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| EIN CHINESE MIT DEM KONTRABASS HAN SEN CHINA |
14,90 € |
24T 8Std. | 0 | ||
| Alle Angebote für Han Sen: Ein Chinese mit dem Kontrabass | |||||
![]() Mein Herz ist in Berlin gebliebenein Testbericht von Clarinetta22010-03-06 11:06:04 vom 06.03.2010 Empfehlung: ja Vorteile: sehr persönlich...Nachteile/Kritik: geschichtliche Ereignisse nicht immer tiefergehendoft suche ich nach Biografien, die etwas ungewöhnlich sind. In der Bücherkiste fand ich diesmal die Lebensgeschichte des deutschen Chinesen Han Sen, der sich trotz seines langen Aufenthaltes in China, im Herzen ein Europäer geblieben ist. ==Han Sen, "Ein Chinese mit dem Kontrabass"== Claasen Verlag, gebunden,332 Seiten, 3-546-00277-6, erschienen 2001, erworben für EUR 2,00 ==Inhaltsangabe== Als Sohn chinesischer Eltern wurde Han, der eigentlich Anton Tschen heißt, in Berlin geboren.Seine Kindheit verbringt er in Berlin bei mehreren Pflegefamilien, oder bei Freunden seines Vaters.Schon früh wird er vom Kommunismus seines Vaters geprägt, der sein Leben lang politisch aktiv ist. In seiner Wohnung gingen die späteren Führer der Kommunistischen Partei Chinas aus und ein, darunter Zhou Enlai und Zouh De. Seine Mutter ging schon früh wieder zurück nach China, und ließ Han in Berlin. Es stört ihn wenig das seine Spielkameraden Schlitzaugen machen, und "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" singen.Eine weitere Prägung erhält er durch die Odenwaldschule. Ebenso erlebt er den Reichtagsbrand, worauf sein Vater mit ihm und seiner neuen Freundin in die Schweiz flieht.Ihre erste Station ist Basel, wo es Han weniger gefällt, schon hier vermisst er sein Berlin. Zudem fühlt er sich einsam, weil er kein französisch versteht. Erst als Han wieder zur Schule gehen kann,schließt er Freundschaften fürs Leben, die sich auch später bewähren. Mittlerweile ist sein Vater nach Spanien in den Krieg gezogen, und Han `s Hoffnung schwinden das er Deutschland so schnell wieder sehen wird, doch im Inneren bleibt sein Wunsch lebendig.Im Jahr 1940 bekommt Han ein Telegramm von seinem Vater, das er sich für China bereit halten sollte.Er ist gerade fünfzehn Jahre alt, als der große Bruch passiert. Mit seinem Vater und dessen neuer Frau reist er in das Land seiner Ahnen, das ihm völlig fremd ist, dessen Sprache er nicht einmal spricht. Leseprobe: "In einer Mischung aus Enttäuschung und Wut fuhr ich ihn an, er möge mich lieber in Singapur zurücklassen, irgendwie würde ich mich auf einem Schiff zurück nach Europa schon durchschlagen. In diesem Moment war ich tatsächlich bereit, alles zu riskieren, um die Fahrt nach China abzubrechen. Mich erschreckte auch, das mein Vater trotz der vielen in Europa verbrachten Jahre durch und durch Chinese geblieben war und sich überhaupt nicht in die Haut seines in Europa aufgewachsenen Sohnes versetzen konnte." Mit jeder Etappe, entfernt er sich von Europa in eine ungewisse Zukunft,dessen Land als rückständig gilt.Seine erste Lektion lernt er in Saigon, wo er mit Stäbchen essen soll. Ein Land voller fremder Eindrücke und Han erschreckt. Alles unterscheidet sich von Europa, andere Sitten und Bräuche.Für seinen Vater ist alles ganz einfach und selbstverständlich. Fünfzehn Jahre seines Leben wird Han, mit der Sehnsucht nach Europa, in China verbringen. Er wird erleben wie Mao seine Regeln umsetzt und das Kommunistische China gründet. Einen Vorgeschmack bekommt er davon, als er in die Höhlenstadt Yanan lebt. Hier verspricht Han sich ein aufregenderes Leben, weit weg von seinem Vater. Erst bei der Ankunft wird ihm bewusst, in welch gottverlassene Gegend er gelandet ist. Alles ist einfach und primitiv.Neben der Schule, müssen schwere Arbeitseinsätze geleistet werden. Leseprobe: "Ich hatte nicht vor, viel Zeit in diesem scheußlichen Lagerkomplex zu verlieren. Nach der Arbeit und sonntags fuhr ich oft zum Hafen in der Hoffnung, einen Arbeitsplatz auf einem der ausländischen Dampfer zu erhalten, um meine Reise nach Europa zu finanzieren....Ich musste endlich einsehen, dass meine Pläne naiv und unrealistisch waren. Mich tröstete nur der Gedanke, alles versucht zu haben- eigentlich unter Lebensgefahr." Der Bürgerkrieg ist noch lange nicht zu Ende, die Inflation galoppiert voran, es ist an der Zeit für einen Wechsel.Han taucht für zwei Jahre unter, nur durch die Kontakte seines Vaters kommt er glimpflich davon. Dafür wird Han keine große Karriere mehr in China machen können, worüber er sehr froh ist, denn Herz sehnt sich immer noch nach Europa. Ein weiterer Wechselpunkt in seiner Lebensgeschichte, wird die Stadt Habrin, die von Russen gegründet wurde. Als Han am 1. Oktober dort eintrifft, ruft Mao Zedong, nach dem Sieg der Roten Armee im Bürgerkrieg, die Volksrepublik China aus.Han hat das Gefühl, das er in einer Sackgasse steckt, das er auf keinen Fall in diesem Land bleiben kann. Durch sein Studium lernt viele russische Freunde kennen, durch einen von ihm kann er mit dessen Familie nach Russland ausreisen.Han schädigt damit die Karriere seines Vaters, doch damit rückt er seinem Herzenswunsch Europa näher. Leseprobe: "Auch ich spürte große Erleichterung bei dem Gedanken, Asien allmählich hinter mir zu lassen und mich auf den Weg nach Europa zu befinden. Zwar war der westliche Teil Russlands, in dem ich meine Kindheit verbracht hatte, und hinter meiner Zukunft hier stand noch ein großes Fragezeichen, doch war ich frohen Mutes und hoffte, dass ich mit meiner Ansiedlung bedeutend mehr zu gewinnen als zu verlieren hatte." Auch hier ist vieles geregelt, und doch um einiges. Wie so oft lässt er sich von Erzählungen blenden, und zieht in die Stadt Charkow. Han ahnt nicht das er dort sechsundvierzig Jahre seines Leben verbringen wird.Erst als Michael Gorbatschow Mitte der achtziger Jahre mit Glasnost, neue Offenheit, Transparenz nach innen wie außen verspricht, ändert sich etwas. Han nimmt wieder seine Briefwechsel mit seinen ehemaligen Freunden auf, kann sie besuchen und sein Herz ist wieder in Europa. Leseprobe: "Und ganz allmählich überkam mich eine feierliche Ruhe, ein Gefühl dass meine Odysee zu Ende und mit meiner Reise in die Vergangenheit mein Traum in Erfüllung gegangen war." ==Meine Meinung== Eine Lebensgeschichte die mich von den ersten Seiten bis zu den letzten Seite gefesselt hat.Vor allem Han`s Beharrlichkeit,seinem Herzenswunsch Europa wieder näher zukommen und jeder noch so schwierigen Situation das Beste abzugewinnen, liest sich aus jeder Zeile heraus. Selbst Gerd Ruge ist in seinem Geleitwort fasziniert von dieser Odysee durch die zwei Kulturen. In China wird Han zwar dem kommunistischen Apparat eingegliedert, und studiert wie Zhou Enlay, Übersetzer, doch einen hoch dotierten Posten lehnt ab.Denn er hat nur einen Traum: Europa. Geschickt baut Han die wichtigsten geschichtlichen Geschehnisse ein. Doch setzt er sich nicht mit allem ausführlich auseinander, sondern es sind in erster Linie seine Eindrücke die er schildert.Das merkt der Leser auch daran, das er persönliche Fotos in das Buch eingliedert. Dabei lässt er keine Grausamkeiten, besonders die Zeit in Yanan scheinen ihn geprägt zu haben. Die Schwere des Alltäglichen sind sehr genau geschrieben, und der Leser fragt sich, wie konnte Han das durchhalten. Auch wenn er nie der Partei beitritt, so gibt es immer Fäden im Hintergrund, die ihn glimpflich davon kommen lassen. Seinen Lebensweg erzählt Han in der Ich-Erzählung. Kennzeichnend für ihn ist auch das er schnell Freundschaften schließt, die ihm später auch nützlich werden. Deutlich lässt sich spüren, wie wenig er seinen Vater wirklich kennt. In der ganzen Geschichte bleibt er eine kaum fassbare Person, die vor allem für die kommunistische Partei lebt. Übrigens ist der Titel von einem Kinderlied abgeleitet, das Mitte des 20.Jahrhunderts im gesamten deutschen Sprachraum verbreitet war. Damit schildert Han seine Kindheit, die trotz seines anderem Aussehen, anscheinend viel Leichtigkeit besaß. Und sein Leben wurde verfilmt. In der ganzen Geschichte ist die Sehnsucht nach Europa wie ein roter Faden, der ihn antreibt. Han schildert Dinge sehr genau und hofft immer das Beste. Dabei verwendet er eine klare Sprache, gepaart mit geschichtlichen Ereignissen, so das wir ihn immerzu begleiten können. Deshalb bekommt es von mir die volle Empfehlung. ==Der Autor== Han Sen wurde 1925 in Berlin geboren. 1933 emigrierte seine Familie in die Schweiz. 1940 nahm sein Vater, ein führender chinesischer Kommunist, ihn mit nach China. Wegen der guten Kontakte seines Vaters von Maos Stellvertreter Zhou Enlai protegiert, arbeitete Han Sen unter anderem als Übersetzer und Sekretär- träumte doch nur davon, China wieder zu verlassen. 1957 gelang es ihm endlich in die Sowjetunion auszureisen: der Westen jedoch bliebe ihm weiterhin versperrt. Heute lebt Han Sen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Charkow. Danke fürs Lesen und Bewerten. Eure Clarinetta (auch für ciao-Finetta; typeer-Lesari) ... |
campino, 05.10.2010
:-: LG Andrea :-:
mima007, 07.03.2010
Viele Gruesse, mima007
morla, 19.03.2010
wünsche dir ein schönes wochenende. lg. petra
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Allgemeine Informationen Han Sen: Ein Chinese mit dem Kontrabass
EAN: 3546002776
gelistet seit: 04.03.2010
Hersteller: Han Sen weitere Han Sen Belletristik Romane & Erzählungen - E | Bewertung durch unsere Mitglieder
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