Chardonnay Stophless Fildefer

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Produktbeschreibung

Chardonnay Stophless Fildefer

gelistet seit 08/2008

Allgemeine Informationen

Rebsorte Chardonnay

Tests und Erfahrungsberichte

  • Von kühlen Temperaturen und einem genialen Tropfen

    Pro:

    lecker, lecker, lecker

    Kontra:

    leider selten zu bekommen

    Empfehlung:

    Ja

    Moinsen Genießer,

    kann man in diesem Jahr eigentlich von einem guten Sommer sprechen? "Nö!", sagen die einen, "wo war das denn ein schöner Sommer?" - "Quatsch", meinen die anderen. "Es war warm, die Temperaturen angenehm!" Offensichtlich gehen die Meinungen auseinander…


    === "Nehmen müssen wir das Wetter sowieso wie es kommt…" ===

    Meinereiner gehört eher zu der letzteren Sorte an Menschen, die diesen Sommer vielleicht nicht gerade als perfekt bezeichnen, allerdings als okay deklarieren würden. Jau, stimmt, Freunde der See hatten kamen vielleicht etwas zu kurz, allerdings die Genießer, denen eine abendliche Sitzung auf "Terresien" genügt, kamen definitiv auf ihre Kosten.
    Ja, und auch meinereiner ist so ein Terrassenhocker. Unglaublich, oder? Gemütliches Terrässchen, ein interessantes Büchlein in den Händen, ein wenig Vogelgezwitscher und dazu einen herrlich, frischen Weißwein… rrrroooarrrr, da wird mir gleich wieder warm ums Herz. Schaue ich heute aus dem Fenster…grummel…vermisse ich die Zeit. Es regnet, ist windig, die Wolken geben der Sonne keine Chance - ich glaube, der Herbst hat bereits seinen Einzug gehalten. Ich muss mich echt fragen, wo ist der noch fehlende Altweibersommer? Manno! Wenigstens den haben wir uns noch verdient!

    Egal! Nehmen müssen wir das Wetter sowieso wie es kommt, so bleibt unsereins nur die Erinnerung an die lauen, gemütlichen Sommerabende des vergangenen Monats. Und genau hier setzt meine Empfehlung an, denn wieso kann ein Wein nicht auch Erinnerungen wecken?

    Und auch in diesem Jahr konnte mein suchendes Herz fündig werden. War es letztes Jahr ein Württembergischer Rosé aus der Schwarzriesling - Traube (siehe Bericht "Katzenbeißer Schwarz-Weiß"), der mein sonniges Gemüt erfreuen durfte, ist es in diesem Sommer ein Weißwein - ein französischer Chardonnay um genau zu sein.
    Hier verdanke ich es wieder einmal unserem Getränkehändler, der mich auf diesen Wein verwies. Im Grunde genommen unterhielten wir uns über sein Hobby, originelle Flaschenmodelle zu sammeln und bei sich aufzustellen. Warum man auch immer so was tun mag, Leergut aufzubewahren und sich ins Regal zu stellen, der Gute kann jedenfalls in seinem Sammelsurium schon seine 200 Flaschen präsentieren. Gut, es handelt sich hier natürlich nicht um primitive Alltagsbuddeln, jede hat seine Besonderheit. Mal bauchig, mal eckig, mal klein, mal groß - keine Ahnung, er hat offenbar die kuriosesten Varianten im Schuppen stehen. Eine dieser Flaschen hat er erst in diesem Jahr "erbeuten" können, wie er mir erzählte. Eine Weißweinflasche mit Bügelverschluss. Na sieh an, hier werde ich natürlich hellhörig! "Wie jetzt - eine Weinflasche mit Bügelverschluss?" fragte ich ihn. Ihm blieb nichts weiter übrig, als mir das gute Stück zu zeigen. Tatsächlich, eine Weinflasche die man mit einem Bügelverschluss versehen hat. Boh - wie geil ist das denn?

    Und genau hier setzt mein strategisches Gewissen ein, meine verkäuferische Seite erwacht zum Leben: Wenn das mal keine gute Sache für unsere Gäste wäre! Wenn der Inhalt jetzt auch noch schmeckt (wo ich mal wieder bei der Preislage leichte Zweifel hegte), dann kann einem Verkauf im Lokal nichts mehr im Wege stehen.


    === "In fast jedem edlem "Blanc de blanc" steckt zu einhundert Prozent der Chardonnay…" ===

    Eigentlich ist an dieser Flasche nichts Originelles, Ungewöhnliches zu sehen. Die Buddel ist aus weißem, durchsichtigem Glas und hegt unheimliche Ähnlichkeiten mit denen, die meine Oma damals immer ihren selbst gemachten Apfelsaft aufbewahrte. Ein Tesa-Film - ähnliches Etikett verrät in roten, schriftförmigen Lettern, dass der Winzer sich den Namen "Fildefere" (wobei das letzte "e" durchkreuzt wurde) ausgedachte hat. Bei der Übersetzung des Wortes "Fildefer" stieß ich allerdings an meine französisch sprachigen Grenzen. Was möchte der Winzer aus Sauvion damit sagen? Frei übersetzt bedeutet das Wort "Eisendraht", oder "Eiserne Leitung" ("Fil de fere"), wo ich allerdings eher im technischen Bereich eine Verbindung suchen würde, satt in der des Weines. Egal, was auch immer im Kopf des Winzers vor sich ging, als er seinem Wein diesen Namen gab, er hat sich bestimmt etwas dabei gedacht.

    "Chardonnay" prangt gleich unter der Namensnennung. Übrigens auch schon eine sehr alte und traditionsreiche Rebsorte, die weltweit vertreten ist. Ob Australien, Asien oder Europa, Amerika oder Südafrika - diese Rebe wächst überall. Obwohl man ja sagt, dass auch hier wieder unsere französischen Nachbarn den berühmten Heimvorteil sehen, denn der Wein stammt (nach eigenen Angaben) aus dem Burgund, wo sogar ein kleines Örtchen nach ihm benannt wurde. Witzig, oder? "Hallo, mein Name ist Francois und ich wohne in 3232 Chardonnay!"…schmunzel… Was es nicht alles gibt! Allerdings muss ich dazu sagen, dass auch dieser Name natürlich von etwas hergeleitet wurde. Laut meines Wissens heißt es "Cardonnacum", was im Lateinischen soviel wie Distelngegend bedeutet. Wie auch immer man dann auf Chardonnay kommt, der Name steht jedenfalls für eine große Rebsorte, die natürlich nicht nur so genannt wird. Typisch für jedes Anbauland, hat man auch dieser Sorte ein Synonym gegeben, um es teils besser aussprechen andererseits besser vermarkten zu können. "Auxois", "Chablis", "Clevner", "Cravner", "Pineau blanc", Weißelder", ja sogar "Melon blanc". Champagnerfans wissen: In fast jedem edlem "Blanc de blanc" steckt zu einhundert Prozent der Chardonnay.

    Der Chardonnay ist was die Pflege betrifft eher ein Weichei. So ist er zum Beispiel anfällig für viele Schädlinge oder Schimmelpilze und den guten alten Spätfrost mag er schon gar nicht. Trotzdem, die Traube ist unheimlich leicht zu erkennen - allein schon die goldgelbe Farbe ist ein typisches Merkmal des Chardonnays. Dazu komme ich aber später noch zu sprechen…ähm…zu schreiben.


    === "Viele gute Weine werden dort als "Vin de Pays" hergestellt…" ===

    Weiße unauffällige Flasche, tesafilmartiges Label, mit roten Aufschriften. Soweit waren wir schon. Ein sanftes "Vin de Pays du Val de Loire" ziert das Label unter dem "Chardonnay", was uns verrät, dass es sich hier um einen Landwein handelt. In deutschen Landen ist diese Bezeichnung eine Qualitätsstufe, die nach dem Tafelwein die zweitniedrigste Kategorie belegt. Was allerdings nicht heißen muss, dass es ein schlechtes Produkt ist. Wie bei vielen Produkten, richtet sich auch die Weinherstellung nach Kriterien, welche die Qualität des Produktes einstufen und demnach den Aufwand und Preis bestimmen. Auch in Frankreich gibt es solche Regeln, nur werden diese anders gehandhabt. Keine Frage - andere Länder, andere Sitten. Viele gute Weine werden dort als "Vin de Pays" hergestellt, die Qualität ist hier meist höher als bei den unsrigen Tropfen, was letztendlich allerdings mit den doch strengeren Regeln des französischen Weingesetzes zu tun hat.
    Und genau diesen Regeln muss sich der Winzer aus dem Val de Loire halten, was er auch offensichtlich auch getan hat. Apropos Winzer, den hatte ich ja überhaupt noch gar nicht erwähnt. Zwar steht auf dem Label ein zierliches "Mise en bouteille par Sauvion" ("abgefüllt von Savion"), womit der Winzer, ein Chateau namens Clairey - Sauvion en Eolie gemeint ist. Wer näheres über das kleine Chateau erfahren möchte, hier die Homepageadresse: www.sauvion.fr.

    Was verrät uns das Etikett denn noch alles?
    12% Volumen Alkohol steckt in dem Weißwein, dessen Inhalt mit 0,75l angegeben ist. "2007" bezeichnet den Jahrgang. Das war´s eigentlich auch schon. Mehr ist ja auch nicht nötig…schmunzel…

    Schaut man sich schon jetzt den Wein von außen durch die Flasche an, erkennt man seine klassische, leicht goldene Farbgebung. Chardonnay´s like! Schön finde ich ja, dass die Flasche mal nicht eingefärbt ist, sondern klar ist, so kann man den Inhalt schon mal bei geschlossener Flasche begutachten und sich den ersten Eindruck verschaffen.
    Die Buddel mal leicht geschüttelt, erkennt man schon im Vorwege, dass es sich tatsächlich um einen frischen, jungen Wein handeln könnte, denn die Säure zeugt sich anhand der kleinen Blubberbläschen, die sich erst durch die Flüssigkeit ziehen, dann am Rand des Weines hängen bleiben und verweilen.

    Mit einem leichten "Flupp" gibt der Bügelverschluss nach (der mich immer noch unweigerlich an die klassischen Apfelsaftverschlüsse meiner Oma erinnert) und gibt den Weg zum Flascheninhalt frei. Großartig!
    Die große Überraschung in Sache Äußerlichkeiten bleibt dank der Klarsichtflasche unweigerlich aus. Allerdings die Duftnuancen, die mir beim Einschenken ins Gläschen in mein Riechorgan gleiten, sind verblüffend geil. Zitrusfrüchte und exotische Früchte springen mir direkt ins Näschen. Die bereits erahnte Säure ist nun auch zu erriechen. Die Erwartungen sind sehr hochgesteckt. Verbinde ich Antlitz und Geruch dieses Weines miteinander, sollte geschmacklich etwas Frisches, Junges herauskommen.

    Und genauso ist es auch. Die exotischen Früchte umschmeicheln meine Zunge, die Zitrusfrüchte umzingeln meinen Gaumen. Wow, besonders beim Herunterschlucken dringt die Zitrusnote hervor. Poetisch gesehen, natürlich…schmunzel… Es ist keineswegs so, dass man hier das Gefühl hat, man schluckt eine pure Zitrone herunter. Nein, eher im Gegenteil. Schluckt man den Weißwein herunter wird der Eindruck erweckt, dass sich Zitrusfrüchte darin befinden, was dem jungen Alter dieses Weines zu verdanken ist. Und wieder ein "Wow!", der Wein hat echt etwas Beeindruckendes an sich. Die Aromen harmonieren, sind very frisch und vor allem, sie ergeben eine klasse Geschmacksexplosion im Mund! Meeeehr!!!

    Ich habe auf der Winzer - Homepage mal nachgeschaut, zu welchen Gerichten man diesen Wein offiziell trinken würde. Hier verrät man, dass würzige Speisen ideal dazu sind und er auch als Aperitif genutzt werden könnte. Ob ich diesen Chardonnay tatsächlich zu hellen, würzigen Speisen reichen würde wage ich zu bezweifeln, doch als Aperitif ist er absolut beeindruckend ideal!


    === "Fazit des Weines: Lecker!…" ===

    Tja, und nun ist von den Temperaturen her fast schon Herbst. Für lange, gemütliche Terrassenabende dürften diese wohl nicht mehr ausreichen. Was bleibt sind erste Sitzungen im Wohnzimmer, mit Kerzenschein, dem berühmten, spannenden Science - Fiktion - Roman und einem guten Gläschen Rotwein… ach was… noch ist Sommer! Wieso auch nicht ein letztes Mal dem tollen Terrassenabenden nachtrauern? Also, her mit dem "Fildefere"! Der eignet sich wirklich gut dafür! Einzige Regel in diesem "Nachtrauerfall" die es zu beachten gilt ist die Temperatur! Während man an warmen Tagen diesen Weißwein so kühl wie nur möglich trinken sollte, sollte man sich hier mit etwas wärmeren Temperaturen (10 bis 14°C) begnügen. Ansonsten kann es zu unseriöser Gänsehaut führen, die alles andere als angenehm ist…schmunzel…Leute, ich spreche aus Erfahrungen! Beachtet man diese kleine Regel, steht einem sommerlichen Herbstabend absolut nix mehr im Wege!

    Fazit des Weines: Lecker!

    Der "2007er Fildefere" aus dem Hause Chateau Sauvion ist ein leckerer Chardonnay, der in Frische, Leichtigkeit und vor allem im Geschmack überzeugt. Feine Zitrusnoten, exotische Früchte, angenehme Säure - alles perfekt ausgeglichen. Für mich ist dieser Wein ein idealer Begleiter für die leichte Sommerküche, Fisch, zum Aperitf oder natürlich zum "So-Genießen". Für knappe € 4,00 hat dieser Weißwein absolut ein perfektes Preis - Leistungsverhältnis.

    Doch wo bekomme ich das gute Stück her? Ja, das ist in der Tat eine sehr gute Frage. Da wir ihn von einem Getränkegroßhändler bekommen habe ich mich im Internet mal kundig gemacht, wer ihn sonst noch so anbietet. Und siehe da, leicht ist es nicht, aber nach einiger Googeleie fand ich einige Firmen, die ihn anbieten. So zum Beispiel die Firma "Genusskontor.de" oder "Ahlersgetränke.de".


    ©knopfi.de´08