Berlin bereits informiert. Ich persönlich habe das gehasst, denn als Autor baust du ja auch einen gewissen Spannungsbogen auf, den so ein dämlicher Verlag mal eben zerstören kann.

Dementsprechend aber wird meine Worum geht’s?-Sektion recht kurz ausfallen, denn ich will den Lesezauber Khaled Hosseinis nicht kaputt machen.
Es geht um zwei Frauen, die durch das Schicksal miteinander in Berührung geraten. Einerseits ist da Mariam, die unehelich in Herat geboren wurde und mit ihrer Mutter in einer Hütte abseits der Gesellschaft lebt. Andererseits gibt es Laila, die in Kabul aufwächst und eine schwierige Familiensituation durchlebt. In den frühen 1970ern gelangt Mariam nach Kabul und 20 Jahre später entwickelt sich eine Freundschaft zwischen diesen beiden Frauen, zwischen denen eine ganze Generation liegt.

Dabei geht es in dem Buch aber nicht nur um die Freundschaft zwischen Mariam und Laila, sondern es geht auch um die ehelichen Beziehungen, die Stellung der Frau, die Beziehung zwischen Mutter und Kind, die Kulturgeschichte und das alltägliche Leben in Afghanistan unter den Kommunisten und während des Bürgerkriegs unter den Mudschaheddin.

Im Vordergrund jedoch stehen zu jeder Zeit die Rolle der Frau und ihr schwieriges Dasein. Hosseini selbst sagte, dass er dieses Buch auch in der ideellen Nachfolge des Drachenläufers geschrieben habe, weil er nach dem Leben zweier Jungen nun das so viel kompliziertere Thema des Lebens afghanischer Frauen aufgreifen wollte. Und ebenfalls in der Nachfolge befindet sich die Verbindung dieser beiden Frauen miteinander, die zuerst nicht mit- und später nicht ohneeinander können.

Das Buch unterteilt sich in vier Kapitel, von denen das erste sich ausschließlich mit Mariam, das Zweite ausschließlich mit Laila befasst. Das dritte Kapitel handelt abwechselnd von beiden Frauen und das vierte ausschließlich von Laila.

Die beiden Hauptcharaktere

Ich schreibe fast nur über die beiden Frauen, weil ich bei der Charakterisierung einer jeden weiteren Person einen Teil der Geschichte vorwegnehmen müsste.

Mariam ist eigentlich keine richtige Afghani, sondern eine Tajikin, die 1959 in Herat geboren wird. Sie ist die uneheliche Tochter von Nana und schämt sich aufgrund der Umstände ihrer Geburt für ihre eigene Existenz.

Leila ist selbst eine ethnische Tajikin, die in Kabul im Jahr 1978 geboren wird. Sie ist ein intelligentes und wunderschönes Mädchen, deren bester Freund Tariq, ein ethnischer Pashtun, ist. Sie lebt mit ihren Eltern bis zu einem tragischen Tag in Kabul. Ihr Vater Hakim ist ein progressiver Lehrer, der sich sehr für seine Tochter einsetzt und ihre Mutter Fariba lernt man als lebensfrohe Frau im ersten Teil kennen, die später aber unter Depressionen leidet, weil ihre beiden Söhne in den Krieg gehen mussten.


Der Titel

Der Titel „Tausend strahlende Sonnen“ entstammt einem Gedicht über Kabul von einem persischen Dichter aus dem 17.Jahrhundert. Der Dichter war Saib-e-Tabrizi und er schrieb das Gedicht nachdem er die Stadt besucht und wieder verlassen hatte. In den offiziellen Übersetzungen (im Englischen) gibt es diese Strophe nicht, beziehungsweise ist es anders übersezt, aber Hosseini sagt, er habe diese Übersetzung von Dr. Josephine Davis irgendwo gefunden und sich verliebt.


Meine Meinung

Es ist ein herausforderndes Thema, dass mich mehr als einmal gezwungen hat, das Buch aus der Hand zu legen, mir die Tränen aus den Augen zu wischen und tief durchzuatmen. Es ist ein fiktives Buch, dass so aber genau hat passieren können, denn die Lebensumstände während des Bürgerkriegs, des Drucks der Mudschaheddin und die alltäglichen Schwierigkeiten dieses kriegszerstrittenen Landes sind nicht fiktiv. Und auch wie diese zwei Frauen zueinander kommen, ist zweifelsohne keine fiktive Geschichte. Ich zweifel nicht dran, dass so und so ähnlich das Leben vieler Frauen ganz plötzlich verbunden wurde – ob sie es nun wollen, befürworteten und akzeptierten oder nicht.

Es ist ein enorm aufwühlendes Buch, mit dem Hosseini zumindest bei mir den richtigen Knopf gedrückt hat und dabei handelt es sich nicht um einen schnulzigen Frauenroman-Knopf, sondern um den „Wach auf“-Knopf. Ich würde mich als relativ weltoffen und gut informiert betrachten. Und wenn auch nie mein Schwerpunkt, so würde ich behaupten, dass ich auch die Vorgänge in Afghanistan niemals nur einseitig betrachtet habe.

Aber was dieses Buch ausgelöst hat, ist eine ganz neue Art der Beschäftigung mit diesem Land. Ich habe viele Freunde aus Afghanistan und umliegenden Ländern, aber nie wurde ein solches Interesse in mir geweckt, den Frauen und Mädchen in diesem Land helfen zu wollen.

Dabei, und das möchte ich hervorheben, ist dies kein Heul-Schluchz-Roman. Es ist ein lebensnaher Roman, der Wendungen durchläuft, die keiner hätte erwarten können und der sich mit einer bislang viel zu vernachlässigten Thematik auseinandersetzt.

Ich empfehle dieses Buch jedem uneingeschränkt und vergebe 5 Punkte für das Buch selbst. Ich bin wie gesagt etwas unzufrieden mit der deutschen Ausgabe, aber Yopi scheint meine englische Version nicht freischalten zu wollen. Sobald dies geschieht, erhält die deutsche Version einen (oder zwei) Punkte Abzug und die englische Variante erhält 5 Sterne mit 5 Extra-Auszeichnungs-Sternchen.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
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Kommentare
Animagus17
Animagus17, 01.09.2008
Ich habe das Hörbuch " Der Drachenläufer" gehört. Finde es am Anfang bissel langweilig, aber gegen Ende wird es schön. LG Debby
BigGoofy
BigGoofy, 19.11.2008
ausgezeichnet. Dafür ein klares bw. Komme morgen wieder und reiche es nach. lg Günter --- war daaa ---
templerthomas
templerthomas, 18.08.2008
sehr interessantes Buch, 1A Bericht, BW wird nachgereicht bin schon um 0:05 pleite sorry
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giselamaria

Tausend Strahlende Sonnen / Hosseini, Khaled

ein Testbericht von 2010-05-30 14:12:39 vom 30.05.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: wunderschön zu lesen, hochinteressant...
Nachteile/Kritik: ./.
"Nicht zu zählen sind die Monde, die auf ihren Dächern schimmern, noch die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken."

"Laila blickte auf und sah ihn weinen. Sie legte den Arm um seine Taille - "Oh Babi, irgendwann kehren wir zurück. Wenn dieser Krieg vorbei ist. Dann sind wir wieder hier, inschallah. Du wirst sehen."

Und hier hat der Autor den Titel seines Buchs gefunden.

Buchdaten:
* Verlag: Bloomsbury
* 2007

* Seitenzahl: 381
* Deutsch

* ISBN-13: 9783827006714
* ISBN-10: 3827006716



Der Autor:
"Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul, Afghanistan, geboren. Er ist das älteste von fünf Kindern eines Diplomaten und einer Lehrerin. 1976 zog seine Familie nach Paris, wo sein Vater eine Stelle in der Botschaft Afghanistans übernahm. 1980 sollte ihn der diplomatische Dienst wieder nach Afghanistan zurückführen. Doch zu diesem Zeitpunkt befand sich das Land, nach einem blutigen kommunistischen Staatsstreich, im Krieg mit den sowjetischen Invasoren. Khaled Hosseini und seine Familie erhielten 1980 politisches Asyl in den Vereinigten Staaten und zogen nach San Jose in Kalifornien. Nach Abschluss der San Diego Universität lebt Kahled Hosseini heute als Arzt in Nordkalifornien. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Drachenläufer ist sein erster Roman, er erschien gleichzeitig in zwölf Ländern."
(dem Klappentext entnommen)


Meine Zusammenfassung
Es ist die Geschichte zweier afghanischer Frauen. Zunächst ist da Mariam, uneheliches Kind einer Verbindung eines jungen Mädchens, das im Haushalt des reichen Kinobesitzers arbeitete. - Er gab ihr auf einem weit abgelegenen Grundstück ein Haus, mehr eine Hütte. Wo sie isoliert lebte, einige Tiere hatte und ihre kleine Tochter großzog. - Marian bekam einmal im Monat esuch von ihrem leiblichen Vater. Dieser hatte in der Stadt eine Familie und viele Kinder, aber sie wurde versteckt. - Also sie einmal einfach in die Stadt vor das Haus ihres Vaters ging. verleugnete er sie…. Sie wird dann - durch Verbindungen ihres Vaters - mit einem viel älteren Mann verheiratet, weit weg. - Ihr blieb keine Wahl. - Sie fügte sich und wirtschaftlich konnte sie gut leben, ihr Mann hatte eine eigene Schuhmacherwerkstatt. - Als sie dem kinderlosen Mann (sein einziger Sohn war als Kind verstorben) keine Kinder mehr schenken konnte, sie hatte ein Fehlgeburt erlitten, wurde sie von ihm nur noch gequält, gedemütigt und geschlagen.

Etwa zwanzig Jahre später: In der Straße wo Mariam lebt, wohnt auch eine Familie, die u.a. auch eine kleine Tochter hat. Zwei Söhne sind schon älter und sind später beim Militär, wo sie auch umkommen im Kampf gegen die inzwischen einmarschierten Russen. Laila hat einen Freund, Tarik, etwa gleichaltrig. - Laila und ihr Vater, Babi genannt, haben ein inniges Verhältnis. Während die Mutter aus ihrer Trauer um die beiden gefallenen Söhne die im Tschihad mit den Mudschaheddin gekämpft hatten, gegen die Russen, nicht mehr herauskommt, ist ihr Vater die wichtigste Person für Laila. - Auch bei Tariks Eltern ist sie oft, und eine Unterhaltung möchte ich mal zitieren:

"Bei Tisch gab es immer viel zu erzählen. Tarik und seine Eltern waren zwar Paschtunen, aber in Lailas Beisein wurde Farsi gesprochen, obwohl sie Paschto in der Schule lernte und mehr oder weniger gut verstand. Von Babi wusste sie, dass es Spannungen gab zwischen der Minderheit der Tadschiken und den Paschtunen, der größten Volksgruppe in Afghanistan. - ‚Die Tadschiken fühlen sich seit eh und je benachteiligt', hatte Babi gesagt. ‚Fast zweihundertfünfzig Jahre lang herrschten Paschtunenkönige; nur einmal, 1929, war ein Tadschike an der Macht, ein Rebell, Deserteur und Wegelagerer mit dem Beinamen >der Sohn des Wasserträgers<. Er raubte den Thron, wurde aber schon nach neun Monaten Regentschaft hingerichtet.' - - - ‚Und du', hatte Laila gefragt, ‚fühlst du dich auch benachteiligt, Babi?' - …….'für mich ist das alles blanker Unsinn, ein gefährlicher dazu, wenn der eine betont, Tadschike zu sei, und der andere stolz darauf ist, den Paschtunen, Hazaras oder Usbeken anzugehören. Wir sind alle Afghanen, und darauf sollte es ankommen. Aber wenn eine Volksgruppe so lange Zeit über eine andere herrscht, ja, dann entsteht böses Blut, dann kommt's zu Hass und Feindschaft. So ist es immer gewesen'. "

Und so werden viele Ausflüge erzählt, wo ganz viele Einzelheiten über die Geschichte des Landes zu erfahren ist, u.a. auch über alte buddhistische Anlagen. …..und hier ein paar Zeilen aus einem Gedicht, das Babi zitiert, als er Kabul verlassen muss:

"Nicht zu zählen sind die Monde, die auf ihren Dächern schimmern, noch die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken."

"Laila blickte auf und sah ihn weinen. Sie legte den Arm um seine Taille - "Oh Babi, irgendwann kehren wir zurück. Wenn dieser Krieg vorbei ist. Dann sind wir wieder hier, inschallah. Du wirst sehen."

Und hier hat der Autor den Titel seines Buchs gefunden.

In den Straßen war es mittlerweile so gefährlich geworden, dass die Leute immer Gefahr liefen, erschossen zu werden. - Lailas Vater wäre gerne aus Kabul geflohen, weil es dort am gefährlichsten war, aber seine Frau war nicht bereit mit zu gehen.
August 1992, Tarik erklärt Laila, dass er mit seinen Eltern Afghanistan verlassen werde. Zuerst nach Pakistan, dann evtl. nach Indien oder in den Iran. - Seine Liebe hatte er ihr längst gestanden, sie auch gebeten, seine Frau zu werden, aber Laila kann ihren Vater nicht verlassen….und so trennen sie sich, nach einem einzigen Liebeserlebnis….
Der Krieg geht weiter, aber auch die Geschichten dieser beiden Frauen. -.
Anfangs haben sie kaum Kontakt. Haben sich lediglich mal gesehen.
Marians Mann ist ein Teufel, und er spielt ihr übelst mit.

Eines Tages, die Russen waren abgezogen, das Sowjetische Reich zerfiel, die Mudschaheddin regierten, totale Gewaltherrschaft, Bürgerkrieg, Mord und Tote täglich. - Als dann die Taliban das Volk von den Mudschaheddin befreite, wurde ihr Einzug in Kabul zum glanzvollen Empfang für die Menschen. Nur wurden die Leute dann überrascht, als die Taliban von heute auf Morgen neue Gesetze erließen: Alle Frauen hatten keinerlei Rechte mehr, durften nur in Begleitung und mit Erlaubnis ihres Mannes in der Burka das Haus verlassen. Ihre Berufe durften sie nicht ausüben, Schulen wurden geschlossen. - Mädchen durften schon gar nicht mehr in die Schule gehen, Lehrerinnen entlassen. -

Als Laila eines Tages eine Nachricht erreicht, ihr geliebter Tarik sei tot, bricht für sie eine Welt zusammen. Die Nachricht wird von einem Mann überbracht, mit dem Tarik zusammen bei Kämpfen unterwegs war….
Als Laila im Haushalt von Mariam und ihrem Mann unterkommt, will Raschid sie zur Frau nehmen…. Was er nicht weiß, sie ist schwanger von Tarik. Sie heiraten, und anfangs sind Mariam und Laila sich nicht gut gesonnen……. - Das ändert sich aber später.
Laila hatte einen gesunden Jungen zur Welt gebracht, seinem Vater Tarik sehr ähnlich. Und Mariam empfindet bald eine Liebe zu dem Kind, wie sie sie ihren Sohn hätte geben können….
Als später alles eskaliert, rettet Mariam Laila das Leben, verliert ihr eigenes…. Aber es gibt noch ein Happyend… als Laila später von ihrer Flucht über den Iran nachhause zurückkehrt….


Meine abschließende Meinung
Ein wunderbares Buch, was alles hält, was schon das vorige des Autors, Drachenläufer, versprochen hatte.

Vor dem geschichtlichen Hintergrund dieses Landes erlebt man als Leser die politischen Situationen, Kriege, Bürgerkriege, und vor diesem Hintergrund eben die Geschichte einiger Familien, explizit hier das einiger Frauen.

Das Schicksal dieser afghanischen Frauen ähnelt zwar sehr den anderer islamischer Frauen, ist aber doch wieder ganz anders.

Diese Bücher des Autors halte ich für sehr wichtig.
Warum? Weil sie uns zeigen, dass Afghanistan nicht nur ein ödes, schlimmes Land ist, wo seit Jahrzehnten Krieg ist, sondern dass dort auch ganz normale Menschen leben, mit allen Eigenheiten und unter den verschiedensten Umständen. In verschiedenen Schichten, nicht anders als hier auch.
Und dass es auch herrliche Landschaften gibt..... Interessant fand ich auch, als er die Machtübernahme der Taliban als Rettung schildert, als Hoffnungsschimmer…..die sich dann ja so schnell und so grausam entwickelte. -

Und dass es eben in Afghanistan unzählige ethnische Gruppen gibt, alle unterschiedlich, die meisten ganz eigene Sprache. Und vor diesen ganzen Hintergründen so einen spannenden Roman zu schreiben, das kann Khaled Hosseini bravourös!!!


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mehr von mir in meiner Homepage:
http://giselasletterbox.rosslauer.de/
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...
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Kommentare
Grambo
Grambo, 30.05.2010
Sehr schöner Bericht von dir!

Ich freue mich immer über Gegenlesungen und bin auch immer bereit
für eine schnelle Leserunde. :

Liebe Grüße
Grambo
Free22
Free22, 30.05.2010
Ein sehr schöner Bericht :

...Wer hat Interesse an einer Leserunde?

Ich spare für ein neues Handy C905du?
Bunny84
Bunny84, 30.05.2010
SH von mir. Wünsche dir einen schönen Sonntag. LG BUNNY84
PS: Freue mich über Gegenlesungen
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CyberQueeny

Ein bewegendes Portrait

ein Testbericht von 2010-03-03 15:57:58 vom 03.03.2010
Empfehlung: ja
==Ein bewegendes Portrait==

Hallo lieber Leser, liebe Leserin.

==ALLGEMEINES==

===Kaufgrund===
Da ich eine absolute Leseratte bin, hat mir meine Chefin zu Weihnachten ein Buch geschenkt. Dieses muss ich euch nun einfach vorstellen.


===Buchdaten===
Autor: Khaled Hosseini
Titel: Tausend strahlende Sonnen
Originaltitel: A Thousand Splendid Suns
Verlag: berlinverlage
Erschienen: 10. Auflage 2009
ISBN-10: 3833305894
ISBN-13: 978-3833305894
Seiten: 397
Einband: TB
Serie:

===Autor===
Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul, Afghanistan, geboren. Er ist das älteste von fünf Kindern eines Diplomaten und einer Lehrerin. 1976 zog seine Familie nach Paris, wo sein Vater eine Stelle in der Botschaft Afghanistans übernahm. 1980 sollte ihn der diplomatische Dienst wieder nach Afghanistan zurückführen. Doch zu diesem Zeitpunkt befand sich das Land, nach einem blutigen kommunistischen Staatsstreich, im Krieg mit den sowjetischen Invasoren. Khaled Hosseini und seine Familie erhielten 1980 politisches Asyl in den Vereinigten Staaten und zogen nach San Jose in Kalifornien. Nach Abschluss der San Diego Universität lebt Kahled Hosseini heute als Arzt in Nordkalifornien. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Drachenläufer ist sein erster Roman, er erschien gleichzeitig in zwölf Ländern. (Libri)

==NACH DEM LESEN==

===Inhaltsangabe===
Die unehelich geborene Mariam wird mit fünfzehn ins ferne Kabul geschickt, wo sie mit dem dreißig Jahre älteren Witwer Rashid verheiratet wird. Zwanzig Jahre später erlebt Leila, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ein ähnliches Schicksal. Auch ihr bleibt keine Wahl: Nachdem ihre Familie bei einem Bombenangriff getötet wurde und sie erfährt, dass auch ihr Jugendfreund Tarik, den sie seit gemeinsamen Kindertagen liebt, angeblich ums Leben gekommen ist, wird sie Rashids Zweitfrau. In dem bis dahin kinderlos gebliebenen Haushalt bringt Leila nacheinander eine Tochter und einen Sohn zur Welt. Während der Taliban-Herrschaft machen Bombardierungen, Hunger und physische Gewalt das Leben der Familie zur Qual. Die Not lässt die an sich so unterschiedlichen Frauen zu engen Freundinnen werden und ihre Stärke schließlich ins Übermenschliche wachsen.

===Leseprobe===
Mariam war fünf, als sie zum ersten Mal das Wort »harami« hörte.
Es war an einem Donnerstag, zweifelsohne, denn Mariam erinnerte
sich, dass sie aufgeregt und mit ihrenGedanken woanders gewesen
war, wie immer an Donnerstagen, wenn Jalil in der kolba zu
Besuch kam. Sie sehnte sich danach, ihn endlich im kniehohen
Gras der Lichtung winkend näher kommen zu sehen, und hatte,
um sich die Zeit zu vertreiben, das Teeservice aus dem Schrank
geholt. Für ihre Mutter Nana war das Teeservice das einzige Andenken
an die eigene Mutter, die zwei Jahre nach Nanas Geburt
gestorben war. Nana hielt jedes Einzelteil aus blauem und weißem
Porzellan in Ehren, die Kanne mit der elegant geschwungenen Tülle,
den handgemaltenFinkenundChrysanthemen,unddas Zuckerschälchen
mit dem Drachen, der böseGeister fernhalten sollte.
Ausgerechnet dieses Zuckerschälchen glitt Mariam aus der
Hand, fiel auf die Holzdielen der kolba und zersprang in tausend
Stücke.
Als Nana die Scherben sah, verfärbte sich ihr Gesicht dunkelrot,
die Unterlippe bebte, und die Augen, das lidlahme ebenso wie das
gesunde, trafen Mariam mit hartem, starrem Blick. Sie war so wütend,
dass Mariam fürchtete, der Dschinn würde wieder Besitz von
ihr ergreifen. Doch der Dschinn kam nicht, diesmal nicht. Stattdessen
packte Nana Mariam bei den Händen, zog sie nah zu sich
heran und stieß zwischen zusammengepressten Zähnen hervor:
»Du ungeschickter kleiner harami. Das ist wohl der Dank für das,
was ich alles ertragen musste. Zerbrichst mir mein Erbe, du ungeschickter
kleiner harami.«


===Meine Meinung===
Ich gebe es ja zu, als ich das Buch auspackte, dachte ich nur, nicht schon wieder. Kurden, Türken, Afghanen oder Afrikaner. Ständig findet man Schicksalsbücher von unterdrückten Frauen, die sich dann doch wehren und glücklich werden. Anfangs war dies noch interessant zu lesen, aber ich hatte auf dieses Buch ehrlich gesagt keine Lust. Da es nun mal ein Geschenk war, fing ich trotzdem an zu lesen.

Man erfährt anfangs Mariams Geschichte. Ihre Geburt, ihre Kindheit und wenn man an dem Punkt ist, wo der Vater sie an einen uralten Mann verheiratet, hat man schon das Gefühl wieder eines dieser typischen Romane in den Händen zu halten. Trotzdem gelingt es dem Autoren die Leser zu fesseln und Mariam sehr bildhaft darzustellen, so dass man die Person sehr gut vor seinem inneren Auge sehen kann. Man leidet richtig mit ihr, wenn sie mit ihrem Mann sexuellen Kontakt ertragen muss oder er sie sehr schlecht behandelt. Dann springt das Buch zu Laila. Es ist die Tochter einer Nachbarsfamilie von Mariam. Sie wird von ihren Eltern allerdings total westlich erzogen und man merkt sofort, wie in nächster Nähe zwei Kulturen aufeinander treffen. Ihre Freundschaft zu Tarik und das es sogar Heirat aus Liebe geben kann, ist ein totaler Kontrast zu Mariams Zwangsheirat. Durch einen Bombenangriff wird Lailas Familie ausgelöscht und da sie von Tarik ein Kind erwartet, dieser aber auch gestorben sein soll, nimmt sie Raschids Antrag an und wird die Zweitfrau. Mariam wird aufs Abstellgleis gestellt. Dies ist alles sehr real geschrieben und man freut sich richtig, als diese beiden total unterschiedlichen Frauen, sich anfreunden und sogar gegen ihren Mann ankämpfen.
In dem Buch wird aber nicht nur über diese zwei Frauenschicksale sehr real berichtet, sondern der Leser erfährt auch die Geschichte der letzten 30 Jahre in Afghanistan. Die verschiedenen Mächte, Kriege und sogar, welche Regeln die unterschiedlichen Regimes aufstellen. Dies wird sehr gut in die Geschichte eingebunden und man erfährt alles, aber es wirkt nicht zu nüchtern oder zu langweilig. Oftmals wird in anderen Büchern auf 50-100 Seiten das Schicksal erzählt und der Rest ist dann das Leben danach, die politische Situation oder der Kampf gegen die Probleme. Hier wird dies alles eingebunden und die Geschichte bis zum Schluss spannend gehalten. Man merkt gar nicht wie weit man schon gelesen hat.

Am Ende des Buches wartet für Lesekreise Material, welches zum Beispiel ein Interview beinhaltet. Dies ist zum Abschluss noch eine besondere Krönung.

Ich habe das Buch in drei Tagen gelesen und war wirklich nach einige Seiten bis zum Schluss gefesselt. Es hat einen roten Faden und es wird nicht ständig gesprungen, dabei wird es durch viele Kleinigkeiten immer Attraktiv gehalten. Sei es Streits, ein neues Regime, Hungersnot oder eine Geburt.

Dieses Werk ist in einer einfachen, aber sehr bildhaften und informativen Sprache geschrieben, das es sich in meinen Augen auch für die Schule eignet, da man etwas über das Land Afghanistan, die Menschen, Kultur und deren Geschichte und Kriege erfährt.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und werde mir sein erstes Werk, Drachenläufer auch zum Lesen holen.

===Bewertung===
Das Buch beinhaltet nicht nur ein emotional interessantes Frauenschicksal, sondern auch geschichtliche Fakten. Daher gibt es von mir volle fünf Sterne.

Pro: interessant, guter Stil
Contra: nichts

Danke fürs Lesen und Bewerten.


Eure Sarah
...
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Kommentare
tipsi3
tipsi3, 03.03.2010
Einen schönen Mittwoch wünsche ich dir !!!
Liebe Grüße tipsi3
cleo1
cleo1, 03.03.2010
Schöner Bericht. Freue mich über Gegenlesung. LG cleo1
spidermorph@yahoo.de
spidermorph@yahoo.de, 03.03.2010
BW. Mehr kann ich da nicht sagen. Lieben Gruss, Tony
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durchdacht

Schicksal verbindet...

ein Testbericht von 2009-09-13 00:38:08 vom 13.09.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: Story, Figuren, realistische Atmosphäre, Schreibstil...
Nachteile/Kritik: die bittere Wahrheit dahinter, evtl. die Fremdwörter
Mariam wächst mit ihrer Mutter als uneheliches Kind ihres Vaters Jalil in einer abgelegenen Hütte am Stadtrand von Herat auf. Sie leben sehr isoliert und von der Gesellschaft abgeschottet; eine der wenigen Bezugspersonen des Mädchens während ihrer Kindheit ist ein muslimischer Geistlicher, der ihr auch etwas lesen und schreiben beibringt und sich um sie kümmert. Obwohl ihr reicher Vater, der unter anderem in Herat ein Kino besitzt, nur selten vorbeikommt, liebt sie ihn als Vater bedingungslos und träumt davon, dass er sie einmal in sein Haus mitnimmt, wo der Rest der Familie inklusive seiner Ehefrauen und ihrer Halbbrüder und Halbschwestern wohnen. Ihre Mutter Nana hingegen ist eine sehr verbitterte Frau, die wohl einst sehr verletzt worden sein muss.

Als ihr Vater nicht wie versprochen zu ihrem 15. Geburtstag erscheint, büchst sie von ihrem ärmlichen Zuhause aus, um in die Stadt hinunterzugehen und das Haus ihres Vaters zu suchen. Sie fragt sich durch, wird aber dort zunächst nicht eingelassen; der Vater sei angeblich nicht da. Weil sie jedoch hartnäckig vor der Haustür wartet, bringt man ihr in der Zwischenzeit etwas zu essen. Später lässt man sie doch hinein, und sie übernachtet dort. Ursprünglich will man sie wohl am nächsten Tag zu ihrer Mutter zurückbringen. Doch dann finden sie diese an einem Ast aufgehängt vor. Nach dem Tod ihrer Mutter wird Mariam im Schnellverfahren an den viel älteren Schuhmacher Raschid verheiratet, weil er sie offenbar nicht im Haus behalten will. So sieht das Ganze zumindest aus, und zu dem Zeitpunkt ist es wohl tatsächlich so, dass er sie loswerden will, so wie er das schlechte Gewissen am liebsten abschütteln würde (dies ist eine Interpretation und ein Schluss meinerseits aus der Lektüre!).

Raschid, der sie mit nach Kabul nimmt, entpuppt sich jedoch schon bald als nicht nur unsympathischer, teilweise ungepflegter, vom Verhalten her unkultivierter und herrischer Ehemann, sondern auch als aggressiver und grausamer Mensch. Wenn ihm etwas nicht passt, oder er auch nur gerade schlecht gelaunt ist, lässt er das an seiner jungen Frau aus – nicht selten auf gröbste und schlimmste Weise. Außerdem wird sie weniger als Frau denn als Sklavin behandelt, die ihm zu gehorchen hat und keinerlei Freiheiten genießt. Er zwingt sie, eine Burka zu tragen. Wenn ihm irgendetwas nicht in den Kragen passt, dann ist automatisch sie es Schuld, auch wenn sie für die jeweilige Sache nichts dafür kann oder nur wieder etwas als Vorwand genommen wurde, sie zu triezen. So sehr sie auch versucht, es ihm recht zu machen, im Haushalt usw., irgendeinen „Grund“ findet dieser kranke, mürrische Choleriker immer. Zwar findet sie heraus, dass auch er einen wunden Punkt hat: Einst hatte er einen Sohn, der früh gestorben ist. Letztendlich ändert das jedoch natürlich nichts daran, dass diese Ehe einfach ein Albtraum ist. Fast schon unbegreiflich erscheint es als außenstehender Leser, dass jemand so viele schreckliche Jahre in Demut erträgt.

Leseprobe 1 (Seite 97 f):

Raschid langte mit den Fingern in den Reis, formte ihn zu einem kleinen Kloß und führte die Hand zum Mund. Kaum hatte er davon probiert, verzog er das Gesicht und spuckte aus.
„Was ist?“ fragte Mariam mit ängstlicher Stimme, worüber sie sich selbst ärgerte. Sie spürte, wie sich ihr Puls beschleunigte und sich ihre Nackenhaare aufrichteten.
„Was ist?“ äffte er sie nach. „Der Reis ist wieder mal nicht durch, das ist.“
„Aber ich habe ihn fünf Minuten länger kochen lassen als sonst.“
„Lüge.“
„Ich schwöre...“
Er schüttelte die Reiskörner von den Fingern und schob den Teller so wütend von sich, dass die Hälfte von Reis und Soße auf die sofrah schwappte. Dann stürmte er aus dem Wohnzimmer, verließ das Haus und schlug die Tür hinter sich zu.
Mariam ging in die Knie und machte sich daran, das verschüttete Essen auf den Teller zurückzuschieben, musste aber innehalten, weil ihre Hände zu sehr zitterten. Der Schrecken war ihr in die Glieder gefahren. Sie versuchte, tief durchzuatmen. Zufällig fiel ihr Blick auf ihr bleiches Spiegelbild in der Fensterscheibe. Sie schaute weg.
Wenig später ging die Haustür wieder auf. Raschid kehrte ins Wohnzimmer zurück.
„Steh auf“, zischte er. „Steh auf und komm her.“
Er zerrte sie in die Höhe und drückte ihr Kieselsteine in die Hand.
„Steck sie in den Mund.“
„Was?“
„Steck. Sie. In den Mund.“
„Lass gut sein, Raschid, ich...“
Um sie zu zwingen, den Mund zu öffnen, quetschte er ihr mit seiner Pranke die Kieferknochen. Mariam wehrte sich, kam aber nicht gegen ihn an und musste geschehen lassen, dass er ihr einen Kieselstein nach dem anderen in den Mund stopfte.
„Und jetzt kau“, verlangte er, die Oberlippe höhnisch verzerrt.
Die Zunge voller Sand und Steine, flehte sie ihn brabbelnd an. Tränen traten ihr in die Augen.
„KAU!“ brüllte er und stieß ihr einen Nikotinschwall ins Gesicht.
Mariam kaute. Im hinteren Teil ihres Mundes knackte etwas.
„Gut“, sagte Raschid. Seine Wangen bebten. „Jetzt weißt du, wie dein Reis schmeckt. Jetzt weißt du, was du mir als Ehefrau bietest. Ungenießbares Essen und sonst nichts.“
Dann war er wieder verschwunden. Mariam blieb zurück und spuckte Steine, Blut und die Trümmer zweier Backenzähne aus.

Im zweiten Teil des Buches wird die Geschichte von Laila erzählt, die in der Nachbarschaft geboren wird und aufwächst. Ihre Jugend verläuft so ganz anders als das Leben von Mariam. Lailas Familie ist liberal, und ihr Vater, der sehr viel Zeit mit seinen Büchern verbringt (er war einmal Lehrer, so lange er die Möglichkeit dazu hatte), legt großen Wert auf Bildung, dass sie zur Schule geht, und unterstützt sie auch selbst dabei. Weil ihre Mutter nach dem Fortgang von Lailas Brüdern (diese haben sich den Mudschaheddin angeschlossen und kämpfen irgendwo im Hinterland, wo sie schließlich auch sterben) immer so ihre Phasen hat, erledigt Laila im Haushalt vieles selbst und bedauert es, dass ihre Mutter sie wegen der Brüder offenbar nicht so als Tochter wahrnimmt und liebt, wie es wünschenswert wäre. Somit hat sie nur ihren Vater, ihre paar Freundinnen – und Tarik, ihren Jugendfreund und spätere Jugendliebe. Es ist die Zeit, als Afghanistan von den Kommunisten besetzt war, es gibt immer wieder Kämpfe, und auch in Kabul herrschen letztendlich Krieg und unsichere Verhältnisse. Die Stadt wird auch immer wieder von den Warlords angegriffen, verschiedene Bevölkerungsgruppen kämpfen gegeneinander... Alles in allem ist es eine sehr turbulente Zeit. Viele Menschen flüchten, darunter auch Bekannte der Familie und Tarik mit seinen Angehörigen. Doch Lailas Familie bleibt, weil ihre Mutter nicht weg will. Sie will warten, bis die Mudschaheddin die Kommunisten aus Kabul vertrieben haben (wegen ihrer Söhne glaubt sie steif und fest, mit der Einkehr der Mudschaheddin würden bessere Zeiten kommen).

Eines Tages wird Lailas Elternhaus durch einen Bombenangriff zerstört. Lailas Eltern kommen dabei ums Leben; Laila überlebt, weil sie zufällig just zu dem Zeitpunkt gerade aus dem Haus gegangen war. Beim Aufwachen findet sie sich in Raschids und Mariams Haus wieder. Nachdem sie sich ungefähr eine Woche lang erholt hat, besucht sie ein Mann, welcher ihr berichtet, dass er Tarik in einem pakistanischen Krankenhaus begegnet sei, wo er letztendlich an den Folgen von Verletzungen gestorben sei. (Spoiler: Dass das eine Taktik Raschids ist, damit sie zustimmt, seine Zweitfrau zu werden, erfahren wir erst sehr viel später, als Tarik leibhaftig wieder vor der Tür steht.) Der Ehe mit Raschid sagt sie sofort zu, da sie keine andere Wahl sieht.

Leseprobe 2 (Seite 213 f):

„Den Winter 1992 verbrachte sie damit, das Haus zu fegen, die kürbisfarbenen Wände des Schlafzimmers, das sie mit Raschid teilte, abzuschrubben und in einem großen kupfernen lagaan draußen Wäsche zu waschen. Manchmal sah sie sich, wie vom eigenen Körper getrennt, über den Rand der lagaan gebeugt, die Ärmel bis über beide Ellbogen hochgekrempelt, mit roten Händen das Seifenwasser aus Raschids Unterhemden wringen. In solchen Momenten fühlte sie sich wie eine Schiffbrüchige auf dem offenen Meer.
Wenn es zu kalt war, um in den Hof zu gehen, geisterte Laila durchs Haus. Sie fuhr mit den Fingernägeln die Wände entlang, ging im Flur auf und ab, die Treppe hinauf und wieder hinunter. Sie konnte sich nicht aufraffen, das Gesicht zu waschen oder die Haare zu kämmen. Wenn sie auf Mariam traf, die gerade eine Paprikaschote zerkleinerte oder Fettschichten von Fleisch trennte, warf diese ihr nur einen flüchtigen, freudlosen Blick zu. Dann machte sich ein schmerzliches Schweigen zwischen ihnen breit, und Laila spürte Feindseligkeit, die ihr wie ein heißer Schwall entgegenschlug. Sie zog sich dann auf ihr Zimmer zurück und betrachtete vom Bett aus das Schneegestöber vor dem Fenster.“

Zwischen Laila und Mariam herrscht zunächst ein eher distanziertes, misstrauisches Verhältnis. Doch allmählich werden sie doch miteinander warm, werden sie immer mehr zu Komplizinnen gegen diesen grausamen Ehemann, und ihr Verhältnis entwickelt sich sogar zu einer tiefen Freundschaft. Fortan erledigen sie den Haushalt auch gemeinsam, und erzählen einander einiges. Mariam vertraut Laila an, wie und wo sie ihre Kindheit verbrachte, und Laila erzählt von Tarik, den sie natürlich nach wie vor (auch wenn sie glaubt, er wäre tot) liebt. Als dieser überraschend wieder auftaucht, hat Laila bereits zwei Kinder, eine Tochter (die sie noch mit Tarik gezeugt hat, bevor diese schreckliche Wendung des Schicksals eintrat, wovon Raschid selbstverständlich nichts weiß) und einen Sohn von Raschid. Während dieser Kriegszeit voller Armut und Hunger war sie zwischenzeitlich gezwungen gewesen, ihre Tochter in die Obhut eines Waisenhauses zu geben, wo sie sie regelmäßig besuchen. Bald darauf beschließen die Frauen, vor ihrem ruppigen Ehemann und dem Krieg zu fliehen. Weit kommen sie allerdings nicht, weil sich die Verhältnisse im Land mittlerweile noch mehr zu Lasten der Frauen gewandelt haben. Bevor sie in einen Bus steigen können, werden sie von en Taliban geschnappt (sie waren aufgefallen, weil sie allein als Frauen unterwegs waren) und zu Raschid zurückgebracht, der sie übel zurichtet und einige Tage getrennt einsperrt.

Leseprobe 3, welche den Beginn der Talibanherrschaft verdeutlicht (S. 256 ff):

Am folgenden Tag wurde Kabul von Kleintransportern überrollt. In Khair khana, Shar-e-Nau, Karteh Parwan, Wazir Akbar Kahn und Taimani fuhren rote Toyota-Trucks durch die Straßen. Auf den Pritschen hockten bärtige Männer mit schwarzen Turbanen. Von jedem dieser Fahrzeuge tönte aus schepperndem Megafon eine offizielle Bekanntmachung. Dieselbe Mitteilung war auch über Lautsprecher auf den Moscheen und im Radio zu hören, dessen Sender nunmehr „Stimme der Scharia“ hieß. Gleichzeitig wurde diese Mitteilung auf Flugblättern in den Straßen verteilt. Mariam fand eines im Hof.

„Unser watan trägt ab sofort den Namen Islamisches Emirat Afghanistan. Dies sind die Gesetze, die wir durchsetzen werden und denen zu gehorchen ist:
Alle Bürger müssen fünfmal am Tag beten. Wer während der Gebetstag etwas anderes tut und dabei überführt wird, wird mit Prügel bestraft.
Für alle Männer gilt Bartpflicht. Das korrekte Längenmaß entspricht der Breite einer geballten Faust unter dem Kinn. Wer diese Vorschrift nicht beachtet, wird mit Prügel bestraft.
Alle Jungen tragen Turban. Schüler der ersten bis zur sechsten Klasse tragen schwarze, ältere Schüler weiße Turbane. Alle Jungen tragen islamische Kleidung. Hemden sind bis zum Kragen zuzuknöpfen.
Singen ist verboten.
Tanzen ist verboten.
Kartenspiele, Schach, Glücksspiele und Drachen-steigen-lassen sind verboten.
Bücher zu schreiben, Filme anzusehen und Bilder zu malen ist verboten.
Das Halten von Papageien wird mit Prügelstrafe geahndet; die Vögel werden getötet.
Überführten Dieben wird die Hand am Handgelenk abgetrennt. Wiederholungstätern wird ein Fuß abgeschnitten.
Nicht-Muslime haben ihren Gottesdienst an Orten zu feiern, wo sie nicht von Muslimen gesehen werden können. Wer sich nicht daran hält, der erwarten Prügelstrafe und Inhaftierung. Der Versuch, einen Muslim zu einem anderen Glauben zu bekehren, wird mit dem Tod geahndet.
Frauen – aufgepasst:
Ihr werdet Euch zu allen Zeiten ausschließlich im Haus aufhalten. Es gehört sich nicht für eine Frau, ziellos auf den Straßen herumzuziehen. Ausgänge sind nur in Begleitung eines mahram, eines männlichen Angehörigen, gestattet. Wer allein auf der Straße aufgegriffen wird, wird mit Prügel bestraft und nach Hause geschickt.
Ihr dürft unter keinen Umständen Euer Gesicht zeigen und werdet, wenn im Freien unterwegs, Burka tragen. Zuwiderhandlung wird mit Prügelstrafe geahndet.
Kosmetik ist verboten.
Schmuck ist verboten.
Das Tragen aufreizender Kleider ist verboten.
Ihr dürft nur sprechen, wenn Ihr dazu aufgefordert werdet.
Ihr werdet mit Männern keinen Blickkontakt aufnehmen.
Ihr werdet in der Öffentlichkeit nicht lachen. Zuwiderhandlung wird mit Prügelstrafe geahndet.
Das Lackieren der Fingernägel ist verboten. Bei Zuwiderhandlung wird ein Finger abgetrennt.
Für Mädchen ist der Besuch einer Schule verboten. Alle Mädchenschulen werden mit sofortiger Wirkung geschlossen.
Erwerbsarbeit ist Frauen verboten.
Wer sich des Ehebruchs schuldig macht, wird gesteinigt.“

Nun, ich denke, man kann sich anhand dieser Zeilen nur zu deutlich vorstellen, wie das „Leben“ in jener Epoche (und wir sprechen hier vom Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts!) und bis vor kurzem dort ausgesehen hat.

Hiermit möchte ich dann auch meine Inhaltsangabe beenden. Es mag ohnehin schon so erscheinen, als hätte ich zu viel verraten. Mir war es aber wichtig, die Eindrücke und beispielhaften Lebensverhältnisse, wie sie zu jener Zeit tatsächlich dort geherrscht haben müssen, im Zusammenhang wiederzugeben.

== Eigene Anmerkungen ==

Sehr spannend und erschreckend realistisch, aber auch einfühlsam erzählt Khaled Hosseini die Geschichte der beiden fiktiven Frauen. Dabei wechselt die Perspektive jeweils zwischen Mariam und Laila. Interessant finde ich es auch, wie der Autor gekonnt und wie beiläufig einige Hintergrundinformationen über den jeweiligen historischen Verhältnisse im Land einstreut. So kann man sich stets gut vorstellen, in welcher Zeit die Handlung jeweils spielt. Man erhält eine verdammt gute, gestochen scharfe und detaillierte Vorstellung von den Lebensverhältnissen der Menschen in der jeweiligen Zeit. Auch die Beziehungen zwischen den Personen, die jeweilige zwischenmenschliche und sonstige Atmosphäre und wie sich diese eventuell wandelt, kommt hier bestens zum Ausdruck. Die Charaktere sind inklusive ihrer Ecken und Kanten (falls vorhanden) eindrücklich und lebensnah wiedergegeben. Einzig bei den eingebundenen Fremdwörtern, die gelegentlich auftauchen, hätte ich mir manchmal ein Glossar hinten im Buch gewünscht, um diese nachzuschlagen. Viele erklären sich zwar im Kontext (z. B. merkt man am Anfang schnell, dass es sich bei einer „kolba“ um eine einfache Hütte handelt, zumal diese auch im Roman bildich beschrieben wird), doch manchmal hat mich das schon ein wenig gestört. Ansonsten liest sich das Buch aber flüssig und insgesamt ohne Stockungen. An keiner Stelle war es langatmig, was auch damit zusammenhängen kann, dass ich es interessant fand, einen Einblick in die Lebensverhältnisse des historischen Afghanistan zu bekommen. Auch wenn die Story an sich natürlich erfunden ist, HÄTTE sie sich durchaus so zutragen können. Und das Drumherum, inklusive der Geschichte, ist (leider) wahr gewesen.

Es geht aber hier nicht nur um Afghanistan, sondern auch um den Umgang zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Ein Umgang, der offensichtlich konfliktreich und auch im täglichen Leben der Zivilbevölkerung voller Missverständnisse, mitunter wohl auch Abneigung, ist. Der aber auch in Einzelfällen Hoffnung schüren und sprichwörtliche Brücken bauen kann. Das Hauptthema ist schließlich die Freundschaft zweier Frauen, die es letztendlich gemeinsam schaffen, sich gegen einen grausamen Ehemann zu wehren. Zum Ende hin bringt Mariam noch ein sehr großes Opfer dafür, dass die junge Laila ein Leben in Freiheit zusammen mit Tarik und ihren Kindern leben kann. Was genau passiert, und wie dies möglich ist, kann ich natürlich nicht verraten.

== Buchdaten ==

Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
Berliner Taschenbuch Verlag
3. Auflage 2009
Aus dem Amerikanischen übersetzt von: Michael Windgassen
ISBN: 9783833305894
382 Seiten (+ Nachwort und Danksagung)

== Der Autor ==

Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Familie erhielt 1980 in den Vereinigten Staaten politisches Asyl. Er lebt heute als Arzt und Autor in Kalifornien. Sein Roman „Drachenläufer“ (den ich übrigens auch nur wärmstens empfehlen kann!) erschien in 40 Sprachen und wurde 2007 verfilmt.

== Fazit ==

Ich kann Euch dieses Buch nur ans Herz legen!
Allerdings muss ich insofern auch warnen, dass es nachdrückliche Spuren in Euren Hirnwindungen hinterlassen könnte. Derjenige, an dem diese Lektüre spurlos vorübergeht, ist vermutlich kein Mensch.
5 Sterne für das Buch und seine Botschaft, 0 Sterne für eine Geschichte, die hoffentlich für immer dort oder sonstwo der Vergangenheit angehört.
...
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Kommentare
Lale
Lale, 13.09.2009
Dein Bericht wurde gerne gelesen.
Allerbesten Gruß die Lale.
rainbow90
rainbow90, 13.09.2009
Ein sehr interessanter Bericht. LG und einen schönen Sonntag!
ingoa09
ingoa09, 13.09.2009
Ein sehr guter Bericht!
Liebe Sonntagsgrüße,
Ingo
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margy

tausend strahlende sonnen

ein Testbericht von 2009-06-07 15:01:06 vom 07.06.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: Spannung und Dramatik...
Nachteile/Kritik: -
Zum Buch:

Als Einführung zu diesem Buch schreibt Khaled Hosseini folgendes: Dieses Buch ist Haris und Farah, meinen beiden Augensternen gewidmet und allen Frauen Afghanistans.

Bei diesem Roman handelt es sich um die 13. Auflage aus dem Jahr 2008. Die Originalausgabe erschien 2007 unter dem Titel "A Thousand Splendid Suns", erschienen bei Riverhead, New York. Die duetsche Ausgabe erschien bei Bloomsbury, Berlin.

ISBN: 978-3-8270-0671-4

Zum Preis kann ich keine Angaben machen, da ich das Buch ibn einer Bücherei auslieh. Das Buch besteht aus 3 Teilen, Danksagung, Nachwort und hat insgesamt 384 Seiten.

Der Autor:

Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul als Sohn eines Diplomaten geboren. Seine Familie erhielt 1980 in den Vereinigten Staaten politisches Asyl. Er lebt heute als Arzt und Schriftsteller in Kalifornien. Sein Roman "Drachenläufer" erschien in 40 Sprachen und hat eine Weltauflage von 7 Millionen Exemplaren.

Leseprobe:

Mariam war fünf, als sie zum ersten Mal das Wort "harami" hörte, zweifelsohne, denn Mariam erinnerte sich, dass sie ....

Inhalt:

Die Geschichte des Romans befasst sich mit dem Leben von Frauen in Afghanistan vor und während der Talibanzeit. Es geht um die Herrschaft und die Macht der Männer, deren Vorgehensweise Mädchen und Frauen gegenüber. Mariam, ein Waisenkind, heiratet sehr jung einen sehr viel älteren Mann, ist nicht in der Lage, ihm Kinder zu gebären und bekommt das sehr schnell zu spüren. Die Gewalt des Mannes bauscht sich mit der Zeit immer heftiger auf. Einige Jahre später heiratet Raschid eine Zweitfrau, Laila, ein Mädchen von 14 Jahren. Sie schenkt ihm 2 Kinder, zuerst ein Mädchen, dann einen Jungen. Da dem Mann das Geschrei der Tochter stört, fängt er an, beide Frauen zu schlagen und zu demütigen. Die beiden Frauen werden zu Verbündeten und gehen mit vereinten Kräften gegen den Mann vor. Eine der beiden Frauen bezahlt dafür mit ihrem Leben.

Schreibstil:

Überaus eindringlich, die Stellung der Frauen klar und deutlich heraushebend, schildert der Schriftsteller die Lebensgewohnheiten der Afghanen. Damit bezieht er klar Stellung gegen die tägliche Not und Unterdrückung. Die Schreibweise und die Darstellungen lassen Schauer über den Rücken laufen, Gänsehaut entstehen, Entsetzen und Grauen in den Gefühlen aufkommen. Das Martyrium des weiblichen Geschlechts könnte drastischer und dramitischer nicht erzählt werden.

Meinung:

Länger als 1 Jahr war ich selbst mit einem Inder zusammen. In der letzten Zeit ließ er mich spüren, wie gewalttätig er werden kann. Er hob die Hand oder die Faust. In mir herrschten Angst, Panik und fürchterliches Entsetzen, habe dieses Jahr Krankenhausaufenthalte von 15 Wochen hinter mir. 2 liegen noch vor mir, um alles Geschehene zu verarbeiten. Als ich ihm die Koffer vor die Tür stellte und er merkte, welche Stellung eine Frau in Deutschland hat, sagte er mir den Satz: Ich bin Mann und du bist Frau. Dieser Satz meint im Klartext, dass ich nur Dreck und Schmutz bin. Ich bin dabei, herauszufinden, wie diese Menschen aufgewachsen sind und welche Einstellung sie vertreten. Gegen ihn laufen 3 Anzeigen und die Ausländerbehörde ist eingschaltet. Einen Bruchteil der geschilderten Geschichte der Afghanen habe ich am eigenen Leib und in der Seele erfahren. Ich sagte ihm: Ich hole die Polizei. Da er illegal da war, funktionierte dieser Satz. Damit nahm ich ihm die Chance, das auszuführen, was er vorhatte, unter anderem auch, die Glut der Zigarette auf mir auszudrücken.. Das mir vorliegende Buch ist ein Appell an diese Welt, etwas gegen die Rechtlosigkeit und die Unterdrückung, die seelischen Qualen der Frauen zu unternehmen. Diese Gewalt existiert auch hier bei uns, nicht nur in Afghanistan. Jede Frau hat ihren eigenen Verstand, leidet Höllenqualen und ist hilf,- schutz- und machtlos den Männern ausgeliefert. Sie bekommen den Mund verboten, dürfen nicht arbeiten , müssen sich verschleiern. Sie dürfen sich nur im Haus aufhalten und sich nur in Begleitung ihres Gatten im Freien bewegen. Sie dürfen sich nicht schminken, keinen Schmuck tragen, haben Redeverbot, dürfen keine Männer anschauen und in der Öffentlichkeit nicht lachen. Bei Ehebruch wird die Frau gesteinigt. Eigenes Denken und Fühlen von Frauen wird ausgeschaltet, ihnen jegliche Freiheit genommen. Schutzlos sind sie ausgeliefert auf Gedeih und Verderb, erhalten nirgends Unterstützung und haben keine Rechte. Das Zuwiderhandeln, sich Aufbegehren gegen die Gewalt des eigenen Ehemannes kann die Hinrichtung zur Folge haben. Die Erzählung ist ergreifend, geht unter die Haut, lässt den Verstand stillstehen, den Atem stocken. Es ist hervorragend, dass wir Frauen hier in Deutschland durch Gesetze geschützt sind und die gleichen Rechte wie Männer haben. Ich bin der Meinung, dass keine Frau hier die Kriminalität ihres Mannes decken und damit unterstützen sollte! Ich habe nichts dagegen, einem Mann zu gehorchen, jedoch sollte das in Ruhe, Sicherheit und Vertrauen geschehen. Wenn mir etwas nicht passt, hat er zu akzeptieren, das ich eine andere Meinung haben darf und muss mit mir nach Lösungen suchen. Ich bete zu Gott um Erbarmen. Ich frage mich, warum Gott uns Frauen einen eigenen Verstand gab, wenn das nicht eingesetzt werden darf. Kann Allah, Gott der Moslems wollen, dass Frauen wie Dreck behandelt werden? Ich glaube fest daran, dass dies Auslegung der männlichen Gesellschaft ist. Warum dürfen Mädchen keine Schule besuchen? Damit sie sich kein Wissen aneignen können, sich Prügel einstecken und wortlos, willenlos gehorchen. Kriminalität steht an der Tagesordnung unter dem Deckmantel Gottes. Gott sagt uns, dass wir lieben sollen, den anderen achten und ehren. Ist das möglich unter ständiger Pein und Schmerzen, Freiheitsberaubung??? Das Buch führt so deutlich vor Augen, dass es um reine Macht geht, die Gesetze Gottes damit übertreten werden, der Teufel die Welt regiert. Frauen werden zu Martyrern ihrer Männer und der Gesellschaft. Ich habe Achtung vor dem Autor, selbst ein Afghane, wie er zu dieser Welt steht. Im Nachwoert erkenne ich seine Achtung der weiblichen Verwandten gegenüber, die ihm Werte der Liebe vermittelten, Nur so kann sich ein Mensch entfalten. Männer mit ihrer rohen Gewalt sind die Luft nicht wert, die sie atmen, sind erbärmlicher wie ein kriechender Wurm. Aber eins lässt Hosseini auch erkennen: Nicht alle Männer sind wie Raschid, der Ehemann des Romans. Wie weit muss es kommen, dass sich 2 Frauen verbünden, die eigentlich Rivalinnen sein müssten und den Mann töten? Aggressionen und Grenzenlosigkeit. Abscheu und Ekel regieren. Liebe hat nichts mit Macht zu tun. Stellenweise sind die Szenen sehr brutal beschrieben, nichts für schwache Nerven. Kursiv sind Wörter der Landessprache oder Briefe geschrieben.
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 09.06.2009
uiiiii, das lese ich ganz sicher, toll, der Autor ist mir ja bekannt von dem Buch das ich grade vorgestellt habe - Drachenläufer
toll, und wie oft, kein bw mehr da :-
aber hindert nichts an meiner Bewertung, ist ein superguter Bericht!!!
LG Gisela
Spiderboy
Spiderboy, 07.06.2009
Ein guter Bericht!, schön geschrieben.
Freu mich über Gegenlesung.
LG: Olli aus Bremen
Mondlicht1957
Mondlicht1957, 08.06.2009
Sehr hilfreich und
liebe Grüsse
Freu mich immer über Gegenlesung :O
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spannend und erschreckend - empfehlenswerte Literatur

ein Testbericht von 2009-02-02 00:01:56 vom 02.02.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, gut zu lesen...
Nachteile/Kritik: nichts
Hosseini schreibt über das Leben und Schicksal zweier Frauen im Afghanistan der letzten Jahrzehnte. Mariam wird als uneheliches Kind geboren und wächst mit ihrer Mutter in völliger Isolation auf. Als diese stirbt wird sie mit 15 Jahren mit dem dreißig Jahre älteren Schuhmacher Raschid verheiratet. Sie ist nun den Launen ihres Ehemannes völlig ausgeliefert, der auch vor Gewaltanwendung nicht halt macht, und lebt mit ihm in der afghanischen Hauptstadt Kabul.
Sie erlebt lange Jahre der Unterdrückung und des Leids, bis Raschid eine zweite Frau heiratet, ein junges Mädchen aus der Nachbarschaft.
Zuerst lehnt sie sich gegen die neue Frau auf. Doch mit der Zeit entsteht zwischen Mariam und Leila eine tiefe Freundschaft, die ihnen in den Zeiten des Krieges in ihrem Land Mut gibt.
Neben der Beziehung zwischen den beiden Frauen geht es auch um eine sehr ergreifende Liebesgeschichte - mehr möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen.

Er schreibt über die kommunistische Regierung, deren Sturz, die Machtübernahme der Taliban und die damit verbundenen Brutalitäten sowie den allgegenwärtigen Bürgerkrieg. Er beschreibt eindrucksvoll wie die (jungen) Frauen mit der allgegenwärtigen Gefahr umgehen, wie sie sie erleben. Leila zieht in den Kriegszeiten ihre Kinder groß. Es ist einfach ergreifend, wie fesselnd er die Liebe einer Mutter zu ihren Kinder beschreibt (mir kamen an einigen Stellen echt die Tränen!).
Es ist sowohl interessant als auch erschreckend zu lesen, wie die Frauen in einem islamischen Staat leben und unterdrückt werden. Aus der "westlichen" Sicht sind für uns viele Dinge wie Bildung oder medizinische Versorgung selbstverständlich. In Afghanistan nicht. Nur aufgrund dessen, dass man eine Frau ist, wird man von einem Arzt nicht behandelt. Unbegreiflich.
Das erschreckende daran ist - es handelt sich zwar um fiktive Personen doch diese Schicksale traten zu vielen während des Krieges auf und es setzt sich so fort. Auch heute werden viele Frauen unterdrückt. Besonders auf dem Land tragen noch viele Frauen die Burka (komplette Verschleierung) und können sich nicht frei bewegen. Auch ist der Terror immer noch ein allgegenwärtiges Thema.
Dieses Buch beschreibt Afghanistan (und die Liebe zu diesem Land) so ergreifend, dass man mehr darüber wissen möchte. Man möchte die Menschen die dort leben (und leiden) kennenlernen, möchte nachvollziehen können was sie fühlen und möchte helfen.

Der Autor, Khaled Hosseini, stammt selbst gebürtig aus Afghanistan. Sein Vater arbeitete im afghanischen Außenministerium, seine Mutter unterrichtete Persisch an einer Mädchenschule. Als der Vater 1976 einen Posten in der afghanischen Außenregierung bekam, zog die Familie nach Paris. Eine Rückkehr nach Kabul war allerdings aufgrund der Kriegswirren nicht mehr möglich, weshalb die Familie Asyl in den USA beantragte und auch erhielt.
Khaled Hosseini studierte dort zuerst Biologie und schloss erfolgreich ein Medizinstudium an. Allerdings blieb er seiner Leidenschaft, der Literatur, treu und veröffentlichte bereits zwei Bücher.

- 2003 erschien im Berliner Taschenbuch-Verlag "Drachenläufer"
- 2007 erschien bei Bloomsbury, Berlin "Tausend strahlende Sonnen"

Drachenläufer ist ebenfalls sehr zu empfehlen!

Die tiefe Verbundenheit mit seiner Heimat spiegelt sich in seinem Roman wider. Er verwendet häufig Wörter seiner Heimatsprache, die sich dann im weiteren Verlauf erklären oder übersetzt werden. " Du ungeschickter kleiner harami. Das ist wohl der Dank für das, was ich alles ertragen musste. Zerbrichst mir mein Erbe, du ungeschickter kleiner harami."

Hier noch einige Daten:

Originaltitel: A Thousand Splendid Suns

Autor: Khaled Hosseini

2007 erschienen bei Bloomsbury, Berlin

ISBN 978-3-8270-0856-5

382 Seiten

Ich finde das Buch sehr ergreifend. Es ist spannend geschrieben und regt sehr zum Nachdenken an.
Ich kann es nur empfehlen
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Kommentare
giselamaria
giselamaria, 03.02.2009
sehr interessant, ich habe auch ein Buch drin, das in Afghanistan spielt, das Buch interessiert mich sehr :- -
hast du toll beschrieben!
LG Gisela
4money
4money, 02.02.2009
::: LG und ein sh von mir, würde mich auch auf Gegenlesungen freuen...chris :::
timecode001
timecode001, 02.02.2009
Prima geschrieben!

Liebe Grüße.
timecode001
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