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| erstellt am: |
13.10.2003, von Araxas |
| Produktbewertung: |
5 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | ---- |
| Kontra: | ---- |
Wer mir die Frage stellt :" Welchen Menschen würden Sie als ihr Vorbild betrachten ?",der erhält von mir die prompte Antwort :" Natürlich Herrn Hoimar von Ditfurth. "
Am Anfang
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Es liegt mir nichts ferner als, an dieser Stelle die einzelnen Themengebiete des Buches aufzulisten. Vielmehr will ich, anhand von Beispielen, herausarbeiten WAS Ditfurth eigentlich sagen will und WIE er das tut. Weiterhin versuche ich den Sprachstil und die Wortwahl des Autors zu imitieren, dies alles dient dazu einem potentiellen Leser ein möglichst umfassendes Bild des vorgestellten Werkes zu vermitteln. Wobei ich einiges verkürzt dargestellt habe, die Erklärungen zu den Beispielen erstrecken sich jeweils über mehrere Seiten.
Das erste Beispiel behandelt die Schlussszene eines Films mit Orson Wells und das Verhalten einer Schmetterlingsraupe.
In dem großen " Show – down " am Ende des Films stellt sich der Oberschurke seinem Todfeind in bequemer Schussentfernung, am helllichten Tag, ohne jede Deckung, und trotzdem unerreichbar. Der Witz dabei ist dass das Duell in einem Spiegelkabinett stattfindet, dort tritt der Verfolgte seinem Jäger furchtlos entgegen, deutlich sichtbar, aber dutzendfach vervielfältigt nebeneinander durch die spiegelnden Wände eines optischen Labyrinthes. Das Duell endet damit dass der Verfolger seinen Revolver leer ballert, zwar einen Haufen Scherben verursacht, dass Original aber nicht trifft. Wo immer solche Strategien angetroffen werden, da wird als Ursache ein intelligentes Verhalten vorausgesetzt als Resultat bewusster, scharfsinniger Überlegung.
Die Raupe der Kaiseratlas schützt sich vor ihren Fressfeinden dadurch, dass sie sich in ein Blatt einrollt. Ein grünes Blatt ist für die Raupe zu elastisch und zu sperrig, als dass sie imstande wäre es zu einer Schutzhülle zusammenzurollen. Die Raupe löst das Problem in der Weise, in dem sie den Stiel des Blattes durchbeißt ( nicht ohne es vorher am Zweig festgesponnen zu haben, damit es nicht herunterfällt!). Infolge dieses Vorgehens beginnt das Blatt einzutrocknen. Ein eingetrocknetes Blatt aber rollt sich zusammen und wenige Stunden später verfügt die Raupe über einen idealen Sichtschutz. Soweit ist das Ganze schon recht erstaunlich.
Wenn man nun weiter darüber nachdenkt, dann kommt man zu folgenden Schlüssen : Ein einzelnes trockenes Blatt unter vielen grünen Blättern fällt natürlich sofort auf. Vögel beschäftigen sich fast den ganzen Tag damit gezielt nach Futter zu suchen, früher oder später wird ein Vogel ein solches Blatt untersuchen und darin auf die wohlschmeckende Puppe stoßen. Da Vögel durchaus aus solchen Erfahrungen lernen können, wird der Räuber, von da ab vermehrt, nach einzelnen welken Blättern Ausschau halten. Der raffinierte Trick der Raupe könnte sich als gravierender Nachteil auswirken. Was könnte die Raupe tun um diesen Nachteil auszugleichen? Was würden wir, als intelligente Wesen dagegen tun?
Attacus edwardsii hat dieses Problem elegant und wirkungsvoll gelöst. Sie beißt einfach noch 6 – 7 weitere Blätter durch und heftet sie neben das Blatt, dass sie selbst als Raupe beziehen wird. Somit beträgt die Chance des Vogels gleich ersten Mal eine Raupe zu erwischen für die einzelne Raupe 1:5, eine Risikoversicherung die sich auszahlt. Landet der Vogel aber gleich beim ersten Mal einen Treffer, dann wird er auch die anderen 6 Blätter, auf der Suche nach weiteren schmackhaften Happen, untersuchen und dabei 6 Nieten ziehen. Man kann daher annehmen, dass der Vogel den Platz verlässt mit dem Gefühl dass ein trockenes Blatt, letztendlich doch kein lohnendes Objekt bei der Suche nach Futter ist. Dann ist zwar eine Puppe zugrunde gegangen, dem Vogel aber die Freude an der Untersuchung wenigstens so weit verleidet, dass andere Attacus – Raupen von ihm nicht mehr behelligt werden und somit ist dem Überleben der Art gedient.
Bei einem Menschen würde solch eine ausgeklügelte Taktik auf ein beträchtliches Maß an Intelligenz hinweisen. Der Aufbau des Zentralnervensystems der Raupe und ebenso ihr sonstiges Verhalten, lässt den sicheren Schluss zu, dass die Raupe an sich, nicht intelligent ist. Dieses Tarnverhalten wurde ihr " angeboren ". Dies ist auch richtig, wirft aber die Frage auf wer auf die höchst originelle Idee gekommen ist den Vögeln die Lust an der Suche zu verderben, in dem man ihre Chancen auf eine so hinterhältige Weise reduziert.
Dazu ein Zitat (1):
"Geist und Verstand sind offensichtlich nicht erst mit uns Menschen in diese Welt hineingekommen. Diese Einsicht ist, wie mir scheint, eine der wichtigsten Lehren, die wir aus den Ergebnissen der modernen Naturwissenschaft ziehen können."
Diese Erkenntnis gewinnt Ditfurth natürlich nicht alleine aus dem Raupenbeispiel, sie ist vielmehr die Kernaussage des ganzen Buches ( und vieler weiterer Bücher von ihm).
Kommen wir zum zweiten Beispiel. Auf die Frage warum das Universum weder unendlich alt, noch unendlich groß sein kann, gab der Arzt Wilhelm Olbers, Anfang des achtzehnten Jahrhunderts, folgende Antwort: " Weil es nachts dunkel wird."
Die Helligkeit eines Sternes nimmt zwar mit dem Quadrat der Entfernung ab, aber die Zahl der Sterne nimmt in der dritten Potenz der Entfernung zu. Daraus folgt zwingend, dass irgendwann die Abnahme der Helligkeit durch die überschießende Zunahme der Sternenzahl ausgeglichen wird. Diese Grenzentfernung wird in einem unendlich großen Universum in jedem Fall erreicht, was zur Folge hätte, dass der Himmel auch nachts taghell leuchten würde. Dass dem nicht so ist, davon kann man sich jeden Abend selbst überzeugen.
Das Argument die Leuchtkraft der Sterne würde durch interstellaren Staub gemindert, lässt sich in einem unendlich alten Universum nicht aufrecht erhalten. Diese Dunkelwolken wären längst durch Strahlung so weit aufgeheizt worden, dass sie genauso hell glühen wie die Sterne selbst.
Diese Argumentationskette genügt mir, als jemand der sich täglich der Mathematik als Werkzeug bedient ( mir hätte auch die Formel genügt! ), vollkommen aus. Aber hier zeigt sich die Genialität des Autor, er versteht es, Menschen die keine naturwissenschaftliche Ausbildung haben komplexe Zusammenhänge zu vermitteln, ohne sie zu vereinfachen und damit stark zu verfälschen.
Die obige Aussage bleibt zwar bestehen wird aber vom Autor ausführlich erklärt. Man muss nicht unbedingt wissen was es mit der Abnahme der Helligkeit im Quadrat der Entfernung auf sich hat, aber die Aussage, dass von einem, in doppeltem Abstand stehenden Stern, nur noch ein viertel seiner Leuchtkraft auf der Erde ankommt, ist einleuchtend. Und so werden die Ausführungen in einer allgemein verständlichen Sprache erläutert und diese Erklärungen dann durch Beispiele weiter untermauert.
Erst dann nimmt Ditfurth eine Vereinfachung vor Zitat(2):
"Durch unendlich viele Sterne an jedem Punkt des Nachthimmels würde aber eine unendlich große Helligkeit produziert, die daher noch auf der Erde unendlich groß sein müsste, ohne Rücksicht darauf, bis in welche Entfernung sich diese Sterne gleichmäßig verteilen."
Die dargestellte Vorgehensweise nimmt vor allem Klugscheißern, wie ich einer bin, den Wind aus den Segeln. Am Zitat(2) hätte ich auf jeden Fall herumgenörgelt ( nicht wissenschaftlich genug, Beweise usw. ). Ditfurth stellt nicht einfach nur Behauptungen in den Raum, er diskutiert immer zuerst alle Argumente und Gegenargumente, wobei spürbar wird dass er sich auch mit den Argumenten seiner Gegner intensiv auseinander gesetzt hat.
Ditfurth schreibt also verständlich ohne unzulässig zu vereinfachen, ein Balance Akt den er meisterhaft beherrscht. Stellt er eine Theorie auf, dann beleuchtet er, den Gegenstand seiner Betrachtungen sehr ausführlich und erläutert diesen so, dass jeder ihm folgen kann. In einer selten gelesenen Souveränität führt er auch Gegenargumente auf und behandelt sie genau so ernst wie seine eigenen Thesen, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die nur allzu gerne Dinge, die nicht in ihr Konzept passen, diskret unter den Teppich kehren ( und nur zu oft später darüber stolpern ). Basierend auf einer streng wissenschaftlichen Argumentation, wobei Occams Rasiermesser sein wichtigstes Werkzeug ist, erlaubt er sich aber auch zu träumen und zu philosophieren, grenzt diese Aussagen dann aber überdeutlich von den streng wissenschaftlichen Erkenntnissen ab.
unvollständige Abschrift des Inhaltsverzeichnisses
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Da man ja doch wissen will, welche Themen im einzelnen behandelt werden hier mal ein Überblick ( äußerst subjektiv ausgewählt ):
1.Teil – Vom Urknall bis zur Entstehung der Erde
3. Die Evolution der Atmosphäre
2.Teil – Die Entstehung des Lebens
4. Fiel das Leben vom Himmel?
5. Die Bausteine des Lebens
10. Das Leben – Zufall oder Notwendigkeit?
3.Teil – Von der ersten Zelle bis zur Eroberung des Festlands
13. Anpassung durch Zufall?
15. Verstand ohne Gehirn
4.Teil – Die Erfindung der Warmblütigkeit und die Entstehung von Bewusstsein
20. Älter als alle Gehirne
5.Teil – Die Geschichte der Zukunft
21. Auf dem Weg zum galaktischen Bewusstsein
Persönliches
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Ich war, auch ohne Ditfurth zu kennen, an Naturwissenschaft interessiert. Die willkürliche Trennung von Geistes- und Naturwissenschaften war mir auch schon schmerzlich bewusst. Aber erst Hoimar von Ditfurth hat meine Begeisterung an der Versöhnung und Ergänzung der " Getrennten " geweckt. Seinen Veröffentlichungen verdanke ich entscheidende Impulse bei der Gestaltung meines eigenen Lebens.
Danke, Herr von Ditfurth.
Der Autor
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Wer mehr über den Menschen Hoimar v. Dithfurth erfahren will dem sei das autobiografische Werk " Innenansichten eines Artgenossen " ans Herz gelegt.
Die Website http://www.hoimar-von-ditfurth.de/, gibt einen wirklich umfassenden und detaillierten Überblick über Leben und Werk des Autors.
Das Buch
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Titel: Im Anfang war der Wasserstoff
Autor: Hoimar von Ditfurth
ISBN: 3-423-30015-9
Seiten: ca. 360 Seiten
Verlag: dtv - Verlag
Preis: 19,90 DM fürs TB
Zum Zeitpunkt des Berichtes gab es bei amazon.de Restexemplare für 5 EURO.
Meine Ausgabe aus dem dtv - Verlag hat relativ dünne Seiten und ist schlecht gebunden, so dass meine Ausgabe nur noch eine Loseblattsammlung darstellt. Ich habe ein anderes Taschenbuch, mit gleicher Seitenzahl, danebengelegt und erstaunt festgestellt, dass das Vergleichsexemplar doppelt so dick ist. Aus diesem Grunde und weil es kein Buch ist, dass man nur einmal liest und dann im Regal verstauben lässt, würde ich einem interessierten Leser, eine gebundene Ausgabe empfehlen.
Am Ende
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Es ist extrem schwer im Zusammenhang mit Ditfurth ohne Zitate auszukommen, denn immer wenn man sich an einer eigenen Formulierung versucht, muss man feststellen, dass Herr von Ditfurth, dass was man ausdrücken will, schon längst viel präziser erläutert hat. Deshalb ein Zitat:
"(Meine Bücher und Publikationen...) sind Variationen der immer von neuem wiederholten Bemühung, dem Leser die Augen zu öffnen für die hinter der scheinbaren Selbstverständlichkeit des alltäglichen Anblicks unserer Welt verborgenen Rätsel und Geheimnisse."
© by Araxas / 20.09.2003
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Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
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