Die ägyptische Göttin Bastet ist bekanntermaßen katzenköpfig und zudem zuständig für Heim und Haus, was liegt da näher, als auch im heimischen Domizil von Merkwürden einen Altar der Freude zu Ehren seiner 5 irdischen Vertreter der Gottheit zu errichten – ein Tempel im Tempel sozusagen...wenn dann der auserkorene Hort der Krallenschärfung und Kurzweil auch noch „Cat’s Empire Luxor“ heißt, kann ja eigentlich nix mehr schief gehen. Schon gar nicht, wenn dafür beim Fressnapf-Basar um die Ecke statt der üblichen 149,- Euronen lediglich 89.- aus der stets leeren Staatskasse über den Tresen gehen sollen. Das jedenfalls behauptet einer dieser, mit komischen Hieroglyphen versehenen Hochglanz-Papyri, die man neumodisch „Flyer“ nennt und welcher sich jüngst im herrscherlichen Postkasten fand, obwohl dort „Keine Reklame einwerfen!“ fett eingemeißelt ist...Ok, in diesem Falle will der olle Pharao mal nicht so sein und vom Heraufbeschwören von Heuschreckenschwärmen, Flut- und Dürrekatastrophen mal ausnahmsweise generös absehen. Seit 4 Monaten hat er seinen Perserlingen schon versprochen den alten Kratz-Altar gegen einen neuen auszutauschen, denn all zu arg waren ihre mächtigen Krallen drei Jahre lang in das Sisal gefahren. Trotz gelegentlichem Erneuern der Pfeiler war es nun an der Zeit den Rest auch endlich zu entsorgen, die Bespannung und Stabilität des Wetz-Tempels war schlichtweg unansehnlich und für Abgesandte der Bastet unwürdig geworden...
Papp-Sarkophag / Der Lieferumfang
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Erhältlich ist dieser 2 in 1 Kratzbaum in Türkis, Rot, Beige und Grau, wobei der Flor recht kurzhaarigem Teppich gleicht. Ich habe mich aufgrund meiner restlichen Einrichtung für die graue Version entschieden. Der hellblaue Karton (im Hintergrund ist sogar Tutenchamuns Totenmaske schemenhaft abgebildet *g*) ist gemessen an den späteren Abmaßen noch als relativ handlich zu bezeichnen, aber dafür ist er SAUschwer, knapp 35 Kilo bringt er auf die Waage. Also 3 Etagen schleppen war doch schon eine ziemliche Tortur wegen der derzeit herrschenden Hitze...Na, schlussendlich hab ich‘s dann doch noch unbeschadet geschafft. Der Kratzbaum besteht zunächst natürlich aus lauter Einzelteilen, woraus man zwei Hauptelemente bastelt, die dann mittels einer Brückenplattform miteinander kombiniert werden. Theoretisch ist es möglich daraus zwei Stand-Alones zu basteln, doch wer will das schon? Es soll ja ein richtiger Tempel werden und da gilt: The bigger, the better ;-)
Insgesamt hat das fertige Bauwerk 4 Hauptpfeiler (laut Packungsdruck umwickelt mit: „100 % natürlichem Sisal“), 6 Plattformen (Welche die einzelnen Pfeiler in unregelmäßigen Abständen unterbrechen), 1 Schlafhöhle (halbwegs vormontiert), 1 Hängematte (komplett vormontiert), 2 Spieltürme mit CatNip Einsätzen (sehen aus, wie ein kleiner Käfig , müssen aus Kleinteilen zusammengebaut werden) und zusätzlich 3 frei aufgehängte Extra Prügelspielzeuge („Teaser“ – kleine Plüschbällchen an Gummibändchen, zum Teil bereits angebracht). 2 der 5 Teaser befinden sich in den oben genannten Spieltürmen bzw. an der Unterseite der CatNip Einsätze. Logischerweise zählen die beiden Grundplatten der Basis als reine Standfläche und nicht als eigene Plattformen. Die kurzflorige Bespannung (bei mir, wie gesagt: grau) der Sperrholzbretter macht auf den ersten Blick einen robusten Eindruck und ist an deren Unterseite fest getackert. Übrigens sind die Bretter nicht einfach eckig, sondern – noblesse oblige – eher oval und geformt wie eine stilisierte Wolke. Das komplette Kunstwerk hat später die Ehrfurcht gebietenden Maße von: 162 x 52 cm (Grundfläche) x 123 cm (Höhe). Schon ein ziemlicher Brocken, der ordentlich Stellplatz benötigt.
Sklavenarbeit / Tempelbau zu Luxor
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Zum Aufbau des Kratzbaums wird keinerlei Werkzeug benötigt, das ist sehr angenehm, denn bei vielen anderen Herstellern werden Schrauben verwendet, die einen 5mm Sechskantschlüssel erfordern. Hier liegen lediglich 2 verschiedene Arten von Gewindestiften bei, die nach Zeichnung zunächst lose von Hand in die vorgefertigten Gewinde der Platten, Sisal-Pfosten und Spieltürmchen geschraubt werden – richtig fest gezogen werden die Teile indem man sie gegeneinander dreht. Das hat den Vorteil, dass der Baum im Bedarfsfall nicht nur ganz easy auch wieder zerlegt werden, sondern man kann auch die Teile problemlos nachziehen, sollte sich ein Bauteil mal durch extrem spielwütige Katzen lösen. Zudem läßt sich das Konstrukt im fertigen Zustand auch noch leicht variieren und verdrehen, um es an den eigenen Geschmack oder an die Wohnumgebung anzupassen. Es stören auch keine Schraubenköpfe a) das optische Bild und b) erhöhen die Kippsicherheit bzw. erleichtern die Reinigung der Plattformen, da keine Teile auf der Fläche überstehen. Das war ein Punkt, der mich an meinem alten Katzbaum stets gestört hat.
Die Montage gestaltet sich recht simpel und sollte auch für ungeübte Bastler innerhalb von 45 Minuten maximal erledigt sein, das Faltblatt ist ausreichend leicht zu lesen. Wer schon mal beinahe unfallfrei einen Ikea-Möbelstück aufgebaut hat, gilt hiermit als qualifiziert *g*. Zur Not ist auch die Abbildung des fertigen Kratzbaums auf dem Karton eine Hilfe, wo denn nun welches Teil hinkommt. Ein Zusatz-Zettel verrät noch, dass man als Grundsäulen die mit dem höheren Gewicht nehmen soll. 4 von den 6 längeren Säulen sind aus Stabilitätsgründen nämlich extra beschwert, was die Kippsicherheit dank dem dadurch tiefer liegendem Schwerpunkt zu den beiden ohnehin relativ breiten Grundplatten nochmals erhöht. Die Bespannung der Sperrholzplatten ist bereits mit einem Loch für die Gewindestifte versehen, außerdem haben insgesamt 3 Platten (Die beiden Grundplatten und die oberste Plattform) fix und fertig eingepresste Gewindemuttern. So gestaltet sich der Aufbau auch vollkommen entspannt und einfach, die Hängematte und 2 der Teaser sind auch schon vormontiert. Etwas fummeliger sind die beiden Spieltürme, welche die CatNips und weitere zwei Plüsch-Teaser am Gummiband beherbergen, doch auch dieser Zusammenbau ist mit ein wenig Geschick trotz der vielen Kleinteile durchaus schaffbar.
Der „schwierigste“ Teil ist das Aufspannen der Schlafhöhle, dabei ist zu beachten, dass man die seitlichen Säulen VOR der Montage durch die dafür vorgesehenen Seilschlaufen zieht, es geht zwar auch noch im zusammengebauten Zustand, doch das ist im Prinzip unnötige Arbeit. Während man den Aufbau ansonsten bequem vollkommen alleine bewältigen kann, ist hier eine helfende Hand nicht zu verachten. Die Höhle ist ein simpler Stoffsack, der an seinem unteren Ende eine Art Bündchen hat, durch das eine stabile Kordel verläuft, hat man die Plattform mit der Höhle fest geschraubt zieht man den Sack stramm und verknotet das Seil unterhalb der unteren Platte. Damit das auch nach was aussieht muss man schon sehr straff ziehen und einen festen Knoten machen, auch hier ist ein (kräftiger) Helfer von Vorteil aber nicht zwingend erforderlich – ich hab‘s auch alleine hinbekommen, sah allerdings zunächst etwas windschief aus, also: Knoten lösen und noch mal von vorn, das Prozedere. Da es sich beim Luxor quasi um 2 einzelne Kratzbäume handelt, die mittels einer Plattform als Brücke verbunden sind, bleibt es jedem selbst überlassen, ob man ihn getreu Anleitung geradlinig-gestreckt (zum Beispiel an einer Wand entlang) oder abgewinkelt (für eine Zimmerecke) aufbaut. Die beiden Hauptelemente können auch spiegelverkehrt montiert werden, das ist Geschmackssache und richtet sich nach den räumlichen Gegebenheiten – für einen doch recht ausladenden Kratzbaum ist das Ding aber erstaunlich flexibel.
Lasset die Spiele beginnen / Akzeptanz
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Schon während meiner Bastelsession strichen 5 neugierige Augenpaare über den Fortgang der Bauarbeiten und schließlich wuselten alle 5 Pelzkiller schon munter durch und über das Rohgerüst. Besonderes Interesse erregten die Plüsch-Teaser, die auch schon vor Fertigstellung aus der Tüte gezockt und durch die Bude geschleppt / geschossen wurden – zumindest die nicht fest montierten. Bevor ich also endgültig Richtfest feiern konnte galt es die Knäuel zurück zu erobern, was mir gutturales Knurren einbrachte, gerade meine beiden Kater wollten ihre Beute nur widerwillig rausrücken. Die Teaser fanden schon mal regen Zuspruch, das fing ja gut an, doch auch die mit Sisal umwickelten Pfosten wurden im Vorfeld bereits frenetisch mit den Krallen beackert obwohl längst noch nicht alle fest montiert waren. Katzen markieren mit den Pfoten und dem Kopf (durch die darin befindlichen Drüsen, die einen Duftstoff absondern) „ihren Platz“ nach dem Motto: „Alles Meins -Hier fühl ich mich wohl“.
Somit brauchte ich nicht in die Trickkiste greifen, um den Herrschaften das neue Möbelstück schmackhaft zu machen, doch für starrsinnige Katzen gibt es ja die beiden CatNips auf den Türmchen – hierbei handelt es sich um kleine Duft-Dispenser, die man mit dem Daumennagel aufklippsen und das darunter liegende Vlies mit Minzöl („Katzenminze“) oder Baldrian beträufeln kann. Beides ist bei Katzen sehr beliebt und sollte die eventuell anfängliche Scheu und den zunächst ungewöhnlichen Geruch der neuen Spielwiese vergessen machen. Apropos Geruch: Gerade ausgepackt/aufgestellt riecht der Baum etwas „künstlich“, vergleichbar mit einem frisch verlegten Teppich, meine Racker hat’s nicht gestört und sie haben sich sogleich drangemacht ihren Zock-Wetz-Penn-Tempel einzuweihen und kollektiv zu bevölkern, was nicht heißt, dass andere Vertreter der Spezies Felidae darauf vielleicht empfindlicher reagieren. Katzen haben halt – wie jedes Lebewesen auch – ihren ganz eigenen Charakter, außerdem stehen sie ja sowieso im Ruf ihren ganz eigenen Kopf zu haben.
Katzen liegen bekanntlich gerne hoch, da sie buchstäblich über allem stehen und alles sehen wollen, so ist es dann auch nicht verwunderlich, dass grade diese erhöhten Plätze sehr begehrt sind. Glücklicherweise sind Perser eine ziemlich soziale Katzenrasse, daher gibt es nie Zoff, auch wenn sich mal drei dicke Katzenhintern gleichzeitig on the Top drängeln, um entweder einen kessen Rundumblick zu riskieren oder sich im Vorbeigehen von ihrem menschlichen Dosenöffner kraulen zu lassen. Die Plattformen sind (bis auf die Höchste von allen) allesamt angenehm breit und geräumig, sodass eine solche Mehrfach-Hausbesetzung kein Problem darstellt. Auch die Schlafhöhle bzw. die Hängematte finden Anklang, allerdings eher bei meinen beiden stinkfaulen Katern, die sich dort vorzugsweise lümmeln und dem Tag entgegen gähnen. Gewohnheitsmäßig werden die unteren Stämme zum Schärfen und Abwetzen der Krallen bevorzugt angefallen, weswegen diese auch mehr beansprucht werden, als die höher angebrachten – Die oberen Regionen werden in der Regel lieber zum Liegen oder Sitzen benutzt.
Der Jagdtrieb (und seine artgerechte Unterstützung) ist eine wichtige Eigenschaft und bei meinen 3 Mädels besonders stark ausgeprägt. Ein Kratzbaum ist nicht nur dafür da, was der Name impliziert, sondern auch Tummel- und Abenteuerspielplatz. Der „Luxor“ ist auch dafür gerüstet: 5 Perser + 5 Teaser = Gerechtigkeit, sollte man meinen...doch das ist eine Milchmädchenrechnung. 3 der 5 (nämlich die frei aufgehängten) Teaser haben die erste Viertelstunde dank meiner Mädels nicht überlebt und wurden solange mit Inbrunst verdroschen bis sie abrissen. Es befinden sich also nur noch die beiden „geschützten“ Knubbel in den Spieltürmen. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, denn die abgerissenen Plüschkuller werden nun Freestyle quer durch die Bude vermöbelt, auch meine tranfunzeligen Kater lassen sich hin und wieder zu einem Spurt nach den begehrten Spielzeugen auf dem Boden hinreißen (natürlich nicht ohne lautstarkes Knurren, um klar zu stellen WESSEN Beute das ist), so erfüllen auch diese Teaser ihren Zweck...auch wenn sie nicht mehr am Kratzbaum befestigt sind ;-)
Gerade Katzen brauchen ein Refugium, dass ihnen alleine gehört, damit sie sich zurückziehen können, wenn sie es wünschen, dafür sind Hängematte und Schlafhöhle ideal geeignet. Dekorativ ist der Luxor auch noch und kann daher auch gern an exponierter Stelle stehen, sofern man ihn regelmäßig reinigt. Das ist ebenfalls wichtig: besonders Freigänger bringen ab und zu Parasiten mit, wovon die gewöhnliche Hausstaubmilbe noch die Harmloseste ist, daher sollte man beim Staubsaugen auch den Kratzbaum nicht übergehen, sondern ihn ebenfalls von alten Haaren, Hautschuppen und unerwünschten Bewohnern befreien – ein wöchentlicher Sprühstoß mit einem Antiparasitika zur Vorbeugung schadet auch dem Kratzbaum von reinen Wohnungskatzen nichts – Milben trifft man in JEDEM Haushalt. Die kurzhaarige Bespannung lässt sich absolut easy auch abbürsten oder mit einem feuchten Tuch reinigen, die kleinen Strolche reihern ja gern mal, wo sie stehen, gehen oder liegen, sodass dem Punkt der Pflegeleichtigkeit nicht nur in Sachen Parasiten in der harten Praxis eine besondere Bedeutung beizumessen ist.
Monumentalbau / Das Fazit
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Alles schön und gut...aaaaaber...Muss es gleich so ein Brocken sein? Ja, zumindest wenn man mich fragt – 5 Mini-Tiger brauchen einen ausladenden Spielplatz und eine Möglichkeit ihre Krallen zu wetzen, alleine schon damit Tapeten und Polstermöbel länger leben. Zudem ist der Luxor eher breit und nicht hoch – Deckenkratzbäume kann ich irgendwie nicht ausstehen, die meisten sind potthässlich und/oder gnadenlos überteuert. Katzenhalter mit 1 oder 2 Katzen können sich zu DIESEM Preis auch ernsthaft überlegen, ob das Teil nicht auch in ihrer Wohnung Platz findet. Meiner Meinung nach kann ein Kratzbaum selbst für eine einzelne Katze gar nicht groß genug sein (es kommt eben doch manchmal auf die Größe an *g*), denn so wird dem Tier das Ganze, dank der vielen Spielmöglichkeiten nicht langweilig und auch der Mensch ist zufrieden, wenn sich die bepelzten Hausgenossen wohlfühlen. Eine tolle Show bieten die Mäuseschubser beim ausgiebigen Zocken überdies, solange die Spielwiese einen guten und festen Stand hat, hier lässt der Luxor aufgrund seiner Standfläche und den extra beschwerten Grundpfeilern auch nichts anbrennen, er steht bei mir relativ frei und ohne zusätzliche Verankerungen, doch selbst mein pharaonisches Terrorkommando bringt ihn nicht zum Kippeln. Alles in allem haben sich die 89.- Euronen absolut gelohnt, selbst wenn die Killer direkt in den ersten 15 Minuten 60 % der Teaser demontiert haben... Trotzdem 5 Sterne für einen ungewöhnlich hübschen und stabilen Kratzbaum, der leicht zu montieren ist und sich als würdig erwiesen hat den irdischen Vertretern der göttlichen Bastet als neue Heimstatt zu dienen.
SoLong
Der Felidae-Pharao
Warnhinweis:
Schnellklicker erhalten die letzte Ölung und werden Sisal-Umwickelt in der Wüste verscharrt, auf dass sie den geheiligten Skarabäen als Kratzbaum dienen...Sorry, aber die Heuschrecken sind mir mal wieder ausgegangen...Ihr wisst schon: Die desolat-leere Staatskasse... ;-)
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