Nikon F75

Produktbeschreibung

Nikon F75

EAN 0018208803118, 0018208803125
gelistet seit 06/2006
Hersteller Nikon, http://www.nikon.de/
nikon-gmbh
weitere Nikon SLR analog

Tests und Erfahrungsberichte

  • Top-Kamera

    Pro:

    -

    Kontra:

    -

    Empfehlung:

    Ja

    Nachdem ich einige Zeit mit meiner kleinen Q1 fotografiert hatte, bekam ich Lust auf eine „größere, richtige“ Kamera. Die digitalen Kompaktkameras fielen sofort raus, die DSLR (Digitale Spiegelreflex) waren mir zu teuer. Eigentlich fiel mein Auge auf eine Gebrauchte F90 bzw. F90x. Schnell fand ich auch bei ebay ein recht gutes Angebot. Jedoch war ich unsicher, weil ich nicht die Chance gehabt hätte, mir die Kamera vorher anzuschauen. Also entschied ich mich, dass es doch lieber eine neue sein sollte. Die F90x wird ja leider nicht mehr gebaut. Das es eine Nikon sein sollte, war mir trotzdem schnell klar, die liegen bei mir einfach besser in der Hand und fühlen sich besser an, als zum Beispiel Canon, finde ich. Nach stöbern auf der Nikonseite kam dann also die F75 in meine engere Auswahl, der Preissprung zur F80 war mir zu groß und die da drunter gefielen mir irgendwie nicht. Nach einer Fachmesse mit ausgiebigem Besuch des Nikon-Standes war mein Entschluss dann gefasst, das Set mit dem 28-100mm Objektiv sollte es sein, natürlich in schwarz. So bin ich also zu der Kamera gekommen.

    Das schwarze Gehäuse sieht sehr schlicht und unauffällig aus. Die Verarbeitung gefällt mir sehr gut, man hat nicht das Gefühl das man einen Plastikbomber in der Hand hält, alles macht einen stabilen und recht Robusten Eindruck. Das Bajonett ist aus Metall, was, wie ich finde auch so sein sollte. Man sollte natürlich trotzdem Pfleglich mit der Kamera umgehen. Trotzdem ist sie schön leicht. Gerade mit dem Zusätzlichen Batterieteil MB-18 passt die Kamera super in meine Hand, ohne empfinde ich sie als etwas zu klein für meine Pranken. Der Aufbau der Kamera ist recht logisch find ich. Links oben das Rad um die Programme einzustellen und der Schalter für Serienbild, Einzelaufnahme und um ins Menu für die Customfunktionen zu kommen. Rechts dann das Display mit Anzahl der verbleibenden Aufnahmen, Blende, Zeit, Batteriezustand, Autofokusmessfeld-Info und Blitzfunktion. Hört sich zwar viel an, ist aber übersichtlich und ich finde auch alles wichtig. Da drüber befinden sich die Taste für die Belichtungskorektur und die Displaybeleuchtung. Auf der Gehäuse-Vorderseite die Knöpfe für Blitzfunktion, Belichtungsreihe und Abblenden. Die Taste für die Blitzfunktionen find ich an der Stelle nicht ganz so gelungen, da man nur schwer auf die schnelle etwas Umstellen kann zwischen 2 Aufnahmen. Auf der Rückseite ist ein kleines Schaltkreuz mit dem man das AF-Messfeld anwählen kann. Der Schalter liegt absolut genial, man kann während man durch den Sucher schaut und den Zeigefinger am Auslöser hat ohne Probleme mit dem Daumen das Messfeld wechseln, auch wenn man grad am Hochformatauslöser des MB-18 ist. Zusätzlich zum Display bekommt man auch noch die wichtigsten Informationen in den Sucher eingeblendet, dazu gehören Natürlich Zeit und Blende, aber auch bei Belichtungsreihen bzw. –korrekturen um wie viele Stufen man Über- bzw. Unterbelichtet und Informationen zum Blitzzustand. Auch sieht man natürlich welches Autofokusmessfeld gerade angewählt ist.

    Die Kamera besitzt neben der Vollautomatik, die ich eigentlich nur zum Blitzen, wenn überhaupt, benutze. Dazu kommen Programmautomatik, Zeit- und Blendenautomatik und die manuelle Belichtungseinstellung. Dazu kommen noch 5 Motivprogramme, die ich bisher nie benutzt habe. Es gibt das Portrait-, Nachtportrait-, Landschaf-, Sport- und Makroprogramm. Diese Übernehmen alle nur die Wahl des richtigen Blenden/Zeitverhältnisses, was man auch selber machen kann, und wie ich finde auch sollte. Es ist immer besser, wenn man sich über das was man gerade tut Gedanken macht, und dementsprechend Zeit und Blende wählt. (Tiefenschärfe etc.). Eine schöne Sache ist sicherlich, dass die Kamera eine Abblendtaste besitzt, womit man die Tiefenschärfe begutachten kann. Die 5 AF-Messfelder sind sicherlich eine gute Sache, aber nicht nötig, da man auch einen Punkt anmessen kann, Auslöser halten und auf anderen Punkt wechseln und somit eine andere Stelle messen, als die Bildmitte. Die Iso-Empfindlichkeit der Filme erkennt die Kamera automatisch und bietet leider nicht die Möglichkeit, diese Manuell zu wählen. Daher lassen sich nur DX-Kodierte Filme verwenden, und das pushen von Filmen wird erschwert. Die Kamera erkennt Filme von 25 bis 5000 Asa. Dies deckt zwar den Standart-Bereich ab, aber gerade Leute, die selber Schwarz-Weiß Filme entwickeln werden doch die Möglichkeit des Pushens vermissen. Wer die Kamera im Studio einsetzen will, wird außerdem die Anschlussbuchse für das Synchronkabel vermissen, ein solches lässt sich jedoch über einen Adapter auf dem Blitzschuh anschließen.

    Die Belichtungsmessung der Kamera funktioniert meines Erachtens ziemlich genau, sie Liefert gute Ergebnisse, aber das ist eigentlich von so einer Kamera ja auch zu erwarten. Der Autofokus ist sehr präzise, bei schwachem Licht auf etwas größere Entfernung jedoch leider zu vergessen, trotz AF-Hilfslicht der Kamera, aber da das meist Entfernungen sind, die über die Unendlichkeitsenstellung des Objektivs hinausgehen kein Problem. Einfach mit MF Fokussieren. Bei genügend Licht ist der Fokus auch recht schnell. Die Farben der Bilder sind, einen vernünftigen Film, also nicht irgendein billig Film vom Discounter, und ein anständiges Labor vorausgesetzt, sehr gut, auch der Kontrast stimmt, trotz Set-Objektiv. Wenn man das erste mal mit so einer Kamera Bilder macht, fühlt man sich sicher erstmal von allen Funktionen erschlagen. Man sollte sich aber nicht entmutigen lassen, und einfach mal rumprobieren, und vor allem die Anleitung lesen, und sich das ein oder andere gescheite Buch, weniger Kamera spezifisch als zur Fotografie und Techniken allgemein lesen. Aber alles gelesene kann keine Praxis mit der Kamera ersetzen, also einfach mal rausgehen und alles Mögliche ausprobieren. Nach einiger Zeit ist man dann auch sicherer im Umgang mit der Kamera. Bei Urlaubsfotos, die nicht fotografisch perfekt sein sollen, sondern einfach sehr schöne Erinnerungen, würde ich einfach die Automatik verwenden. Was man auf jeden Fall erwähnen muss, wie ich finde, ist, dass die Kamera noch so gut sein kann, wenn man nicht bedacht Fotografiert, sondern einfach knipst, man keine tollen Fotos automatisch bekommt. Jemand der einfach nur draufhält, wird auch mit einer Nikon F5, oder einer Mittelformatkamera keine Profi-Fotos machen. Und für einen Hobbyfotografen ist die F75 sicherlich ausreichend und bietet wahrscheinlich mehr Funktionen als objektiv gesehen wirklich benötigt.

    Im Lieferumfang befindet sich neben Kamera und Objektiv noch eine Anleitung, Front- und Rück-Objektivdeckel, ein Deckel für die Kamera, wenn man das Objektiv abgenommen hat, eine Abdeckung für den Sucher, 2 Lithiumbatterien und natürlich ein Tragegurt für die Kamera..

    Zu der Kamera gibt es natürlich Unmengen an passendem Zubehör, sowohl von Nikon, als natürlich auch von den Fremdherstellern, wie Objektive von Sigma, Tamron etc. Man sollte jedoch Aufpassen, wenn man ältere Objektive an der Kamera verwenden möchte. Leider funktionieren nicht alle richtig mit der Kamera, das heißt, die Kamera erkennt die Blende nicht etc, und die Objektive lassen sich nur im manuellen Belichtungsmodus benutzen oder gar nicht. Sinnvoll finde ich auf jedem Fall ein Stativ, aber das ist ja von dem was man fotografieren will abhängig. Wenn man die Kamera nur für Urlaubsbilder verwenden will, kann man sicherlich darauf verzichten, da ein solches Stativ recht unhandlich und schwer ist, und von daher unpraktisch für Reisen, aber wenn man sich doch etwas mehr mit Fotografie auseinander setzt und so wie ich gerne Lichtinstallationen fotografiert, wo eine lange Belichtungszeit nötig ist, ist ein Stativ doch auf jedem Fall zu empfehlen, da sich die Kamera gerade mit Lichtschwachen Objektiven wie zum Beispiel dem Setobjektiv bei eigentlich noch recht viel Licht nicht mehr halten lässt. Wenn man oft ein geschlossenen Räumen fotografiert ist sicherlich ein externer zusätzlicher Blitz sinnvoll, da dieser stärker als ein eingebauter ist, und man gerne die Hand vor dem eingebauten hat, da dieser ziemlich blöd liegt. Außerdem hab ich mir noch einen so genannten Crossfilter gekauft, mit diesem lassen sich bei Lichtquellen schöne Effekte erzielen, dort sind dann kleine Sterne in dem Bild, den Effekt kennt ihr bestimmt, sieht man auch oft beim Fernsehen. Natürlich gibt es auch Unmengen anderer Filter von den verschiedenen Herstellern. Das Batterieteil MB-18 kann ich nur jedem empfehlen, da die Kamera damit deutlich besser in der Hand liegt, man Standard Batterien/Akkus verwenden kann, und einen Hochformatauslöser hat. Ohne diesen hab ich im Hochformat irgendwie ständig verwackelt, das war auch sehr ärgerlich. Natürlich sollte man sich auch eine ausreichend große Tasche zulegen, in der die Kamera gut geschützt ist, man alles nötige Zubehör rein bekommt, und die am besten noch angenehm zu tragen ist, ansonsten braucht man die Tasche gar nicht erst zu kaufen, wenn sie unbequem ist, bleibt sie eh zuhause. Ein antistatisches Reinigungstuch sollte auch auf keinen Fall in der Fototasche fehlen, damit lässt sich das Objektiv leicht wieder reinigen, und ein bisschen Dreck kommt leider, auch bei größter Vorsicht, bei mir hin und wieder schon mal auf die Linse *g*.

    Die Kamera gibt es sowohl in schwarz als auch in Silber. Es werden verschiedene Sets angeboten, mit 28-80, 28-100 und 28-80 + 70-300 Objektiv. Außerdem gibt es noch eine D-Version der Kamera, mit der man die Möglichkeit hat, das Datum auf Bilder einzubelichten. Das Set, was ich besitze (mit dem 28-100mm Objektiv) hat einen unverbindliche Preisempfehlung von 369 €. Das Batterieteil kostet ca. 60 €. Man sollte gerade bei Kameras und Objektiven darauf achten, deutsche Orginalversionen zu kaufen. Diese haben eine Deutsche Garantiekarte und Anleitung. Den Mehrpreis gegenüber so genannten Grauimporten sollte man auf jeden Fall in kauf nehmen. Den Kauf einer teureren D Version hab ich erst gar nicht überlegt, da ich auf Bilder einbelichtete Daten absolut nicht leiden kann. Ich finde diese Zerstören jede mögliche Atmosphäre eines Bildes, und eine silberne Kamera find ich sieht irgendwie billig aus.

    Ich kann die Kamera eigentlich jedem Empfehlen, der sich mit der Fotografie befassen möchte, und kein Problem damit hat, noch Analog zu fotografieren. Es lohnt sich sicherlich, etwas mehr Geld in eine vernünftige Kamera zu investieren, als eine günstige zu kaufen. Wer einmal mit einer solchen Spiegelreflexkamera fotografiert hat, wird wohl kaum noch freiwillig mit einer Sucherkamera fotografieren wollen, es macht einfach viel mehr Spaß. Man kann mit der Tiefenschärfe spielen, Problemlos Überbelichten und Unterbelichten, und wenn man gerne noch Digital die Bilder bearbeiten möchte, beim Filmentwickeln eine CD mitbestellen. Man erreicht sicherlich eine bessere Bildqualität auf diesem Weg, als wenn man mit einer Digitalen Kompaktkamera Fotografieren würde. Ich werde aber anfangen zu sparen, dass ich mir irgendwann vielleicht mal eine DSLR leisten kann, die meine F75 zwar nicht komplett ersetzen wird, dafür entwickle ich zu gerne auch mal einen S/W Film, aber sicherlich häufig eingesetzt würde. Den Kauf der Kamera bereue ich auf keinen Fall, es war sicherlich eine lohnenswerte Investition für mich. Man muss jedoch auch den Willen mitbringen, sich mit dem Thema Fotografie und der Kamera an sich auseinander zusetzen, und Bereit sein, auch einfach mal Testfilme zu verschießen, wenn man die Funktionsvielfalt einer solchen Kamera zu nutzen. Ansonsten kann man sicherlich besser eine bessere Kompakte kaufen. Und Leute, bitte, wenn ihr ordentliche Bilder haben wollt, spart nicht am Film und der Entwicklung, dafür ist eine solche Kamera dann einfach zu schade. Da wird das Potenzial schöne Bilder zu erhalten, schlichtweg verschenkt. Film ist nicht gleich Film und Papierabzug nicht gleich Papierabzug. Es muss kein Profifilm sein, das ganz sicher nicht, aber ein normaler Fuji Superia oder ein Kodak Farbwelt (die Kodak VR, erhältlich bei einem großen Discounter, sind veraltet und entsprechen nicht den neuen Möglichkeiten) sollte es schon sein. Ich würde immer einen Film nehmen, der so Lichtunempfindlich ist, wie die Situation es zulässt, ansonsten verschenkt man unnötig Qualität der Bilder. Probiert einfach mal aus, in Schwarz/Weiß zu fotografieren, tu ich inzwischen fast lieber als in Farbe, find ich irgendwie ausdrucksstärker, aber das ist ja Geschmackssache.

    PS: Weitere Informationen gibt es unter www.nikon.de, ich habe bewusst darauf verzichtet, die gesamten Funktionsmerkmale aufzulisten, dazu brauch man keinen Erfahrungsbericht zu lesen, die kann man besser auf der Herstellerseite nachlesen. Fragen beantworte ich natürlich gern. Ich hoffe, dass ich nach so langer Zeit noch einen vernünftigen Bericht hinbekommen habe. ;)

    Achso: Service hab ich noch nie gebraucht, also geb ich mal volle Punkte, weil ein Service der erst garnicht gebraucht wird, ist ja der beste. ;))

Nikon F75 im Vergleich