BMW Bikepark, Bischofsmais
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BMW Bikepark, Bischofsmais
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Testbericht BMW Bikepark, Bischofsmais

Platz 15 in der Kategorie "Mehr zum Radsport".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5,0 von 5)
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Testbericht über BMW Bikepark, Bischofsmais

Spaß ohne Ende für Biker, die mal was "Anderes" suchen......

erstellt am: 21.02.2003, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Empfehlung:ja
Hab also gestern die Bewertung für mein Dualbike geschrieben und dachte mir, dass doch eigentlich kaum jemand weiß, wozu so ein Rad gut sein soll. Irgendwann ist man einfach aus dem Alter raus, von Nachbars Gartenmauer zu droppen oder wild irgendwelche Rolltreppen in die Ubahnunterführung runterzurasen. Bloß hängt einem das ewige Radeln auf den altbekannten Singletrails vor der Haustür irgendwann aus den Hälsen raus.
Genau für die gebt es den BMW Bikepark am Geißkopf.

Es war erst letztes Jahr, als mich ein Kumpel einlud, ihn doch mal dorthin zu begleiten. Klar, sagte ich, bin für Alles offen was Spaß macht und bei dem es ein wenig schneller zugeht. Zwar verstand ich im ersten Augenblick seinen Mitleidigen Blick auf mein Cross Country nicht und die Grimasse, als ich seine Frage nach vorhandenen Protektoren verneinte, aber spätestens nach der ersten Abfahrt war mir Alles klar.

Die Anfahrt ist denkbar einfach und sicher den meisten auch geläufig, da es sich um ein bekanntes Skigebiet handelt. Man fährt die A3 oder A92 bis Deggendorf, im Tunnel Deggendorf Richtung Rusel, über die Rusel Richtung Regen, bei Hochbruck links nach Bischofsmais und dann zum Geißkopf. Kann man aber Alles auf der offiziellen Homepage nachlesen: http://www.bikepark.net/index2.htm

Erst mal angekommen findet man großzügige Parkmöglichkeiten vor, die sich direkt am Fuße des Berges und keine 100 m vom Lift entfernt befinden. Räder zusammengebaut, noch kurz ne Stärkung reingeworfen und erst mal auf den Kumpel gewartet und gewundert, warum der sich ausrüstet als hieße es, an einem mittelalterlichen Ritterturnier teilzunehmen. Na gut, Helm hab ich auch dabei, aber der is schließlich Pflicht am Goaßkopf. Ab zum Lift.

Hier hat man also die Wahl zwischen verschiedenen Kartentarifen. Kennt man ja vom Winterurlaub. Die Liftpreise erstrecken sich von 7 € für 2 Stunden/Schüler bis 210€ für eine reguläre Saisonkarte. Und die gilt dieses Jahr schließlich bis zum 27. Oktober. Entschied mich also erst einmal für eine 4 Stundenkarte für 17€, das sollte erstmal reichen.

Unten am Lift nimmt erfahrenes Personal das Rad in Empfang, man wirft sich in den Sessellift und der Bock wird an einer speziellen Konstruktion direkt am Sessel befestigt. Auf dem Weg nach oben wunderbare Aussicht und ein paar Eindrücke von der Strecke. So hab ich mir das gar nicht vorgestellt. Was man sehen konnte waren irre hohe Tables, also Sprunghügel von einem bis acht Metern Länge. Da gab es dann ein paar Cracks, die ihr Bike gern mal bis zu drei Meter über den Table kickten und während der Flugphase nichts besseres zu tun hatten als ein paar Kunststücke zum Besten zu geben. Glücklicher Weise entdeckte ich das Vorhandensein so genannter Chickenways, also Möglichkeiten, einfach an solchen Monsterteilen vorbei zu fahren.
Dann kam der Lift oben an. Wieder nimmt man mich in Empfang, routiniert wird das Bike aus der Halterung genommen, ohne auch nur einen Kratzer in den so gepflegten Lack zu machen, und dann kanns auch schon los gehen.
An der Startpassage 20 Meter unterhalb der Liftankunft treff ich auch meinen Kumpel wieder und wir beschließen, dass ich einfach hinterher fahren soll, der Übung halber. Ich mach mich noch über seine Sitzposition am Rad lustig, da sein Sattel so tief sitzt, dass es den Anschein hat, er säße auf einem Kinderrad. Sowieso befremdet mich die Konstruktion seines Gauls. (Siehe Bewertung über Ghost Dual/Slalom)
Von oben sieht man nicht viel von der Strecke. Er erklärt mir noch kurz, dass es vier verschiedene Streckenverläufe gibt, zwei Bikercross, einen DualSlalom und einen Freerideabschnitt. Wir würden jetzt den einfachen Bikercross fahren zum Eingewöhnen. Und schon rollt er Richtung Tal. Na warte, dachte ich, so einfach mach ichs ihm nicht, bin ich doch erfahrener Wettkampfbiker. Dann der erste Sprung. Ein Kinderjump eigentlich, mein Vordermann überfliegt ihn locker. Ein so genannter Double. Das sind zwei eng hintereinander liegende Hügel, bei dem man den ersten zum Absprung hernimmt und in die abfallende Schräge des zweiten Hügels landet. Das ging schon mal total daneben und ich landete mitten in der Steigung des Landehügels. Zu langsam gewesen. Meine Gabel ächzte missfällig. Gleich drauf nen Steilkurve nach links, kleiner Kick, rechts, ein mittelhoher Table, den mein Vordermann, der mittlerweile schon fast außer Sichtweite war, locker überflog, mein Bike aber nicht mal den Bodenkontakt verlor, und dann passierte es auch schon. Im folgenden Linksanlieger schob mein Vorderreifen einfch gerade aus weiter und wollte keinem Lenk-, oder Bremsbefehl mehr gehorchen. Jetzt ist es so, dass der Streckenbelag feiner Schlick ist der locker auf einem harten Sandgrund gestreut wurde. Und glaubt mir, das tut höllisch weh, wenn man gute 20 Meter daurauf dahinrutscht und nichts machen kann, da man gute 40 Sachen drauf hat.

Noch ganz benommen vom Sturz verstand ich all die Hosentaschenritter hier. Kaum einer der erfahreneren Biker geht ohne Rückenprotektor, Ellenbogen-, und Schienbeinschützer und Motocrosshandschuhen an den Start. Außerdem fahren viele einen so genannten Fullface, einen Vollgesichtshelm, den es auch speziell für Downhiller gibt. Manche verwenden auch einen leichten Motocrosshelm, der sicher nicht fehl am Platz ist.

In Anbetracht meiner Unfähigkeit, mich nach dem Sturz zu bewegen, dem angeschwollenen Auge und den irren Schmerzen im Rücken, bleib ich also erst mal liegen. Keine drei Minuten später ist die Bergwacht da, die eine eigene Station unten hat und mit einem Jeep jede Stelle der Strecke im Nu erreicht. Die versorgen mich sofort fachmännisch und fordern vorsorglich den Heli an. Der kommt auch, packt mich ein und fliegt mich nach Deggendorf ins Krankenhaus. Soviel zu meiner ersten Begegnung mit dem Bikepark. Nicht, dass ich sagen will, es macht nichts, wenn man sich zerlegt am Goaßkopf, Die Versorgung ist zwar 1a, aber ich hatte doch schließlich ne vier Stundenkarte gekauft.

Nach vier Wochen waren die Wunden an Unterarmen, Schienbeinen, Lendengegend und Rücken geheilt, und ich stand mit meinem neu erworbenen Ghost und einer kompletten Protektorenausrüstung wieder am Start, wie dann auch fast alle der folgenden Wochenenden.
Die Strecken sind wie gesagt sehr anspruchsvoll, sie können aber je nach Mut und Erfahrung auch entschärft gefahren werden, indem man die fetten Sprünge und Big Mama, wie der Monsterkick der Strecke liebevoll genannt wird, einfach umfährt. Der Fahrspaß leidet dadurch in keinster Weise.

Bleibt man an der Mittelstation einfach sitzen und lässt sich bis ganz hoch ziehen, stehen einem zwei weitere Highlights zur Verfügung: Eine Downhillpassage und der so genannte Evil Eye track. Das sind etwa 30cm breite Stege, die sich in 1 bis zwei Metern höhe durch den Wald schlängeln, unterbrochen von Technikspielereien. Da findet man zum Beispiel Wippen oder Slalompassagen wieder, oder aber man steht plötzlich in zwei Metern Höhe vor dem Nichts. Also entweder einfach weiter, kurz das Vorderrad in die Höhe und runterfallen lassen, so wie es eigentlich gedacht ist, oder aber klettern. Das war dann mein erster Drop, der natürlich prompt in die Hose ging. Aber das Bike steckt alles weg, und ich steckte ja in meiner Panzerung.

Der Downhill ist für meinen Geschmack nicht so das Wahre. Ausgewaschene Passagen, lästiger Wurzelbewuchs, einmal kreutzt die Abfahrt sogar mal nen Radwanderweg usw. So richtig laufen lassen kann mans da nicht. Und das bestätigen auch die Vollgasnarrischen, die auf solchen Kamikazestrecken zu Hause sind. Der Bikepark hat zwar Besserung gelobt, getan hat sich aber letztes Jahr nicht mehr viel.

Wenn man mal keinen Bock auf Lift und schnelle Abfahrten hat, kann man sich auf der Hauseigenen Dirtline austoben. Da hat die Parkleitung Hügel aufschütten lassen, die zum Überspringen doch etwas Übung abverlangen. Die Benutzung ist kostenlos und auf eigene Gefahr. Sogar ein kleiner Übnungsparcours für Anfänger ist dort anzufinden. Also für jeden etwas dabei.

Sollte mal was zu Bruch gehen oder der Schlauch aufgeben, gleich neben der Bergwacht befindet sich eine Werkstatt unter professioneller Leitung, in der schon gerne auch mal improvisiert wird, falls die Schulmedizin bei einem bestimmten Problem versagt. Da sind wirklich Profis am Werk. Zwischen Werkstatt und Bergwacht ist dann der Shop, in dem man sich entweder Alles ausleihen kann, was man für einen Tag am Goaßkopf benötigt, oder man zieht sich gleich ein ganzes Bike. Das Protektoren-, und Helmsortiment wird ständig erneuert und auf dem aktuellsten Stand gehalten. Sollte einem das Equipment gefallen, kann man es gleich käuflich erwerben. Sogar gebrauchte Klamotten sind zu haben. Ein Schlauch kostet im Übrigen 5,90 €. Bloß, wer ohne Ersatzschläuche zum Park fährt, der is selbst Schuld.

Ein kleiner Gasthof mit lecker Essen ist auch vor Ort, nur ist das Alles natürlich nicht gerade sehr billig. Deswegen sollte man nicht gerade ausgehungert anreisen.

Werkzeug für die gängigsten Reparaturen und Ersatzteile wie Schlauch, Mantel, Speichen oder Kette sollte man zu jedem Ausflug an den Bikepark mitnehmen. Protektoren und Helm nicht vergessen, Verpflegung und viel zu trinken Einpacken, und schon kann nichts mehr schief gehen im BMW Bikepark am Geißkopf.
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heimo2
Yopi Autor - heimo2
Tag. Bin 27, begeisterter Sportler und Raptor Fahrer. Mich interessiert einfach alles technische und alles, was mit Sport zu tun hat. Deshalb kommen mir auch viele neue Dinge zwischen die Finger, die ich endlich mal in angemessenem Rahmen bewerten...
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Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
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