Gran Torino habe ich aufgrund der Empfehlung eines ehemaligen Meinungsplattformen Autors ausgeliehen.
Na gut. Wie dem auch sei - ich lieh mir Gran Torino aus und kann rückblickend nur mit dem Kopf schütteln warum ich mir den Film nicht früher ansah.
Für mich ist Gran Torino ein kleines Meisterwerk und volle 5 Sterne wert.
Daten:
Darsteller: Clint Eastwood, Bee Vang, Geraldine Hughes, Brian Haley, Michael E. Kurowski
Regisseur(e): Clint Eastwood
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch, Spanisch, Schwedisch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Warner Home Video - DVD
Erscheinungstermin: 10. Juli 2009
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 111 Minuten
Preis: 7,95 Euro
DVD Extras: Während der Film begeistern kann. Die DVD kann es nicht. Ausleihen lohnt sich zwar um den Film im englischen Orginal anzusehen. Die Extras sind aber mager. Ein ödes Extra über die Bedeutung des Gran Torinos im Film und ein noch unnützerer Beitrag über ein Oldtimer-Treffen. Schade. Gerade etwa über die Hmong hätte ich mir mehr Infos gewünscht oder über Eastwoods Regiearbeit (making of) Fehlanzeige. Schade.
Inhalt - von mir zusammengefasst :
Gran Torino beginnt mit der Beerdigung der Frau des polnischstämmigen Koreakriegsveteranen Walt Kowalski (gespielt von Clint Eastwood) der durchaus als Misanthrop bezeichnet werden kann. Auf der Beerdigung mokiert er sich über die bauchfreie Kleidung seiner Enkelin und die Rede des seiner Ansicht nach zu jungen Pfarrers Janovich. Besonders hasst Kowalski seine Nachbarn - aus Südostasien eingewanderte Hmong. Um in eine Gang aufgenommen zu werden versucht Thao, der Nachbarsjunge Kowalskis ganzen Stolz, einen 1972er Ford Gran Torino Sport, zu stehlen. Dies scheitert an Kowalskis Gegenwehr. Später gibt es eine Schlägerei zwischen Thao und seinem Cousin, dem Gangchef, bei der Kowalskis Gartenzwerge zu Bruch gehen. Kowalski ist stinksauer und vertreibt die Gang. Daraufhin wird er zum Helden für die Nachbarn.
Kowalski ist darüber zuerst nicht sehr erfreut freundet sich dann aber zuerst mit der Nachbarstochter Sue (Ahney Her)- die er vor drei sehr aufdringlichen Afro-Amerikaner-Möchtegerngangstern rettet - und dann auch mit Thao an.
Thao wird von seiner Mutter und Sue dazu verdonnert Kowalski bei der Arbeit zu helfen. Kowalski meint er brauche keinen Helfer, lässt Thao dann aber Arbeiten in der Nachbarschaft verrichten. Was Kowalski dann noch beliebter macht, ihn aber auch näher an Thao bringt. Die asiatischen Nachbarn werden immer mehr zu Walts Ersatzfamilie. Zu seinem richtigen Sohn hat er keinen Bezug mehr, dieser will ihn sogar an seinem Geburtstag in ein Heim stecken.
Selbst als Kowalski erfährt das er unheilbar krank ist kommt es bei einem Telefonat mit seinem Sohn zu keinem sinnvollen Gespräch.
Umso mehr verteidigt Kowalski dann Thao vor der Gang was aber zu einem Kreislauf der Gewalt führt....
Eigene Meinung:
Gran Torino ist meiner Ansicht nach Clint Eastwoods bester Film. Wie er hier am Anfang den verbitterten Rassisten spielt ist sensationell. Kowalskis Abneigung ist wie in sein Gesicht zementiert. Wie er dann ironisch auf seine Dirty-Harry Filme Bezug nimmt und
der Film mit einer "Gewalt ist keine Lösung" Botschaft punkten kann sind weitere Highlights.
Hervorragend war auch Ahney Her die damals gerade mal 16 war. Sie spielt sehr stark und mit unglaublicher Leichtigkeit. Sie harmonisiert auch gut mit Eastwood, der aber eindeutig der Höhepunkt des Films bleibt. Die Wandlung vom Misanthrop zum Freund der Nachbarskinder spielt er zu 100% überzeugend.
Die Story ist an sich hart beinhaltet aber auch viel Humor. Wenn etwa Kowalski in Sympathie einem Hmong-Kind den Kopf tätschelt und die Hmong Nachbarn daraufhin erschrecken (ein fremdes Kind berühren geht in ostasiatischen Ländern überhaupt nicht) und er flucht "what are those fishheads looking at". Das ist einfach genial. Auch wenn er Thao aufgrund seiner Schüchternheit als Pussy beschimpft. Großartig. Hier lohnt sich auch die DVD - den Film muss man im Orginal gesehen haben!
Dabei hat der Film auch sehr stille, weise Momente etwa wenn Kowalski seinen Sohn anruft und dieser mit Allgemeinplätzen dem Gespräch aus dem Weg geht. Dem Gespräch in dem Kowalski ihm von seiner unheilbaren Krankheit erzählen wollte. Die Sprachlosigkeit kommt sehr stark zum Ausdruck.
Der Film behandelt auch so nebenbei die Hmong. Eine asiatische Volksgruppe die in die USA auswandern musste da sie im Laos Krieg auf Seiten der Amerikaner kämpfte. Hier gibt es auch einige starke Sprüche (Hmong Girls go to college, Hmong boys to a gang).
Bei aller Gewaltkritik sind aber auch die Szenen in der Kowalski Sue oder Thong zu Hilfe kommt sehr genial. Wenn Eastwood mit einem ausgestreckten Zeigefinger und einem verbitterten Gesicht drei Möchtegern-Gangstern ihre Schranken aufweist - das hat Power.
Am Schluß geht der Film in eine ganz andere Richtung. Der Schluß überrascht nochmals positiv.
Ganz klar 5 Sterne und eine definitive Empfehlung.
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Der Kampf mit Vorurteilen um Sie aus dem Weg zu Räumen
ein Testbericht von JakeMandrake2010-10-06 16:08:59vom 06.10.2010Empfehlung: ja
Vorteile: -Handwerklich Perfekt
-Charaktertiefe
-Entwicklung
-Durchdachte Handlung...Nachteile/Kritik: -Nichts
Der Film hat einen eingängigen Erzählstil und lässt sich viel Zeit mit der Einführung der Charaktere und deren Etablierung in die Handlung.
Die Story ist an einer Hand abgezählt und vermag auch nicht der Knaller dieses Filmes sein. Vielmehr ist es die Einfachheit und das einwandfreie Handwerk des Regisseurs und Hauptdarstellers Clint Eastwood, was dem Film seine Tiefe und Vollkommenheit verleiht. Der Film kommt völlig ohne Schnörkel aus und lebt allein von seinen Dialogen und der Interaktion der Charaktere. Es ist ein mutiger Schritt in der heutigen Zeit der Political Correctness einen Hauptcharakter einzusetzen der soweit nicht Massenkompatibel ist.Gerade weil die Ansichten Walt Kowalski´s(Clint Eastwood) radikal und reaktionär sind, man aber trotzdem unter der rauhen Schale einen weichen vielschichtigen Kern entdeckt, kann man sich mit ihm identifizieren und mit fühlen. Hier wird nicht eindimensional gearbeitet, sondern mit viel Stil und detailtreue. Das oftmals hoch stilisierte Thema Korea gibt den passenden Rahmen für zwei sich annäherende Fremde Welten personifiziert in Walt und der Koreanischen Familie; 2 Minderheiten die sich zusammenraufen um einem gemeinsamen Feind entgegenzutreten. Auch wenn es auf dem ersten Blick si scheint, wird hier nicht Gewalt mit Gewalt bekämpft, sondern geschickt psychologisch mit dem Thema umgegangen, wie man sich gegen Gewalt und Aggression adequat als normaler Bürger wehren kann und darf ohne in eine Moralische Zwickmühle zu geraten.
Wer zuviel vom Modernen hektischen Kino hat darf hier getrost zugreifen. Das ist noch klassisches Erzählkino der 70er Jahre. Hier wird einem eine plausible nicht konstruiert wirkende Handlung geboten. Intelligente Dialoge, ruhige Passagen zum nachdenken.Keine raschen Schnittfolgen, dass sich einem der Magen umdreht. Hier darf man sich zurücklehnen zum Popcorn greifen und einen ergreifenden Film ohne Wenn und Aber erwarten. Der Film weiss trotz seiner längen ausnahmslos zu unterhalten und ich kann nur jedem Englisch bewandtem Individuum anraten ihn in der Original Sprache zu schauen.
ein Testbericht von heliopolis2009-08-03 08:55:17vom 03.08.2009Empfehlung: ja
Vorteile: Story, geht unter die Haut, Bild & Ton, Drehorte, Clint Eastwood, Sue, Schauspieler...Nachteile/Kritik: Eigentlich kein neues Thema
Mensch, was hab ich gestern geheult. Ich bin ja wirklich schon sehr Nahe am Wasser gebaut. Deswegen sehe ich mir lieber irgendwelche Gemetzelfilme an, da gibt’s kaum Grund zum Rumflennen. Aber ich bin eben großer Clint Eastwood Fan, deswegen habe ich mir auch die Blu Ray Gran Torino gekauft.
Kurz - Info
Titel: Gran Torino
Genre: Drama
Laufzeit: 116 Minuten
Regie: Clint Eastwood
Hauptrolle: Clint Eastwood
Erscheinungsjahr: 2008
Ton: Dolby Digital Deutsch 5.1 (Englisch, Französisch, Spanisch)
Bild: 1080p HD, 16 x 9 ( Kristallscharf )
Rassistische Vorurteile & Bambusratten
Der pensionierte Walt Kowalski
hat vor kurzem seine Frau verloren und musste feststellen, dass ihm seine Söhne absolut fremd geworden sind. Oder waren sie das schon immer? Auch in seiner Nachbarschaft hat sich alles verändert. Hmong - Immigranten aus Korea besiedeln die einst so ruhige Gegend. Er kann die Bambusfresser einfach nicht ausstehen. Und als dann noch Thao, der Nachbarsjunge mit den Mädchenhänden versucht, seinen Gran Torino zu stehlen, ist es bei Walt aus. Es reicht. Doch dann kommt Walt in eine dämliche Situation. Thao wird von einer Gang bedroht und seine ganze koreanische Familie wird mit hineingezogen. Und das alles auf Walt`s Grundstück. Eigentlich wollte Walt nur dieses verteidigen und wird so ungewollt zum Helden.
Helden werden in Korea nämlich sehr verwöhnt und man bringt ihnen Essen und andere Kostbarkeiten. Aber Walt will den ganzen Scheiß nicht, der von den Reiskochern gebracht wird. Aber dann taucht die kleine Sue auf und lädt ihn sogar zum Grillen ein. Eigentlich wollte er auf keinen Fall etwas mit den Stäbchenhebern zu tun haben. Aber da eh sein Bier ausgegangen ist und die Fischgriller sicher auch Bier haben, nimmt er das Angebot an.
Da kommt Walt ins Grübeln. Und muss feststellen, dass die Hmong - Koreaner ihn mit viel mehr Respekt und Freundlichkeit behandeln, als es seine eigene Familie tut. Seine eigenen Söhne, die ihn nur immer dann anrufen, wenn sie etwas brauchen. Doch die Gang taucht immer wieder auf und bringt nicht nur Unruhe in die Siedlung, sondern auch Walt ist plötzlich sehr genervt von ihren Angriffen auf Thao. Walt will die Sache nun auf seine Art klären. Schließlich ist er mit Gewalt schon immer weiter gekommen und verprügelt ein Gangmitglied. Doch die Gang fühlt sich dadurch noch mehr angestachelt und begeht etwas sehr grausames, dass selbst der harte Walt erst nicht mehr weiter weiß.
Traurig aber wahr
Walt ist zu Beginn absolut rassistisch. Er lässt keine Beschimpfung aus. Man spürt den Hass, den er auf seine Koreanischen Nachbarn hat. Seine Blicke sagen oft mehr, als einige böse Worte. Man merkt, das Clint Eastwood eben ein Profi ist und die Rolle nicht hätte besser spielen können. Zu Beginn des Filmes ist es eine Mischung aus Fremdenhass, der von Walt ausgeht und einer Priese Humor.
Und als dann die Gang ins Spiel kommt um den Thao, den Nachbarsjungen von Walt, zu demütigen, fängt der Film an, unter die Haut zu gehen. Man begreift einfach nicht, wie Menschen solche Arschlöcher sein können und zum Ende hin wird es ein richtiges Drama, bei diesem ich sehr mit den Tränen kämpfen musste. Das mich ein Film so sehr berührt hat, ist schon eine Weile her.
Film auf Blu Ray
Ok, ich bin verwöhnt. Die Optik ist natürlich gestochen scharf. Aber solche Filme gehen auch unter die Haut, wenn man diese nur auf DVD sieht. Aber auf der Blu Ray Gran Torino sind diesmal auch die Extras in HD - Optik. Das gibt’s auch nicht all zu oft. Für Gran Torino Auto Fans ist hier eines der größten Oldtimer - Treffen in HD - Optik aufgezeichnet. Männer und Autos eben ;) Ein Herz und eine Seele.
Was auch noch sehr interessant war, war der Herstellungsprozess des Filmes. Das sollte man sich auf jeden Fall ansehen. Leider gab es keine Trailer. :(
Und wer mit dem Internet verbunden ist, kann sich auch noch bei Warner Bros. anmelden und sich auf dieser Seite etwas umsehen. Doch Vorsicht, nur wer eine Flatrate hat, sollte das nutzen.
Schauspieler
•Clint Eastwood: Walt Kowalski
•Bee Vang: Thao Vang Lor
•Ahney Her: Sue Lor
•Christopher Carley: Pater Janovich
•John Carroll Lynch: Friseur Martin
•Brian Haley: Mitch Kowalski
•Geraldine Hughes: Karen Kowalski
•Brian Howe: Steve Kowalski
•William Hill: Tim Kennedy
•Dreama Walker: Ashley Kowalski
Mein Fazit
Ein Film, der wirklich unter die Haut geht. Clint Eastwood ist eben nicht nur ein brillanter Schauspieler, sondern auch ein gigantischer Regisseur. Was ich nur nicht so ganz verstehen kann, ist die Altersfreigabe ab 12 Jahre. Gar nicht mal so wegen der Gewalt. Aber da kommen ja Ausdrücke vor, die`s in sich haben. Der Film ist ein kleines Meisterwerk, der mich einige Tränen und 22 Euro gekostet hat.
...
ein Testbericht von atrachte2009-03-20 20:26:08vom 20.03.2009Empfehlung: ja
Vorteile: Clint Eastwood, gute Darsteller, bissig und politisch vollkommen unkorrekt,...Nachteile/Kritik: nichts das von Bedeutung wäre,
Es gibt nur wenige Menschen in Hollywood die auf eine so eindrucksvolle Karriere zurückblicken können wie Clint Eastwood. Als Western-Held in den 1960er Jahren populär geworden, mit Filmen wie „Dirty Harry“ und „Flucht von Alcatraz“ auch als „seriöser“ Darsteller Weltweit in Erscheinung getreten und als Regisseur, vor allem im neuen Jahrtausend, zum beinahe sicheren Garanten für Meisterwerke avanciert („Mystic River“, Million Dollar Baby“, „Letters from Iwo Jima“). Ja, es gibt wirklich nur wenige die für das amerikanische Kino soviel geleistet haben wie der heute 78 Jährige. Und auch wenn demnächst
mit „The Human Factor“ (ein Biopic über Nelson Mandela) wohl das nächste Meisterwerk des Regisseurs Eastwood in den Startlöchern steht, als Schauspieler scheint er seine Stiefel nun wohl endgültig an den Nagel gehangen zu haben. Zumindestens hat er verkündet das seine (Parade)Rolle als mürrischer Rassist in „Gran Torino“ seine letzte Arbeit vor der Kamera gewesen ist, und ob dies nun auch so bleiben wird oder nicht: Fakt ist das Eastwood hier noch einmal zur absoluten Höchstform aufgefahren ist und eine seiner wohl besten Rollen überhaupt spielt.
Die guten alten Zeiten, in denen Detroit noch das Mekka der US-amerikanischen Autoindustrie war, sind schon lange vorbei. Auch für Walt Kowalski (Clint Eastwood), der einst in den Werken von Ford schuftete, sind diese alten, glorreichen Tage schon lange Geschichte. Was ihm aus der alten Zeit noch geblieben ist ist lediglich sein alter 72er Ford Gran Torino und sein Haus in einem ehemals typisch amerikanischen Vorort, das mittlerweile aber recht heruntergekommen ist und hauptsächlich von Immigranten bewohnt wird. Dieser Umstand gefällt dem Koreakriegs-Veteranen Kowalski überhaupt nicht und aus seiner Abneigung gegenüber den hauptsächlich asiatischen Mitbewohnern in seiner Nachbarschaft macht er auch keinen Hehl. Und auch zu seiner eigenen Familie hat Walt kein wirklich gutes Verhältnis, nicht einmal nach dem Tod seiner Frau, bei deren Beerdigung die Söhne nichts besseres zu tun haben als darüber zu diskutieren ob der Vater in ein Altenheim gesteckt werden soll oder nicht und eine von Walt´s Enkelinnen durch ihr knappes Outfit dessen Missmut erntet. Als eines Abends eine Gang den NachbarsjungenThao (Bee Vang) bedroht, welcher zuvor als Mutprobe den alten Gran Torino von Walt klauen sollte, greift Kowalski ein und verjagt die Jugendlichen. Fortan ist er in seiner Nachbarschaft so etwas wie ein Held, was dazu führt das die Nachbarn vor seinem Haus Essen und Blumen als Geste der Dankbarkeit abstellen. Zunächst ist Walt davon zwar alles andere als begeistert, doch allmählich scheint sich etwas in dem einsamen Mann zu verändern und er baut eine freundschaftliche Beziehung zu Thao und seiner Schwester Sue (Ahney Her) auf. Doch der hergestellte Frieden in der Nachbarschaft bleibt nur von kurzer Dauer...
Es hätte wohl keiner damit gerechnet das ausgerechnet „Gran Torino“, das recht einfach gestrickte Finale von Eastwood´s langer Karriere als Schauspieler, das höchste Einspielergebnis in der Karriere der einstigen Ikone des Western-Kinos wird. Verdient hat der Film die allgemein gute Resonanz, sowohl an der Kinokasse als auch von Seiten der Kritik, aber allemal, vor allem da Eastwood sich hier selbst ein Denkmal setzt wie es wohl nicht besser hätte sein können. Dabei ist „Gran Torino“ im Vergleich zu Eastwood´s Arbeiten der letzten Jahre eher unspektakulär, zieht man gar Filme wie „Blood Work“ oder auch das „Iwo Jima“ Duo zum direkten Vergleich an, muss man hier fast schon von einem simplen Auswurf sprechen. In seiner Wirkung spielt der Film trotzdem ganz weit oben mit, was in erster Linie an dem Hauptdarsteller selbst, in zweiter Linie an die durchgezogene Konsequenz, mit welcher der Film an die Thematik heran geht, liegt.
So schert sich der Film einen Dreck darum auch nur im kleinsten Ansatz politisch Korrekt zu sein und serviert stattdessen die ungeschönte Realität, geht stellenweise aber so weit dass das ganze, besonders Eastwood´s Charakter selbst, nur knapp einer Karikatur entrinnt. Dies führt aber gleichzeitig dazu das der Film nicht durchlaufend bitter ernst ist, nein, vielmehr ist der schwarze und sehr harsche Humor, der natürlich vor allem durch Walt´s rassistische Äußerungen aufkeimt, das Element das den Film so vollkommen zwanglos macht und es dem Zuschauer ermöglicht sowohl seinen Spass an diesen mürrischen alten Haudegen und seinen fiesen Kommentaren gegenüber seinen Mitmenschen zu haben, sich aber auch mit ihm zu freuen wenn er unter Beweis stellt das man selbst als gestandener Mann im hohen Alter sein Weltbild noch einmal kippen und dem Leben neue Freude abgewinnen kann, gleichzeitig aber mit Kowalski Mitgefühl hegt wenn man zu der Erkenntnis kommt das er nur ein alter Mann ist, quasi ein Relikt längst vergangener Tage, der nun vollkommen alleine ist und noch immer von alten Schuldgefühlen geplagt wird.
Walt Kowalski ist jemand der sich der modernen Zeit nicht anpassen kann, es aber auch gar nicht will, und immer noch so lebt als seien es die 60er und 70er Jahre. Dieser Umstand ist wohl auch der Grund dafür das sich sein Weltbild seit mehreren Dekaden nicht wirklich geändert hat, zumindestens lässt er sich nicht von der political correctness vorschreiben was er zu sagen hat und was nicht. Im Grunde genommen ist Walt aber kein Rassist, denn selbst mit seinen italienischen Friseur und einem irischen Kumpel benutzt er wüste Beschimpfungen, welche es ihm aber auch dementsprechend zurück geben. So hat man eben früher unter Freunden geredet, ohne dabei rassistisches Gedankengut im Hinterkopf zu haben. Lediglich die Abneigung gegen Asiaten dürfte man Kowalski als Rassismus vorwerfen, wobei er sich natürlich im Laufe des Filmes in die Kultur seiner Nachbarn einführen lässt und Verständnis für diese entwickelt, schließlich ja sogar mit Thao und Sue ein sehr freundschaftliches Verhältnis eingeht. Diese Vielschichtigkeit von Eastwood´s Charakter, welcher immer wieder Eigenschaften vergangene Rollen aus der Filmographie der Hollywood-Legende aufblitzen lässt, führt schließlich dazu das der Zuschauer sehr schnell Sympathien für diesen alten Haudegen entwickelt, die etwas kitschige Bezeichnung vom harten Kern mit der weichen Schale trifft hier voll und ganz zu.
Inszenatorisch ist „Gran Torino“ klassisches Eastwood-Kino ohne unnötiges Getöse Der Film verzichtet komplett auf spektakuläre Effekte und moderne Schnitte, ist dafür sehr bedacht und ruhig erzählt, lässt den Charakteren sehr viel Freiraum sich genügend zu entfalten und setzt nur zur . Neben der unglaublich gelungenen Charakterstudie funktioniert „Gran Torino“ aber auch perfekt als kritischer Blick auf die Gesellschaft, vor allem was den Verfall alter (amerikanischer) Werte und Traditionen angelangt die heutzutage immer wieder zu sozialen Problemen, wie Arbeitslosigkeit und Jugendgewalt, führen. Ein Aufschrei nach übermäßigen Patriotismus ist an dieser Stelle allerdings vollkommen unnötig, denn im Prinzip lässt sich dieser Verfall alter Strukturen ja auch auf andere Länder übertragen womit das ganze durchaus auch als universelle Kritik funktioniert.
Dreh- und Angelpunkt von „Gran Torino“ ist ganz klar Clint Eastwood, der hier, so sollte es denn wirklich sein letzter Auftritt vor der Kamera sein, einmal mehr eine fantastische Leistung liefert und seiner Schauspielkarriere nach über fünfzig Jahren ein denkwürdiges Ende bereitet. Tatsächlich schafft er es sogar mit Walt Kowalski einen Charakter zu schaffen der so sehr im Gedächtnis bleibt wie einst Harry Callahan. Auch der restliche Cast ist insgesamt gut gewählt, ist aber natürlich in erster Linie dafür da um Eastwood´s One-Man-Show nicht zu unterbrechen, was nicht negativ auszulegen ist. Bee Vang als schüchterner Thao, der mit Walt eine Freundschaft eingeht und von diesem zum Mann gemacht wird, gefällt ebenso gut wie Ahney Her als dessen schlagfertige Schwester Sue, die Walt immer wieder die Parole bietet und sich von ihm nicht einschüchtern lässt.
\ Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
Gran Torino (2008)
Länge des Filmes:
Ca. 115 Minuten
Darsteller:
Clint Eastwood...Walt Kowalski
Christopher Carley...Father Janovich
Bee Vang...Thao Vang Lor
Ahney Her...Sue Lor
Brian Haley...Mitch Kowalski
Geraldine Hughes...Karen Kowalski
Dreama Walke...Ashley Kowalski
Brian Howe...Steve Kowalski
John Carroll Lynch...Barber Martin
...
Regisseur:
Clint Eastwood
FSK:
Ab 12 Jahren
\ Fazit ////
„Gran Torino“ ist großes Kino, ohne dabei sonderlich Spektakulär zu sein oder sonderlich viel Neues zu bieten. Es ist vielmehr der fabelhafte Hauptdarsteller und die ruhige, aber emotionale Geschichte erzählt und dabei einen unglaublich guten Spagtasprung zwischen schwarzen Humor und ergreifenden Momenten schafft. Sollte Eastwood wirklich kein weiteres mal vor der Kamera in Erscheinung treten, so hat er sich mit „Gran Torino“ ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt das zweifellos lange in Erinnerung bleiben wird.
8,5/10 Punkten für den Film "Gran Torino" und somit fünf Sterne als Wertung.
...
ein Testbericht von Dr_Ed2009-02-23 23:44:38vom 23.02.2009Empfehlung: ja
Vorteile: Clint Eastwood liefert wieder sehr solides Handwerk ab...Nachteile/Kritik: nichts
Hallo Zielgruppe!
Es gibt ja die Redensart „Je oller, je doller“. Ganz besonders scheint dies für den alten Hollywood-Haudegen Clint Eastwood zu gelten: Wurden seine letzten Filme doch von den Kritiken hochgelobt und wurden entweder mit Oscars („Million Dollar Baby“) ausgezeichnet oder zumindest dafür nominiert („Flags of our fathers“). Sein jüngstes Werk hat zwar keine Oscar-Nominierung erhalten, aber ob es nun trotzdem einen Kinobesuch wert ist oder nicht, dazu mehr in diesem Bericht.
### DER INHALT ###
~~~ wie gewohnt zuerst die „Smart“ - Kurzversion ~~~
Der verbitterte Korea-Kriegsveteran Walt Kowalski hat sein Leben
lang in einer Autofabrik gearbeitet und lebt zurückgezogen in einer Nachbarschaft, die durch den Wegzug von Amerikanern und den Zuzug von Migranten von überwiegend asiatischer Herkunft zunehmend verfällt. Nach dem Tod seiner Frau wird Kowalski ein noch größerer Menschenfeind als er sowieso schon ist. Als ihn dann noch seine erbgeile Familie in ein Altersheim abschieben will, platzt ihm der Kragen und er wirft sie achtkantig aus dem Haus. Sein einziger verbleibender Stolz ist ein alter Ford Gran Torino, der in der Garage hinter seinem Haus steht und gehegt und gepflegt wird. Eines Nachts versucht ein Nachbarsjunge dieses Auto zu stehlen und wird dabei von Kowalski erwischt. Anstatt den Jungen zu erschießen oder zu verprügeln startet Kowalski ein ganz eigenwilliges Resozialisierungsprogramm...
~~~ und nun wieder die „Stretch-Limousinen“ -Langversion ~~~
Der verbitterte Korea-Kriegsveteran Walt Kowalksi (Clint Eastwood) hat sein Leben lang in einer Autofabrik gearbeitet und lebt zurückgezogen in einer Nachbarschaft, die durch den Wegzug von Amerikanern und den Zuzug von Migranten zunehmend herunterkommt. Von seinen erwachsenen Kindern ist er schon längst entfremdet und das verstärkt sich noch, als seine Frau verstirbt. Auf der Trauerfeier grantelt er gegen seine Familie ebenso wie gegen den – in seinen Augen – Grünschnabel von Priester Father Janovich (Christopher Carley). Walts Alltag besteht im wesentlichen darin, sein Haus instand zu halten, auf der Veranda sitzen und Bier trinken. Einmal im Monat geht er zu seinem Frisör Martin (John Carroll Lynch), der quasi sein einziger Freund ist. Ansonsten ist sein einziger verbleibender Stolz ist ein alter Ford Gran Torino, den er einst selbst mit zusammengeschraubt hat und der jetzt im Hinterhof in seiner Garage steht, wo er glänzt, als wäre er gerade erst aus der Fabrik gekommen.
Eines Nachts versucht jemand, dieses Schätzchen aus der Garage zu stehlen. Es stellt sich heraus, dass es der schüchterne Nachbarsjunge Thao (Bee Vang) ist, der von einer Gang aus der Nachbarschaft dazu gezwungen wurde, damit er Mitglied bei ihnen wird, obwohl er es eigentlich gar nicht wirklich möchte. Doch Walt verhindert nicht nur den Diebstahl sondern auch weitere Übergriffe gegen den Jungen und dessen Familie so dass er eher unfreiwillig zum Helden der Nachbarn wird. Thaos alleinerziehende Mutter, sowie seine ältere Schwester Sue (Ahney Her) sind Walt dafür sehr dankbar, insbesondere, als Walt Sue vor den Übergriffen durch eine schwarze Gang bewahrt. So besteht Thaos Familie darauf, dass Thao seine durch den versuchten Diebstahl auf sich geladene Schuld bei Walt abarbeitet. Anfags widerwillig betätigt sich Walt als Beschäftigungstherapeut für Thao. Nachdem Walt merkt, mit wieviel Eifer und Motivation Thao bei der Sache ist, bringt er ihm allerhand handwerkliche Dinge bei und sorgt nebenbei dafür, dass einige heruntergekommene Häuser in der Nachbarschaft repariert werden.
Allmählich lernt Walt, dass seine asiatischen Nachbarn auch nur Menschen sind, die vor Krieg und Zerstörung aus Südostasien geflohen sind, weil sie als Angehörige des Hmong-Volkes selbst unter Vertreibung und Unterdrückung litten und in Amerika auf eine bessere Zukunft hofften. Doch es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, denn die Gang von Spider (Doua Moua) versucht weiterhin, Taoh und dessen Familie zu drangsalieren, so dass Walt sich genötigt sieht, der Gang ihre Grenzen aufzuzeigen und da hat er ganz eigene und sehr spezielle Methoden...
### MEINE MEINUNG ###
Obwohl Eastwood immerhin schon weit über 70 Jahre auf dem Buckel hat, ist seine Lust, Filme zu machen, nach wie vor ungebrochen. Gerade erst läuft „Der fremde Sohn“ noch in unseren Kinos, ist schon das nächste Werk auf dem Weg in unsere Lichtspielhäuser. Mit diesem Schaffensdrang stellt er sogar manch jüngere Kollegen locker in den Schatten. Aber was noch viel erstaunlicher ist, ist die Qualität der Filme, die Eastwood dreht. Sie erzählen relativ einfache Geschichten von einfachen Leuten, die ihren Lebenstraum zu verwirklichen versuchen, aber dabei von der Gesellschaft vor Probleme gestellt werden, die es außerordentlich schwierig machen, diesen Traum auch in die Tat umzusetzen. Dieser Film ist schon fast wie eine Parabel auf die sozialen Gegensätze in der heutigen Gesellschaft: Die Gegensätze, die zwischen den Generationen herrschen, die Gegensätze zwischen Einheimischen und Zuwanderen, die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Wohlstand und Armut, die Perspektivlosigkeit vieler jüngerer Zuwanderer, mangelnde Integration und vieles mehr.
Eastwoods große Kunst besteht nun darin, all diese sozialen Probleme, die in den Ballungsräumen Amerikas (aber zunehmend auch in Europa) allgegenwärtig sind, gekonnt zu verknüpfen mit den Dämonen, die ein alter Kriegsveteran mit sich herumschleppt. Beispielhaft sei dies an Walts zunehmender Entfremdung von seiner eigenen Familie erläutert: Während es in asiatischen Familien heute noch weit verbreitet ist, dass sich die gesamte Familie um ihre ältesten Mitglieder kümmert, so wie es Walt auch gerne sehen würde, ist es in unserer westlichen Gesellschaft gang und gebe, die Alten in Pflegeheime abzuschieben. Andererseits sieht Walt in Thao einen Jungen, der den Willen hat, aus dem Teufelskreis der Perspektivlosigkeit zwischen Gangmitgliedschaft, Straftaten und Knast durch Bildung zu entfliehen, während seine eigenen Enkel darauf warten, dass ihnen die gebratenen Tauben in den Mund bzw das Erbe Walts in den Schoß flattern, ohne dass sie dafür etwas zu tun bereit sind.
Das Ganze wird von Eastwood mit nur relativ wenig Aufwand produziert, reduziert auf das Wesentliche einer jeden Szene. Er kommt ohne irgendwelche großartigen Tricks oder special effects aus, auch die Kameraeinstellungen sind alles andere als extravagant, die Dramaturgie kommt ohne Rückblenden oder sonstige Zeitsprünge aus. Kurz gesagt: Eastwood konzentriert sich voll und ganz auf die Geschichte und ihre Figuren, so dass der Film fast schon etwas kammerspielartiges hat. Für manche mag das vielleicht handwerklich unnötig arbeitsaufwendig und nicht zeitgemäß erscheinen, aber der Film ist dadurch grundsolide und kommt daher wie ein 100 Prozent handgemachtes Endprodukt, zu dem der Macher dann auch bedingungslos steht. Man sieht Eastwood seine Liebe zum Film in jeder Szene an und man merkt, dass er auch nicht bereit ist, irgendwelche Kompromisse zugunsten des Massengeschmacks einzugehen. Dafür gebührt Eastwood mein ganzer Respekt, denn er beweist einmal mehr, dass gute Filme von innen heraus kommen und nicht auf irgendwelche technischen Mätzchen angewiesen sind.
### FAZIT ###
Wieder einmal ein absolut sehenswerter Film von und mit Clint Eastwood in gewohnt solider Qualität, der auf jeden Fall einen Kinobesuch wert ist.
### ABSPANN ###
Spielfilm USA 2008, 116 Min, FSK 12
Regie: Clint Eastwood
Buch: Nick Schenk, Dave Johannson
Kamera: Tom Stern
Musik: Kyle Eastwood
~ Walt Kowalski – Clint Eastwood
~ Father Janovich – Christopher Carley
~ Thao Vang Lor - Bee Vang
~ Sue Lor – Ahney Her
~ Mitch Kowalski – Brian Haley
~ Karen Kowalski – Geraldine Hughes
~ Ashley Kowalski – Dreama Walker
~ Steve Kowalski – Brian Howe
~ Barber Martin – John Carroll Lynch
~ Tim Kennedy – William Hill
~ Vu Lor – Brooke Chia Thao
~ Spider – Doua Moua
~ Youa – Choua Kue
u.v.a.
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