Pratchett Terry: The Light Fantastic
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Pratchett Terry: The Light Fantastic

Testbericht Pratchett Terry: The Light Fantastic

 (Taschenbuch)
(5,0 von 5)
Platz 19 in der Kategorie "Bücher Importe, Fremdsprachige Literatur - T".
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5,0 von 5)
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Testbericht über Pratchett Terry: The Light Fantastic

Und die Sucht geht weiter.

Letzte Aktualisierung am: 17.01.2004, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Empfehlung:ja
Pro:Humor, Spannung
Kontra:extreme Suchtgefahr!!
Da ich mich ja nun dazu entschlossen hatte, mich ein wenig mehr mit Terry Pratchett's Scheibenwelt zu befassen und mir daher den Einstiegsband "The Colour of Magic" gekauft hatte, hätte ich keine andere Wahl gehabt, als den Nachfolger - "The Light Fantastic" - zu lesen - denn im Grunde genommen bilden die beiden Bände einen. Das Ende des ersten Buches geht nahtlos in den Beginn des zweiten über, was mich normalerweise ja sehr nervt, doch in diesem Fall hatte ich vorsorglich beide Teile gekauft und zum Lesen bereit zu Hause liegen.

Was mir zuallererst auffiel, war, daß der zweite Band von einem völlig anderen Verlag kommt als "The Colour of Magic", nämlich von Harper Torch Fiction statt von Corgi - und obwohl ich das etwas verwunderlich fand, wirkte es sich sehr positiv auf die Buchgestaltung aus: der Geschichte nämlich folgt ein kurzer Teil namens "The world of Terry Pratchett" mit einem Glossar der wichtigsten Scheibenweltfiguren, natürlich komplett mit Fußnoten. Auch dabei ist eine Landkarte, die allerdings leer ist, denn:
"There are no maps. You can't map a sense of humor." - Terry Pratchett
Ein Kreuzworträtsel, Kurzrezensionen und eine anschließende kurze Inhaltsangabe aller Scheibenweltromane runden das Ganze schließlich ab.

Moment - was die Scheibenwelt eigentlich ist?
Nun, irgendwann, es mag so um 1983 gewesen sein, begann Terry Pratchett (O-Ton Buchdeckel: "...lives in England, an island off the coast of France, where he spends his time writing Discworld novels in accordance with the Very Strong Anthropic Principle, which holds that the entire Purpose of the Universe is to make possible a being that will live in England, an island off the coast of France, and spend his time writing Discworld novels.Which is exactly what he does. Which proves the whole business true. Any questions?"), für uns seine eigene kleine Welt aufzuschreiben. Es handelt sich hier um eine zugleich kunterbunte, doch ebenso zutiefst brutale Welt - brutal jedoch nicht im eigentlichen Sinne von "böse", denn so schlimm die Untaten der Scheibenweltromane auch sein mögen, irgendwie kann man es immer verstehen und es ihnen dadurch ziemlich leicht verzeihen.
Die Scheibenwelt befindet sich auf dem Rücken vierer Elefanten, die wiederum auf der Riesenschildkröte Great A'Tuin stehen, die seit ewiger Zeit irgendwohin geht - die Philosophen versuchen schon lange, herauszufinden, was die Kröte denkt, jedoch machen es die Größenverhältnisse unmöglich (da Great A'Tuin nicht nur unendlich riesig ist, sondern auch unendlich langsam denkt).
Es handelt sich um eine Welt der Magie, jedoch nicht wirklich "weiße Magie". Zauberer werden in der Unseen University ("NVNC ID VIDES, NVNC NE VIDES - Now you see it, now you don't") ausgebildet, aus der der Protagonist der ersten beiden und vieler weiterer Bände, Rincewind, hinausgeworfen worde, da er nicht nur das Gegenteil von begabt ist, sondern sich auch keine Zaubersprüche merken kann. Dafür kann er aber eigentlich nichts. Einer der Acht Sprüche des Octavo hatte sich prophylaktisch in seinen Kopf geflohen und diesen dadurch so sehr verängstigt, daß er (der Kopf) sich fortan weigerte, sich außerdem noch irgendwelche anderen Sprüche zu merken.

In The Light Fantastic führt nun ebenjener Rincewind seine Führung durch die Scheibenwelt weiter, natürlich alles andere als freiwillig. Denn im ersten Band begegnete er Twoflower, dem Touristen aus einer reichen, unendlich öden Gegend der Scheibenwelt, der nichts weiter sehen will als Drachen, Magie, Trolle, und alles, was es wohl Gefährliches und Brutales geben könnte. Mit sich hat er den kleinen Ikonographen, einen Troll in einer kleinen Box, der wahnsinnig schnell zeichnen kann und bei jeder Gelegenheit Bilder für Twoflower machen muß - und natürlich die Truhe ("The Luggage"), eine Reisetruhe, die nicht nur hunderte kleiner Füßchen und ein gemeingefährlich bezahntes Augenlid besitzt, sondern eine enorme Loylität gegenüber ihres Besitzers. Die Truhe loszuwerden ist nicht nur schwer, sondern schlicht und ergreifend unschaffbar, da sie einem immer folgt. Und wenn es Jahre dauert.

Nun, auch in The Light Fantastic - wie schon im Vorgänger - geschieht wieder irgendwie alles gleichzeitig. Nicht genug damit, daß die Riesenschildkröte langsam auf einen Stern zuschleicht, der die gesamte Scheibenwelt zu vernichten droht, nein - Rincewind ist auch noch die einzige Möglichkeit, gerettet zu werden. Ausgerechnet Rincewind, DER Feigling. Denn oben erwähnter achter Spruch muß in Verbindung mit den sieben anderen gesagt werden, zur gleichen Zeit, um alles wiederherzustellen, wie es sein soll - werden die Sprüche zum falschen Zeitpunkt gesagt, droht vernichtendes Urteil. Nicht ganz so vernichtend wie der Stern, aber immerhin.
Nun hat allerdings ein böser ambitionierte Zauberer vor, diese Sprüche zu früh zu sagen und dadurch allmächtig zu werden - nicht nur, aber auch aus diesem Grund schickt er seine Truppen nach Rincewind, der völlig unabhängig von all dem sowieso schon von einem Unglück ins nächste stolpert.
Twoflower, Rincewind und die Truhe treffen auf ihrem Weg quer über die Scheibenwelt auch auf Cohen, den Barbaren (NICHT Conan, wie es auf dem Buchcover steht!) - zahnlos und alt, doch von aller (Scheiben-)Welt genauso gefürchtet wie eh und je...

Terry Pratchett ist ja nicht nur für seinen leicht verkorksten, typisch britischen Humor so berühmt, sondern mindestens genauso sehr für seine Fußnoten - doch, wie im ersten Band, findet man auch in "The Light Fantastic" derer noch nicht allzu viele.
Dafür unterzog sich der Stil absolut einer Verbesserung - wo der erste Band noch etwas holprig erschien und der Humor allzu bemüht, liest es sich im zweiten locker durch, und aus dem angefrorenen Grinsen wird langsam, aber sicher ein permanentes Kichern.

Um mal ein Beispiel zu liefern, hier ein kurzer Auszug:

"It was a still night, tinted with the promise of dawn. A crescent moon was just setting. Ankh-Morpork, largest city in the lands around the Circle Sea, slept.
That statement is not really true.
On the one hand, those parts of the city which normally concerned themselves with, for example, selling vegetables, shoeing horses, carving exquisite small jade ornaments, changing money and making tables, on the whole, slept. Unless they had insomnia. Or had got up in the night, as it might be, to go to the lavatory. On the other hand, many of the less law-abiding citizens were wide awake, and, for instance, climbing through windows that didn't belong to them, slitting throats, mugging one another, listening to loud music in smoky cellars and generally having a lot more fun. But most of the animals were asleep, except for the rats. And the bats, too, of course. As far as the insects were concerned..."

Ungefähr diesen Stil darf man erwarten, kauft man sich einen von Pratchett's Romanen. Natürlich ist dies noch einer seiner früheren und stammt aus dem Jahre 1986, was bedeutet, daß die späteren immer und immer lustiger sein werden.

Was die Scheibenwelt und was ich bisher davon kenne angeht, bin ich gänzlichst kritiklos. Sofern man auf diese Art Humor steht, gibt es ganz bestimmt nur eine uneingeschränkte Leseempfehlung - selbst, wenn ich normalerweise gar keine Fantasy lese, bin ich hiervon voll und ganz überzeugt.

Der technische Krempel zum Abschluß:
Harper Torch
1986
ISBN 0-06-102070-2
zwischen 6 und 8 Euro
www.harpercollins.com
aimynona
Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
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