Auswendig weiß ich, dass das Kabelschloss, mit dem die Dockingstation meines Firmennotebooks an meinem Schreibtisch in der Firma angeschlossen ist, ein Targus Defcon Kabelschloss ist. Genauere Informationen habe ich - fern von der Firma - an meinem Heim-PC nicht parat, als ich per Ciao-Produktsuche nach eben diesem Kabelschloss suche, um meine Erfahrungen damit der gespannten Gemeinde darzulegen.
Die Bilder zu drei Treffern der CIAO-Produktsuche sehen jeweils ganz nach einem Kabelschloss aus, wie ich es in der Notebooktasche "meines" Thinkpad T40 gefunden hatte. "Targus Defcon CL" heißt das Produkt bei jedem der drei Treffer. Die drei Untertitel "Sicherheitsschlosskabel - Quantity 1 - S26361-F1650-L500", "Sicherheitsschlosskabel - Quantity 1 - PA410S" und "Sicherheitsschlosskabel - Quantity 1 - 2785006" helfen mir nicht entscheidend dabei weiter zu ergründen, wohin ich denn meinen Beitrag stellen soll.
Scheinbar unterscheiden die drei Produkte sich nicht, sondern sind nur durch unterschiedliche Vertriebskanäle an verschiedene "Herstellernummern" gekommen. So ist S26361-F1650-L500 die Herstellernummer, wenn man das Kabelschloss über Siemens beschafft, in der Regel wohl im Bundle mit einem Siemens-Fujitsu-Notebook. Das Kabelschloss mit der Herstellernummer 2785006 ist bei Ciao als Toshiba-Zubehör ausgewiesen. PA410S dagegen ist die Herstellernummer beim wirklichen, dem ursprünglichen Hersteller Targus.
Glücklicherweise findet sich in der Notebooktasche noch die Plastiktüte, in der das Cable Lock (denn dafür steht die geheimnisvolle Buchstabenkombination CL), also das Kabelschloss oder - wie Ciao es gerne nennt - das Sicherheitsschlosskabel, war. Und auf dieser Tüte steht PA410S. Das ist die GUTE Nachricht.
Die SCHLECHTE Nachricht ist, dass das gelbe Etikett auf der transparenten Tüte, das mir die RICHTIGE Nummer PA410S zeigt, die FALSCHE Produktbezeichnung "Targus Defcon SCL" trägt. Das Kabel ist laut User's Guide ein Serialized Cable Lock (SCL) und nicht nur ein Cable Lock (CL). Da meine Recherchen im Internet ergeben haben, dass es kein "Targus Defcon CL" mit der Herstellernummer PA410S gibt und nie gegeben hat, sondern nur das "Targus Defcon SCL", dass aber ein "Targus Defcon CL", das aussieht wie auf dem Produktbild dargestellt, die Herstellernummer PA410E haben müsste, hoffe ich demütig auf Verständnis dafür, dass ich meinen Beitrag hier einstelle.
Bemerkung am Rande: Diesen Beitrag habe ich zuerst bei Ciao veröffentlicht. Aber auch die YOPI-Produktsuche liefert mehrere Treffer, wenn man "Targus Defcon CL" eingibt. Auch hier habe ich versucht, den Beitrag an der bestmöglichen Stelle unter zu bringen.
"Mein" Kabelschloss (Cable Lock) hat ein Kombinationsschloss mit fester Nummer und ist damit ein Serialized Cable Lock (SCL). Das Schloss wird mit einer voreingestellten vierstelligen Nummer ausgeliefert, bei der sich das Schloss öffnet. Diese Nummer kann NICHT geändert werden. Targus liefert diese Kabelschlösser mit voreingestellten festen Nummern aber nicht mehr. Bei dem inzwischen üblichen "Targus Defcon CL" (ohne S) kann die vierstellige Nummer, bei der sich das Schloss öffnet, selbst eingestellt und verändert werden.
Dieses Feature des Selbsteinstellenkönnens der Nummer ist bei Kombinationsschlössern von Aktenkoffern oder Kabelschlössern für Fahräder nicht unüblich. Dass "mein" Cable Lock noch Serialized ist, ich die Nummer also NICHT selbst wählen darf, hat meine Lebensqualität übrigens nur unbedeutend bzw. gar nicht beeinträchtigt.
Das Targus Defcon Kabelschloss ist eine Diebstahlsicherung für Notebooks oder andere Gegenstände, die eine "Sperrvorrichtung für Schlüsselloch (Kabelschloß)" haben. Das vier Millimeter dicke, flexible Kabel ist ein gut 2 Meter langes, mit einem durchsichtigen Plastikmantel überzogenes Stahlseil aus verzinktem Stahl. Dieses Kabel ist damit ungefähr so dick wie ein Tastaturkabel und auch fast so flexibel. An einem Ende des Kabels ist eine Schlaufe. Am anderen Ende befindet sich das Kombinationsschloss mit vier Zahlenrädern. Auf diesem Schloss steht in erhabenen Buchstaben "DEFCON CL". Na, wer sagt es denn!
"Sperrvorrichtung für Schlüsselloch (Kabelschloß)" nennt Ciao in den ausführlichen Produktbeschreibungen von z.B. meinem Flatscreen, meinem Notebook und meiner Dockingstation das, was im englischsprachigen User's Manual des Defcon CL als "lock slot" bezeichnet wird. Einige andere Begriffe bezeichnen das selbe: security slot, safety slot, Sicherungsslot, Sicherheitsschlitz. Und immer handelt es sich um eine kleine verstärkte rechteckige Öffnung am zu sichernden Gerät, an der das Kabelschloss angeschlossen wird. Moderne Notebooks haben übrigens in der Regel solch ein Sicherungsslot.
Ist am Schloss die korrekte Zahlenkombination eingestellt, kann man durch Druck auf einen Druckknopf die Verschlusskrallen am Ende des Schlosses so entspreizen, dass die Krallen in den Sicherungsslot eines Gerätes hineingesteckt werden können. Wird nun der Druckknopf losgelassen, greifen die Krallen in den Sicherungsslot und das Kabelschloss sitzt fest . Wird die Zahlenkombination verdreht, so ist der Druckknopf blockiert und das Gerät fest mit dem Kabel verbunden. Die Verbindung kann nur gelöst werden, wenn die richtige Zahlenkombination eingestellt wird. Nur dann können (wiederum durch Druck auf den Druckknopf) die Krallen entspreizt und aus dem Sicherungsslot herausgezogen werden.
Bevor ich das Kabelschloss an das Gerät anschließe, winde ich das Kabel um irgendetwas, das möglichst immobil ist, führe das Ende mit dem Kombinationsschloss durch die Schlaufe am anderen Ende und verbinde erst dann das Schloss mit dem Sicherungsslot. Bei mir im Büro ist es eine massive Querverstrebung unter dem Schreibtisch, an die meine Dockingstation festgekabelt ist. Es gibt aber auch Kollegen, die vertrauen auf ein Heizungsrohr. Ideal wäre wohl ein tragender Pfeiler.
Wer das Kabel nachlässig um ein Tischbein windet, der sollte sicherstellen, dass der Tisch nicht zu leicht angehoben werden kann. Denn mit einem Gewicht von ungefähr 180 Gramm ist das angeschlossene Kabel allein kein Hindernis auch für den wenig versierten Dieb.
Als Zubehör gehören zum Defcon CL noch Defcon SecureSpacer (das sind verschieden dicke Unterlegscheiben, die gegebenenfalls zwischen Kombinationsschloss und Sicherungsslot verhindern können, dass die Verbindung zu schlackerig ist) und eine Defcon Security Base Plate.
Die Security Base Plate ist eine alberne Scheinlösung für den Fall, dass sich nichts finden lässt, um das das Kabel geschlungen werden kann. Diese kleine Metallplatte mit einer soliden Metallöse daran, durch die das Kabel hindurchgeführt werden kann, soll an einem Möbelstück (Tisch, Schrank) oder woran auch immer mit zwei Schrauben befestigt werden. Es ist zwar unmöglich, die Schrauben herauszuschrauben, wenn das Kabel durch die Öse gesteckt ist (so weit wurde ja noch gedacht), aber die lächerlich kurzen zwei Schräubchen wären wohl schnell aus den meisten Materialien wieder herausgebrochen oder gezogen.
Ich selbst habe mir das Zubehör nur amüsiert angeguckt und trage es seitdem in der Notebooktasche als Ballast mit mir herum.
Es gibt etliche Hersteller von ähnlichen Sicherungssystemen für Notebooks. Es gibt Kabelschlösser, die nicht mit einem Kombinationszahlenschloss versehen sind, sondern mit einem Schloss mit Schlüssel. Ich bin froh, keinen weiteren Schlüssel mit mir herumtragen zu müssen. Die meisten Angebote mit Kombinationszahlenschlössern haben nur dreistellige Kombinationen. Da kann ein Dieb durchschnittlich zehn mal schneller durch ausprobieren aller Kombinationen das Schloss öffnen als bei einem vierstelligen Kombinationszahlenschloss wie dem Defcon CL.
Wie auch bei Fahrradkabelschlössern behindert dieses Sicherungssystem (unabhängig davon, ob man nun ein Schloss mit Schlüssel oder Zahlenkombination hat) einen entschlossenen und gut ausgerüsteten Dieb nicht entscheidend. Mit einem Bolzenschneider ist das Kabel schnell durchtrennt. Aber einen Gelegenheitsdieb, der ein Gerät mitnehmen würde, weil es so verlockend unbeaufsichtigt herumliegt, hält so ein Kabelschloss schon ab.
Weil mein Arbeitgeber mich mit dem Defcon CL ausgerüstet hat, habe ich meine Dockingstation im Büro damit am Tisch angeschlossen. Das Notebook schließe ich im Büro, wenn es mit der Dockingstation verbunden ist, mit einem Schlüssel an der Dockingstation fest. Den Schlüssel trage ich dann in der Firma in der Hosentasche mit mir herum. Wenn ich mich mit dem Notebook auf den Heimweg mache, kann ich den Schlüssel ja in der Dockingstation stecken lassen.
Ob das wirklich gegen Diebstahl hilft, ist für mich dabei gar nicht so wichtig. Aber FALLS mein Notebook in der Firma gestohlen werden sollte, dann möchte ich mir auf keinen Fall eine Mitschuld anhängen lassen, die sicherlich gegeben wäre, wenn ich betriebsübliche Sicherungsmaßnahmen unterlassen hätte.
Dass so ein Kabelschloss ungefähr 35 Euro kostet,
dass es aber auch teuerere Lösungen gibt, die loslärmen, wenn sich jemand an ihnen zu schaffen macht,
dass es auch Kabelschlösser gibt, an die mehrere Geräte angeschlossen werden,
...
all das habe ich bei Recherchen im Internet erfahren.
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