Pro:
Lage, Preis (Aktionszeitraum), tolles Frühstücksbuffet
Kontra:
schmucklos, stellenweise kleine Mängel
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
...Wie wir auf das Hotel kamen...
Als meine Schwester und ich erfuhren, dass eine Band, die wir beide mögen, ihr einziges Deutschland-Konzert in Berlin geben würde, war uns schnell klar, dass wir in die Hauptstadt fahren würden - zumal wir beide noch nie dort waren. Nun stellte sich natürlich die Frage, wo wir übernachten sollten. Ich hatte mich in Foren und auch auf Verbraucherplattformen nach Hotels erkundigt, aber bei der Masse an Angeboten weiß man ja gar nicht, wofür man sich entscheiden soll. Doch dann stieß ich hier auf einen Testbericht über das Agon Aldea. Das, was ich darin über das Hotel las, sprach mich an. Also besuchte ich die Homepage und fand ein besonderes Angebot vor, ein Oster-Arrangement. Pro Person sollten zwei Nächte im Comfort-Doppelzimmer 85 Euro kosten. Dazu gab es eine kleine Osterüberraschung sowie ein Drei-Gänge-Menü im hauseigenen Restaurant. Auch das reichhaltige Frühstücksbuffet war im Preis inbegriffen. Ich zeigte meiner Schwester den Internetauftritt der Unterkunft und wir waren uns einig, dass wir dort buchen würden.
...Etwas Chaos vorab...
Ich rief unter der Nummer an, die auf der Homepage stand und sagte, dass ich das Osterarrangement buchen wollte. Die Dame am Ende der Leitung wusste offensichtlich nichts von dieser Offerte. "Wo haben Sie das denn her?" fragte sie mich. Ich nannte die Homepage als Quelle. Daraufhin wurde ich gebeten, am nächsten Tag nochmal anzurufen. Ich war etwas verwirrt und überrascht, dass das Personal nicht die Angebote kannte.
Dann rief ich am nächsten Tag nochmal an. Diesmal musste die Dame am Telefon wohl zunächst selbst die Homepage aufrufen, um sich vom Bestehen des Angebots zu überzeugen. Schließlich konnte meine Reservierung aber entgegengenommen werden. Der Aktionszeitraum war vom 6. bis 13. April. Ich sagte, dass ich gern am 7.4. anreisen würde. Die Frau am Apparat blaffte mich ein wenig an "Da ist aber noch nicht Ostern!" - ich versuchte, ihr ruhig zu schildern, dass mir das klar sei, dass das Angebot aber zu dem Zeitpunkt bereits gelten würde. Das schien sie dann auch zu bemerken und so war sie Buchung abgeschlossen. Ich bat um eine Bestätigung meiner Buchung per eMail.
Da der 7. April immer näher rückte, schrieb ich eine Mail an die auf der Homepage zu findende Adresse und bat um Buchungsbestätigung. Das mag man überflüssig finden, aber ich habe lieber alles in trockenen Tüchern, als dass man mir bei Ankunft sagt "Hä, Sie haben hier nie gebucht!"
Kurze Zeit später kam die Bestätigung. Irgendwie hatte ich sie wohl nur überflogen, denn wenige Tage vor Abreise nach Berlin stellte ich fest, dass der Aufenthaltszeitraum nicht im April, sondern im Juni war. Ich rief also im Hotel an, um dies zu klären, aber der Verantwortliche war nicht mehr im Haus. Im Computer des Rezeptionisten war meine Buchung aber korrekt aufgeführt. Aber ich wollte ja etwas in den Händen haben. Also rief ich einen Tag drauf wieder an, man versicherte mir dann, innerhalb von zwei Stunden die Bestätigung zu versenden. Das geschah auch.
Nach dem Chaos vorab hoffte ich, dass der Aufenthalt etwas geordneter verlaufen würde.
...Die Lage...
Wir kamen am 7.4. um die Mittagszeit in Berlin am Hauptbahnhof an. Nachdem wir uns ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel gekauft und erfragt hatten, wie wir am Schnellsten zum Hotel kämen, saßen wir schon im Bus der Linie M85. Vorbei am Reichstag, dem Brandenburger Tor und dem Judendenkmal sollte die Fahrt gehen. Nach einiger Zeit kamen wir an der Haltestelle Bülowstraße an. Einige Schritte zurück, um die Ecke und noch ca. 100 Meter, dann waren wir bereits angekommen.
Während unseres Aufenthaltes stellten wir fest, dass die Lage des Hotels wirklich toll ist. Mit dem Bus kann man innerhalb weniger Minuten den Kurfürstendamm erreichen. Zum Alexanderplatz fährt eine U-Bahn von der Bülowstraße. Und an einigen anderen Sehenswürdigkeiten waren wir ja bereits vorbeigekommen, wussten also, wie wir wieder hinkamen.
AGON Aldea
Bülowstraße 19-22
10783 Berlin
T: +49 30 24646-0
F: +49 30 24646-464
E: [email protected]
...Das Hotel...
Fast läuft man am Hotel vorbei. Aber wenn man davor steht, ist der Schriftzug zu sehen. Man betritt das Foyer und steht direkt vor der Rezeption, die 24 Stunden besetzt ist. Wir wurden nett begrüßt, ich musste meine Kreditkartennummer angeben und eine Anmeldung ausfüllen. Uns wurde mitgeteilt, dass wir das Frühstück zwischen 6:30 und 10:30 im Restaurant zur Linken einnehmen können. Dann übergab man uns den Gutschein für das Abendessen. Dies würde dann im Restaurant zur Rechten gereicht. Des Weiteren erhielten wir einen Zimmerausweis, mit dem wir uns als Bewohner des Zimmer identifizieren sollten, wenn wir nach einem Aufenthalt außer Haus unseren Schlüssel wieder abholen wollten. Dann nahmen wir den Schlüssel entgegen (der wirklich ein Schlüssel war und keine Chipkarte, wie man es inzwischen häufig vorfindet). Das Zimmer befand sich im sechsten Stock. Um die Ecke der Rezeption waren drei Aufzüge. Da wir natürlich Gepäck hatten, nahmen wir einen Lift, obwohl ich ganz und gar nicht gern damit fahre. Später habe ich auch immer mal wieder die Treppe genommen, was bei meiner Schwester nur Kopfschütteln und bei mir ein wenig Atemnot hervorrief, aber im Grunde war es gut zu schaffen.
Das Hotel ist ein 3 Sterne komfort superior Hotel.
Es gibt 106 Classic Zimmer, die jeweils 20m² groß sind. Genauso groß sind die Comfort Zimmer, davon gibt es 93. Das Comfort Familienzimmer ist zehn Quadratmeter größer. 13 Stück gibt es davon. Vier Suiten mit je 40 qm runden das Ganze ab. Damit bringt es das Agon Aldea also auf 216 Zimmer, die aif sieben Etagen verteilt sind.
Im Foyer gibt es einen PC-Platz, dort kann man kostenlos surfen. Papier und Stift für Notizen liegen bereit, ein Ausdruck kostet 25 Cent. Ich muss aber sagen, dass die Internetverbindung sehr, sehr schlecht ist. Da es meiner Schwester am Tag des Konzerts sehr schlecht ging, wollte ich im Internet schauen, ob noch jemand auf irgendwelchen Seiten nach Karten sucht. Ich saß zehn Minuten vor dem Bildschirm und es wurden gerade mal zwei Seiten geladen.
Als wir eine Straße suchten, haben wir uns lieber an der Rezeption nachgefragt, wie wir am Besten hinkommen. Da wurde uns ein Ausdruck auch kostenfrei überreicht.
Einige Zimmer verfügen übrigens über W-LAN, allerdings gegen Gebühr (ab 5 Euro à 30 Minuten).
Einen Getränkeschrank findet man ebenfalls im Foyer (allerdings sind die Preise natürlich höher als im Getränkemarkt) und auch eine Schuhputzmaschine.
...Das Zimmer...
Als wir oben ankamen, waren links und rechts zwei lange Flure. Sie waren nicht besonders gut beleuchtet. Eine Pflanze oder Ähnliches sucht man hier vergebens. Schnell hatten wir unser Zimmer gefunden. Als wir es betraten, waren wir positiv überrascht: Hell, freundlich und nett eingerichtet. Neben dem Bett standen Nachttische mit Lampen, es gab eine Sitzecke mit Tisch, Telefon, eine Stehlampe, eine Minibar, einen Schreibtisch und einen Fernseher (auf dem Schreibtisch war eine aktuelle Fernsehzeitung zu finden). An der Wand hing ein buntes Bild. Das Badezimmer war klein, aber gut ausgestattet: Eine für das kleine Zimmer relativ große Dusche, WC und Waschbecken selbstverständlich, ein Föhn, zwei Zahnputzgläser und eine Packung Kosmetiktücher. Am Waschbecken und in der Dusche waren Seifenspender angebracht, die auxh gut gefüllt waren. Die Seife roch sehr angenehm. Die in der Dusche war für den Körper und für die Haare geeignet. Im Flur gab es einen Kleiderschrank mit Safe sowie eine Garderobe und einen Spiegel.
Wichtig ist mir vor allem mein Schlaf. Ich muss sagen, dass ich in dem Hotelbett gut geschlummert habe. Die Matratzen waren nicht zu hart und nicht zu weich, auch die Kissen waren nicht so weiche Stückchen Stoff, sondern etwas stabiler - so mag ich das.
Die Fenster waren Lärmschutzfenster, wir hatten es dadurch total ruhig im Zimmer. Nur an einem Morgen wurden wir von einer Baustelle schräg gegenüber geweckt, aber die Arbeiten dort waren auch sehr geräuschvoll.
Die Handtücher im Bad wurden nach Wunsch gewechselt; Handtücher auf den Boden bedeutet für die Reinigungskräfte: Bitte wechseln! Sind die Handtücher aufgehangen, bleiben sie noch. Pro Person gibt es ein großes Duschtuch und ein normales Handtuch.
Die versprochene Osterüberraschung waren übrigens ein Häschen aus Teig und ein Körbchen mit Schokoeiern, zwei kleinen Lindt-Hasen und zwei Fläschchen Underberg.
Auf der Homepage ist zu lesen "Edle Materialien im Zusammenspiel mit ausgesuchter Einrichtung und ansprechenden Formen und Farben verleihen jedem Zimmer eine persönliche Note – abseits der oft vorherrschenden sterilen Hotelausstattung.", dazu möchte ich mich kurz äußern: Das Zimmer ist zweckmäßig eingerichtet, aber von besonderer Einrichtung, Farbenvielfalt oder Persönlichkeit konnte ich nichts feststellen. Das bunte Bild an der Wand über dem Bett war der einzige Farbtupfer. Dagegen spricht auch nichts und dazu kann man auch stehen. Dieser zitierte Satz erweckt meiner Meinung nach aber einen falschen Eindruck.
Hier und da ein Pflänzchen oder eine gestrichene Wand wären schon schön.
...Ein paar Mängel...
Auf den ersten Blick wirkte alles sehr sauber. Doch bei einem Blick aus dem Fenster fielen uns Verschmutzungen auf dem Glas auf.
Der Tisch, der zur Sitzgruppe gehörte, wackelte heftig.
Am Bett waren einige Ecken abgestoßen.
Die Leitungen im Bad waren ziemlich verstaubt und über der Badezimmertür löste sich der Putz von der Wand.
Einmal kamen wir direkt nach der Zimmerreinigung ins Zimmer zurück und vor meinem Bett waren noch immer einige Krümel.
Der Kosmetikspiegel im Bad hing auf halb Acht.
...Das Frühstück...
Ich muss ja sagen, dass ich Frühstücksbuffets in Hotels liebe. Man kann so viel probieren! Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht: Es gab einfach alles, was das Herz begehrt: diverse Sorten Brötchen, Knäckebrot, Zwieback, Toast konnte getoastet werden, Cornflakes, Müsli, Rote Grütze, Joghurt, gekochtes Ei, Rührei, Marmeladen, Würstchen, Obstsalat, frisches geschnppeltes Gemüse, Wurstwaren und Käsesorten.. Auf den Tischen stand eine Kanne Kaffee bereit, verschiedene Teesorten wurden angeboten. Auch auf Säfte musste nicht verzichtet werden. Ich habe allerdings nur den Orangensaft probiert und der war sehr wässrig.
Toll: Man konnte auch im Innenhof frühstücken.
Für das Buffet zahlt man eigentlich 12,00 Euro.
...Das Restaurant...
Wie bereits geschrieben, hatten wir ein Ostermenü inklusive. Dieses nahmen wir an unserem zweiten Abend ein. Im Aufzug hing ein Ostermenü aus, 100%ig sprach uns dieses aber nicht an. Umso zufriedener waren wir, als uns der Kellner sagte, dass wir noch ein anderes wählen konnten. Für das entschieden wir uns dann auch. Da gab es dann noch einmal die Wahlmöglichkeit zwischen Salat oder Suppe, Schwein oder Lachs, Mousse au Chocolat oder Obstsalat. Ich wählte immer Ersteres, meine Schwester nahm nur den Hauptgang (ebenfalls Schweinelendchen in Pfefferrahmsoße, dazu frisches Marktgemüse und Röstis). Das Essen war gut, die Portionen nicht riesig (ich vermute stark, dass ein hungriger Kerl nicht satt geworden wäre). Regulär hätten wir 15,50€ pro Menü zahlen müssen.
Das Restaurant fand ich nett eingerichtet, neben verschieden großen Tischen mit Stühlen konnte man auch Plätze mit Sesseln ergattern. Bunte Lichter gaben dem Raum Flair.
Hier kann abends auch noch ein Drink eingenommen werden, nachmittags gibt es Kuchen.
...Das Personal...
Da ich vorab mit dem Personal des Hotels ein wenig Hin und Her erlebte, war ich gespannt, wie sich der Umgang vor Ort gestalten würde. Die Damen und Herren an der Rezeption waren immer sehr freundlich und hilfsbereit. Mehr aber auch nicht. So wurden wir bei Abreise beispielsweise nicht nach unserer Zufriedenheit gefragt. Es lagen zwar Meinungszettel auf den Zimmern aus, aber dadurch erübrigt sich doch nicht das persönliche Gespräch? Meine Schwester sagte zum Schluss zur Rezeptionistin, dass wir gerne wiederkommen werden, was sie aber nicht so recht zu interessieren schien. Das fand ich irgendwie schade.
Am zweiten Tag empfand ich das Personal im Frühstücksraum als motiviert. Am ersten Tag hingegen wurden Tische über längere Zeit hinweg nicht abgeräumt und nicht gewischt.
Die Kellner im Restaurant waren höflich und unaufdringlich.
...Noch ein paar Preise...
Laut Internetauftritt beläuft sich die Preisspanne für die Zimmer von 39,00 bis 189,00 Euro.
Kostenlos sind Allergikerbettwäsche, Babybett, Nichtraucherzimmer (Verfügbarkeit vorausgesetzt), Raucherzimmer (Verfügbarkeit vorausgesetzt) und ein zusätzliches Kopfkissen. Den Parkplatz nutzt man für 9,20 EUR. Das Haustier kann für 10,00 EUR mitgenommen werden (um die Verpflegung muss man sich dann noch kümmern). Eine Telefoneinheit kostet 25 Cent, eine Zahnbürste einen Euro, ein Einwegrasierer 2 Euro.
...FAZIT...
Wer mitgerechnet hat, weiß um den unglaublich günstigen Preis, den wir für den Aufenthalt im Hotel bezahlt haben. Dafür nehme ich die kleinen genannten Mängel gern in Kauf. Gibt es kein besonderes Arrangement wie jetzt zu Ostern, würde ich das Ganze nochmal durchrechnen. Für jemanden, der nicht mit einem studentischen Geldbeutel haushalten muss, ist dieses Hotel aber sicher zu jeder Zeit eine gute Wahl.
Hervorzuheben ist noch einmal die tolle Lage des Hotels. Die Größe Berlins macht es unmöglich, überall und immer nah dran zu sein. Hier sind aber U-Bahnstation und Bushaltestelle quasi direkt vor der Tür. Was will man mehr?
Es handelt sich um ein gutes, solides Hotel, an dem Hier und Da noch ein wenig gefeilt werden könnte.
Damit gebe ich diesem Hotel vier Sterne und spreche eine Empfehlung aus.
Zum ersten Mal stehe ich vor dem Problem, dass die Anzahl der hochzuladenden Bilder zu wenig sind. Ich hoffe, die Auswahl ist Euch Recht.
Vielen Dank für's Lesen, Bewerten und Kommentieren!
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