Pro:
Aktualität
Preise
Liefer-Modalitäten
Keine überalterte B-Ware
Kontra:
Vorkenntnisse hilfreich
Suchfunktion zuweilen inakkurat
Schlichtes Design
Empfehlung:
Ja
Anno 2008. Ein typisch deutscher Spätherbst. Der Regen fällt ohne Unterlass. Die Reifen des pharaonischen Stahlgaules grippen immer mieser und gelegentlich keilt gar die Hinterhand aus - Osiris segne das ABS. Zeit sich von den bis hierher zuverlässigen Schwarten japanischer Fertigung zu trennen. Vollständig. An Bridgestones BT-020 Serienbereifung nagt sowieso langsam der Zahn der Zeit, der Mono-Compound-Reifen ist nicht mehr Stand der Technik, Bridgestone hat bereits seit einem Jahr einen Nachfolger am Start: BT-021. Beileibe kein Schlechter Reifen. Doch Merkwürden dünkt es grade in wirtschaftlichen schweren Zeiten eher europäisch zu denken und kaufen.
Michelin stand als Finalist auf der sorgsam recherchierten Wunschliste. Wenn es geht natürlich trotzdem günstig. Und was bietet sich da besseres an, als das Internet? Rööööchtiich. Also fix die infrage kommenden Reifenmodelle gegoogelt und sich ein paar Preisvergleiche aufs Auge schrauben lassen. Dazu der Quercheck über die Foren und Websites der einschlägigen Motorrad-Zeitschriften betreffs Zuverlässigkeit der diversen Anbieter. Dort immer auf Top-Platzierungen in Sachen Preis und Service zu finden: mopedreifen.de. (Betreiber: "MRP GmbH - Moped Reifen Profi" mit Sitz in Koblenz). Grund genug den Webshop einmal aufzusuchen und - man ahnt es bereits - die Pellen tatsächlich erstmals online zu ordern.
Das Augenmerk hier auf das bestimmte Reifenmarke- bzw. -modell zu richten, wiewohl es ansonsten für die Bewertung eines Onlinehändlers eher zweitrangig erscheinen mag, hat durchaus seine Berechtigung. Es verdeutlicht bei aller Einfachheit der Navigation eine kleine Schwachstelle in der Mopedreifen-Datenbank. Die Suchoption spuckte nämlich im konkreten Fall den gewünschten "Michelin Pilot Road 2" erst gar nicht als passend aus, obschon dieser für die Kawasaki ER-6f seit mehr als einem Jahr freigegeben ist. Angeboten wird für die "Eff" lediglich der mittlerweile im Prinzip überholte PR1. Erst die Suche unter dem nahezu baugleichen Schwestermodell ER-6n war erfolgreich. Das setzt also schon einmal voraus, dass man sich ein wenig in der Materie auskennen sollte, anstatt blind dem Suchergebnis des Webshops nach Motorradhersteller und Modell zu vertrauen. Ein kleiner Stolperstein, wenn auch simpel zu umgehender, wenn man ihn kennt.
Gut hingegen ist hingegen die Einteilung der modellspezifischen Reifeneigenschaften gelungen. Diese werden von eingängigen Icons bzw. Verkehrzzeichen repräsentiert und sorgen schon bei der Generalübersicht der infrage kommenden Reifen für einen raschen Überblick in welchen Kategorien nun welcher Reifen die Nase vorn hat, nämlich: Kurvenverhalten/Handling (Kurvensymbol), Haltbarkeit (Autobahnsymbol) und Nassgrip (Regenwolke). Für jede dieser Grundeigenschaften gibt es maximal drei Punkte zu holen. Eine entsprechende Pop-Up Legende klärt auf Wunsch über die Einstufungen im Detail auf. Ein wichtige Entscheidungshilfe - besonders bei Straßen-/ Tourenreifen. Sportreifen (mit Straßenzulassung) verfügen dagegen über eine weitere, dreistufige Kennzeichnung: Der kleine Motorradfahrer in Schräglage symbolisiert die eventuelle Rennstreckentauglichkeit des Pneus.
Wer unschlüssig ist oder sich gern von Sonderangeboten ködern lässt, kann die betreffenden Wunschkandidaten noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Ein separat aufrufbares Info-Kästchen beinhaltet für gewöhnlich Abbildung und den offiziellen Pressetext des Herstellers zu diesem Modell, unter Umständen sind hier auch etwaige Testsiege in einschlägigen Motorrad-Zeitschriften und kurze Zitate daraus verzeichnet. Gelegentlich kann es vorkommen, dass man vielleicht nicht genau weiß, welche Reifen man nun aufziehen darf - seit der Novellierung der Reifenbindung bzw. deren Wegfall, wurde die Situation auch nicht klarer. Hier bietet mopedreifen.de keine eigene Beratung an (wohl aus rechtlichen Gründen), sondern verlinkt unter "Freigaben" direkt zu den jeweiligen Reifenherstellern. Dort muss man sich durch deren Site wühlen und findet hoffentlich die erhoffte Freigabe. Zumeist als PDF.
Sind die Schwarten einmal im Einkaufswagen versenkt, können bei Bedarf noch passende Ventile in unterschiedlichen Ausführen mitgeordert werden. Das ist eine nicht so notwendige Option, denn für gewöhnlich werden die Reifen entweder in eine der MRP verbundenen Partner-Werkstätten (Liste auf der Website abrufbar), einem Reifendienst (z.B. Euromaster etc.) oder - wie in meinem Fall - direkt an eine Vertragswerkstatt geschickt, wo sie schließlich noch montiert werden müssen. Die Preise verstehen sich demnach exklusive Aufziehen, Ventile, Gewichte/Wuchten und De-/Montage am Krad. Ob man eine Reifenversicherung für 2 Euro Aufpreis abschließen möchte, sei jedem anheim gestellt. Versandkosten fallen ab 100 Euro Bestellwert nicht mehr an. Diesen Betrag hat man bei Bestellung eines Satzes auf jeden Fall locker überschritten, bei Einzelreifen aber nicht immer. Dann ist eine (faire) Versandpauschale von 4,99 € fällig.
Als Zahlungsmöglichkeiten stehen die üblichen Optionen zur Auswahl: Überweisung (Vorkasse), Nachnahme und Kreditkartenzahlung. Bei Versand an einen Vertragspartner auch in bar - zuzüglich Montage. Bei Überweisung brauchts je nach Bank maximal drei Tage bis der Betrag auf dem Empfängerkonto eintrudelt. Erst dann werden die Rundlinge versandt. Für die Klärung etwaiger Unstimmigkeiten steht das MRP-Team per Telefon und Mail zur Verfügung, für jedes Resort gibts sogar einen eigenen, festen Ansprechpartner. Insgesamt benötigte die vollkommen problemlose Abwicklung bei mir eine knappe Woche. Vom finalen Klick bis mein Kawa-Händler telefonisch signalisierte, dass die frischen Sohlen angekommen seien. Es ist überdies natürlich immer ratsam seinen Freundlichen vorab zu informieren bzw. zu fragen, wenn man es genauso zu machen gedenkt.
Einen Termin für's Aufziehen und die Montage an den Hobel hatte ich schon im Vorfeld abgekaspert und diesen auf 3 Wochen nach Bestellung gesetzt. Im Endeffekt eigentlich zu vorsichtig, doch ich bin jung und kann warten. Größte Sorge, dass es sich vielleicht um überlagerte Altbestände handeln könne, zerschlugen sich noch während des Telefonats mit der Werkstatt ebenfalls: Die gelieferten Reifen trugen ein aktuelles Herstelldatum (zu dechiffrieren an der DOT-Nummer, wobei die letzten vier Ziffern Woche und Jahr angeben - hier: "3508", also Ende August 2008 - Kaufdatum: 10/08). Auch irgendwelche Sonderkennungen, welche die Pellen eventuell als Grau- bzw. Re-Importe aufweisen sind Fehlanzeige. Es handelt sich - wie auf der Website versprochen - um blitzsaubere, originale A-Ware aus laufender Produktion.
Fazit
Die Website ist vergleichsweise schlicht aber dafür effektiv und übersichtlich organisiert. Man findet sich flott zurecht und bestimmt seine(n) Wunschreifen, denn MRP führt alle gängigen Fabrikate und Dimensionen. Dass die Suchfuktion zuweilen etwas inakkurat arbeitet, lässt sich verschmerzen, denn wer mopedreifen.de aufsucht, dürfte in der Regel schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, was er/sie sucht. Doch auch Laien können hier recht unkompliziert ordern - auf Wunsch sogar mit Rundum-Sorglos-Paket. Zahlungs- und Liefermodalitäten entsprechen dem Standard, die Qualität ist einwandfrei. Der Direktvertrieb und die Spezialisierung auf Motorradreifen sorgt für Preise, die kaum ein lokaler Reifenhändler mitgehen kann. Kein Wunder, dass der MRP-Shop in vielen Biker-Foren immer wieder empfohlen wird, wenn es darum geht den mechanischen Gaul neu zu besohlen. weiterlesen schließen
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