Pro:
fränkischer Dialekt *g* - tolle Schauspieler - super Story - sehr lustig, sehr unterhaltsam
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Und damit sich jeder ein Bild von diesem Film „Resturlaub“ machen kann, erzähl ich kurz um was sich dieser handelt, wobei ich gleich meine eigene Meinung miteinbinden werde.
Da ist zunächst mal eine Clicke, die aus vier jungen Männern im heiratsfähigen Alter besteht, wobei drei davon eine mehr oder weniger feste Freundin haben. Okay, einer steht kurz vor der Hochzeit, sodass der ganze Film kurz vom Junggesellenabschiedsabend beginnt, der, so wie es sich gehört, ganz ohne „Anhang“ stattfindet. Im Biergarten, in welchem sich die vier Freunde treffen, wird noch beratschlagt, wie der Abend über die Bühne gehen soll, wobei eine Freundin der vier sich dazugesellt, die auch gern mitgefeiert hätte. Und weil dies ein Ding der Unmöglichkeit ist, so wie es die drei Freunde meinen, gibt sie sich beleidigt und eingeschnappt und rennt davon, was jedoch ihr Freund nicht sehen kann, wobei er seine Freunde wortlos verlässt und seiner Freundin folgt.
Und jetzt wird hinter seinem Rücken gelästert, was das Zeug hält. Auf jeden Fall erscheint dieser nicht auf dem Junggesellenabschiedsabend.
Überaus feucht-fröhlich und herb, wie auch derb, geht nun der Abend vor der Hochzeit zu Ende, wobei sie am Tag noch den Pfarrer mit einem elektronisch gesteuertem Bullenreiten, das wahrscheinlich für das Brautpaar bestimmt war, unfähig machten, die Trauung zu vollziehen.
Jetzt muss ein Ersatzpfarrer kurzfristig einspringen, der jedoch keine Gelegenheit mehr hat sich mit dem Brautpaar in Verbindung zu setzen. Und dementsprechend verläuft auch die ganze Trau-Zeremonie. Das Brautpaar wird zwar herzlich, von dem immerwährenden, grinsenden und lachenden Pfarrer in der Kirche begrüßt, wobei ich eigentlich das feierliche, so wie man es von Trauungen, ob Standesamt, Kirche usw. her gewohnt ist, vermisst habe. Meiner Meinung nach kann man dies nicht machen, einen solchen Tag, von welchem vielleicht die Frau mehr träumt als der Mann, so ins lächerliche zu ziehen. Das hat meiner Meinung nach schon unterstes Niveau erreicht. Und dass die Braut noch mit ihrem Spitznamen „Ente“ von ihm begrüßt wird, woraufhin sie den Tränen nahe ist,
sodass er sie dann als „Weiße-Frau“ betitelt, setzt der ganzen Zeremonie die Krone auf. Kann sein, dass andere dies lustig finden. Ich auf jeden Fall nicht, zumal nach dieser Ansprache, die ja so was von einem Stuss ist, keiner diese Trauung wirklich ernst nehmen kann. Entsetzt sind auch die Hochzeitsgäste über die ganze Ansprache, welcher ich zumindest kein müdes Lächeln abgewinnen kann, weil diese einfach nur doof und ins lächerliche gezogen ist, was man auch in den entsetzten Gesichtern der Hochzeitsgäste ablesen kann, die wahrscheinlich genauso denken wie ich.
Ich find es schon grausig auf welcher Geisteshöhe sich solche Filme-Macher bewegen, wobei ich Witze und über andere Lachen ja in Komödien auch recht lustig finde, nur darf und sollte man nicht ungeschrieben Grenzen dabei überschreiten. Selbst die Brautrede die ein Freund hält, dürfte so manchen bitter aufstoßen, zumal er von den Gästen unterbrochen wird, weil diese ins ordinäre und beleidigende gegenüber den Brautleuten speziell der Frau ausgeartet ist. Jedenfalls, und das ist sicher, wäre in solch einer Situation für meinen Mann sein Freund gestorben, wenn jemand über mich, in aller Öffentlichkeit, solche Worte in den Mund nimmt. Lustig machen und lustig machen, das ist zweierlei, auch wenn es sich gleich anhört, wobei jeder wissen sollte, wo die Grenzen liegen, dass sich niemand beleidigt und angegriffen fühlt. Denn dort hat ein jeder Spaß sein Ende. Man lacht gezwungenermaßen über die Witze und Gags, und findet diese komisch wie einfallslos, die allerdings bei weitem den schlechten Geschmack übertreffen. Klar, im Hörbuch reihen sich auch Gags an Gags was jedoch auch super rüberkommt, die jedoch im ganzen Film so was von grottenschlecht umgesetzt worden sind, dass grausig noch milde ausgedrückt ist. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Teil des Films, welcher in Bamberg spielt, in Mundart (fränkisch) gesprochen wird, welcher ich nur sehr schwer folgen kann, wenn sich mehrere Personen gleichzeitig unterhalten, wobei einer deutlichen Aussprache, was auch durchaus in Mundart möglich ist, wenig Beachtung bei der Verfilmung geschenkt wird.
Ein Kind rettet keine Beziehung. Das ist ein Ausspruch von Pitschi dem Hauptdarsteller im Film, welcher scharfsinnig ist, jedoch sehr heftige Reaktionen bei Frau hervorruft, an welchen Mann, wie auch Frau noch Wochenlang zu nagen hat. So Gedankenlose, spitze Aussprüche findet man zu genüge in diesem Film, die jedoch im Laufe der Zeit echt langweilig werden, weil sie einfach nur schwachsinnig und idiotisch wirken.
Sie, Biene träumt nach langjähriger Beziehung mit ihm von einem Häuschen im Grünen, weit weg von seinen Freunden und einem Baby, das sie in Mallorca produzieren werden, dem er, Pitschi, jedoch nur um des Friedens willen einwilligt, damit das Thema endlich Ruhe hat.
Ab jetzt triftet der Film in eine stinknormale, wenn auch unglaubwürdige, billige Beziehungskiste. Vom frischvermählten Paar hört man so gut wie gar nichts mehr im Film, wobei sich jetzt alles nur noch um Pitschi und Biene dreht.
Der Gedanke an ein Baby verfolgt Pitschi bis zum Flughafen, zumal ihn wiederum die Panik packt, und er aus der Not heraus in die Toilette flüchtet, wo ihn zunächst ein Schweißausbruch überkommt, weil die Zeit drängt, nur dass er nicht mit nach Malle muss. Jetzt muss er sich schnell was einfallen lassen, wobei dieser Einfall nicht nur Pitschi weh tut, sondern auch dem Zuschauer, weil dieser mehr als albern, vielmehr schon geistig unterbelichtet ist. Er fügt sich selber sehr schmerzhafte Blessuren zu, nur um nicht mitreisen zu müssen.
Diese Aktion wurde schon in hunderten von Filmen gezeigt, wobei diese Szene regelrecht ermüdend und langweilig wirkt. Nicht mal komisch, sondern schon „saublöd“. Und dann, als seine Freundin mit seinen Freunden endlich im Flugzeug sitzt, atmet er erleichtert auf, und bucht einen einfachen Flug, nur weit weg von ihr.
Die Szenerien die jetzt noch folgen sind so was von einfallslos, wobei, wenn ich ganz ehrlich bin, bis dahin die Thematik des Films doch im weitesten Sinn dem realen Leben entspricht, auch wenn sie so was von albern (Männer in der ewig währenden Pubertät) dargestellt werden.
Aber das was jetzt folgt, ist wahrlich der Überflieger-Hoch-Drei. Nicht nur dass Pitschi in Buenos Aires gelandet ist, sondern das was er dort erlebt, ist ja so was von schwachsinnig.
Da trifft er schon mal eine Fränkin im Bus, wobei er sich dort im fremden Land schämt, dass er ein Franke ist. Der redet so ein kauderwelsch von fränkisch-englisch, das niemand versteht. Und deshalb meldet er sich für einen Sprachkurs an, wobei allein schon der Anblick einer verschwommenen Silhouette, einer schlanken großen Frau genügt, dass seine Hormone verrücktspielen. Er malt sich zunächst die schönsten Fantasien mit ihr aus, die jedoch dann Wirklichkeit werden, bei welchen er nichts mehr zu lachen hat. Aber dafür umso mehr die Zuschauer.
Das einzige Mal, dass Frau richtig herzhaft lachen hat müssen, ist die Szene, als Pitschi nicht mehr kann, jedoch sie noch immer nicht genug hat, und er einen guten Rat eines Freundes befolgt, und sich einen Fingervoll Tabasco-Soße in den Hintern steckt. Diese Szene ist so was von abgefahren, dass sie wiederum gut ist.
Na ja, den ganzen Film möchte ich nicht verraten, wobei dieser in meinen Augen zu überladen von Gags, Witz und Komik ist, sodass man irgendwann unterm Film genug hat, und dieses einfach nur Langweilig findet, weil Gag auf Gag folgt. Kann sein, dass einige das toll finden, aber mir persönlich ist dies echt zu viel, wobei wirklich neues nicht darunter ist. Alles schon mal gesehen, in irgendeiner Komödie.
Die Story allein ist nicht schlecht, aber die Umsetzung ist einfach miserabel, wobei ich nicht den Schauspielern die Schuld gebe, die haben schon ihr Bestes getan, wenngleich ich schon das dauergrinsen des dunkelhäutigen Pfarrers recht albern und unpassend fand. Okay, dieser Film soll lustig wirken, da hab ich auch nichts dagegen, jedoch wenn man darin schon einen Hauch Rassismus und Diskriminierung hört, dann find ich ihn zumindest alles andere als witzig oder komisch, zumal in diesem Film die Frauenwelt ganz schlecht abschneidet. Schon allein der Pfarrer reißt Witze während der Trauung über sie. Nennt sie „Ente“, nur weil ihre Freunde sie so nennen, weil sie eine so entenhafte, quakige Stimme hat. Und dann wird nur der männliche Trieb befriedigt, das heißt, dass es im Grunde egal ist, ob eine Frau dick und weniger hübsch, oder recht attraktiv und jung ist. Alles wird „daher gebürstet“. (Fränkischer Ausdruck für vögeln). Eine Augenweide für die Männerwelt scheint die rassige Sprachlehrerin zu sein, die zumeist nur recht sparsam bekleidet zu sehen ist, und so richtig die Männer hernehmen kann.
Na ja, und der Schauspieler Maximilian Brückner, der den Pitschi spielt, stellt eine aufgeblasene Witzfigur dar, die nie wirklich sympathisch wirkt und eher als charakterlos einzustufen ist.
Der ganze Film ist in meinen Augen eine wirklich typische billig Produktion, der an dem Erfolg des Buches anknüpft, um hier nochmals ein paar Euros ab zu stauben.
Im Großen und Ganzen wirkt nur der Anfang des Films etwas glaubwürdig und ist meiner Meinung auch mehr oder weniger gelungen, wogegen das romantische Happyend einer „Schmonzette“ gleicht, die jedoch keine feuchten Augen verursacht, sondern nur ein Kopfschütteln über so viel Schwachsinn.
Daten zum Film
Dt. Start: 11. August 2011
Premiere: 22. September 2011
Genre: Komödie
Land: Deutschland
FSK: 12
Länge: 100 min
Darsteller:
Maximilian Brückner (Peter 'Pitschi' Greulich), Mira Bartuschek (Sabine), Antoine Monot Jr. (Checko), Stephan Luca (Arne), Jeff Burrell (Jason), Martina Hill (Biggy-Ente), Ivanka Brekalo (Miriam), Dave Davis (Pfarrer Bouba), Melanie Winiger (Luna), Anja Schoenleben, Manuela Wisbeck (Heidi), Marianne Rappenglück, Rosetta Pedone (Luisa), Carlos Garcia Piedra (Matias)
Regie: Gregor Schnitzler
Drehbuch: Tommy Jaud weiterlesen schließen
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