Schattenwald-Geheimnisse 2. Der versteckte Ort (gebundene Ausgabe)

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chapman, linda; weatherly, lee der vergessene ort / schattenwald-geheimnisse bd.2
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Die Schattenwald-Geheimnisse 02 - Der vergessene Ort
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Produktbeschreibung

Schattenwald-Geheimnisse 2. Der versteckte Ort (gebundene Ausgabe)

EAN 9783570153697
gelistet seit 04/2012

Tests und Erfahrungsberichte

  • Mit Wäschestärke gegen Sumpfgeister?!

    Pro:

    zunehmend spannend, Showdown, humorvoll, einfallsreich, illustriert, Anhang

    Kontra:

    sprachliche Unsicherheit der Übersetzung, Titelbild, gibt’s nicht als Taschenbuch

    Empfehlung:

    Ja

    An ihrem zehnten Geburtstag erfährt Sophie von ihrem Großvater ein unglaubliches Geheimnis: Im Wald hinter ihrem Haus liegt die magische Pforte in die Schattenwelt verborgen. Und sie ist die neue Wächterin dieses geheimen Portals, das die gefährlichen Schattenwesen – die Tintenkappenkobolde, Sumpfschrecke und Fledermauselfen – davon abhält, in ihre Welt einzudringen und Unheil über die Menschen zu bringen. Doch wird sie dieser schwierigen Aufgabe gewachsen sein?

    Koboldkönig Ug ist gar nicht glücklich über die jüngsten Ereignisse – und sucht Verstärkung. Die Sumpfschrecke sollen ihm helfen, einen der verborgenen Schattenjuwele zu finden. Gegen Sophies magische Wächter-Kräfte scheinen diese glibberigen Gestalten jedoch immun zu sein. Und auch in den Schattenakten, dem Handbuch der Wächter, finden sich keine Hinweise. Zum Glück hat Sophies bester Freund Sam ein paar coole Ideen, wie sie die Schattenwesen vertreiben können. Mit Mrs Bentons Wäschestärke zum Beispiel … (Verlagsinfo)

    Der Verlag empfiehlt die Reihe ab 8 Jahren.

    Die Autorinnen
    °°°°°°°°°°°°°°°°°°

    Linda Chapman, geb. 1969, war früher Lehrerin und schreibt seit einigen Jahren hauptberuflich. Ihre "Sternenschweif"-Serie ist laut Verlag hierzulande sehr bekannt. Mit ihren beiden Kindern und zwei Hunden lebt sie in Leicestershire/England. Ihr großes Hobby ist das Reiten.

    Lee Weatherly wurde in Little Rock, Arkansas, geboren und lebt seit 1995 in England. Sie arbeitete in vielen verschiedenen Jobs, bevor sie sich ihren Traum erfüllte und begann, Kinderbücher zu schreiben. Lee Weatherly lebt heute mit ihrem Mann, ihrem getigerten Kater Bernard und vielen tausend Büchern in Hampshire.

    Die Reihe:

    1) Wald der tausend Augen
    2) Der vergessene Ort
    3) The Spider Gnomes
    4) The Fog Boggarts
    5) The Icicle Imps
    6) The Bat Sprites

    Handlung
    °°°°°°°°°°°°°

    Sophie übt fleißig Taekwondo mit ihrem Großvater, denn sie ist nun die neue Wächterin des Portals zum Schattenland und muss es im Notfall mit dessen Kreaturen aufnehmen können. Doch ihr Gegenspieler, der Koboldkönig Ug, hat ihr bereits den magischen Schlüssel für die Pforte abgeluchst. Nun braucht er nur noch eines von sechs magischen Juwelen, um sie öffnen zu können. Eines hat sie bereits in hartem Kampf retten können, nun ist das nächste dran.

    Mit seinem Schlüssel vermag Ug jedoch das Versteck jeden Juwels aufzuspüren, wenn er nur nah genug drankommt. Das muss sie verhindern, indem sie ihm zuvorkommt. Zusammen mit ihrem besten Freund, dem Bücherfreund Sam, liest sie in den "Schattenakten", was ihre Vorgänger über Schattenwesen geschrieben haben und wo sich das neue Versteck des nächsten, gelben Juwels befindet:

    "Hoch oben an einem vergessenen Ort
    Findet sich der gelbe Juwel
    Versteckt auf einem staubigen Bord
    Zwischen lauter Krempel."

    Krempel? Sophie und Sam haben keine Ahnung, was dieses Wort bedeutet, und erst als Sam ein Wörterbuch konsultiert, wird ihnen klar, das es um altes Gerümpel und Antiquitäten geht. Da will Mrs. Benton, die Haushälterin, Sophie mit einem neuen geschenk erfreuen: Solche sprechenden Flauschis in Pink hätten jetzt alle Mädels. Anthony zieht sie damit auf, und Sophie muss all ihre Höflichkeit aufbieten, um Mrs. B für ein derart verabscheuungswürdiges Ding zu danken.

    Auf dem Weg zur Schule sehen Sophie und Sam etwas durch die Büsche huschen, das eine nasse Spur hinterlässt. Sophie folgt ihm sofort in den Wald: Es ist ein Wesen, das vor Nässe nur so strotzt, aber die spitzen Zähne in seinem Maul machen sie vorsichtiger. Als sie ihren patentierten Taekwondo-Tritt einsetzt, erzielt sie keinerlei Wirkung: Das Wesen ist viel zu nass. Erst als Sam und ein Hündchen eintreffen, nimmt die Kreatur Reißaus.

    Die Schattenakten enthalten eine Beschreibung: Der "Sumpfschreck" haben seinen Namen von seinem Lebensraum, bewegt sich aber auch durch Abwasserrohre und die Kanalisation. Doch wie kann man ihn bekämpfen? Mit Hitze, um das Wesen auszutrocknen. Naja, es ist schwierig, einen batteriebetriebenen Ventilator durch den Wald zu schieben. Es muss ihnen was anderes einfallen.

    Als der Sumpfschreck beim nächsten Mal zwei Kumpel mitbringen, hat Sam erneut einen seiner genialen, aber ungewöhnlichen Einfälle: Warum es nicht mal mit Mrs. Bentons Wäschestärke probieren? Gesagt, getan. Die Wirkung ist unerwartet…

    Mein Eindruck
    °°°°°°°°°°°°°

    Allmählich wird die Serie mir schon etwas unheimlich. Sophie weiß mit zehn Jahren noch nicht, was "Krempel" bedeutet? Und ihr schlauer Freund Sam auch nicht? Noch seltsamer ist, dass Sophie, deren Name "Weisheit" bedeutet, ihr Wörterbuch auf dem Flohmarkt hat verkaufen lassen (derartig niedere Tätigkeiten lässt sie die Haushälterin erledigen).

    Auffälliger wird nun auch, dass Sam für die Ideen zuständig ist und Sophie für die Muskeln und Gefühle. Dass sie so wenig Hirn hat, ist schade, denn nun kommt sie mir vor wie ein weiblicher Arnie Schwarzenegger. Oder verfallen die beiden Autorinnen bloß ins alte Rollenklischee von der unselbständigen Frau, die für jeden Handgriff Anleitung braucht? Na, wenigstens sind die Kerle noch zu ETWAS gut!

    Eine weitere Seltsamkeit wird von den Autorinnen umgehend korrigiert, und zwar betrifft diese die Platzierung der Juwelen, die der Reihe ihr Hauptmotiv geben - pro Buch muss ein Juwel gefunden bzw. vor dem Koboldkönig gerettet werden. Damit sie ihm nicht alle in die Hände fallen, wenn er das Buch klaut, in dem ihre Verstecke in Rätselform verzeichnet sind, verändertn die Verstecke auf magische Weise ihren Ort. Deshalb muss auch Sophie suchen. Während dem nicht so, könnte sie die sechs Juwelen ja einfach einsammeln - und wir hätten keinen Spaß mehr! Gut, dass es die Magie gibt. Was täten wir bloß ohne sie.

    In dieser Episode der Serie lernt Sophie etwas recht Sonderbares: Dass alles, was niedlich ist, sie Sumpfschrecke in die Flucht schlägt. Was bedeutet das wohl, wenn man die Symbolik entschlüssselt? Dass es in Ordnung ist, wenn Mädchen mit niedlichen Flauschis spielen statt sie als Fußball zu benutzen, dürfte die naheliegendste Antwort sein. Oder dass niedliche Dinge eine sehr gute Existenzberechtigung haben, nämlich als Gegenmittel gegen Trolle und anderes Gelichter.

    Außerdem lernen wir, dass "Krempel" durchaus wertvoll sein kann, selbst wenn er vergessen auf Dachböden weggelegt und endgelagert ist, um aus dem Weg zu sein. Dort finden sich manchmal wertvolle Manuskripte, Briefmarken und Gemälde - und niedliche Dinge.

    Die Übersetzung
    °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°


    Die Übersetzung befleißigt sich der aktuellen Jugendsprache in sehr gemäßigter Weise, so dass man allenfalls über eine Formulierung wie "sie hatte keinen Schimmer" stutzen könnte. Gravierender finde ich den m.E. fehlerhaften Gebrauch des Wortes "Juwel". Heißt es DER oder DAS Juwel? Und lautet der Plural "JUWELEN" oder "JUWELE"? offenbar hat die Übersetzerin ein anderes Wörterbuch als ich. Jedenfalls ist meine Meinung, dass ein Wort wie "Juwele" gar nicht existiert. Es heißt immer und überall "Juwelen". Deshalb klingt der Text nicht korrekt, sondern etwas aus dem Lot.

    Die Illustrationen

    Wie Tony Terlizzi bei den "Spiderwicks", so muss auch hier ein Zeichner seinen grafischen Beitrag leisten, um das Buch optisch aufzuwerten. Wie üblich sind die Figuren und Szenen realistisch dargestellt, und das gilt auch für die Schattenwesen. Hier hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht, etwa mit Speedlines. So wirken selbst die actionreichsten Szenen beim Showdown wie erstarrt. Und die Sumpfschrecke sehen so niedlich aus, dass sie nicht mal Vierjährige erschrecken würden. Denn die wissen auch schon, was ein iPad ist.

    Unterm Strich
    °°°°°°°°°°°°°°°°°°

    Sophie, die Taekwondo-Meisterin, und ihr Mastermind Sam schaffen es auch diesmal, den Sendboten des Koboldkönigs ein Schnippchen zu schlagen. Der Showdown ist spannend und actionreich, natürlich auch lustig. So manche vorbereitende Szene gemahnt mehr an Slapstick. Ansonsten die Serie zunehmend Schwächen, die ich oben beschrieben habe. Da die Autorinnen die Serie bereits abgeschlossen haben, kann ich nur hoffen, dass die Mankos noch weniger werden, insbesondere die Rollenklischees.

    Fazit: drei von fünf YOPI-Sternen.

    Michael Matzer © 2012ff

    Info: Sophie and the Shadow Woods: The Swamp Boggles, 2011; CBJ, 02/2012, München; ca. 128 Seiten, aus dem Englischen von Bettina Spangler, illustriert von Timo Grubing; Preis: 8,99 EU; ISBN 978-3570153697