An jedem verdammten Sonntag (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Scrootch

Die etwas andere Helden-Saga

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

“An jedem verdammten Sonntag” gibt es im amerikanischen Profisport nicht nur Helden. So beleuchtet Oliver Stone in seinem Film über den Profi-Football in Amerika nicht nur die guten und strahlenden Seiten des US-Profisports. Vielmehr verwendet er den Heldenmythos im American Football stellvertretend für den gesamten Profisport ...

Die Handlung:
Nachdem der alternde und dem Alkohol nicht abgeneigte Coach D’Amato (Al Pacino) zweimal hintereinander die Profimeisterschaft mit den Miami Sharks gewonnen hat, überzeugt das Team in der laufenden Runde nicht und hat zuletzt 3 Spiele hintereinander verloren. So gerät D’Amato nicht nur unter Druck in den Medien und den Fans, sondern auch in die Kritik bei Clubbesitzerin Pagniacci (Cameron Diaz). Zu allem Unglück fallen dann in einem Spiel die beiden Quarterbacks des Teams aus und der junge und noch recht unerfahrene Beamen (Jamie Fox) muss als Nr. 3 die Sharks nun in die Playoffs bringen. Eine fast unmögliche Aufgabe. Doch Beamen sucht - und findet vielleicht auch – seinen Weg gegen den schon in die Tage gekommenen Star-Quarterback (Dennis Quaid) .....
(Ich will an dieser Steller nicht zu viel verraten)

Die Besetzung:
Mit der Besetzung dieses Streifen ist Oliver Stone ein Glücksgriff gelungen.
Al Pacino glänzt in der Rolle des sturen, trinkenden Trainer, der privat bereits versagt hat und man nimmt ihm die Figur sofort ab. Die Rolle scheint Pacino wie auf den Leib geschrieben und er kann sein können in Charakterrollen wieder voll unter Beweis stellen. Ebenso überzeugte mich Cameron Diaz als junge, hübsche und überaus machtbessene Teameignerin, die nicht nur den Coach loswerden will, sondern auch der Stadt ein neues Stadion abpressen oder die Stadt verlassen will. Und ich musste feststellen, dass sie nicht nur das nette Blondchen wie in „Die Maske“ spielen kann.
Zu nennen wären dann auch noch die beiden Rivalen um die Spielmacherposition im Team der Sharks: „Cap“ Rooney (Dennis Quaid) und Willie Beamen (Jamie Foxx), die in den Rollen des erfahrenen Alt-Profis und des aufsteigenden Neu-Star glänzen.

Der Film:
Hier muss ich zunächst voranschicken, dass ich als eingefleischter Football-Fan und jahrelanger aktiver Spieler etwas vorbelastet bin.
Die Kameraführung ist hervorragend und die Footballszenen können in Darstellung und Schnitt nur als „genial“ bezeichnet werden. Es sei aber bemerkt, dass man eigentlich nur extreme Szenen sind, die den Slogan „Football ist Krieg“ (auch auf dem DVD-Cover abgedruckt) unterstreichen.
Und nach diesem Slogan zeigt Oliver Stone nicht nur die glanzvollen Bilder im Rampenlicht, sondern auch die Schattenseiten des Profileben. So werden Spieler wegen Verletzungen entlassen, Spieler auf die Schnelle fit gespritzt und „Emporkömmlinge“ einfach wieder auf die Bank verfrachtet, um den arrivierten Spielern wieder ihren Platz zu sichern. Ebenso finden auf den Siegespartie Drogen- und Sexexzesse auf der Toilette und im Bad statt ... gibt es neben Kameradschaft und Egoismus auch den ganz alltäglichen Rassismus im Team.

Die Datenträger:
Enthalten ist neben der DVD mit dem Hauptfilm auch noch eine weitere DVD mit umfassenden Bonusmaterial.
Auf der Disk A befindet sich der Hauptfilm (im Director’s Cut) mit englischem und deutschen Ton, eine Tonspur mit dem Originalkommentar von Oliver Stone sowie eine Spur nur mit der original Filmmusik (jeweils in DD 5.1).
Disk B enthält die Specials:
* Nicht verwendete Szenen
* 3 Musikvideos ( LL COOL J „Shut ´em down“; Jamie Fox „Any given Sunday“ und „My Name is Willie“)
* „Full Contact: The making of ...“ (HBO-Dokumentation)
* Jamie Foxx Spotlight: Football-Probeaufnahmen und 2 Original-Filmproben
* Nicht verwendete Football-Spezialeinstellungen
* Fotogalerie (leider keine Wallpapers)
* Die Kunst der Vermarktung: Übersicht der Werbematerialien
* Verpatzte Szenen
* zudem gibt es noch einige Gimmicks für den DVD-ROM-besitzenden PC-Jünger

Fazit:
Wer sich diese DVD antun will, der sollte sich darauf vorbereiten, dass er keinen Standard-Sportfilm erhält, nach dem Motto „verlieren - zusammenreißen - gewinnen“, sondern einen sehr vielschichtigen Film, der nicht nur für Footballfans geeignet ist, denn um das eigentliche Spiel geht es nur nebenbei. So könnte der Film auch durchaus ein Team im Bereich Basketball, Baseball oder Eishockey zeigen. Aber Oliver Stone verwendete voller Absicht Amerikas Sportart Nummer eins. Wer sich die DVD sogar kauft, der wird für die 50 DM voll auf seine Kosten kommen.
Empfehlen möchte ich die DVD-Version auch allen, die den Film im Kino gesehen haben, da durch den Director’s Cut einige Szenen Material, das bisher unveröffentlicht war.

Tip:
Wer das echte Gefühl erleben will, dem empfehle ich den Film sofort im englischen Original anzuschauen, denn hier Gewinnen die Dialoge noch einmal deutlich gegenüber der deutschen Synchronfassung.

© Scrootch / renebl

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