Mortal Kombat: Deadly Alliance
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Mortal Kombat: Deadly Alliance
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Testbericht Mortal Kombat: Deadly Alliance

 Xbox Spiel
(4,8 von 5)
Platz 30 in der Kategorie "Xbox Spiele".
Bewertung: Kundenbewertung 4,90 / 5,00 (4,8 von 5)
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Testbericht über Mortal Kombat: Deadly Alliance

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Das tödliche Spiel geht in seine nächste Runde!

erstellt am: 23.01.2004, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Empfehlung:ja
Pro:...
Kontra:...
Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Normalerweise habe ich als Gamecube-Besitzer ja mit Spielen der X-Box wenig am Hut. Aber als sich mit bei unserem letzten Studio-Aufenthalt nach dem finalen Mix unserer neuen CD die Möglichkeit bot, bei Jaro mal in den neuesten spielerischen Erguss aus dem Hause "Midway" hineinzuschnuppern, konnte ich einfach nicht widerstehen. Wie denn auch, immerhin gehörte "Mortal Kombat" neben den "Street Fighter"-Teilen schon in der 16-Bit-Ära zu den beliebtesten Prügel-Serien und auch für den Saturn musste ich mir "Ultimate Mortal Kombat" natürlich holen. Nur der Ausflug in die 3D-Gefilde von "Mortal Kombat Gold" schien den Recken rund um Sub-Zero, Scorpion und Shang-Tsung nicht allzu gut bekommen zu sein. Und nachdem Ableger der Serie wie "Mortal Kombat: Special Forces" eher im Veröffentlichungswut der PSX-Games untergingen, stand es schlecht um die Serie. Doch immer wieder machten Gerüchte um ein "Mortal Kombat" auf den neuen Konsolen die Runde und so langsam bestätigte sich der Verdacht, "Midway" könnte tatsächlich an einem weiteren Teil der Kämpfer-Saga arbeiten. Aus den Gerüchten wurde schließlich Gewissheit und am 22. November diesen Jahres war es endlich soweit: "Mortal Friday". Und Jaro, der alte Sack (*grins*), hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als sich das Game als US-Import für seine X-Box zu holen. Aber wenigstens konnte ich so auch einmal meine Finger an das Game legen, bis es irgendwann im Februar auch in unseren Gefilden erscheinen soll. Was Euch in neuesten Teil der Prügel-Orgie, "Mortal Kombat: Deadly Alliance" (im weiteren Verlauf "MK: DA" genannt), erwartet, lest Ihr am besten selbst...




~~~Story~~~

Nach dem letzten Turnier in der Outworld war die Macht von Shao Khan geschwächt, die Erdenkrieger konnten einen weiteren Sieg erringen und die endgültige Übernahme ihres Reiches durch den finsteren Kahn verhindern. Doch dessen Schwäche machte sich jemand zunutze - kein geringener als dessen ehemaliger Haus- und Hofmagier Shangs Tsung, der schon mehrere Mal versuchte, alle Macht im Universum an sich zu reißen. Doch er ist nicht allein, sondern hat in Quan Chi einen Partner gefunden, der dasselbe Ziel verfolgt. Die beiden bilden eine tödliche Allianz, daher auch der Untertitel "Deadly Alliance".

Und als ob das nicht schon genug wäre, wird der langjährige Fan der Reihe im Intro auch noch von einem schockierenden Ereignis überrascht. Der "Anführer" der Erdenkrieger, Liu Kang, wird getötet. Damit ist mit MK-Reihe wohl die erste Prügel-Serie, die ihren einstigen Titelhelden sterben lässt. Was man als Fan nun davon hält, kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich konnte ehrlich gesagt Kang nie sonderlich leiden, weder als Charakter noch von den Moves her, so dass mich sein Verlust nicht sonderlich getroffen hat. Im Gegenteil, endlich wagt jemand mal in diesem Bereich einen mutigen Schritt, denn Capcom würde es sicher nie in den Sinn kommen, Ryu abdanken zu lassen. Jedenfalls tritt Sub-Zero nun an Kang's Stelle und führt die Erdenkrieger in eine weitere Schlacht gegen das Böse, in ein weiteres Mortal Kombat-Turnier...



~~~Spielprinzip~~~

Eigentlich geht es auch in diesem Mortal Kombat-Teil wieder nur darum, die Arena gegen seinen Opponenten siegreich zu verlassen, aber das ist bei Beat'em'Ups ja generell der Fall. Interessant wird es, wenn man sich "MK: DA" betrachtet und mal mit seinen Vorgängern vergleicht. Bisher hatte für den Angriff jeder Kämpfer ein Standard-Repertoire von zwei Schlägen und zwei Tritten, die bei jedem Recken absolut gleich waren. Folglich unterschieden sich die Charaktere einzig durch ihre Optik und ihre Special Moves.

Das Kampfsystem wurde komplett überarbeitet und wer sich noch an die ersten Mortal Kombat-Teil erinnert und ein ähnliches Gameplay erwartet, der wird hier erst mal sein blaues Wunder erleben. Generell wurde das System der vier verschiedenen Tasten für Angriffe beibehalten, jedoch wird nicht mehr in z.B. hohen und tiefen Schlag unterschieden, sondern man führt nun die Attacken 1 bis 4 aus. Warum diese Bezeichnung? Ganz einfach: Jedem der Attack-Buttons wurde nämlich ein eigener, spezifischer Move zugeordnet, ähnlich wie damals schon bei der Street Fighter-Serie. Das verleiht jedem Charakter eine gehörige Portion Individualität, da sich nun jeder der Recken in seinen Attacken von den anderen unterscheidet. Und da vier verschiedene Angriffsmöglichkeiten etwas wenig wären, hat man sich noch etwas einfallen lassen. Jeder Kämpfer kann je nach Bedarf zwischen drei unterschiedlichen Kampfstilen wechseln.

In der Regel gibt es zwei normale Nahkampfstile, wie beispielsweise Karate, Tae Kwon Do, Kirehashi, Jeet Kude Do, etc. und einen waffenbasierten Stil. Man kann jederzeit im Match auf Knopfdruck den Stil wechseln und dabei ändern sich auch die vier Attacken, die dem Kämpfer zur Verfügung stehen. Hieraus entstehen dann logischerweise eine unglaubliche Anzahl an möglichen Combos, die man - das nötigen Wissen über die Attacken eines Charakters vorausgetzt - zu längeren Kettencombos verknüpfen kann, in dem man zwischendurch munter die Kampfstile wechselt. Tüftler und Combo-Freaks kommen also endlich auch bei einem Midway-Klopper auf ihre Kosten. Zu diesen zahlreichen individuellen Angriffen gesellen sich dann noch ein Special- und ein Block-Button. Den Block kennen die Mortal Kombat-Veteranen bereits und nachdem man zu 2D-Zeiten noch viele kritische Stimmen bezüglich dieses Buttons hörte - viele fanden es besser, wie bei der "Street Fighter"-Konkurrenz einfach das Steuerkreuz nach hinten zu drücken - dürfte sich dieser spätestens seit der sinnvollen Verwendung in den Genre-Kollegen "Virtua Fighter" oder "Soul Calibur" etabliert haben. Bei 3D-Fahrten der Kamera und Perspektivenwechseln ist es auch einfacher, eine Taste zum Block zu drücken, denn wo nun genau "hinten" auf dem Steuerkreuz ist, lässt sich in einer 3D-Arena eben nicht immer genau sagen.

Der Special-Button hat auch je nach momentanen Kampfstil drei verschiedene Funktionen: Entweder man führt einen Wurf, einen Konter oder eine Meuchel-Attacke aus. Letztere ist ein neues Feature und ziemlich hinterhältig. Gelingt dieser Angriff, hat man seinem Opponenten ein Messer in den Torso gerammt und kann mit ansehen, wie dessen Energie konstant schwindet. Hier hätte man im Zuge der Gerechtigkeit für eine Möglichkeit sorgen können, wie sich der Getroffene dieser Attacke erwehren und den stetigen Energieverlust stoppen kann. So gibt es hier erstmals ein wenig Kritik, wenngleich das Feature an sich eine geniale Idee ist. Zum Glück trifft diese Attacke aber nicht allzu häufig, so dass er das Gameplay nicht großartig negativ beeinflusst. Es kann übrigens auch sein, dass ein Charakter z.B. einen Konter nicht durch einen Druck auf den Special-Button ausführen kann. Dann muss er ein wenig umständlicher über eine Tastenkombination ausgelöst werden, die Fähigkeiten zum Werfen, Kontern und Meucheln haben aber alle Kämpfer.


Im Spiel an sich gibt es natürlich den herkömmlichen Arkade-Modus, der bei keinem Game dieser Art fehlen darf. Selbiges gilt auch für den VS- sowie den Trainigs-Modus. Interessant ist der "Konquest"-Modus, bei dem man grafisch hübsch unterlegt die Story der einzelnen Kämpfer bei ihrer Reise um die Welt und Suche nach neuen Gegner erleben darf. Eine weitere Neuigkeit der Serie ist die "Krypt": Im Prinzip ist das eine riesige Schatzkammer voller Särge, die alle ein kleines Goodie enthalten können. Um diese aber zu öffnen, braucht man "Koins". Münzen also, die es in sechs verschiedenen Wertigkeiten gibt und die sich im "Arkade"- und "Konquest"-Modus (inkl. "Test your Might!"-Aufgaben) erspielen lassen. Zudem kann man gegen menschliche Mitstreiter seine "Koins" verwetten und so das eigene Guthaben ein wenig aufpolstern. Geschlagene 676 Särge sorgen für die nötige Langzeitmotivation und es dürfte wohl eine Weile dauern, bis man alle Geheimnisse ergründet hat.



~~~Grafik & Sound~~~

Wenn man das Game das erste Mal sieht, ist man erst mal beeindruckt von den phänomenalen Grafiken beeindruckt. Die einzelnen Charaktere wurden detailliert und liebevoll gestaltet und die Animationen sind flüssig und realistisch. In diesem Bereich konnte man ja bereits schon zu SNES-Zeiten glänzen und natürlich hat man die Motion-Capture-Techniken weiterhin verbessert, so dass die Kämpfe von den Bewegungsabläufen her ziemlich lebensnah wirken. Die Charaktere an sich haben einen ganz leichten Comic-Touch, der fast ein wenig übertrieben wurde und die Kämpfer nicht ganz so realistisch wie in den vorigen Teilen erscheinen lässt. Generell ist die Stimmung aber düster und atmosphärisch wie eh und je. Sehr lobenswert ist auf jeden Fall die Verwendung eines "Real Damage"-Systems für die Charaktere. Das bedeutet, dass man an den Texturen der Kämpfer (vor allem natürlich im Gesicht) genau sieht, dass sie Schaden erlitten haben. Blaue Flecken, Schrammen und Striemen im Gesicht sind zwar nur winzige Details, verstärken aber enorm den guten Gesamteindruck, den das Spiel inm grafischer Hinsicht hinterlässt.

Dazu tragen natürlich auch die Hintergrundgrafiken bei, die bereits bei Ultimate Mortal Kombat 3 - damals noch vorgerendert in 2D - eine erstaunliche Perfektion erreichten. Und auch diesmal strotzen die Arenen vor Atmosphäre und können sich auf jeden Fall sehen lassen: Monumentale Bauten, düstere Kammern, ein riesiger Plasma-Strudel, der ständig Seelen in sich einsaugt - eben all das, was man von einem Spiel der Serie auch erwarten würde. Und auch beim Konkurrenten Soul Calibur hat man ein wenig abgekupfert, wenn man sich die Stage auf dem schippernden Floß betrachtet. Verfeinert werden die Stages mit allerlei optischen Effekten: Der erwähnte Plasma-Strudel ist nur einer davon, hinzu gesellen sich grelle BLitze, Rauch und Nebel, Feuer, Wassereffekte sowie Schnee oder Regen.


Soundtechnisch konnte die Mortal Kombat-Reihe ja schon immer mit intensiven und spannungsgeladenen Musiken überzeugen und so ist es auch nicht verwunderlich, dass auch in diesem Bereich "MK: DA" voll überzeugt. Ob es nun sphärische Keyboardsounds, bedrohliche Orgelklänge oder ein dramatisch singender Chor ist - stets werden die Fights ansprechend und bombastisch untermalt, was erheblich zur einmaligen Atmosphäre des Games beiträgt. Nicht ganz so perfekt gelungen sind dagegen die Soundeffekte, die sich auf normalen Beat'em'Up-Niveau bewegen. Soll heißen wir finden auch hier die üblichen Schreie, Grunzer, Gestöhne und sonstiges Äußerungen die ein Mensch macht, wenn ihm Schmerzen zugefügt werden. Auch die restlichen Effekte wie Donnergrollen und saftige Punch- und Kick-Geräusche fehlen natürlich nicht.



~~~Sonstiges~~~

Was gehört zu einem Mortal Kombat-Spiel genauso wie das Amen in die Kirche oder der Baseball-Schläger in Britneys Visage? Richtig, die Fatalities. Eine kurze Erklärung derer: Hat einer der beiden Mitsteiter keine Energie mehr, obliegt es dem Gewinner des Matches, seinen Kontrahenten endgültig zu besiegen, denn nicht umsonst heißt es ja auch "Mortal Kombat". Das Licht in der Stage geht bis auf einen Spot auf die zwei Kontrahenten aus und die finstere Stimme des Kommentators fordert den Spieler auf: "Finish him!" - eine Tastenkombination löst daraufhin den Fatality-Move aus, mit dem der geschlagene Opponent enthauptet, zerstückelt, verspeist, verbrannt oder anderweitig verstümmelt wird. Zartbesaitete sollten also in jedem Fall die Finger von dem Spiel lassen, zumal auch schon im normalen Kampf je nach Figur jede Menge rotes, grünes oder schwarzes Blut fließt.

Hatte man es mit den Finishing-Moves gerade bei Ultimate Mortal Kombat 3 mit zwei Fatalities pro Charakter sowie den Babalities (der Gegner wird zum Baby), Animalities (Euer Kämpfer wird zum wilden Tier) und Friendschip-Moves (für alle diejenigen, die ihrem Gegner nichts Böses wollten) besonders gut gemeint, verfügt bei "MK: DA" jeder Recke über lediglich einen Fatality. Das ist ein wenig enttäuschend, zumal hier eher die gewohnte Standardkost geboten wird. Und auch wenn die Fans des Titels bereits eifrig danach gesucht haben, es sieht ganz so aus, als gäbe es auch keinen einzigen Stage-Fatality mehr. Schade, denn die Möglichkeit, den Gegner in bestimmten Stufen in Säure, Feuer oder alles zerschreddernde Sägeblätter zu werfen hat immer für viel Spaß gesorgt. Hier muss man sich seitens der Entwickler Kritk gefallen lassen.

Ansonsten wurde zwar das Gameplay generell überarbeitet und die Charaktere sind auch wesentlich ausgewogener als zuvor, einige Mängel konnten aber auch diesmal wieder nicht behoben werden. So ist es nach wie vor der Fall, dass Ihr die ersten Gegner im Arkade-Modus in der Regel relativ einfach besiegen könnt, dann aber mit einem Mal tierisch schwere Kontrahenten auf Euch warten, die Euch nach allen Regeln der Kunst vorführen und chancenlos in Grund und Boden kloppern. Fans der Serie werden sich zudem noch an die Endgegner "Goro" oder "Kintaro" erinnern, übermächtige Fabelwesen, die auf normalem Wege nicht besiegt werden konnten. Bei "MK: DA" wurde an dieser Vorgehensweise leider nichts geändert und so helfen auch gegen "Moloch" einzig und allein Kicks aus der Luft. Das Nostalgie-Flair ist dadurch natürlich vorhanden, für gutes und ausgewogenes Gameplay steht diese Methode aber dennoch nicht.



~~~Fazit~~~

Ich kann es ehrlich gesagt kaum mehr erwarten, bis "MK: DA" endlich auch den Weg in unsere heimischen Gefilde findet. Und wenn das der Fall ist, werde ich mir den Titel auf jeden Fall holen. Dank des ausgeklügelten und völlig überarbeiteten Kampfsystems ist das Kämpferfeld so ausgewogen wie nie zuvor, die Stages sind stimmungsvoll designt und die Hintergrundmusiken untermalen das Geschenen passend. Mit der "Krypt" wurde zudem eine Element integriert, das auch bei Einzelspielern für die nötige Langzeitmotivation sorgt. Ein wenig getrübt wird der hervorragende Eindruck lediglich von den beiden erwähnten Patzern im Gameplay, die aber nur geringfügig ins Gewicht fallen. Prügelfanatiker müssen hier also zuschlagen und auch wer bisher den Mortal Kombat-Titeln nichts abgewinnen konnte, sollte sich den Kauf überlegen. Den Prügel-Thron kann "MK: DA" zwar nicht ganz erobern, Spaß macht's aber allemal!



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Kombat-Master


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