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| erstellt am: |
25.10.2003, von Nutsi |
| Produktbewertung: |
5
5 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | sachliche Infos |
| Kontra: | ??? |
Für unseren Urlaub hatte ich mir (neben ein paar Zeitschriften) eine etwas „anspruchsvollere“ Urlaubslektüre besorgt. Ich wollte mich nämlich mit der Thematik „Impfen“ auseinander setzen.
Bei meinen Sohn habe ich das erste Lebensjahr auf jeden Fall abwarten wollen, bevor ich den kleinen Organismus der Belastung des Impfens aussetzen wollte. Das zweite Lebensjahr zog sich so dahin und ich konnte mich nicht recht entscheiden, wann und vor allem welchen Impfungen ich ihm (durch einen Arzt natürlich) geben sollte. Kurz nach seinem zweiten Geburtstag wurde mir die Entscheidung abgenommen, denn Jeldrik fiel und zog sich eine Platzwunde zu. Eigentlich glaube ich ja nicht, dass auch in diesem Fall eine Tetanus-Impfung unbedingt nötig gewesen wäre (denn der Sturz ereignete sich im Kinderzimmer und Tetanuserreger leben hauptsächlich in der Erde und vermehren sich am besten in einer anaeroben Umgebung. Da die Wunde aber nicht tief war und stark blutete glaube ich nicht, dass diese Wunde eine besonders angenehme Atmosphäre für Tetanuserreger war. Anaerob bedeutet „ohne Sauerstoff lebend“ und an offene Wunden kommt ja sehr viel Luft. Tetanus vermehrt sich also lieber in tiefen geschlossenen Wunden, z.B. wenn man in einen rostigen Nagel tritt oder sich an einer Dorne sticht.)
Aber da eine Tetanus-Impfung an sich schon sehr sinnvoll ist und ich Jeldrik sowieso dagegen impfen lassen wollte, stimmte ich der Impfung direkt im Krankenhaus zu. Gleichzeitig wurde er gegen Diphtherie geimpft, was an sich ok war, aber ich wurde vorher vom Arzt nicht darüber informiert und darüber habe ich mich sehr geärgert.
Deswegen wollte ich bei meiner Tochter ganz genau informiert sein, um nicht wieder vor den Kopf gestoßen zu werden und selbst zu entscheiden, was meine Tochter geimpft bekommt.
Auf Amazon habe ich mir dann die Kritiken zu verschiedenen Büchern über das Thema Impfen gelesen und „Impfen - Pro & Contra“ hat sich in meinen Ohren am besten angehört. Ich wollte nämlich ein Buch, dass weder von einem absoluten Impfgegner, noch von einen totalen Impfbefürworter geschrieben wurde. Ich wollte nämlich von niemand überzeugt werden, sondern nur gründlich informiert werden und alles was zu sehr ins Extreme geht, ist mir zunächst etwas suspekt. Ich wähle meist lieber den Weg der goldenen Mitte, ohne dabei mittig zu sein.
***Inhalt***
Das Buch ist in drei große Hauptbereiche gegliedert: im ersten Teil geht es um das Impfen im Allgemeinen, wie geht man mit Krankheit und Prophylaxe um? Wie entwickelte sich die Geschichte des Impfens? Wie lauten öffentliche Impfempfehlungen? Wie ist der Stand der Wissenschaft und Forschung? Wie werden Impfstoffe hergestellt? Wann ist der optimale Impfzeitpunkt? Wie lange wirkt eine Impfung? Welche Nebenwirkungen gibt es? usw.
Im zweiten Teil werden zunächst die öffentlich empfohlenen Impfungen (Tetanus, Diphtherie, Polio, Keuchhusten, Hib, Hepatitis B, Masern, Mumps und Röteln) und dann die Indikationsimpfungen (Windpocken, FSME; Influenza, Pneumokokken, Tollwut)erklärt.
Jede Krankheit hat ein eigenes Kapitel, die in etwa alle gleich aufgebaut sind, zunächst wird die Erkrankung erklärt: wie steckt man sich an, welche Behandlung gibt es, welche Komplikation können während der Krankheit auftreten. Danach wird die Impfung zu der jeweiligen Krankheit erklärt, dann ihre Wirksamkeit, die Nebenwirkungen und Folgeschäden. Am Ende jedes Krankheitskapitels gibt es noch mal eine übersichtliche Zusammenfassung in Stichpunkten.
Im dritten Teil werden auf die gleiche Art und Weise noch Reiseimpfungen erklärt.
Im Anhang des Buches findet man einen alternativen Impfplan und ein Glossar in dem medizinische Fachbegriffe erklärt werden.
***Informationsgehalt/Sachlichkeit***
Das Buch ist wirklich sehr informativ und leicht verständlich geschrieben. Der Autor verwendet zur Untermauerung seiner Thesen und Aussagen immer Zitate und Querverweise. Außerdem gibt es nach jedem einzelnen Kapitel eine Quellenangabe.
Martin Hirte erwähnt diese Vorgehensweise direkt am Anfang und entschuldigt sich dafür, dass das Buch dadurch etwas unübersichtlich würde. Was ich persönlich aber nicht so empfunden habe, denn man kann die Quellenangaben einfach überblättern oder sich gegebenenfalls ergänzende Lektüren besorgen und das jeweilige Thema vertiefen.
Dies habe ich zwar nicht gemacht, denn Herr Hirte beschreibt wirklich alles recht ausführlich, ohne dabei von Hölzchen auf Stöckchen zu kommen, sondern er bleibt immer auf dem Punkt. Seine wirklich sehr vielen Quellenangaben zeugen (wie ich finde) nur von seiner Seriosität, seiner präzisen Arbeit und seiner ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Impfen.
Alles in allem kann man bei dieser Lektüre als Laie sehr viel lernen über Krankheiten, Impfungen, Herstellung der Impfstoffen und außerdem über die Gesundheitspolitik. Aber auch wenn Martin Hirte versucht dabei sehr sachlich zu bleiben, hört man hin und wieder zwischen den Zeilen durch, dass er tendenziell eher ein Impfgegner als Befürworter ist. Schließlich ist er nicht nur Kinderarzt, sondern auch Homöopath und Impfen und Homöopathie stehen nicht gerade im Einklang miteinander (in der Homöopathie wird die Prophylaxe abgelehnt). Am Anfang des Buches erwähnt er zwar, dass er die Homöopathie aus der Impfdiskussion mit Absicht außen vor lassen will, was er auch wirklich macht, dennoch entgeht dem aufmerksamen Leser die eher negative Einstellung zum kompletten, gedankenlosen Durchimpfen nicht. Man erkennt so etwas zum Beispiel an der Darstellung von Zahlen. Die Statistiken der Krankheiten werden immer relativ harmlos dargestellt beispielsweise: „In Deutschland wurden 1996 NUR siebzehn Fälle, ... 1998 sieben Fälle von Tetanus gemeldet – darunter zwei Todesfälle -, was einer Sterblichkeit von 5,7 Prozent entspricht“. Die Nebenwirkungen der Impfungen werden dagegen eher drastisch dargestellt: „Sehr selten kann in den zwei Wochen nach der Tetanusimpfung eine Glomerulonephritis, eine nichteitrige Nierenentzündung auftreten (Quast 1997) – erste Symptome sind starkes Krankheitsgefühl, Rückenschmerzen und dunkel oder blutig gefärbter Urin. Die Klinikeinweisung ist in der Regel erforderlich“. Wie oft ist denn selten? Wie viel Prozent der Geimpften? Solche Fragen können sich einem dann stellen.
Aber meist ist er wirklich sehr sachlich und bezieht sich nur auf Statistiken, obwohl er selbst immer wieder betont, das Statistiken oft gefälscht sind oder so ausgelegt werden, wie sie von Nutzen sind.
***Meine Meinung***
Ich war von dem Buch mehr als begeistert. Endlich bekam ich mal sachliche Infos, ohne das ich gleich das Gefühle hatte, hier wolle mich jemand mit der Holzhammermethode überzeugen. Viel Informationen kannte ich schon aus meinen Vorkenntnissen, die ich mir während der Impfentscheidung bei Jeldrik angelesen hatte, manche Infos waren aber auch neu für mich. Oft saß ich kopfschüttelnd am Pool und las Stefan besonders heftige Passagen vor. Meine Miturlauber wissen jetzt bestimmt alle auch einiges von der Impfdiskussion.
Damit aber auch die Leser dieses Berichts, sofern sie nicht geneigt sind das Buch persönlich zulesen, nicht dumm sterben müssen, werde ich sie an einigen Aussagen, die mir besonders haften geblieben sind, teilhaben lassen.
- es werden chemische Substanzen eingesetzt, um die Impfstoffe zu konservieren, beispielsweise Thiomersal der zu etwa 50 % aus Quecksilber besteht; Thiomersal ist als starkes Allergen sowie Zell- und Nervengift bekannt; es entfaltet auch erbgutschädigende Wirkung
- Künstliche Eingriffe in die fein abgestimmte und bis heute unverstandene Balance des Immunsystems sind in jedem Fall hochproblematisch
- Die EG gibt mehr Geld für die Impfpropaganda aus als für die Impfforschung
- Impfkomplikationen können chronische Krankheiten herbeiführen oder Impfschäden hinterlassen. Hierunter fallen vor allem neurologische Krankheiten wie Nervenentzündungen, Guillain-Barré-Syndrom, Meningitis, Enzephalitis, multiple Sklerose, Autismus oder Autoimmunerkrankungen wie rheumatische Arthritis oder Diabetes.
- Von Seiten der Immunologie gibt es Hinweise, dass Impfungen das Immunsystem in gänzlich anderer Weise stimulieren als natürliche Infektionen. Dadurch kann es bereist im Säuglinsalter zu einem Ungleichgewicht im Abwehrsystem kommen.
- Folgen, Wirkungen und Wirkmechanismen der Impfungen und der durchgemachten Impfungen sind in der Humanmedizin gut dokumentiert. Es gibt keinen Grund, die Medizin und deren redliches Bemühen zu verteufeln. Allerdings geht die Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht im Alltag mitunter verloren.
Dies sind sicher alles Aussagen, die sich so allein besonders drastisch anhören. Aber ich wollte nur neugierig auf das Buch machen. Im Zusammenhang erfährt man viel mehr über die einzelnen Aussagen und deswegen sollte man erst das ganze Buch lesen, bevor man die von mir aufgezählten Punkte auseinander nimmt.
Auch wenn sich diese Stichpunkte jetzt recht furchteinflössend anhören, wird in dem Buch überhaupt nicht mir Angst gearbeitet, wie es mir schon in anderen Broschüren (sowohl von der STIKO [Ständige Impfkommission], als auch von Impfgegnern) vorgekommen ist.
Es wird sachlich das Für und Wider einer jeden Impfung dargestellt und die Entscheidung dem Leser überlassen. Das Buch wirkt in keiner Weise missionierend.
Was ich außerdem positiv bemerken möchte, ist das der Autor am Ende des Buches einen alternativen Impfplan vorschlägt.
***Preis***
Das Buch ist im Knaur Verlag erschienen (ISBN 3-426-87114-9) und kostet 8,90 €, was ich für die Hülle von Infos durchaus angemessen finde.
***Fazit***
Das Buch ist wirklich empfehlenswert für alle Eltern die sich mit dem Thema Impfen auseinander setzen wollen. Es informiert über die ganze Brandbreite des Themas Impfen, ist sachlich, günstig und versucht einem nicht eine bestimmte Meinung auszudrängen, obwohl man die Meinung des Autors zwischen den Zeilen lesen kann.
Es hat mir zum einem geholfen meine eigene Meinung zum Impfen zu festigen und zum anderen zu der Entscheidung, wie und wann ich meine Tochter impfen lasse, beizutragen. Ich werde meine Vorstellungen mit dem Kinderarzt meiner Tochter besprechen und dann meine endgültige Entscheidung treffen.
***Abschließende Bemerkung***
Ich bin keine ausgebildete medizinische Fachkraft, sondern nur eine Mutter die sich Gedanken über die Behandlung ihrer Kinder macht. Ich möchte hier niemand verurteilen, angreifen oder überzeugen. Ich möchte einfach nur ein Buch vorstellen, dass meiner Meinung nach in keiner Eltern-Bibliothek fehlen sollte. Denn egal ob man jetzt streng nach öffentlichem Impfplan, alternativ oder gar nicht impft, sollte man seine Entscheidung nicht leichtfertig treffen. Man sollte nicht einfach impfen lassen, weil es eben alle so machen. Aber genauso wenig sollte man es einfach sein lassen, weil es ja Zeit und Aufwand bedeutet mit seinem Kind zum regelmäßigen Impfen zu gehen. Von sogenannten Impfmuffeln halte ich genauso wenig, wie von Leuten, die alles machen was von "Oben" empfohlen wird. Meiner Meinung nach sollte man sich intensiv mit dem Thema auseinander setzen und dann individuell entscheiden, was für die Familie und das Kind die richtige Entscheidung ist. Denn es geht schließlich um die Gesundheit der Kinder und die ist es doch bestimmt wert, dass man sich ein paar Stunden damit auseinander setzt.
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Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
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