Roy Robson Factory Outletstore Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Beste Markenware
ein Testbericht von knopfi2010-06-07 12:48:25vom 07.06.2010Empfehlung: ja
Vorteile: gute Angebote, freundliche Beratung, seriös, sauber...Nachteile/Kritik: merkwürdige Größenunterschiede, Angebote sieht man nicht sofort, lediglich AMEX wird als Kreditkarte akzeptiert
als leitender Angestellter setzt man in meinem Job auf die Krawatte und ein elegantes Äußeres. Sprich: Ich stecke in einem Anzug. Zugegeben, nun sehe ich nicht nur noch besser aus…schmunzel… sondern steche in physischer Sicht meinen von „Untergebenen“ heraus. Somit identifiziert der Gast den führenden Aspekt im Lokal und meine schwerstarbeitenden Kollegen erkennen eine Respektsperson - und somit ihren Vorgesetzten - in mir. Ja, do ein Anzug macht schon Sinn!
=== „Sky-High-Price-Kategorien“ ===
Doch auch so eine edle Klamotte will gepflegt und gehegt werden. Somit steckt zum Beispiel die Reinigungsfirma meines Vertrauens nicht nur all ihr Wissen und Können in die verschmutzten Gewänder, sondern verschleißt diese natürlich auch. Der Stoff wird unansehnlich, die Westentaschen lochen, die Hosennähte reißen. Ja, nach zwei Jahren dienstlicher Benutzung sind die Gebrauchsspuren unübersehbar. Ein neuer Zwirn muss her!
Grund genug, die vor einigen Jahren ergatterten, mittlerweile als längst verstaubt geglaubten Gutscheine vom Berliner Edelzwirnproduzenten Roy Robsen einzulösen. Sinnvollerweise haben mir vor langer Zeit Freunde zum 30ten Geburtstag Gutscheine dieser Marke zukommen lassen. Damit ich nicht bis in die Hauptstadt gurken muss, wurden die wertvollen Bons aus der Zweigstelle Lüneburg geordert, in dem Roy Robson einen Fabrikverkauf (Factory - Outletstore) betreibt. Gut so! Habe ich es bisher kaum gewagt, meine dienstlich genutzten Anzüge noch hochpreisiger ausfallen zu lassen als sie schon sind.
Die Künste der Roy – Robsen - Garderoben sind natürlich nicht vergleichbar mit den bizarren Sky-High-Price-Kategorien von „Boss“, „Joop“, „Lagerfeld“, „Hilfiger“, „Armani“ und anderen übernatürlichen Modeexemplaren. Dennoch präsentiert man seinen Zwirn auf einem recht hohen Preisniveau, welches meiner Ansicht für die dienstliche Nutzung einfach zu teuer wirkt. Man muss ja nicht übertreiben! Nicht, dass ich nun auf die Waren von Billiganbietern oder Sonderpostenmärkte zurückgreife, doch ein annehmbares Preis-Leistungs-Verhältnis, das eine recht lange Haltbarkeit zum bezahlbaren Preis voraussetzt, sollte hier natürlich gegeben sein.
Wieso ich den besagten Lüneburger Outletstore noch nie besucht habe, ist mir allerdings schleierhaft. Ergeben doch die Gutscheine zusammengefasst einen recht hohen Betrag mit dem man zumindest einen Teil der begehrten Klamotte ergattern kann. Und im Fall der Fälle ist die Hamburger Geschäftswelt nicht fern.
=== „Innerlichkeiten“ ===
Und somit begebe ich mich also auf die Fahrt gen Lüneburg, der selbsternannten Salzstadt, die ihre Tore rund vierzig Kilometer vor Hamburgs Süden aufbahrt. So ist es nur eine Frage von Raum und Zeit, bis ich die kleine Hansestadt mit ihren schiefen Fachwerkhäusern erreiche. Dank Googel erfahre ich die Anschrift und den Sitz des „Roy- Robsen-Factory-Outletstore“. Um die Bleckeder Straße 18-20 zu erreichen, muss ich mich in den Kern der Stadt vorarbeiten, der heute allerdings kaum befahren ist. Es muss mein Glückstag sein, denn auch die sonst dunkelroten Ampeln des Stadtrings weisen mir grünes Licht. Immer in Richtung Bahnhof, Brücke hier, Tunnel da und siehe da, zu meiner Rechten prangt ein großes Schild mit dem Logo der Marke „Roy Robson“. Der ausgewiesene Parkplatz genügt für ungefähre dreißig PKW. Inklusive dem Meinigen stehen circa zehn Autos auf dem Hof, offensichtlich hat jetzt um die Mittagszeit hat wohl kaum ein Kauflustiger Lust hier ein
Schnäppchen zu ergattern. So parke meinen Wagen faulerweise in greifbare Nähe des Eingangs. Ein hervorragend elegant gekleideter Typ mittleren Alters strahlt mich von einem riesigen Plakat an. Klar, er trägt den ehrenwerten Zwirn von Roy Robson. Und ich weiß nun endgültig, dass ich mein Ziel erreicht habe.
Die frisch geputzten gläsernen Schwingtüren weisen per provisorisch angebrachten Zettel auf die Öffnungszeiten hin. Der Laden öffnet Alltags um 11.00 Uhr seine Pforten und schließt diese um 18.00 Uhr. Lediglich samstags darf die Kundschaft bereits anderthalb Stunden früher in den Kaufrausch fallen, dafür ist aber schon um 16.00 Uhr Schluss.
Erwartungsgemäß besteht das Innere aus einem großen kahlen Verkaufsbereich, ähnlich einem großen Lagerbereich, dessen Beleuchtung ein Mix aus Tageslicht und Deckenstrahlern ist. Der Boden ist betoniert, teils mit Linoleum ausgelegt. Einen Teppich sucht man vergebens. Nichts weißt auf die im „normalen“ Geschäft ansässige Finesse hin, die durch weiße Trennwände, extra angestrahlte Stoffe oder treu-doof dreinschauende Schaufensterpuppen fabriziert wird. Alles ist typisch Lagerverkauf.
Aber hier ist alles sauber. Heruntergefallene Ware sucht man hier vergebens. Der Ramscheffekt scheint draußen geblieben zu sein. Die Abteilungen sind ordentlich getrennt. Die untere Etage ist uns Männern vergönnt. Anzüge, Krawatten, Hemden, Schuhe. Lediglich im Eingangsbereich präsentiert man der Damenwelt in Form einer Untermarke erste Vorgeschmäcker von Röcken, Blusen und Shirts. Erst auf der zweiten Etage darf sich dann das weibliche Geschlecht dem Ihrigen Geschmack widmen. Hier ist die Marke „Cinque“ vertreten. Dazu aber später.
Kleine ovale Regale inmitten des Herrenbereichs präsentieren beworbene Shirts, Schuhe, Hosen und andere Angebote, die dem Kunden direkt ins Auge fallen sollen. Brav hängen zig Anzugshosen gekonnt an Bügeln am Rundständer. Es folgen Jeans, Jacketts, Krawatten, Schuhe und eine annehmbare Auswahl an Businesshemden und Freizeitklamotten. Ich bin wirklich überrascht, wie hervorragend die doch große Auswahl hier zu sein scheint. Wer hier nicht fündig wird ist selber schuld. Lediglich die Preisfrage ist hier nicht offensichtlich. Zumindest fehlen die großen Schilderchen mit denen die Preiskategorien erläutert werden.
=== „Hosenkauf“ ===
Ich steuere auf eine Verkäuferin mittleren Alters zu. Ihr blondiertes Haarstyling ist modern und sogar ein wenig fash. Offenbar trägt sie die passende Kleidung ihres Arbeitgebers. Ich steuere also auf die Gute zu. Unerwarteterweise ernte ich ein ehrliches Lächeln, welches gleichzeitig als Begrüßung gilt. Dies scheint unter den Verkäuferinnen ein Unicode zu sein, der weltweit gültig ist. Ebenso das sofort darauffolgende Fragezeichen in ihrem Gesicht, mit dem sie mich stillschweigend fragt, was sie für mich tun darf. Ich äußere meinen Wunsch nach drei Anzugshosen in dunkelblau.
Vielleicht wirke ich ein wenig perplex, als mich Frau Gerber, dessen Namen ich hier offiziell nennen darf, wohlwollende kurz mustert, mich mit den Augen scannt und so meine Taillengröße heraus findet. „25 würde ich sagen!“ Ich kann nur nicken, verschweige aber nicht, dass sämtliche Herrenausstatter mir diesbezüglich eine „48“ vorhersagen. Ganz sicher scheint Frau Gerber nicht zu sein, aber wir einigen uns darauf, dass die Größe „25“ dem der „48“ entspricht.
Sie begibt sich auf den Weg und steht kurze Zeit später wieder vor mir. In Ihrer Hand drei dunkelblaue Anzugshosen in besagter Größe. „Probieren Sie diese doch einmal an, dann wissen wir es ganz genau!“ Ich folge ihrer Anweisung in der kleinen Ankleidekabine im amerikanischen Stil. Die mit einer pendelnden, halbhohen Tür versehende Kabine enthält neben einem mittelgroßen Spiegel auch drei Bügelhaken und ein Ablageregal. Letzteres weiß ich besonders zu schätzen, da ich im Laufe der Session unzählige Klammern und Verbindungsstücke von den Probestücken zerren muss, die ich seriöserweise dort lagern kann.
Hose eins sitzt perfekt. Ungewöhnlich ist, dass das gute Stück selbst in der Beinlänge passt. Ich muss also später nicht noch zur Änderungsschneiderei. Das Preisschild am Bund verrät, dass das gute Stück von satten € 109,00 auf € 75,00 gesenkt wurde. Eigentlich immer noch kein unbedingtes Schnäppchen. Doch bedenkt man, dass man im „normalen“ Laden wiederum den vollen Preis zahlen muss, ist dies günstig. Na ja, und die Kosten für eine Änderung entfällt zudem ja auch noch.
Mit der zweiten Hose habe ich weniger Glück. Obwohl diese ebenfalls der Größe 25 entspricht, fällt sie wesentlich enger aus. Es bilden sich Falten, wo keine hingehören. Frau Gerber schüttelt den Kopf. Auch sie sieht es. „Probieren Sie bitte die dritte Hose an, ich schaue mal nach einer weiteren!“ Gesagt, getan und weg ist sie. Während sie Nachschub holt, muss ich auch bei der dritten Hose feststellen, dass diese zu eng ist. Entweder ich bin hier und jetzt sowas von gewachsen oder da ist bei der Herstellung etwas schief gelaufen.
„Ja, das war auch uns immer unklar“ erklärt mir Frau Gerber wahrheitsgetreu. „Der Hersteller hat gesagt, dass es an der maschinellen Bügelmaschine liegt. Somit ziehen sich manche Hosen einfach zusammen! Ist ja Baumwolle und somit ein natürlicher Stoff!“ Gern würde ich ihr Glauben schenken, doch als sich auch die nächsten zwei Hosen als zu eng erweisen muss ich schon grübeln, ob nicht doch das erste Probeobjekt ein Fabrikfehler war. Erst mit Nummer Sieben kann ich erneut hoffen, dass ich meine gesuchten drei Hosen doch noch bekomme. Nein, dabei bleibt es dann leider, denn auch die folgenden drei Stücke sind nicht nur zu eng, sondern auch die letzten. Na super! Von zehn erprobten Anzugshosen passen gerade einmal zwei. Dabei dachte ich immer, dass ich keinen ungewöhnlichen Körperbau besäße. Auch Frau Gerber wirkt etwas betroffen und etwas hilflos. Sie kann es nicht verstehen. Ich allerdings auch nicht.
Der Outletstore füllt sich ein wenig. Kein Wunder, hat der Laden nun seit einer Stunde geöffnet. Frau Gerber muss zwischendrin Hilfestellung an der Kasse leisten, da offenbar das Personal heute etwas knapp ist. Stört mich nicht, ich habe ja hier zu tun. Mittlerweile habe ich Blut geleckt und beschließe, meinen Jeansvorrat ein wenig aufzustocken. Wieso auch nicht? Vielleicht ist ja etwas Passendes anwesend, zu einem günstigen Preis. Und da ich ja gerade eine Verkäuferin an der Hand habe…
=== „Verkäuferskunst “ ===
Um immer neue Ideen in meinen Kleiderschrank zu integrieren, veranlasse ich in jeglichen Klamottenläden, dass hiesige Verkäuferinnen ihrem guten Geschmack freien Lauf lassen und mir ein paar schicke Beinkleider zur Ankleide bringen. Hier trennt sich meist die Spreu vom Weizen und man erkennt, den wahren Charakter des Geschäftes. Bleibt eine Verkäuferin auch nach einer Stunde noch freundlich? Hat sie wirklich Geschmack? Ist sie wirklich auf mein Wohl bedacht oder nur auf den Umsatz?
Im „Roy-Robson-Store“ stimmt der Service. Auch wenn Frau Gerber zwischendurch immer mal wieder zur Kasse jumpt, bleibt sie mir treu. Ihre lockere Art der Beratung wirkt erfrischend und vor allem ehrlich. Auch sie gehört zu den Auserkorenen, die mich Zwecks Beinkleidung beraten darf.
Die Robsen-Jeans ist nicht vergleichbar mit denen von Levis, Mustang oder sonstigen bekannten Marken. Auch wenn hier klassisches Denim verarbeitet wird, wirken die Hosen leichter, wesentlich dünner. Ob der berühmte Marlboro-Cowboy in den texanischen Bergen wirklich seine Freude hätte, wage ich zu bezweifeln. Allerdings sind hiesige Jeans auch nicht fürs althergebrachte Kuhtreiben gedacht, sondern eher zum Tragen und Gutaussehen. Denn das tun sie auch. Wenn auch nicht jedes Modell meinem Geschmack oder meinem Hintern entspricht. Kurios: Statt der klassischen Größen gibt man sich auch hier der Einheitsgröße „25“ hin. Auch hier fallen die einzelnen Modelle größentechnisch verschieden aus, wobei bei allen Hosen die Beine zu lang sind. Egal für welches Modell ich mich entscheide, gekürzt werde muss.
Preislich liegen die Jeans bei € 45,00 das Stück. Wobei mich Frau Gerber, die nun mittlerweile die dritte Kundin vertrösten muss ihr Beratung zu schenken, auf die aktuelle Werbung ihres Arbeitgebers hinweist, dass bei Abnahme von zwei Hosen insgesamt nur € 80,00 fällig wären. Somit würde ich also dann zehn Euro in mein Sparschwein stecken können. Ein ähnliches Angebot bekommen auch die Käufer von Pullovern und Jacken, denen man allerdings das dritte ergatterte Teil schenkt. Erst als ich später den Outletstore verlasse bemerke ich die am Glas angebrachten A4-Zettel, die diese Werbung verkünden. Irgendwie dann doch zu spät. Gut, dass es engagierte Verkäuferinnen auf Erden gibt.
Mich kann derzeit aber nur eine Jeans überzeugen. Doch Frau Gerber weiß Rat und reagiert sofort. „Probieren Sie doch einmal Baumwolle!“ Auch wenn diese Beinkleider wie eine Jeans aussehen, sie haben nichts mit dem Ursprung gemein. Baumwolle also. Wieso auch nicht. Die folgende Auswahl mit der Frau Gerber aufschlägt ist verblüffend groß, vielfältig. Kariert, grün, beige, schwarz – alles ist vertreten. Qualitativ machen die baumwollnen Hosen einen handfesten Eindruck, was sich natürlich auch im Preis widerspiegelt. € 65,00 prangt es vom Preisschild. Ich muss dann doch schlucken, denke dann aber an die originalen Preis von Levis & Co, sowie an das hier vorherrschende Angebot und kann wieder lächeln. Tatsächlich werde ich fündig, muss sogar eine Entscheidung treffen, in der mich Frau Gerber beratenderweise unterstützt. „Nun doch nur zwei?“ Fragend blickt mich die Gute an. „Alle vier Hosen sitzen gut!“ Ja, ich weiß. Ich weiß aber auch, dass ich demnächst noch irgendwo eine dritte dunkelblaue Anzugshose und ergänzende Westen bezahlen muss. „Ja, das muss für heute begnügen!“ Mit einem herzzerreißenden minimal hörbaren Seufzer reiche ich ihr die ausgemusterten Modelle entgegen, die Frau Gerber an Ort und Stelle zurück bringt. Die ergatterten Stücke nimmt sie mit zur Kasse.
=== „Bezahlbasis“ ===
Und während sich meine zukünftigen Beinkleider in Richtung Bezahlbasis bewegen, ziehe ich meine „alten“ Klamotten wieder an und schaue mich noch ein wenig im Store um. Ich muss mich von meinem Urgedanken trennen, dass „Roy Robsen“ ein Hersteller von hochwertigen Anzügen ist. Die Marke setzt ebenfalls auf die Freizeitkluft. Vom hässlichen weißen Polo-Shirt im roten Streifenlook, über taillengetreue beidseitig bedruckte Hemden, legeren Pullovern und Jeans in allen Formen und Farben, bis hin zur trendigen Übergangsjacke, deren Preis allerdings sämtliche Rekorde schlagen dürfte. Natürlich ist auch hier der eigene Geschmack gefragt, wobei man auch hier im Fabrikverkauf der klassischen Regel nachkommt: „Ware die gut ausschaut, kostet dementsprechend!“
Zig Untermarken tummeln sich unter den Klamotten, die preislich teilweise etwas höher liegen als die Originalmarke „Roy Robsen“. Ob sich hier die Qualität wirklich verbessert, wage ich allerdings anzuzweifeln. Allerdings habe ich diese Varianten nicht anprobiert. Aber angefasst. Immerhin!
Einer dieser Untermarken ist „Cinque“, an der sich die Damenwelt ergötzen kann und ich mich wundere muss, dass diese Marke tatsächlich zum Robsen-Konzern gehört. Kein Wunder dass mir das Label noch nie so wirklich aufgefallen ist, prangt das Logo doch ausschließlich in der Damenwelt der Kaufhäuser. Man läuft vorbei, bringt die angeleuchteten Klamotten mit „Jill Sander“, „Gerry Weber“ und „Burberry“ in eine Liga und macht sich über das preisliche Niveau Gedanken, in dem sich meine bessere Hälfte gerade die seichte Bluse vom Haken nimmt und in die Ankleide verschwindet. Egal.
„Cinque“ gehört also zu „Roy Robsen“ und befindet sich im Obergeschoss dieses Outletstores. Auf die traditionelle bequeme Rolltreppe hat man wohl weislich verzichtet. Schade eigentlich. Wahrscheinlich sind die Stromkosten mit den Einkäufen der Damenwelt nicht im Einklang. Eine breite Treppe führt gen Oben. Ja meine Damen, hier muss gearbeitet werden. Auch hier ist alles sicher an Ständern geheftet. Helle Strahler leuchten den Kleiderkaufwilligen den Weg. Ja, ich würde bittere Lügen ausstoßen wenn ich sagen würde, dass hier oben geschmacklicher Müll ausgestellt ist. Nein, der Hersteller darf auch aus männlicher Sicht seine Manager und Stylisten behalten. Die Auswahl ist nicht ganz so üppig wie im Herrenbereich (wer vergönnt es ihnen?), aber dennoch vielfältig genug. Ähnlicherweise variieren auch hier die Preise, wurden allerdings immer vom Originalpreis gesenkt. Wieder erkenne ich eines dieser Werbeflyer der verspricht, dass von herabgesenkter Ware nochmals zehn Prozent an der Kasse abgezogen werden. Hey, wieso macht man das bei uns Herren nicht?
Frau Gerber betreut gerade eine weitere Kundin und eilt wieder einmal in Höchstgeschwindigkeit zur Kasse. Dieses Mal bin ich es, der sie von ihrem Beratungsjob abhält. „Nehmen Sie Karten?“, frage ich sie und bekomme zur Antwort, dass man hier mit der EC-Karte und der American Express bezahlen kann. Visa und Master sind tabu. Hmm… Man setzt hier wundersamerweise tatsächlich auf die teuerste Kreditkarte und lässt Deutschlands beliebtesten beiden Bezahloptionen außen vor. Auch gut.
Frau Gerber scheint noch nicht ganz sicher mit dem System der modernen Touchscreen-Kasse zu sein, fragt ihre Kollegin, die mir ebenfalls einen legeren und offenen Eindruck vermittelt. Man tippt den Einkauf ein, bringt die Gutscheine ins Spiel, kassiert. Alles eine Frage von wenigen Minuten. Das Absolvieren meiner EC-Karte ist schnell und verläuft ohne Wartezeit. Allerdings arrangiert man sich hier noch mit dem unsicheren System der Unterschrift, eine Pineingabe wird hier nicht unterstützt. Ich werde gefragt, ob ich die Kleiderbügel mitnehmen möchte, was ich bejahe. Es ist immer gut, die Hosen per Bügel zu transportieren. Außerdem sieht es im Schrank später wesentlich besser aus, als mit den Drahtgestellen der Wäscherei ;-). In Form einer Klarsichtfolie wird das Gekaufte umhüllt und annehmlich verknotet. Lediglich meine Jeans legt man zusammen und tütet sie ein.
Ich werde freundlich verabschiedet. Mit einem immer noch ehrlichen Lächeln. Wieder einmal bin ich es, der zum Staunen gebracht wird. Ist es doch in den meisten Fällen so, dass gerade der Bezahlvorgang sämtliche Höflichkeitsfloskeln entfliegen lässt und aus den eben noch so tollen Verkäuferinnen tollkühne Drachen werden. Hier ist es nicht so und ich kann mich nur nochmals bei Frau Gerber für ihre tolle und aufrichtige Beratung bedanken. Zumindest im Service stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Wie die Hosen qualitativ sind, wird sich nach und nach heraus stellen. Zumal diese nun in der Änderungsschneiderei verweilen…
=== „Kompakt berichtet“ ===
Das Berliner Bekleidungsunternehmen „Roy Robson“ ist bekannt für hochwertige Anzüge für die Herrenwelt. Klassisch, stilistisch, hochpreisig. Besucher des Hamburger Nordens, denen vielleicht noch ein nützliches Accessoire im Kleiderschrank fehlt, sollten eine Fahrt gen Lüneburg unbedingt angehen. Denn hier, unweit des hiesigen Bahnhofs, befindet sich der Fabrikverkauf des Unternehmens. Im sogenannten „Roy-Robsen-Factory-Outlet-Store“ fällt das Shopping zumindest etwas leichter wie im klassischen Geschäft, da die bereit gestellten Klamotten ziemlich weit herunter gesetzt sind. Wobei es hier nicht um abgelegte oder schlecht verarbeitete Waren geht, sondern mehr um Auslaufmodelle. Ob Männlein oder Weiblein, elegant oder Freizeit – jeder kommt hier zum Zuge.
Meinen geplanten Einkauf von drei dunkelblauen Anzugshosen konnte ich hier frohen Gemütes angehen, auch wenn die zukünftigen „Arbeitshosen“ sonst wohl kaum saftige € 75,00 kosten würden. Dank eines vor vier Jahren ergatterten Gutscheins für dieses Outlets (der ohne Murren angenommen wurde) verzichte ich auf mein Hamburger Stammgeschäft für Anzüge und beschäftige eine freundliche Verkäuferin des Lüneburger Stores mit meinen Wünschen. Es ist gut, wenn man eine sachkundige Dame am Start hat, deren Können und Ehrlichkeit dem des Kunden entspricht. Gratulation an die Manager, hier stimmt der Service.
Der Outletstore ist sauber, gepflegt und ordentlich hergerichtet. Das Flair eines Ramschladens in Form von heruntergefallenen Waren, unordentlich gefalteter Kleidung oder unsicher wirkenden Regalen sucht man hier vergebens. Allerdings kommen auch Freunde von Grünpflanzen und anderen Dekorationen zu kurz.
Die Waren werden in Einheitsgrößen angeboten. Ob Jeans, Kleid oder Anzugshose, die sonst üblichen Größen werden hier durch eigene Nummern ersetzt. Auf wessen Länderkennzeichnungen diese beruhen bleibt ein Geheimnis. Trotz hoher Qualität sollte man von einem vorschnellen Einkauf dort absehen und unbedingt die angehenden Klamotten anprobieren. Erfahrungsgemäß fallen auch gleiche Größen völlig unterschiedlich aus.
Shirts, Hosen, Anzüge und Co hat man stilsicher und sicher angebracht; Hosen warten am Rundständer auf willige Käufer; Regalständer halten besonders herabgesetzte Waren mit Preisschildern parat. Große Angebote, wie zum Beispiel die 2 Hosen für € 80,00 oder 3 für 2 findet man eher per Zufall, beim Stöbern oder beim Bezahlen an der Kasse.
Apropos Kasse. Neben Bargeld akzeptiert man die EC-Karte sowie lediglich die American-Express-Kreditkarte; Besitzer anderer Bezahlmöglichkeiten schauen diesbezüglich in die Röhre. Kaufen auf Pump geht natürlich auch nicht ;-)
Ein sehr schöner Service ist das Mitgeben der Kleiderbügel. Somit wird der Transport der Neuanschaffung etwas eleganter. Wer einen Zusatzservice wie Lieferung oder eine Änderungsschneiderei benötigt, wird hier nicht fündig. Hierfür liegen Flyer am Ausgang bereit, die auf privaten Anbieter im Umkreis der Stadt hinweisen.
Neben dem Lüneburger Outletstore befinden sich weitere Filialen des Herstellers in Zweibrücken, Wolfsburg sowie im Österreichischen Wals. Willige Käufer können sich auf der niedlichen, sich superschnell öffnenden Internetseite http://www.royrobson.com/company/fabrikverkauf.htm l eine kleine Routenbeschreibung aufzeichnen lassen. Nicht, dass man dadurch schneller von A nach Z kommen würde, aber innerhalb einer filialhaltigen Stadt wird man leichter fündig.
Wären da nicht die zu verschieden ausfallenden Einheitsgrößen, die für einen doch nervenden Einkauf sorgen können sowie die Akzeptanz von nur einer Kreditkarte, die hierzulande kaum jemand sein Eigen nennt. Somit sind vier Sterne das Endresultat und somit die Empfehlung meinerseits. In diesem Sinne: Danke Frau Gerber!
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Produktbeschreibung Roy Robson Factory Outletstore
Technische Daten und ProdukteigenschaftenDer Roy Robson Factory Outletstore in Lüneburg.
Allgemeine Informationen Roy Robson Factory Outletstore
gelistet seit: 10.05.2010
Hersteller: Roy Robson weitere Roy Robson Fabrik- & LagerverkaufBewertung durch unsere Mitglieder