Der große Ausverkauf (DVD)

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studiocanal der grosse ausverkauf (omu) - arthaus collection dokumentarfilm
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Produktbeschreibung

Der große Ausverkauf (DVD)

EAN 4006680050058
gelistet seit 11/2011

Allgemeine Informationen

Altersfreigabe (FSK) 6 Jahre
Anbieter (Label) Studiocanal (Arthaus)
Auslieferung 21.08.2009
Bildverhältnis 16:9
EAN-Code 4006680050058
Genre Dokumentation
Kategorie Dokumentation
Land / Jahr Deutschland; 2006
Originaltitel Der große Ausverkauf
Regie Florian Opitz
Sprache Englisch DD 2.0
System DVD
Untertitel deutsch
Vertrieb Studiocanal

Tests und Erfahrungsberichte

  • Contra die Privatisierung öffentlicher Dienste

    Pro:

    s.Bericht

    Kontra:

    s.Bericht

    Empfehlung:

    Ja

    Der Film "Der grosse Ausverkauf" zeigt auf treffende Art und Weise den Ausverkauf öffentlicher Dienste durch den Staat an gewissenlose Konzerne. "Der grosse Ausverkauf" ist ein filmisches Contra gegen die Privatisierung öffentlicher Dienste bzw. den Neoliberalismus. Wie wunderbar der wirkt sollte langsam klar sein, Wirtschaftskrise und Griechenland Pleite haben da sicherlich einiges an Aufklärung beigetragen. "Der grosse Ausverkauf" wurde aber zum Teil schon in der Zeit gedreht (Bolivien in den 2000er Jahren) als die Privatisierung öffentlicher Dienste noch als Allheilmittel und wunderbare Idee verkauft wurde.

    Daten:
    Komponist: Marcus Schmickler
    Format: PAL
    Sprache: Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)
    Untertitel: Deutsch
    Region: Region 2
    Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
    FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
    Studio: Kinowelt GmbH
    Erscheinungstermin: 21. August 2009
    Produktionsjahr: 2008
    Spieldauer: 95 Minuten
    Preis: 9,99 Euro

    Regisseur Florian Opitz widerlegt anhand von Einzelschicksalen die These das öffentliche Dienste durch Privatunternehmen funktionieren. Anhand einer philippinischen Mutter die um das Leben ihres Sohnes kämpft, eines britischen Lokführers, eines südafrikanischen Aktivisten und eines bolivianischen Gewerkschaftlers der vom Wasserkrieg in seiner Stadt erzählt werden die immensen Verschlechterungen für die Bürger deutlich gemacht.

    Dazu lässt der Regisseur den Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Joseph E. Stiglitz zu Wort kommen der etwa meint „Ich habe einmal bestimmte Aspekte der Wirtschaftspolitik mit moderner Kriegsführung verglichen. In der modernen Kriegsführung versucht man zu entmenschlichen, das Mitgefühl zu beseitigen. Man wirft Bomben aus 15 000 Metern, aber man sieht nicht, wo sie landen, man sieht keine Schäden. Es ist fast wie in einem Computerspiel. Man spricht von „body counts“. Das entmenschlicht den Prozess. Genauso ist es in der Wirtschaft: Man redet über Statistiken und nicht über die Menschen hinter diesen Statistiken.“
    und aufdeckt das der Ausverkauf öffentlicher Dienste kein wirtschaftswissenschaftliches sondern ein politisches Konzept ist.

    Eines das nur dem kurzfristigen Gewinn dient aber langfristig eine reine Katastrophe ist.


    Ich möchte dazu auch noch den Regisseur Florian Opitzzitieren:
    „Mit dem Film DER GROSSE AUSVERKAUF möchte ich zeigen, was hinter dem abstrakt klingenden Phänomen der Privatisierung öffentlicher Dienste steckt. Was es für die Menschen bedeutet, die davon direkt betroffen sind. Was eine Gesellschaft verliert, die Konzernen die Verantwortung für ihre Grundversorgung überträgt. Die Protagonisten in DER GROSSE AUSVERKAUF haben zu spüren bekommen, was es heißt, wenn ihre Wasser- und Stromversorgung, Busse und Bahnen und sogar das Gesundheitswesen komplett privatisiert werden. Sie haben mit etwas zu kämpfen, das uns früher oder später alle betreffen wird.

    Aber mir ist wichtig zu zeigen, dass die Protagonisten in DER GROSSE AUSVERKAUF keine passiven Opfer, sondern würdevolle und aktive Individuen, die in der Lage sind, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und die privatisierte Realität, in der sie leben, zu verändern. Und wenn es nötig ist - Widerstand zu leisten. Der Film möchte die Öffentlichkeit aufrütteln und auf eine schleichende und gefährliche Entwicklung aufmerksam machen, die unser aller Leben betrifft.“

    Das britische Beispiel wirkt manchmal etwas träge. Der Film hat hier durchaus seine Längen. Gewinnt dann aber am Schluß an Brisanz als der Zusammenhang zwischen einem Eisenbahnunfall mit Toten und der Nachlässigkeit des Unternehmens das die Eisenbahn übernahm klar wird.

    Die Beispiele sind übrigens vermischt, was aber nicht stört.

    Sehr eindringlich ist das philippinische Beispiel. Die Mutter die von Woche zu Woche um das Leben ihres Sohnes kämpft ist wirklich sehr bedauernswert. Dazu meint auch ein philippinischer Arzt sehr treffend was es den die Schuld der Leute sei das es kein Geld für das Gesundheitswesen gebe und wieso der Staat dank dem IWF viel lieber das Geld für Schuldenzahlungen verwende.

    Das bolivianische Beispiel ist ebenso eindringlich, ja unglaublich dass die Privatisierung in einer bolivianischen Stadt dazu führte das die Bürger um Wasser kämpfen mussten. Diesen Kampf bezahlte ein jugendlicher Bolivianer aufgrund der Brutalität der Regierung bzw. Militär/Polizei sogar mit seinem Leben. Auch der Gewerkschafter meint das man ihn und seine Kollegen töten wollte.
    Was in Industrieländern indirekt zu Toten führt wird in den Entwicklungsländern mit ungehemmter Brutalität ausgeführt. Da war ich dann schon froh zu sehen wie der Wasserkrieg ausging und das die Bolivianer ihren Kampf gewannen. Wie jeder der sich für Politik interessiert weiß hat Bolivien jetzt ja endlich auch einen Präsidenten bei dem der Neoliberalismus keine Chance hat. Wie Evo Morales Präsident werden konnte ist mir nach dem Film auch klarer.
    Happy end in Bolivien. Bad end in Südafrika.

    Beim südafrikanischen Beispiel dachte ich mir das es ja nicht so schlimm sei. Für die Leute in Soweto durchaus schlimm ohne Strom zu leben aber im Vergleich zu Bolivien oder den Philippinen eher harmlos. Aber gerade hier kommt am Schluß heraus das auch in Südafrika der Einsatz für Menschenrechte tödlich enden kann.

    Der Film macht betroffen und präsentiert seine Botschaft sehr klar. Es gibt einige Längen im Film aber generell ist er gut strukturiert und interessant. Ich war immer schon gegen die Privatisierung von Gesundheitswesen, jetzt ist das Thema Bahnprivatisierung für mich auch erledigt. Man lernt im Film einiges dazu und nimmt Anteil an den Einzelschicksalen. Gut wäre es noch gewesen wenn ein Teil der Einnahmen an die philippinische Mutter gegangen wären (sind sie vielleicht aber eh?).

    Ein treffender und gut gemachter Dokumentarfilm der seine Botschaft klar transportiert und eindringlich unterstreicht.