Alles Gold dieser Welt (DVD)

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Produktbeschreibung

Alles Gold dieser Welt (DVD)

EAN 4020974165297
gelistet seit 11/2011

Film / Kino-Daten

Altersfreigabe (FSK) 6 Jahre
Darsteller Bourvil , Philippe Noiret , Claude Rich
Genre Komödie
Kategorie Spielfilm
Land / Jahr Frankreich; Italien; 1961
Originaltitel Tout l'or du monde
Regie René Clair

Video / DVD-Daten

Anbieter (Label) Magic Picture
Auslieferung 17.07.2008
EAN-Code 4020974165297
Mehrkanalton Dolby Digital 1.0
Sprache Deutsch DD 1.0 / Französisch DD 1.0
System DVD
Ton-System HiFi Mono
Untertitel Deutsch
Vertrieb e-m-s GmbH

Tests und Erfahrungsberichte

  • Kultursatire: Stadt, Land, Gold und Tod

    Pro:

    unterhaltsam-ironisch, überragender Bourvil, flott inszeniert

    Kontra:

    wenig Bonusmaterial, Bildfehler in allen Filmen und Trailern

    Empfehlung:

    Ja

    René Clairs vorletzter Film ist eine amüsante Komödie, die vor Einfällen nur so übersprudelt.

    In einem kleinen französischen Dorf soll nach dem Willen des Unternehmers Monsieur Hardy (Philippe Noiret) ein mondäner Kurort entstehen. Sein einziges Problem: Bauer Dumont (Bourvil) sitzt auf dem Grundstück mit der notwendigen Quelle. Doch kurz vor Vertragsabschluss stirbt er. Jetzt setzt Hardy dem einfältigen Sohn (wieder Bourvil) zu, doch als der zur Unterschrift bereit ist, erfährt man von der Existenz eines zweiten Sohnes (nochmal Bourvil), der in Südamerika lebt und ebenfalls erbberechtigt ist. Monsieur Hardy dreht durch...


    Filminfos
    °°°°°°°°°°°°°°

    O-Titel: Tout l´or du monde (Frankreich / Italien 1961)
    Vertrieb: e-m-s new media
    Veröffentlichung: 03.07.2008 [Kauf-DVD]
    FSK: ab 6
    Länge: ca. 85 Min.
    Regisseur: Rene Clair
    Drehbuch: Rene Clair, Jean Marsan, Jacques Remy
    Musik: Georges Van Parys
    Darsteller: Philippe Noiret, André Bourvil, Michel Modo, Max Elloy, Colette Castel, Claude Rich, Annie Fratellini, Georges Toussaint, Pascal Mazzotti, Nicole Chollet, Jean Marsan, Alfred Adam u.a.

    Handlung
    °°°°°°°°°°°°°°

    Aus dem stickigen Paris der frühen sechziger Jahre fährt ein schwarzer Amischlitten aufs Land hinaus - und wird kurz vorm Ortsschild von Cabosse von einem alten Bauern mit ein paar Strohballen gestoppt. Der Fahrer des Industriellen Hardy (Noiret) schimpft auf den Alten und scheucht ihn weg. Das wird sich noch rächen.

    Der Amischlitten hält vor ein paar Gemeinderäten, die sich schon freuen, dass der Industrielle vor ihrer Gemeinde eine Neubausiedlung hinstellen will. Und wie soll diese heißen? Da alle auf dem Friedhof Begrabenen mindestens neunzig Jahre alt wurden und eine Heilquelle direkt an der Straße sprudelt, liegt der Gedanke nahe, die künftige Stadt „Longuevie“ zu nennen: „die Domäne des langen Lebens“.

    Schon bald beginnt eine generalstabsmäßig geplante Marketingkampagne: riesige Werbeschilder werden aufgestellt, Fototermine mit einer Sängerin namens Stella finden statt – direkt am Grundstück des alten Bauern Mathieu Dumont (Bourvil). Wie Hardy und sein agiler Assi feststellen müssen, befindet sich Dumonts Grund und Boden im Herzen der Anlage, und darauf befindet sich auch die Quelle. Da hilft nur eines: Dumont muss verkaufen!

    Selbstredend weigert sich der Alte nach der schändlichen Behandlung durch die Städter. Und außerdem müsse er erstmal seinen Sohn Toine fragen. Kurzerhand fliegen Hardy & Co. mit dem Heli auf die Alm, wo Toine (ebenfalls Bourvil) die Schafe hütet. Nach etwas Hin und Her steigt er in das klapprige Luftgefährt. Zu Hardys Beunruhigung erweist sich Toine als ein schüchterner, 39-jähriger Bengel, der zeit seines Lebens unter der Fuchtel des Vaters stand. Nun kann er sich kaum zu etwas Eigeninitiative entschließen und schläft lieber in der Scheune statt unter einem Dach mit seinem Vater. Sein einziger Herzenswunsch ist ein Lächeln von der Kellnerin Rosa. Vielleicht kann Hardy hier ansetzen. So kommt es auch, aber zunächst…

    Am Tag der Eröffnung von Longuevie kommt es zu einem Eklat. Der alte Dumont hat seine Schrotflinte mit Steinsalz geladen und feuert auf die Entourage des Präfekten, was das Zeug hält. Panik bricht aus, die Bevölkerung flieht in die vermeintlich sichere Kirche. Doch Toines beherztem Eingreifen ist zu verdanken, dass Dumont nicht auch noch Stella, die Sängerin, abknallt.

    Der Schnappschuss kommt auf die Titelseite der Pariser Zeitungen und macht Toine, das schüchterne Landei, zum Helden des Tages. Hardy wittert die Chance, eine große Werbekampgane mit Toine und Stella einzufädeln, die allen Beteiligten einiges einbringen sollte. Doch Toines großer Auftritt in der Pariser Music Hall gerät zum PR-Desaster, weil er einfach zu ehrlich ist, um zu verschweigen, was er hinter den Kulissen belauscht hat…

    Mein Eindruck
    °°°°°°°°°°°°°°°°°

    René Clair, der Altmeister des französischen Kinos („Die Mausefalle“), hat eine witzige und recht unterhaltsame Farce gedreht. Sie spielt natürlich satirisch mit dem Kontrast zwischen den Exzessen der neurotischen, kommerziellen Städter einerseits und den verschrobenen, vermeintlich zurückgebliebenen Provinzlern auf dem ach so „gesunden“ Lande. Longuevie ist ein reines Ausbeutungsprojekt der Städter, die die Dörfler über den Tisch ziehen wollen. Von dem Dörfchen Cabosse wird, wenn sie erst fertig sind, nichts mehr übrigbleiben. Es ist eine mutige und an vielen Stellen treffsichere Kultursatire, über die sich Jacques Tati selbst sicher mokiert hätte.

    Die Rebellen

    Doch das ganze Projekt kann nur über die Leiche von Mathieu Dumont realisiert werden. Er ist der Stachel im Fleisch der Städter. Dass er nicht wegen Gefährdung des Präfekten eingesperrt wird, grenzt an ein Wunder. Offenbar war Frankreich damals noch liberal. Jedenfalls ist Mathieu ein Außenseiter. Nun kommt sein Sohn Toine ins Spiel. In seinem Tirolerhut sieht er aus wie gewisse Knallchargen aus dem Komödienstadel, doch zu aller Überraschung entwickelt er sich rasch weiter.

    Als er merkt, dass ihn Hardy und die anderen Städter nur ausnutzen, nennt er sie „Gauner und Betrüger“, doch dafür erklärt man ihn kurzerhand zum „Volksfeind“. Da man auch in Cabosse Zeitung liest, lernt er bald Ablehnung und Hass seitens seiner ehemaligen Mitbürger kennen. Jetzt er ihnen ein Dorn im Auge, will er doch wie sein Vater nicht verkaufen und stoppt so den ersehnten Geldstrom im Dorf. Schließlich ist er sogar soweit, dass er auswandern will und dafür sogar auf die Kellnerin Rosa verzichtet.

    Doch der Film kulminiert in einer weiteren PR-Masche Hardys und seiner Mannen: Rosa soll Toine am Auswandern hindern, in der Hoffnung, dass er sich doch nnoch mit ihr versöhnt und sie ihn zum Verkaufen seines Erbes überreden kann. Aber als es auf einer Brücke zu dem Treffen Rosa und Toine kommt, laufen die Dinge ganz anders, als sich Direktor Hardy das vorgestellt hat. Die Folgen sind buchstäblich fatal…

    Man sieht also, dass das Drehbuch vor keinen Kapriolen zurückschreckt und auch mit dem Finger auf viele Geisteshaltungen unter Städtern wie Dörflern zeigt. Betrug und Gaunerei finden sich demnach allenthalben unter den Städtern, und selbst Rosa ist schon vom Stadtbazillus infiziert, so dass sie mit Toines Gefühlen spielt. Dies ist vielleicht der bitterste Verlauf, den man sich in einer Farce vorstellen kann: dass sogar die Liebe verraten wird.

    Die Darsteller

    André Bourvil spielt im Film drei Rollen so fabelhaft, dass man glaubt, es mit drei verschiedenen Schauspielern zu tun zu haben. Der alte Mathieu sieht dem jungen Antoine und dem nach Südamerika ausgewanderten zweiten Sohn Martial, einem ausgebrochenen Häftling, überhaupt nicht ähnlich. Ebenfalls ziemlich gut fand ich die Darstellerinnen von Rosa und Stella, Colette Castel und Anni Fratellini. Von Philippe Noiret hatte ich mir wesentlich mehr erwartet, er wirkt blass und sagt kaum etwas.

    Die Kamera

    Aufgefallen ist mir besonders die interessante Kamerarbeit. Die Szene wechselt ziemlich häufig und häufig ist ein Objekt wie etwa ein Werbeschild nur für wenige Sekunden zu sehen. Doch statt durch die normalen harten Schnitte diese Szenen zu trennen, lässt der Regisseur die Kamera einfach hin und her schwenken. Kann das funktionieren, fragt man sich. Es kann, aber nur, wenn der Zuschauer schwindelfrei ist und den Schwenk nachvollzieht. Manchmal ist das Bild zwischen den Szenen einfach nur verwischt.

    Die Wirkung ist die der mit Hektik mühevoll aufrechterhaltenen Kontinuität. Motto: Alles hängt zusammen, ja, aber es passiert so viel gleichzeitig, dass wir, lieber Zuschauer, Mühe haben, es dir schnellstens zu präsentieren. Es ist, als wäre ein ganzes Reporterteam der Nachrichten unterwegs, um uns die Story brandheiß und hautnah zu präsentieren. Damit macht sie uns zu Komplizen der Städter. Nur um uns dann in langen Einstellungen zu Komplizen der Dörfler zu machen. Die zwei Tempi prallen ebenso aufeinander wie die Lebenswelten von Stadt und Land. Clever.

    Die DVD
    °°°°°°°°°°°°°°

    Technische Infos

    Bildformate: Schwarz / Weiss , 4:3 (Vollbild)
    Tonformate:
    Dolby Digital 1.0 in Deutsch, Dolby Digital 1.0 in Französisch
    Sprachen: D, Französisch
    Untertitel: D, F

    Extras:

    1. Deutscher Kinotrailer
    2. Plakate und Aushangfotos
    3. Trailershow
    4. Kulturfilm: "Mit Napoleon nach Paris"

    Mein Eindruck: die DVD
    °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

    Die Qualität des schwarzweißen Bildes ist halbwegs erträglich, aber nur, wenn man die Artefakte hinnimmt, die allenthalben auftreten. Hier hat offensichtlich keine digitale Nachbearbeitung stattgefunden. Der Ton ist ebenfalls recht bescheiden ausgefallen, den es erklingt nur Mono-Ton. Wenigstens liegen die Untertitel in zwei Sprachen, Deutsch und Französisch (mit deutschen Untertiteln) vor.

    EXTRAS

    1. Deutscher Kinotrailer

    Der Kinotrailer bietet die Highlights der turbulenten Kulturkomödie.

    2. Diaschau: Plakate und Aushangfotos

    Hierbei handelt es sich um eine selbstablaufende Diaschau von 3:11 min Länge, die mit internationalen Filmplakatne, schwarzweißen Aushangfotos und diversen Inserat-Druckvorlagen aufwartet. Ein Heft der „Illustrierten Film-Bühne“ fehlt diesmal.

    3. Trailershow

    Die Trailershow umfasst sieben Trailer zu DVDs dieser Klassikerreihe. "Tragödie einer Leidenschaft", "Du darfst nicht Länger schweigen", "Das Mädchen mit den Katzenaugen" (siehe meinen Bericht), "Der treue Husar", "ALASKA – Wildnis am Rande der Welt", "Der blaue Strohhut", "Null Uhr 15 Zimmer 9"

    Der älteste Film stammt aus dem Jahr 1948 und der Trailer sieht entsprechend saumäßig aus. Da graust es den Filmkenner. Recht witzig ist der Trailer zu dem Film „Null Uhr 15 Zimmer 9“ gemacht: Altstar Peter Pasetti (Donna-Leon-TV-Serie) wendet sich direkt an den Zuschauer, und dieser protestiert zurück, er solle gefälligst nicht alles verraten.

    4.) Kulturfilm: "Mit Napoleon nach Paris" (12:24 min)

    Napoleon himself erzählt uns von seinem historischen Marsch auf Paris, den er im März 1815 unternahm und der rund drei Wochen dauerte. Der Weg wird heute als „Route Napoleon“ bezeichnet. Sie führt von Cannes, wo er, von Elba kommend, an Land ging, über Grasse, Grenoble und Sisteron nach Paris.

    Der Dokufilm dient als eine Art cineastischer Reiseführer (allerdings in Schwarzweiß) für den Autofahrer, der die Strecke und ihre zahlreichen Reise abfahren will, um Frankreich kennenzulernen. Ausgangs- und Endpunkt ist Napoleons Reiterstandbild am See von Lafrais.

    Obwohl die Geschichte an sich recht reizvoll ist und auch die gezeigten Landschaften und Orte mit Reizen nicht geizen, verliert die Sache doch etwas an Wert, wenn man bedenkt, dass dies alles nur in Schwarzweiß zu sehen ist. Der Erzähler aus dem Off mag sich mit gediegenem deutschen Sprachstil noch so mühen, den Zuschauer juckt dies wenig, wenn alles schwarzweiß daherkommt und zudem vor fast fünf Jahren gedreht wurde. Was der Film auf dieser DVD soll, entzieht sich meinem Verständnis.

    Unterm Strich
    °°°°°°°°°°°°°°

    Die Kulturfarce hat mich sehr gut unterhalten, und die zahlreichen Einfälle von Drehbuch, Darstellern und Regie verblüfften mich immer wieder. Besonders Bourvil ist ein hervorragender Darsteller, der in gleich drei Rollen auftritt: als ballernder Patriarch, als rebellisch werdender Sohn und (sehr kurz) als Exilant. Das Tempo, mit der sich die Dinge entwickeln, ist recht hoch, und die Kamera geht dieses Tempo voll mit, indem sie von Szene zu Szene schwenkt. Auf diese Weise arbeiten nur vollendete Meister, die sich gegenüber dem Studio einige Freiheiten herausnehmen können (wahrscheinlich auch den Final Cut).

    Die Silberscheibe wartet leider nicht mit einem digital überarbeiteten Bild auf, und Artefakte finden sich leider allenthalben. Auch der Ton ist recht bescheiden und liegt in Monoqualität vor. Das Bonusmaterial besteht aus Werbung, einer Diaschau und einem völlig irrelevanten Dokufilm, der zwar nett anzusehen ist (besonders für Napoleon-Fans), aber überhaupt nichts mit dem Hauptfilm zu tun hat. Wenigstens stimmt diesmal die FSK-Einstufung, aber ob man Mathieu Dumonts Rumgeballer einem Sechsjährigen zumuten darf, ist Geschmackssache.

    Fazit: drei von fünf Sternen.

    Michael Matzer (c) 2009ff