Die Eisbären - Aug in Aug mit Eisbären (DVD)

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Produktbeschreibung

Die Eisbären - Aug in Aug mit Eisbären (DVD)

EAN 4029759076544, 4029759076551
gelistet seit 05/2012

Allgemeine Informationen

Altersfreigabe (FSK) 0 Jahre
Genre Dokumentation; Natur
System DVD

Tests und Erfahrungsberichte

  • Knuddel-Knut trifft Spionkamera: Eisbären im Visier

    • Action:  viel
    • Anspruch:  anspruchslos
    • Romantik:  durchschnittlich
    • Humor:  durchschnittlich
    • Spannung:  spannend
    • Altersgruppe:  keine Altersbeschränkung
    • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

    Pro:

    spannend, lustig, temporeich, sehr guter Sound, gutes Bild

    Kontra:

    kein Bonusmaterial, gewöhnungsbedürftige Sprecher

    Empfehlung:

    Ja

    "Sie zählen zu den gefährlichsten Raubtieren der Welt und werden als die Herrscher der Arktis bezeichnet - die Eisbären. Kaum einem Kamerateam ist es bisher gelungen, das Verhalten der Polar-bären über einen längeren Zeitraum hinweg auf Film festzuhalten.

    Um das Geheimnis dieser in vielerlei Hinsicht noch so unbekannten Tierart zu lüften, ließ die BBC spezielle Spion-Kameras anfertigen, die als Schneebälle, Mini-Eisberge oder Eiskugeln getarnt waren und sich mit einer Fernbedienung aus größerer Entfernung steuern ließen.

    Auf diese Weise ist es gelungen, eine Eisbärenfamilie mehrere Monate lang aus nächster Nähe und völlig neuer Perspektive zu beobachten und zu filmen. Herausgekommen ist das Porträt einer Tierart mit einzigartigen, bisher noch nie gesehenen Aufnahmen." (Vertriebsinfo)

    Filminfos
    °°°°°°°°°°°°°°

    O-Titel: Polar Bear - Spy on the Ice (GB 2010)
    Dt. Vertrieb: Edel Motion
    VÖ: 27.4.2012
    EAN: 4029759076544
    FSK: keine Altersbeschränkung
    Länge: 91 (dt.) bzw. 102 (Dir. Cut) Minuten
    Regisseur: John Downer
    Musik: Will Gregory
    Darsteller: Eisbären, Rentiere, Robben, Kameras u.a.

    Handlung
    °°°°°°°°°°°°°°

    Im ersten Teil dieser zweiteiligen Doku sehen wir, wie zwei Eisbärenmütter aus ihren Höhlen unter dem Eis klettern, um ihre neugeborenen Jungen zum Meer zu führen. Das Schicksal dieser beiden Mütter verläuft jedoch sehr unterschiedlich, nämlich einmal traditionell auf den Schollen des Packeises, wo die Robben leben, und zum anderen modern an Land auf Spitzbergen. Hier gibt es keine leckeren Robben, die sonst 95 Prozent der Nahrung der Eisbären ausmachen, sondern lediglich völlig anderes Kroppzeug, so etwa gestrandete Finnwale, Vogeleier und (würg) Seetang.

    Beobachtet werden die zwei Mini-Familien von einer ganzen Heerschar von ferngesteuerten Filmkameras. Diese Kameras sind die anderen Hauptdarsteller, auch im Leben der Eisbären:

    1) Schnee-Cam mit dem Vier-Rad-Antrieb;
    2) Blizzard-Cam mit den Propellern und Schneekufen (bis zu 65 km/h schnell);
    3) Schneeball-Cam wird von Blizzard-Cam ausgesetzt und rollt selbständig, wobei sich ihre Kamera automatisch waagrecht ausrichtet;
    4) Eisberg-Cam: sieht aus wie ein kleiner Eis- oder Schneeberg an Land;
    Treibeis-Cam, die zwischen den Eisschollen schwimmt und den Bären auf ihrer Route zum Pol folgt.

    Mit der Schneeball-Cam dreht die neugierige Eisbärin ein Homevideo von ihrem Neugeborenen. Allerdings verliert sie dabei aus den Augen, dass das Packeis im Frühling aufbricht und sich die Schollen auf den Weg zum Pol machen. Sie verpasst diese kostenlose, aber lebenswichtige Mitfahrgelegenheit. Ihrer Geschlechtsgenossin gelingt es gerade noch in letzter Minute, zu den davontreibenden Schollen zu schwimmen. Ihre zwei Jungen müssen sich gewaltig anstrengen, um das Tempo ihrer Mami mitzuhalten.

    Die Cams verfolgen, wie die Eisbären den Robben nachstellen. Dabei stellen sie sich strategisch sehr geschickt an. Einer der Eisbären taucht und gerät so in den Rücken der Beute. Um Haaresbreite verfehlen seine mächtigen Pranken die Robbe, die entkommen kann. So ein Eisbärenmann wiegt bis zu einer Tonne und ist ständig hungrig - mitunter auch auf die Jungen von Eisbärinnen. Deshalb sind die Mütter ständig auf der Hut vor den Männchen.

    Außer wenn Liebe im Spiel ist und Jungen abwesend sind. Dann stellen Weibchen einen Freier schon mal auf die Kräfteprobe und bezirzen ihn durch seltsame Verrenkungen. Der eigentliche Geschlechtsakt ist offenbar nicht jugendfrei und deshalb auch nicht zu sehen.

    Der Director's Cut

    …ist ebenfalls nicht jugendfrei, aber aus ganz anderem Grund. In den rund zehn Minuten, die aus der deutschen Fassung herausgeschnitten wurden, sehen wir hier ein aggressives Männchen, das auf Eisbärennachwuchs losgeht und sich mit anderen Männchen im Kampf misst. Das sieht für Kinderaugen recht furchterregend aus. Außerdem gibt es hier keine deutsche Synchronisation.

    Mein Eindruck
    °°°°°°°°°°°°°°

    Ich hatte eine betuliche Dokumentation à la Heinz Sielmann erwartet und mich schon auf anderthalben Stunden gepflegte Langeweile eingestellt. Das Gegenteil war jedoch der Fall: Schon der Menü-Song lässt eine Menge Spaß erwarten, und diese Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Es sind die Spy-Cams, die den ganzen Pfiff dieser Doku ausmachen.

    Die Kameras liefern nicht nur nie zuvor gesehene Einblicke in den intimsten (naja, einigermaßen intim) Alltag der Polarbären. Sie sind auch selbst Gegenstand der Aufnahmen und der Interaktion mit dem Gegenstand der Beobachtung. Zu gern spielen die Bären mit den flitzenden, surrenden und schwimmenden Spionen. Nicht nur eine der Kameras wird einem Belastungstest von einer Tonne Polarbär ausgesetzt, sondern fast alle. Ein Exitus nach dem anderen wird so digital dokumentiert, was an den "geistigen" Abgang eines Terminators erinnert. Hier erhält die Bezeichnung "Spielball" eine ganz neue Bedeutung.

    Abenteuer Überleben

    Das Leben ist kein Ponyhof, schon gar nicht am Nordpol. Wer es nicht rechtzeitig aufs Schiff zum Pol schafft, muss sich mit dem begnügen, was einem das Land zu bieten hat - und das ist wahrlich kein üppig gedeckter Tisch. Weil aber dank der Klimerwärmung immer weniger Schiff zum Pol in Gestalt von Eisschollen zur Verfügung, werden immer mehr der rund 3000 Eisbären von Spitzbergen an Land einander auf die Pfoten treten. Das dürfte den Frieden auf der Insel erheblich beeinträchtigen. Dass die Bären auf den Schollen immer weniger Erfolg haben werden, weil ja auf fehlenden Schollen keine Robben zu erjagen sind, verschärft auch dort den Kampf um Nahrung.

    Es erscheint mir daher sehr blauäugig, was die BBC-Leute hier als hoffnungsfrohes Fazit von sich geben. Dass es Neugier, Intelligenz, Fürsorge und Strategie den Polarbären schon ermöglichen werden, auch die kommende Krise zu überstehen. Dabei ist in der englischen Fassung deutlich ein aggressives Verhalten gegen eigene Artgenossen zu beobachten, und im Internet gehen Gerüchte von Kannibalismus um.

    Die DVD
    °°°°°°°°°°°°°°

    Technische Infos

    Bild: 1,78:1 - anamorph
    Ton: DD 2.0 (Deutsch, Englisch)
    Untertitel: keine

    Extras:
    - Director's Cut
    - 1 Trailer für BBC-Doku "Abenteuer Weltraum"

    Mein Eindruck: die DVD
    °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

    Während das Bild selbst auf der Blu-Ray kein High Definition Niveau erreicht, zeichnet sich der erstklassige Ton durch eine räumliche Präsentation aus, die den Zuschauer in der akustischen Dimension in direkte Nähe zum Bildgeschehen bringt.

    Leider gibt es weder in der deutschen noch in der englischen Fassung Untertitel, so dass man in der Snychro Wörter wie "mit etwas auslangen" (statt dem gebräuchlichen "auskommen") vorfindet, während sich der Akzent des britischen (?) Sprechers durch eine bemerkenswert unenglische Färbung auszeichnet. Der Tonfall erinnert an Schotten, aber das R an Iren und Waliser.

    Der Rätsel Lösung hat Kollege Uwe Webel auf der Blu-Ray-Verpackung gefunden: " Die deutsche Fassung wird von Angelika Lang vom ORF gesprochen (was der Akzent schnell verrät) und die englische Fassung von David Tennant, der dem geneigten SciFi-Fan als zehnte DOCTOR-WHO-Inkarnation bekannt sein dürfte. Im Gegensatz zu seinen Auftritten als Zeitreisender, hält er hier seinen schottischen Akzent nicht zurück und spricht so, wie er es eigentlich tut." Mit dem Schotten lag ich also richtig.

    EXTRAS

    Der Director's Cut lässt sich nicht wirklich als Bonus bezeichnen. Er stellt nur eine längere Version dar. Der Trailer für die BBC-Doku "Abenteuer Weltraum" bewirbt die Geschichte der "glorreichen" NASA-Missionen. Das klingt nicht sonderlich kritisch, und ist es wohl auch nicht.

    Somit hat die DVD eigentlich überhaupt kein Bonusmaterial vorzuweisen, was ein recht mageres Angebot ist.

    Unterm Strich
    °°°°°°°°°°°°°°

    Für die ebenso witzige wie dramatische Dokumentation vergebe ich die volle Punktzahl. Solche Bilder hat man in den sattsam bekannten Eisbär-Dokus noch nicht gesehen. Die Interaktion mit dem halben Dutzend Spionkameras zeugt von Spieltrieb, Neugier und Intelligenz der beobachteten Tiere. Die Musik macht diese Interaktion durch einen spielerischen Tanzrhythmus und eine tiefe, bärige Stimme zu einem Höhepunkt jeder Sequenz von Einstellungen.

    Die Bären werden nicht vermenschlicht, selbst wenn die üblichen KNUT-Verschnitte und eine verliebte Eisbärdame ihren süüüßen Auftritt haben. Vielmehr zeigen die Macher auch die blutige Seite des Überlebenskampfes. Nicht jedem Zuschauer erscheinen blutrote Robbenskelette als appetitlicher Anblick, aber das gehört nun mal zu einer Naturdoku dazu. Unterm Strich hinterlässt die Doku einen ausgewogenen Eindruck, und sie ist an keiner Stelle langweilig.

    Die DVD

    Die Bildqualität ist zwar nicht gerade top, aber dafür wird selbst auf der DVD ein aufgemotzter High-Definition-Ton geboten, der das geschehen in greifbare Nähe des Zuschauers rücken lässt. Untertitel gibt es keine, aber dafür eine österreichisch angehauchte Synchronisation, die sie ersetzt. Der schottische Akzent des englischen Sprechers David Tennant (s.o.) ist etwas gewöhnungsbedürftig. Diese bescheidene Qualität drückt den Notendurchschnitt etwas.

    Fazit: vier von fünf Sternen.

    Michael Matzer (c) 2012ff

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