Vandal Hearts
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Testbericht Vandal Hearts

 PS1 Spiel
Platz 147 in der Kategorie "PS1 Spiele".
Bewertung: Kundenbewertung 4,20 / 5,00 (4,1 von 5)
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Testbericht über Vandal Hearts

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Held sein ist kein Zuckerschlecken

erstellt am: 28.07.2004, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Empfehlung:ja
Pro:epische Story, interessantes Kampfprinzip (rundenbasiert)
Kontra:evtl. die Grafik
Held sein ist kein Zuckerschlecken

Vandal Hearts ist ein Spiel, welches inzwischen bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel hat (Erscheinungsjahr: 1997). Nichtsdestotrotz halte ich es nach wie vor für ein sehr schönes Spiel. Im Gegensatz zum Nachfolger. Aber dazu später mehr.

Vandal Hearts ist im Grunde genommen ein rundenbasiertes Strategiespiel mit einer ziemlich breiten und epischen Story. Es besteht aus Kämpfen in einer isometrischen Draufsicht, in der sich die Helden/Charaktere sowie deren Feinde befinden. Zwischen diesen Kämpfen entwickelt sich die eigentliche Geschichte weiter. Und diese Geschichte hat es in sich: Am Anfang beginnt man mit einigen wenigen Charakteren. Vom Hintergrund weiß der Spieler zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts. Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Charaktere hinzu und jeder hat seine eigene Geschichte, die im Laufe des Abenteuers immer „tiefer“ wird. Man könnte die Intensität und Gestaltung des Geschehens mit „Shining Forces“ auf dem guten alten Mega Drive oder mit Suikoden (PS1) vergleichen, sofern diese bekannt sind. Nur die Anzahl der Charaktere bleibt doch etwas überschaubarer (bei Suikoden sind es beispielsweise über 100!).
Bei Fortschreiten der Geschichte werden die Schicksale der Charaktere kunstvoll miteinander verwoben, um dann letztlich zum Showdown hinzuführen.

Zu den Kämpfen:

Die „Kampfkarten“ haben alle eine bestimmte Größe, bieten aber von der Gestaltung her viele unterschiedliche Varianten. Es gibt einige Dinge zu berücksichtigen: Wie ist das Gelände beschaffen (wer höher steht als der Feind ist eindeutig im Vorteil), wie setze ich meine Flieger und Bogenschützen am besten ein? Wie kann ich es verhindern, daß meine Charaktere geschlagen oder eingekreist werden? Wobei der Kampf erst verloren ist, wenn der letzte Charakter "gefallen" ist. Ansonsten fallen die Charaktere lediglich für den Rest dieses Kampfes aus. Der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe steigt in einem moderaten Rhythmus an, macht es dem Spieler aber auch nicht zu einfach, so daß doch der eine oder andere Kampf einmal zu wiederholen ist.

Alle Charaktere besitzen eine gewisse Klasse (Magier, Priester, Kämpfer, Flieger, Bogenschütze u.a.), die sich im Laufe des Abenteuers verändert. Für jeden Typus gibt es hier zwei Richtungen, in die er sich „verwandeln“ kann.

Die Grafik von Vandal Hearts könnte man als relativ einfach bezeichnen, aber das gesamte Spiel besitzt einfach eine Tiefe und damit Atmosphäre, die das ganze schnell vergessen macht. Wie bereits gesagt: über die Charaktere erfährt man im Laufe des Spiels so einiges. Das betrifft ihre Gedanken und Beweggründe ebenso wie die Geschichte, die bisher hinter ihnen liegt. Was übrigens in gewissem Maße auch für die „Bösen“ gilt. Selten habe ich eine Geschichte erlebt, die so „dicht“ ist. Normalerweise ist es bei mir so, daß ich gerne spiele, weil mir das Spielprinzip einfach gefällt, ohne unbedingt den Ehrgeiz zu besitzen, das ganze bis zum Ende durchzuspielen. Der Spaß an der Sache zählt. Vandal Hearts wiederum „mußte“ ich zu Ende spielen, da mich die Faszination der Geschichte einfach nicht losgelassen hat. Auch nach mehrmaligem Durchspielen nimmt einen die Story immer wieder mit.

Ganz im Gegensatz zum zweiten Teil (Vandal Hearts II), der dann später noch erschienen ist. Dieser ist nicht uninteressant, erreicht aber bei weitem nicht die Atmosphäre des Vorgängers: die Grafik ist nicht stimmig (die Hintergründe der „Sprechblasen“ wollen so gar nicht zum eigentlichen Spiel passen), man beginnt anfangs mit „richtigen“ Kindern zu spielen, was die Geschichte bis zu einem gewissen Grad unglaubwürdig macht (im Gegensatz zu den erwachsenen Helden des ersten Teils) und das ganze Spiel wirkt sehr überladen und ist auch komplizierter geworden.

Zumindest ich habe den zweiten Teil nach einer Weile wieder aus der Hand gelegt, weil es mich nicht „gepackt“ hatte. Den ersten würde ich jederzeit wieder spielen wollen. Aber letztlich müßt Ihr Euch natürlich Eure eigene Meinung bilden.
Wünsche Euch viel Spaß, falls Ihr Euch angesprochen fühlen solltet. :-)

28.07.2004
Himmelssurfer

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