Pro:
kultige Zitate, Stallone
Kontra:
ideologischer Schrott, Action auf niedrigerem Niveau als bei den Vorgängern, DVD-Extras mit Makeln belastet,...
Empfehlung:
Nein
„In Teil eins kämpfte er für sich, in Teil zwei für sein Land und nun kämpft er für seinen Freund!“ Diese Worte aus dem Trailer liefern schon annährend einen Vorgeschmack, was den Zuschauer in „Rambo III“ erwartet, vor allem wenn man noch die Stimme voller Pathos dazu nimmt, welche der Sprecher dieser Zeilen hat. So ist es auch kein Wunder, dass „Rambo III“, wie auch schon der zweite Teil, weit entfernt ist von der hohen Klasse des Vorgängers.
John Rambo (Sylvester Stallone) hat seinen Krieg beendet. Der Vietnamveteran lebt zurückgezogen bei buddhistischen Mönchen und verdient seinen Lebensunterhalt mit Stockkämpfen. Als ihn sein Freund Colonel Samuel Trautman (Richard Crenna) und Robert Griggs (Kurtwood Smith) von der amerikanischen Regierung aufsuchen und zu einem Einsatz überreden wollen, ist es für Rambo klar, dass er nicht mehr in den Krieg ziehen wird. Er erteilt den beiden eine Absage.
So geht Trautman mit einer Gruppe Männer ohne Rambo nach Afghanistan, wo die Russen ihre Macht hin ausdehnen wollen, doch er und seine Männer geraten in Gefangenschaft. Für Rambo ist es nun klar, dass er seinen Freund nicht hängen lassen wird. Die Ein-Mann-Armee macht sich auf in den Kampf gegen einen brutalen Feind: Die Russen.
Nachdem Sylvester Stallone nach dem zweiten Teil eine kurze Rambo Pause gegönnt wurde, und er statt dessen mal wieder Rocky spielen durfte, und man den amerikanischen Zuschauer, derweil mit einer Rambo-Zeichentrickserie (immerhin 64 Teile) unterhielt, musste Stallone 1988 wieder in die Rolle als Rambo zurückkehren. Immerhin ging der kalte Krieg dem Ende zu, die Sowjetunion stand vor dem Zusammenbruch und die Amerikaner konnten den Russen ihr Vietnam in Afghanistan heimzahlen und sich für die Demütigung damals revanchieren.
Mit „Rambo III“ geschah diese auch filmisch, in bester Tradition zu Teil zwei. Dort hat man dem amerikanischen Publikum vorgegaukelt, dass man hier doch in Vietnam gewinnt, nun zeigt man der amerikanischen Öffentlichkeit, dass man auch den Russen noch schmerzvolle Niederlagen zuführen soll.
So ist die Schwarz-Weiß-Malerei deutlich sichtbar: Rambo schlachtet diesmal nicht wie in Teil zwei selbst scharenweise Frauen und Kinder ab, sondern er muss mit ansehen, dass die Russen das machen. Und ein aufrechter Amerikaner lässt so was nicht ungesühnt und so macht Rambo diesen Krieg - wie er selbst sagt - zu seinem eigenen. Wo war eigentlich dieser edle Wesenszug als er in Teil zwei selbst Frauen und Kinder abgeschlachtet hat?
„Rambo III“ ist ein weiterer höchst rassistischer Film, der Amerika in den Himmel lobt, die Russen als das Böse dieser Welt darstellt, und den Amerikaner Rambo als den einzigen der es bekämpfen kann.
Vielleicht sollte man den Film aber nicht so ernst sehen, vielleicht sollte man diesen rassistischen und moralisch höchst verwerflichen Unterton des Streifens ausblenden (wobei hier der Begriff „Unterton“ eine sehr starke Untertreibung ist) und den Film einfach ohne großes Nachdenken sich als seichten Actionflick zu Gemüte führen.
Nicht einmal dann funktioniert „Rambo III“. John Rambo ist nur noch eine Witzfigur, eine Karikatur, ein Comic-Superheld. Rambo kann alles: Er spaziert in das gegnerische Camp rein, vermint es komplett, metzelt die halbe Besatzung nieder, zieht wieder ab, und kommt dann noch mal um auch den Rest platt zu machen. Die wenigen, die dann noch leben, werden mit ihren Panzern und Hubschraubern von dem Mann mit dem Messer in der offenen Wüste gestellt und niedergemacht. Dieser John Rambo ist unsterblich. Ein paar Schusswunden mehr oder weniger, ein paar Explosionen in unmittelbarer Nähe, kein Problem. Rambo kämpft weiter, als wäre er Superman. Wo in Teil eins der Mensch John Rambo im Mittelpunkt stand, in Teil zwei noch menschliche Züge zu erkennen war, sieht man jetzt irgendetwas vor sich, aber keinen Menschen mehr. Es wird gnadenlos übertrieben.
Selbst die Actionszenen können kaum mit den Vorgängern mithalten. Statt das ganze stilistisch einwandfrei zu inszenieren, hat man scheinbar nur auf mehr Brutalität gesetzt. Die Qualität der Actionszenen ist aber gegenüber beiden Vorgängern zurück gegangen, wirkt wie in einem B- oder C-Movie. Noch schlimmer die zahlreichen Plotholes und Fehler, mit verschwindenden und wieder auftauchenden Gewehren etc.
So bleibt in diesem schwachen Film nicht viel positives über: Das einzige sind die schwachsinnigen Sprüche, die mittlerweile wohl Kultstatus erlangt haben. Ob Rambo erklärt, das blaues Licht blau leuchtet oder Trautman, auf die Frage, ob Rambo sich für Gott hält antwortet, dass Gott Gnade kennt aber Rambo nicht oder Rambos Antwort auf die Frage „Wer sind sie?“ „Ihr schlimmster Albtraum!“. All diese Zitate wurden unzählige mal persifliert und sind zu Recht Kult. Das einzige erinnerungswerte an diesem traurigen dritten Teil einer Trilogie, die einmal so hervorragend begann. Zwei von zehn Punkten!
D V D
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Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf die englische DVD von Momentum Pictures. Diese DVD ist aber absolut identisch mit der deutschen DVD von Kinowelt.
Technische Informationen:
Bildformat: 2,35 : 1
Tonformat: Dolby Surround
Sprache: Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Italienisch, Portugisisch, Spanisch
Extras:
- Teaser + Trailer
- Making Of
- Behind the Scenes
- Fotogalerie
Bild und Ton der DVD sind beim Hauptfilm wieder einmal tadellos. Vor allem beim Ton kann ist es erneut überraschend, wie viel man auch noch mit einer Dolby Surround Tonspur erreichen kann.
Auf der DVD darf ein Making Of natürlich nicht fehlen. Dort fällt aber gleich negativ auf, dass die Stimme des Sprechers viel zu leise ist, im Vergleich zum Sound des Films, der oft im Hintergrund zu hören ist und ebenfalls im Vergleich zu den Stimmen der Interviewpartner. Dies ist teilweise so katastrophal, dass man den Sprecher kaum versteht. Das Making Of ist leider wieder einmal mehr ein Werbefilmchen als ein richtiges Making Of und was Stallone dazu veranlasst hat, in einem Interview zu sagen, dass man versucht hat alles so realistisch wie möglich zu machen, ist auch eher fraglich (ein Großteil des Making Ofs geht darüber, wie man versucht hat alles möglichst realistisch darzustellen, was vielleicht für das Nachstellen eines afghanischen Bazar gilt, aber sicher nicht für den ganzen Film.
Die beiden „Behind the Scenes“ „Scope“ und „Friendship“ unterscheiden sich nicht groß von dem Making Of. In ähnlicher Weise vermischen sie Filmszenen, Szenen von den Dreharbeiten und kurze Statements von Mitwirkenden. Teilweise werden sogar Szenen aus dem Making Of genauso verwendet. Auch hier fällt die zu leise abgemischte Stimme des Kommentators auf, auch wenn nicht ganz so extrem wie im Making Of.
Neben einem Teaser und einem Trailer, findet sich sonst nur noch eine Fotogalerie auf der DVD, so dass diese gegenüber der DVD zu Teil zwei deutlich schlechter ausgestattet ist.
F A Z I T
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“Rambo III” ist eigentlich ein Streifen, den man vergessen kann. Bis auf die kultigen Zitate hat der Film nichts zu bieten und wenn es nicht so einen guten ersten Teil dazu gegeben hätte, dann hätte wohl nie jemand von diesem Streifen groß Notiz genommen. Und doch, obwohl er so schlecht ist, irgendwie ist der Streifen schon Kult und deswegen wird die DVD doch immer mal wieder ausgekramt und geschaut und anschließend mit Freunden über den Film gelästert. Aber auch hier ist der erste natürlich klar vorzuziehen.
Film: 2 von 10 Punkten!
DVD: 2 von 5 Punkten!
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Gesamt: 3 Punkte auf meiner 10er Skala!
D A T E N
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Titel Deutschland: Rambo III
Originaltitel: Rambo III
Genre: Action
USA 1988, FSK 18, Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Sylvester Stallone (John J. Rambo), Richard Crenna (Colonel Samuel Trautman), Marc de Jonge (Colonel Zaysen), Kurtwood Smith (Robert Griggs), Spiros Focás (Masoud, Anführer der afghanischen Mujahedeen), Sasson Gabai (Mousa Ghani), Doudi Shoua (Hamid), Randy Raney (Kourov), Marcus Gilbert (Tomask), Alon Abutbul (Nissem), Mahmoud Assadollahi (Rahim), Joseph Shiloach (Khalid)
Regie: Peter MacDonald
Produzenten: Buzz Feitshans, Mario Kassar, Andrew G. Vajna
Drehbuch: Sheldon Lettich, Sylvester Stallone nach den Charakteren von David Morrell
Musik: Jerry Goldsmith
Kamera: John Steiner
Schnitt: O. Nicholas Brown, Ron S. Herbes, Andrew London, James R. Symons, Edward A. Warschilka
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0095956/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=785
© Björn Becher 2003
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