Jack Bailey: Copkiller
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Jack Bailey: Copkiller

Testberichte Jack Bailey: Copkiller

 (Taschenbuch)
3.2 von 5
Platz 136 in der Kategorie "Bücher Krimis - A, B, C".
Bewertung: Kundenbewertung 3,20 / 5,00 3.2 von 5
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Jack Bailey: Copkiller Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 3,20 / 5,00 3.2 von 5
von 100% aller Autoren empfohlen (2/2).
Bewertungsverteilung:
Humor:  
Spannung:  sehr hoch
Niveau:  mittelmäßig
Unterhaltungswert:  hoch
Aufmachung:  
Zielgruppe:
Wie ergreifend ist die Story?: berührt ein wenig
Seitenzahl: 300-400
Stil: neutral
Vorteile
  • Spannender Psycho-Thriller hart an der Grenze zur Phantastik.
  • Viel Spannung, unvorhersehbar
Nachteile/Kritik
  • Klischees gehören zum Konzept der Handlung.
  • Charaktere handeln nicht immer glaubwürdig
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Im Würgegriff von Mördern, Freunden & Geliebten

ein Testbericht von 2010-01-16 20:14:33 vom 16.01.2010
Empfehlung: ja
Vorteile: Spannender Psycho-Thriller hart an der Grenze zur Phantastik....
Nachteile/Kritik: Klischees gehören zum Konzept der Handlung.
Kurzkritik für Ungeduldige

Ein der Polizei verschwiegener Autounfall mit Todesfolge, ein Gelddiebstahl und der Fund eines Snuff-Videos ist nur der Auftakt einer Spirale exzessiver Gewalt, die vier Studenten in ihren Sog und in den Tod zieht … - Grimmiger, sehr intensiver Thriller, der vielschichtig nicht nur von einem Verbrechen, sondern auch und vor allem von Freundschaft und Verrat erzählt: düster, spannend und böse.

Das geschieht:

Reed Tucker, Phineas "Finney" Durant und Nick Laymon, drei Freunde, die in Ransom, einer Kleinstadt im US-Staat North Carolina, das College besuchen, gönnen sich einen feuchtfröhlichen Abend im Nachbarort. Angetrunken überfahren sie in der Nacht einen Mann und töten ihn. Um Strafe und Ärger zu vermeiden, kommt das Trio überein, den Unfall, der ohne Zeugen blieb, nicht zu melden. Stattdessen verstecken sie die Leiche im Wald, und Nick, der nicht wie Finney und Reed aus reichem Hause stammt, steckt zudem ein Geldbündel mit 10.000 Dollar ein, die der Fremde bei sich trug. Außerdem nimmt er einen Schlüssel an sich, der ein Schließfach im Busbahnhof der Stadt Knoxville im Nachbarstaat Tennessee öffnet.

Nick weiht seine Freundin Sue ein; sein Gewissen macht ihm zu schaffen. Doch der Pakt ist geschlossen, Nick kann nicht mehr zurück. Die Leiche im Wald wird schon am nächsten Tag gefunden. Ein zwielichtig wirkender Staatspolizist namens Evans stellt Fragen, deren Antworten er schon zu kennen scheint. In dem Schließfach finden die Freunde eine Videokassette, auf der eine junge Frau grausam zu Tode gefoltert wird. Sie erkennen in dem Opfer Casey Barrett, eine Kommilitonin, die vor einigen Monaten spurlos vom Campus verschwunden ist. In der Gewissheit, dass Reed und Finn ihn in der Krise umgehend ans Messer liefern werden, beginnt Nick ein gefährliches Spiel. Er beschließt, Caseys Vater über das Schicksal seiner Tochter zu informieren. Alfred Barrett, reich und mächtig, hat eine Belohnung von 100.000 Dollar ausgesetzt, die Nick locken.

Aber alle haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Hintermänner des unbekannten Toten wollen weder das Geld noch auf die Kassette abschreiben. Sie kennen keinerlei Skrupel und dulden keine Zeugen. Unermüdlich und unerbittlich fahnden sie nach den Dieben – und bald werden sie fündig …

Die eine entscheidende Sekunde

Ein einziges Mal triffst du die falsche Entscheidung, und dein Leben verwandelt sich in ein Inferno! Das mag abgedroschen klingen, aber dass mehr als ein Körnchen Wahrheit in dieser Aussage stecken kann, verdeutlicht uns Jack Bailey ebenso überzeugend wie brachial. Dazu passt ein Sprichwort: Kleine Ursache – große Wirkung. Das mag hier vermessen klingen, bildet doch ein tödlicher Unfall die kleine Ursache. Angesichts der Ereignisse, die diesem Unglück folgen, wirkt das Unglück aber rasch wie eine Bagatelle. Mit erschreckender (und damit unterhaltsamer) Meisterschaft entfesselt Bailey eine wahre Höllenfahrt. Mit dem Unfall und der sich anschließenden Fahrerflucht bringen vier junge Leute einen Dominostein aus dem Gleichgewicht, der eine Kettenreaktion in Gang setzt. Bei dem einen Fehler bleibt es nicht; weitere Kurzschlussreaktionen sorgen dafür, dass der Katastrophe der Brennstoff nie ausgeht.

Die entwickelt sich trügerisch langsam. Im ersten Drittel ist "Copkiller" ein Psycho-Thriller. Im Mittelpunkt stehen vier Menschen in der Krise. Ungelöste Konflikte ließen sie schon zuvor unterschwellig im eigenen Saft schmoren. Die Not bringt endgültig hässliche, bisher verborgen gehaltene Charakterzüge zum Vorschein. Bailey versteht es, den daraus resultierenden Konflikt zu schildern und zu schüren. Gleichzeitig legt er eine falsche Fährte, denn die Geschichte nimmt plötzlich eine unerwartete Wendung.

Aus Seelenpein wird Folter-Terror

Als Ernie Pomeroy die Szene betritt, kippt die Handlung. Der ohnehin fragile Pakt zwischen Tucker, Nick, Finney und Sue löst sich auf, nachdem geschieht, was die vier 'Freunde' unbedingt vermeiden wollte: Die Außenwelt bricht über sie hinein. Damit endet ihre ohnehin fragwürdige Kontrolle der Ereignisse.

Aus dem dramatischen Kammerspiel wird ein brutales und bizarres Spektakel. Das Geschehen wird zunehmend düsterer. Die Freunde lernen wahre Meister des Verbrechens und des Bösen kennen. Der schmierige Pomeroy liefert ihnen nur einen Vorgeschmack. Er wird abgelöst von Lawrence Evans, einem Psychopathen in Polizeiuniform. Sämtliche Handlungsinitiative geht auf ihn über, denn Evans ist nur körperlich über- bzw. unmenschlich. Die Freunde haben ihm zunächst nichts entgegenzusetzen und sind ihm hilflos ausgeliefert.

Es endet buchstäblich im Horror: In seiner Folterhöhle sitzt Vergil Gutman, der moderne Elefantenmensch. Im Gegensatz zu seinem historischen und überaus gutmütigen Vorgänger ist Gutman psychisch eine Spiegelung seines verunstalteten Körpers. Was das bedeutet, schildert Bailey gleichermaßen zurückhaltend wie deutlich. Er schwelgt nicht selbstzweckhaft in blutrünstigen Details, die er seinen Lesern freilich nicht erspart, wo sie zur Geschichte gehören.

Untergang und Wiedergeburt

Mehr als einhundert Seiten führt Bailey seine vier Hauptpersonen nicht nur immer tiefer in die Falle, sondern lässt diese sogar hinter ihnen zuschnappen. Das geschieht so nachdrücklich, dass man sich fragt, wie er, der sich bisher streng an die selbst gesteckten Vorgaben gehalten hat, sie von dort entkommen lassen kann. Werden sich Nick und Sue plötzlich in Kampfmaschinen verwandeln? Kehrt Finney aus dem Totenreich zurück, um in diese Richtung zu mutieren? Oder gibt es gar kein Happy-End? Wird dieses Mal das Böse siegen?

In solche Niederungen begibt sich Bailey nicht, obwohl er einschlägige Klischees keineswegs scheut. Was er sich stattdessen einfallen lässt, sei dem neugierig gewordenen Leser dieser Zeilen verschwiegen, denn seine Auflösung ist vielleicht nicht originell aber interessant und einmal mehr plausibel. Bailey lässt seine durch grausame Erfahrung klug gewordenen Figuren nur gezeichnet für ihr Leben entkommen.

Die Reise durch die Nacht bildet das letzte Drittel von "Copkiller". Der Schrecken wird so groß, dass er sich zu verselbstständigen scheint. Evans und Gutman verwandeln sich in archaische Ungeheuer, die den dichten, uralten Wäldern entsprungen sein könnten, welche Ransom von allen Seiten förmlich einkreisen.

Generell spielt die Landschaft eine wichtige Rolle in dieser Geschichte. Immer wieder finden sich Nick und seine Freunde in einer fremden, feindseligen, rechtsfreien Umgebung wieder, wenn sie die Stadt verlassen. Wie Haie in ihrem Lebensraum ziehen Kreaturen wie Evans und Pomeroy dort ihre Bahnen. Bailey unterstreicht dieses Bild, indem er sie alte, riesige Straßenkreuzer, Relikte einer anderen Zeit, fahren lässt.

Das Spiel mit dem Genre

Während Baileys Stil schlicht strukturiert bleibt, arbeitet er stark mit Stimmungen und Bildern. Bereits die Namen einiger Figuren geben Hinweise: Nick Laymon erinnert an den Schriftsteller Richard Laymon (1947-2001), der ebenfalls gern das Grauen in der Provinz ansiedelte. Wo er jedoch grobschlächtig plottete und schrieb, arbeitet Bailey mit wesentlich feinerer aber schärferer Feder. Wenn man ihn unbedingt in eine Schublade stecken möchte, könnte man ihn mit Joe Lonsdale vergleichen, der die Kunst des "Auf-die-Spitze-Treibens" ("Mojo-Storytelling") sogar noch besser beherrscht. Die Mischung aus realem Terror und phantastischem Horror – zitiert im Bild der Unheil ankündigenden, schwarzen Automobile – ist eine weitere Lonsdale-Spezialität. Eine dritte Parallele bietet ein über die Spitze hinaus getriebenes Grauen, das in pechschwarze Komik umschlägt. Der Transport von Pomeroys Leiche in sein feuchtes Tümpelgrab wird zu einer absurden Komödie der Wirrungen und verstörenden Körperfunktionen.

Vergil Gutman erinnert körperlich an den historischen Elefantenmenschen John Merrick (1862-1890). Auch eine Prise Harvey "Two-Face" Dent aus den "Batman"-Comics lässt sich feststellen. Der Name geht indes wohl auf den Film-Noir-Klassiker "The Maltese Falcon" (1941; dt. "Die Spur des Falken") zurück, in dem Sydney Greenstreet als monströs fettleibiger, besessener Kunsträuber Casper Gutman dem Privatdetektiv Sam Spade alias Humphrey Bogart zu schaffen macht.

Ein schönes, offensichtlich nicht ins Deutsche übertragbare Bild stellt schließlich der Originaltitel dar: "Schlafender Polizist" nennt man in den USA jene Straßenschwellen, die den Bleifuß allzu schneller Autofahrer auf die Bremse zwingen – oder in den Graben, wenn er nicht rasch genug reagiert. In unserer Geschichte wird der tote Mann auf der Waldstraße zum Stolperstein, der vier bisher unbescholtene Menschen aus der Bahn wirft. (Ein "Copkiller" glänzt dagegen durch völlige Abwesenheit; sehen lässt sich höchstens ein Killercop.) Das geschieht wie gesagt mit einer inhaltlichen und formalen Vehemenz, die den Leser bis zum genüsslich und künstlich übersteigerten Finale in Atem hält.

Autoren

"Jack Bailey" ist ein Pseudonym des Autorengespanns Dale Bailey und Jack Slay, Jr.

Dale Bailey lehrt Englisch am Lenoir-Rhyne College in Hickory, US-Staat North Carolina. Schriftsteller ist er in seiner Freizeit, was sein noch relativ schmales Gesamtwerk erklärt. Bailey schreibt vor allem Kurzgeschichten, die den Genres Science Fiction und Horror zuzuordnen sind. Elemente beider Genres finden sich auch in dem Roman "Sleeping Policeman" (dt. "Copkiller") wieder, den Bailey 2006 gemeinsam mit Jack Slay, Jr. unter dem Pseudonym "Jack Bailey" verfasste. Über Themen der Weird Fiction schreibt er sekundärliterarische Artikel für diverse Magazine. Auskunft über seine Aktivitäten gibt Bailey auf seiner Website: www.dalebailey.com

Jack Slay, Jr. hat bisher ausschließlich Kurzgeschichten sowie ein Sachbuch veröffentlicht. Auch er schreibt Essays über diverse Themen der modernen Unterhaltungsliteratur.

Impressum

Originaltitel: Sleeping Policeman (Urbana/Illinois : Golden Gryphon Press 2006)
Übersetzung: Helmut Gerstberger
Deutsche Erstausgabe: Mai 2009 (Wilhelm Heyne Verlag/Heyne Hardcore 67564)
352 S.
EUR 8,95
ISBN-13: 978-3-453-67564-3
Als eBook: Oktober 2009 (Wilhelm Heyne Verlag)
EUR 8,95
ISBN-13: 9-783-641-03258-6
www.heyne.de


(Copyright 16.01.2010/Dr. Michael Drewniok)

Dieser Text erscheint auch auf anderen Websites meiner Wahl; er wird durch meinen Namen identifiziert und bleibt dadurch – hoffentlich – auch für Faker Sheriffs als mein geistiges Eigentum erkennbar,
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Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Humor:Humor von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 4,0 ziemlich humorvoll
Zielgruppe:jedermann
Niveau:Niveau von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 3,0 mittelmäßig
Unterhaltungswert:Unterhaltungswert von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 4,0 hoch
Spannung:Spannung von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 4,0 hoch
Wie ergreifend ist die Story?:berührt ein wenig
Aufmachung:Aufmachung von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 1,0 lieblos
Seitenzahl:300-400
Stil:neutral
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Kommentare
BiggestDreamer88
BiggestDreamer88, 17.01.2010
Sehr hilfreicher Bericht!Würde mich über Gegenlesungen freuen.

Gruss
Nina1805
Nina1805, 16.01.2010
SH! Wünsch dir noch einen schönen Samstag Abend!
raZuuL
raZuuL, 17.01.2010
Gut, übersichtlich- weiter so! MFG
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Miss_Piper

Fahrerflucht mit Folgen

ein Testbericht von 2009-09-03 15:52:39 vom 03.09.2009
Empfehlung: ja
Vorteile: Viel Spannung, unvorhersehbar...
Nachteile/Kritik: Charaktere handeln nicht immer glaubwürdig
Zur Gliederung des Berichts:
1) Produktinfos
2) Der Autor
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit

1) Produktinfos:

Der Roman erschien 2009 bei Heyne Hardcore. Die Taschenbuchausgabe umfasst 352 Seiten und kostet 8,95 Euro.
ISBN-13: 978-3-453-67564-3


2) Der Autor:

Hinter Jack Bailey steckt das Autorenduo Dale Bailey und Jack Slay. Bailey unterrichtet Englisch an einem College und gilt als großes Talent in der Dark-Fantasy-Szene. 2002 erhielt er für seinen Roman "The Fallen" eine NOminierung für den International Horror Guild Award. Jack Slay verfasst vor allem Kurzgeschichten und Essays und hat eine Biographie über den Autor Ian McEwan veröffentlicht.


3) Inhalt:

Nach einem Striplokalbesuch fahren die drei Collegestudenten Nick, Tucker und Finney leicht angetrunken durch die Nacht nach Hause. Mitten auf einem einsamen Highway sieht der Fahrer Finney plötzlich eine schwarze Gestalt und kurz darauf spüren sie einen Aufprall. Sie hoffen, nur ein Reh überfahren zu haben - aber es ist ein Mann, der sofort tot war. Bei der kurzen Durchsuchung des Leichnams finden sie außerdem eine Pistole, zehntausend Dollar und einen Schließfachschlüssel. Nick will die Polizei verständigen, doch seine Freunde überreden ihn, die Leiche in den Büschen des Abhangs zu verstecken und Fahrerflucht zu begehen. Vor allem Finney, dessen Vater Senator ist, hätte viel zu verlieren. Dafür bekommt der aus armen Verhältnissen stammende Nick das Geld.

In dem Schließfach finden sie ein Videoband mit der Aufschrift "Casey 14". Das Ansehen bringt den Schock - auf dem Video ist ein Snuff-Film, der die Vergewaltigung und Ermordung eines jungen Mädchens zeigt. Eine kurze Recherche bringt sie zu dem Fall der vermissten Casey Ann Barrett, Tochter eines Tabakmillionärs, der hunderttausend Dollar Belohnung für Hinweise zu ihrem Schicksal ausgesetzt hat. Während Tucker und Finney darauf drängen, dass Nick das Video zerstört, erwägt dieser, sich die Belohnung zu holen.

Aber damit nicht genug. Die Leiche wird schneller gefunden, als die Freunde gedacht haben. Ein undurchsichtiger Stae Troop Offiver taucht bei ihnen auf und befragt sie, während Nick und seine Freunde alles leugnen. Außerdem ist da noch der schwarze Cadillac, der in der Unfallnacht an ihnen vorbeifuhr und auf einmal auftaucht ...


4) Bewertung:

"8 mm" trifft auf "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" könnte das Motto hinter diesem Roman lauten, der seiner Einordnung in die Heyne Hardcore"-Reihe alle Ehre macht.

~ Spannend und brutal ~

Aus einem spaßigen Abend in Feierlaune wird der Alptraum ihres Lebens, als drei Freunde einen Mann überfahren. Nicks erster Impuls ist es, die Polizei zu verständigen, aber seine Freunde halten vehement dagegen. Dem Opfer kann niemand mehr helfen, die Pistole und das Barvermögen sprechen dafür, dass es sich um einen Gangster handeln könnte und für die Jungs steht viel auf dem Spiel - insbesondere für Finney, der seinen strengen Vater auf keinen Fall verärgern darf. Nick lässt sich schließlich durch das Geld umstimmen, das ihm durch die nächsten Collegejahre helfen kann und das unruhige Gewissen scheint zunächst das einzige Problem zu sein. Das ändert sich, als sich die Freunde zusammen mit Nicks Freundin Sue, die er spontan eingeweiht hat, das gefundene Video ansehen. In einem Operationssaal-ähnlichem Raum wird ein junges hübsches Mädchen von zwei Maskenmännern erst in allen Variationen vergewaltigt, ehe einer ihr die Zunge herausschneidet. Die Qual dauert noch eine Weile an, bis ein Schnitt durch die Kehle das Leiden des Mädchens schließlich beendet. Spätestens jetzt ist den Freunden klar, dass sie in Gefahr schweben, denn die Beteiligten an dem Video werden nicht ruhen, ehe sie es wiederbekommen haben.

Von jetzt an verläuft die Handlung wie eine Achterbahnfahrt, immer rasant und mit grauenhaften Steigerungen. Schon bald taucht ein unsympathischer Officer auf, der noch vor den offiziellen Meldungen vom Fund der Leiche weiß und sich undurchsichtig verhält, auch der Cadillac, der die Freunde in der Nacht auf dem Highway passierte, steht auf einmal vor der Tür und ist offenbar ein Zeuge. Schnell ist klar, dass keine der Hauptfiguren unantastbar ist. Jeder der Vier könnte sterben, der pessimistische Tenor über der Geschichte lässt auch die Möglichkeit zu, dass die Snuff-Mafia hinter dem Video am Ende die Oberhand behält. Das Autorengespann schildert zwar keinen Splatter, hält aber einige heftige Szenen bereit, die nichts für zart besaitete Gemüter sind. Es wird nicht nur gefoltert, sondern auch geschossen und gekotzt und der Tote auf der Straße ist nicht der letzte Leichnam gewesen, mit dem Nick und seine Freunde zu tun bekommen.

~ Emotionale Verwicklungen ~

Nick Laymon ist der eindeutige Protagonist und Identifikationsfigur des Lesers. Ein typischer junger Mann, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt und dessen familiärer Hintergrund ihn grundlegend von seinen Freunden unterscheidet - was für weiteren Zündstoff in der Handlung sorgt. Trotz ihrer freundschaftlichen verbundenheit ist sich Nick immer des Unterschieds bewusst. Finney und Tucker stammen aus wohlhabenden Familien und kennen keine Existenzängste. Nick dagegen ist Halbwaise, sein Vater nach aufzehrender Arbeit bei einer Ölfirma Ivalide im Rollstuhl. Auch die Beziehung zu Sue ist schwierig, denn sie ist nicht nur ein leichtlebiges Mädchen, das sich, wie er vermutet, auch mit anderen Männern trifft und wohl auch mit Finney mal eine Affäre hatte, sondern auch eine Tochter aus reichem Haus. Einen seiner demütigendsten Augenblicke erlebt Nick, als er sie spontan besucht als ihre Eltern gerade bei ihr sind und als gewöhnlicher Freund vorgestellt wird, der sich ein Buch ausleihen wollte. Obwohl Nick weiß, dass die Beziehung wohl nicht auf Dauer ausgelegt ist, kommt er nicht von ihr los.

Neben diesen internen Streitigkeiten ist interessant geschildert, was das Video außer Angst in ihnen auslöst. Wie bei einem Verkehrsunfall sind sie abgestoßen und fasziniert zugleich von dem, was sich ihnen auf dem Bildschirm bietet, vor allem Nick verspürt sogar gegen seinen Willen heftige Erregung und nutzt das Video später zusammen mit Sue als Pornovorlage. Darüberhinaus steht er in ständigem Zwiespalt, ob er den Vater des Mädchens informieren soll oder nicht. Während Nick sich gerne die 100.000 Dollar Belohnung für Hinweise besorgen würde, drängen ihn Finney und Tucker, das belastende Videband endlich verschwinden zu lassen.

~ Kleine Schwächen ~

Zum einen ist die Anziehung, die vor allem für Nick und Sue von dem Video ausgeht, etwas übertrieben dargestellt. Dass sie sich aus Neugierde das Band mehrfach ansehen, ist verständlich, auch dass die Pornoszenen Erregung auslösen kann man so stehen lassen, Nick scheint aber geradezu eine Sucht nach dem Video zu entwickeln, die der Leser so nicht nachvollziehen kann. Vor allem aber ist unverständlich, warum keiner auf den Gedanken kommt, das Video, anstatt es zu behalten oder zu vernichten, einfach anonym der Polizei oder dem mächtigen Vater des Mädchens zukommen zu lassen, um so wenigstens ein reines Gewissen zu haben. Es ist auch ein bisschen unrealistisch, dass Nick seine Freundin Sue gleich beim ersten Treffen nach der Tat darin einweiht, dass sie versehentlich einen Mann überfahren zu haben, vor allem angesichts ihres bis dato nicht sehr innigen Verhältnisses. Diese Punkte halten den Leser ein wenig davon ab, sich ganz auf die Charaktere einzulassen und sich in sie hineinzuversetzen, trotzdem bleibt der positive Gesamteindruck.


5) Fazit:

Ein harter Thriller über Snuff-Filme, der nichts für empfindliche Leser ist. Die Handlung ist spannend und rasant ohne Längen und unberechenbar bis zum Ende. Ein paar nicht ganz nachvollziehbare Verhaltensweisen der Protagonisten trüben den Gesamteindruck, trotzdem insgesamt empfehlenswert und eine gute Lektüre für alle Thrillerfans.
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Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Humor:Humor von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 2,0 wenig humorvoll
Zielgruppe:Erwachsene
Niveau:Niveau von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 3,0 mittelmäßig
Unterhaltungswert:Unterhaltungswert von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 4,0 hoch
Spannung:Spannung von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 5,0 sehr hoch
Wie ergreifend ist die Story?:berührt ein wenig
Aufmachung:Aufmachung von Jack Bailey: Copkiller  (Taschenbuch): 4,0 schön
Seitenzahl:300-400
Stil:neutral
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Kommentare
Sommergirl
Sommergirl, 14.09.2009
Ab sofort geht jeder Cent den ich hier einnehme zu Gunsten eines Tiergnadenhof-Projektes in der Schweiz - ich hoffe auf Deine Hilfe und viele Gegenlesungen! Wer mehr wissen will kann sich bei mir melden.
Bunny84
Bunny84, 03.09.2009
Klasse Bericht. Lieben Gruß Anja
PS: Freue mich über Gegenlesungen
Jack100
Jack100, 05.04.2010
Danke für das Lesen meines Berichtes. Und Frohe Ostern. Viele Grüße
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1-2 von 2 Testberichten über Jack Bailey: Copkiller
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