Pro:
starker Rachefeldzug, sehr schnell inszeniert, eine tolle DVD-Ausstattung
Kontra:
teilweise nicht wirklich neu, etwas zu übertrieben, das Ende
Empfehlung:
Ja
Ich möchte mich heute dem Thriller "Gesetz der Rache" widmen. Man hat es hier mit einem wirklich richtig guten Streifen zu tun, der von seinem sehr cleveren und coolen Stil lebt. Es ist jetzt kein Film, bei dem man vor Begeisterung nicht mehr aus dem Kinosessel kommt, aber durchaus ein würdiger Thriller, der aus dem Bereich der Selbstjustiz stammt. Aber es ist wirklich ein interessantes Phänomen, wenn man mal beobachtet, wie viele Rache/Selbstjustiz-Thriller in letzter Zeit entstehen. Da fallen mir ganz spontan "96 Hours", "Auftrag Rache" und "Die Fremde in Dir" ein. Ich habe nichts gegen diese Art von Filmen, finde sie sogar richtig gut, aber man sollte dennoch etwas aufpassen, dass man es nicht zu sehr übertreibt.
So schnell ändern sich die Dinge - Die Handlung von "Gesetz der Rache"
Er ist ein normaler, gutbürgerlicher und glücklicher Familienvater, Clyde Shelton (Gerard Butler). Das soll sich aber schnell ändern, denn eines Abends wird er und seine Familie - im eigenen Haus - von Einbrechern überfallen. Die wollen nicht nur das Geld und sonstige wertvolle Gegenstände, denn sie sind anscheinend auch auf das Ableben der Familie aus - einer der Einbrecher jedenfalls. Für Clyde wird das schlimmste wahr, seine Frau und seine Tochter werden ermordet. Er selber überlebt alles schwer verletzt.
Der zuständige Staatsanwalt, Nick Rice (Jamie Foxx), nimmt sich der Sache an. Er befürchtet jedoch, dass er den Fall nicht gewinnen kann und trifft deswegen ein Abkommen mit Clarence Darby, einem der Killer. Durch diesen "Deal" bekommt Darby's Partner die Todesstrafe, aber er selber erhält nur drei Jahre. Nick Rice berichtet Clyde von diesem Abkommen und der sieht sich dadurch vom Staat und Gesetz betrogen.
Clyde sieht nur einen Auswegen: Er nimmt das Gesetz selber in die Hand, nimmt Rache an allen, die mit dem Fall und dem dazugehörigen Verbrechen zu tun hatten. Er ist selber das Gesetz, das Gesetz seiner ermordeten Familie...
1. Der Film und seine genaueren Eigenschaften/Elemente
1.1. Ein bekannter Stoff...
"Gesetz der Rache" arbeitet mit relativ bekannten Stoff, aber das muss ja nicht zwingend schlecht sein. Die Ausgangssituation hat mich immer wieder ein wenig an "Die Fremde in Dir" mit Jodie Foster erinnert, aber das spielt hier ja keine weitere Rolle. Der Film arbeitet - wie gesagt - mit bekannten Mitteln, aber das kann er richtig gut. Schon am Anfang schafft man es eine Atmosphäre aufzubauen, die mir sehr gefallen hat. Es wirkt alles ganz friedlich, im Hintergrund läuft leise Musik und die Farben wirken warm. Die Darsteller reden und lachen miteinander und man baut schon in der kurzen Zeit eine unheimliche Sympathie zu der Familie, zu den Darstellern auf. Einige Filme brauchen da ja teilweise ein ganz paar Minuten mehr, wenn sie es denn überhaupt schaffen. Doch dann schwingt alles ganz plötzlich um. Die Kamera bewegt sich schnell, die Bilder wirken dreckig und die warmen Farben kommen in dem Chaos gar nicht mehr zur Geltung.
Hat mir jedenfalls sehr gut gefallen und die ersten Minuten sind dadurch schon enorm mitreissend.
1.2. ...schön aufgewärmt
Der Film arbeitet weiter mit den klassichen Elementen in diesem Bereich und zeigt, wie Clyde Shelton hintergangen wird und wie er innerlich daran zerbricht. Das alles stellt der Film in - zeitweise - traurigen Bildern da und man hat ein sehr großen Mitgefühl für Shelton. Man kann seinen Hass und die gleichzeitige Trauer richtig spüren. Außerdem finde ich es sehr nett, dass der Film zu den eher winterlichen Jahreszeiten spielt. So wirkt der Film noch brutaler, spannender und "kälter" als er sowieso schon ist.
Der eigentliche Hauptteil des Films, Clyde seine Rachefeldzüge, sind enorm beeindruckend gestaltet, durchdacht und sehen verdammt cool aus. Doch an manchen Stellen wirkt der Film zu sehr überdreht und wird somit ein wenig unrealistisch. Shelton führt das Gesetz jedenfalls an der Nase herum, spielt mit Polizei, Staatsanwalt und anderen hohen Vertretern und diese können nichts dagegen tun. Es gab in dem Film sehr viele Momente, die ich gar nicht so vorhergesehen, die mich sogar kurz erschrocken haben. Ich will nun nicht weiter darauf eingehen, denn ich würde euch sonst zu tief in die Handlung führen und sowas vermiese ich nur sehr ungern.
Es gibt jedenfalls Momente, die ihr so nie erwartet hättet.
1.3. Ein fast perfekter Plan
Euch erwarten in den 109 Minuten Filmdauer sehr spannende Szenen, Adrenalinfahrten und wirklich gute Wendungen. Der Regisseur F. Gary Gray ("The Italian Job") hat es hier geschafft einen ordentlichen Selbstjustiz-Thriller zu erschaffen, der doch im Verlauf irgendwie seinen eigenen guten Stil erzeugt, um nicht ganz in der Masse unterzugehen. Ich hätte eigentlich nichts, wirklich gar nichts an dem Film auszusetzen, wenn denn da nicht dieser Schluss wäre. Er passt nicht zum restlichen Film, lässt den Plan von Clyde gerade zu dämlich und dumm wirken. Das Ende fügt sich nicht wirklich in das Bild ein, was man da gute zwei Stunden gesehen hat. Es kam mir wie ein alternatives Ende vor. Man kann sicherlich über das Ende diskutieren und vielleicht gefällt es auch einigen, aber mir hat es jedenfalls etwas den Film versaut.
Ja, ansonsten ist der Film ein richtig gutes Ergebnis und eignet sich perfekt für einen DVD Abend. Den Kauf habe ich auch nicht bereut, da man sich so eine Art von Film doch immer mal wieder Abends oder auch mal Zwischendurch ansehen kann.
2. Die DVD
2.1. Die Aufmachung der Hülle
Neben dem wirklich ziemlich gelungenen Cover, das perfekt die Lage des Films wiedergibt, gibt es bei "Gesetz der Rache" kein Wendecover. Wie es bei der Blu-Ray aussieht weiß ich leider nicht, da ich meistens noch bei den DVDs bleibe. Ich würde mir schon öfters ein paar Wendecover wünschen, da das FSK-Logo durchaus stören "kann". Ich bin da nicht so sehr empfindlich, aber es wäre einfach besser, wenn man sowas mit einbringt. Das blaue FSK-16 Logo stört in diesem Fall nicht so sehr, denn das Cover ist auch in einem dunkleren Blau gehalten. Auf der Rückseite findet man, wie schon auf der Vorderseite des Covers, wieder groß die Namen der beiden Hauptdarsteller vor. Außerdem gibt's hier eine sehr genaue Inhaltsangabe und man findet sehr schöne und übersichtlich gestaltete Angaben zum Produktionsjahr, zur Laufzeit etc.. In der Hülle der DVD erwartet euch noch ein kleineres Heftchen, welches neben der üblichen Szenenangabe noch Darstellerinfos bereithält. Eine nette Idee, denn sowas lese ich mir auch manchmal kurz durch.
2.2. Bild- und Tonqualität
Constantin Film hat auch hier gute Arbeit geleistet und präsentiert eine technisch einwandfreie DVD mit keinen Mängeln. Ein klarer Ton, der die ganze Zeit ohne Probleme läuft und man bietet hier auch eine starke Bildqualität, die euch ohne Einbrüche durch den Film begleitet und euer Filmerlebnis noch besser macht.
2.3. Bonusmaterial
Der Film bietet ziemlich viele Extras und das dürfte einige Fans freuen. Ich selber bin davon ja keiner, aber man hat natürlich ein lieber ordentliches Bonusmaterial auf der DVD als nur den eigentlichen Film. Man findet hier folgende Extras vor:
- Das Rechtssystem (ca. sechs Minuten)
- Making-of "Law in Black and White (ca. 15 Minuten)
- Die Entwicklung der visuellen Effekte (ca. sieben Minuten)
- Blick hinter die Kulissen (ca. 15 Minuten)
- Interviews (ca. 12 Minuten)
- Audiokommentar
- Darstellerinfos (damit dürfte das kleine Heftchen gemeint sein)
3. Die allgemeine Informationen zum Film
3.1. Die wichtigsten Darsteller und andere mitwirkende Personen
Darsteller:
Clyde Shelton = Gerard Butler
Nick Rice = Jamie Foxx
Jonas Cantrell = Bruce McGill
Sarah Lowell = Leslie Bibb
April Henry = Viola Davis
Dunnigan = Colm Meaney
Regisseur:
F. Gary Gray
Drehbuch:
Kurt Wimmer
Musik:
Brian Tyler
Produktion:
Alan Siegel, Gerard Butler, Lucas Foster, Mark Gill, Robert Katz
Kamera:
Jonathan Sela
Außer Gerard Butler und Jamie Foxx sagt mir hier kein Name etwas, auch wenn man einige Darsteller schon einmal in anderen Filmen gesehen hat. Der Regisseur ist sicherlich noch durch "The Italian Job" bekannt, aber restliche große Namen fehlen hier. Mir macht es nichts aus, da Filme auch mit etwas unbekannteren Schauspielern richtig gut sein können und vielleicht dadurch sogar noch besser ihre Wirkung entfalten. Ich zähle aber "Gesetz der Rache" eher nicht zu diesen Filmen.
3.2. Andere Informationen zum Film
Original Titel: Law Abiding Citizen
Deutscher Titel: Gesetz der Rache
Produktionsjahr: 2009
Produktionsort: USA
Laufzeit: 109 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Noch ein kurzes Wort zur deutschen Version des Films. Leider gibt es in Deutschland nicht die längere, ungekürzte Director's Cut zu kaufen. Bei uns erschien lediglich die original deutsche Kinofassung auf DVD. Das ist etwas ärgerlich, denn es fehlen fast neun Minuten. Dabei wurden nicht nur Gewaltszenen etwas entschärft, denn auch Dialoge, was mir völlig unverständlich ist, wurden gekürzt und teilweise entfernt. Ich kann mir nicht erklären, warum man die Dialoge nicht in der deutschen Version übernommen hat - unmöglich!
Leider habe ich von den Schnitten erst nach dem Kauf der DVD etwas gehört.
4. Meine abschließende Meinung zum Film
Man bekommt hier einen richtig guten Action-Thriller, der den Zuschauer fesselt, auch wenn die Handlung nicht wirklich neu ist. "Gesetz der Rache" kommt stellenweise etwas leicht übertrieben und unglaubwürdig daher, denn Clyde sein Plan ist einfach etwas zu genau durchdacht. Der Film hat mit "Gerard Butler" und "Jamie Foxx" zwei bekannte Stars mit von der Partie, aber leider konnte sich keiner von beiden wirklich entfalten. Macht aber nichts, denn so ein Film lebt auch nicht grundsätzlich davon. Man schafft es gleich am Anfang "Gerard Butler" sympathisch wirken zu lassen und ich habe auch im restlichen Film stets mit ihm mitgefiebert, trotz seiner Taten. Jamie Foxx kann ich persönlich nicht sonderlich gut leiden und auch hier hat er mich weniger überzeugt als sein Gegenspieler, aber das kann auch an meinem Geschmack liegen. Es ist jedenfalls ein interessantes Duell, das die beiden sich hier liefern und der Film lebt vor allem durch die unglaublich gut ausgedachten Racheszenen. "Gesetz der Rache" erreicht niemals ein "geniales" Niveau, spielt sich aber im "guten" Bereich ab und weiß auch defintiv zu gefallen. Da ich mich mit diesem Avatar-Zeug nicht wirklich anfreunden kann (mit 3D schon gar nicht), war dieser Film mein persönlicher Liebling im Jahr 2009. Ein toller, schneller, aber auch kein außergewöhnlicher Selbstjustiz-Thriller. weiterlesen schließen
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