Testbericht über Electronic Arts EA Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
HARD, aber HERTZLICH!
Letzte Aktualisierung am:
24.09.2004, von Ghost_exe
Produktbewertung:
44
Empfehlung:
ja
Pro:
Perfekte Einbindung des Films in den Spielablauf, hervorragende Atmosphäre, toller Originalsoundtrack. Durch den (selbst auf EASY) recht knackigen Schwierigkeitsgrad sehr motivierend.
Kontra:
Die Speicherpunkte sorgen bei unerfahrenenen Spielern eher zu Frustattacken. Nicht unbedingt, was für zwischendurch, Daumenkrämpfe vorprogrammiert ;))
HALLO und HERZLICH WILLKOMMEN zu meinem ersten Testbericht auf yopi.de!
Weil ich leidenschaftlicher Zocker, daneben - ich sags am besten gleich vorweg - totaler HdR-Fan bin und das o.g. Spiel unterm Weihnachtsbaum fand, ist meine Wahl auf die Rückkehr des Königs gefallen. Ich bemühe mich natürlich um Objektivität, bin allerdings auch schlichtweg begeistert. Aber lest selbst...
Z-U-M G-E-L-E-I-T
Da ich es kaum abwarten konnte, loszulegen, klickte ich ziemlich achtlos durch das Startmenü (also dort, wo man neben den allgemeinen Optionen auch den Schwierigkeitsgrad einstellen kann (der bleibt, falls man nichts ändert, nämlichauf normal stehen) und startete das Spiel.
Nach einer großartigen filmischen Einführung in Form von orginal Filmszenen wird - wie schon beim Vorgänger glänzend gelöst - nahtlos in Spielegrafik umgeschaltet. Die Rückkehr des Königs beginnt dort, wo der Vorgänger, DIE ZWEI TÜRME, endete. Nämlich mitten im Kampfgetümmel vor Helms Klamm. Ihr landet direkt im Geschehen und müsst als Gandalf (der weiße Zauberer) helfen, die Schlacht für die Gemeinschaft zu entscheiden. Gandalf erscheint noch rechtzeitig zusammen mit den Rohirrim (stolzes Reitervolk in Mittelerde) als Verstärkung zur Befreiung der durch Ork- und Uruk*Hai-Orden eingekesselten Felsenfestung. Das "umswitchen" von Filmsequenz zu Spielegrafik und schließlich dem eigentlichen Spiel geschieht sehr rasch, so dass man wirklich einen Moment braucht, um zu registrieren, dass man nun "dran" ist (wie schon beim ersten Teil). Aber dann hält mich nichts mehr und das Metzeln beginnt...
S-C-H-L-A-C-H-T-E-N-G-E-T-Ü-M-M-E- L
Die ersten Angreifer (Orks und Uruk`Hai) werden noch locker mit den Standardangriffen geplättet. "Unterwegs" erhält man durch Zurufe Tipps von Aragorn, wo man hinrennen soll. Zum Fortgang der Handlung wichtige Punkte (also Gerätschaften, welche man bedienen sollte bzw. Leitern, Speere o.ä.) werden mit einem "blauen Dunstkreis" hervor gehoben, sobald man sich ihnen nähert. Hat man die erste Runde mit Gandalf heil überstanden, gehts zur "Abrechnung". Je nachdem wie gut ihr beim Gegnermetzeln wart, werden Punkte verteilt. Es gibt fünf verschiedene Bewertungen für Kills die in Form von Rüstungen dargestellt werden:
okay
gut
sehr gut
ausgezeichnet
perfekt
Für die soeben eingeheimsten Punkte kann man sich dann Upgrades in Form von Rüstungen bzw. bessere Widerstandkraft, sprich: längere Gesundheit, effektivere Moves, bessere Pfeile, Äxte oder Dolche (Sam/Frodo) zulegen. Neu ist hier, dass man nicht nur für sich selbst, sondern auch für die ganze Gemeinschaft solche Upgrades erwerben kann. Das bringt einen bei Charakteren, die man nicht häufig oder noch gar nicht gespielt hat, schon einen großen Vorteil und man hat den Gegnerhorden mehr entgegen zu setzen.
Wenn mir schon mal bei den Neuheiten sind: in diesem HdR-Teil gibt es endlich den in der Vorversion schmerzlich vermissten Zwei-Spieler-Modus. Ich fand es eine Frechheit, dass es nicht schon im ersten Teil implementiert war.
Natürlich macht es zu zweit noch mehr Spass!
Die (Grund-)Steuerung ist schnell verinnerlicht. Bei Xbox sind die Tasten folgendermaßen belegt:
A-Knopf = schneller Schwertstreich (Legolas ist insgesamt wieder der schnellste),
B-Knopf = Körperangriff sprich Tritt,
Y-Knopf = Sturmangriff (gut gegen Schilde),
X-Knopf = gegnerische Angriffe parieren,
L-Schultertaste = Fernkampfwaffe ziehen und mit A oder B abfeuern (je länger ihr A oder B gedrück haltet, umso mehr Schaden wird verursacht)
R-Taste (festgehalten) = Todesstoß (so bleiben die niedergekloppten Gegner auch wirklich liegen ;)
L+R-Schultertasten zusammen aktivieren die jeweilige Spezialfähigkeit, was besonders beim Charakter Sam sehr hilfreich ist; er wirft sich seinen elbischen Tarnumhang um und ist für eine Weile unsichtbar und kann Gegner dann von hinten meucheln, d.h. ein Schlag und der Gegner ist futsch)
Die gekauften Moves kann man jederzeit im Spiel einsehen (falls man mal vergisst, durch welche Tastenkombination sie aktiviert werden).
Wenn man seine Punkte ausgegeben hat, wird noch gefragt, ob man speichern möchte. Hat man auch das erledigt, geht es weiter zum "Missionsbaum". Die soeben erledigte Mission leuchtet jetzt farbig auf und man kann sich jetzt entscheiden, welchen Weg man gehen möchte. Es stehen drei zur Auswahl: Der Weg des Zauberers (weiter mit Gandalf), Der Weg des Königs (hier hat man noch einmal die Wahl zwischen Aragorn, Legolas oder Gimli) oder den Weg der Hobbits (zuerst steht nur Sam, später auch der Ringträger höchstpersönlich zur Auswahl). Sam und Frodo haben natürlich die Aufgabe den Ring nach Mordor zu bringen und zu vernichten, während Gandalf, Aragorn, Legolas und Gimli Saurons Armeen derweil in einen Krieg verwickeln, um von den recht schutzlosen Hobbits abzulenken. Spiel man das Spiel komplett durch, stehen auch die missionsuntypischen Charaktere für die jeweilige Mission zur Verfügung. Des weiteren gibt es noch zwei versteckte Bonuscharaktere und ingesamt 15 Missionen (laut Spielepackung) zu bestehen. Kommt man mal mit dem einen Charakter nicht weiter oder ist gefrustet, kann man dann ja schon mal mit einem anderen weiter spielen. Um das Spiel durchspielen, also die letzten Missionen frei zu schalten, ist es sowieso nötig, vorher auch mit Gandalf und den Hobbits gespielt zu haben. Ich finde dieses Auswahlprinzip trägt sehr zur Motivation bei, weiter zu machen, wenns mal irgendwo hakt. Als kleine Beigabe sind auch dieses Mal wieder (s. ZWEI TÜRME) einige Goodies in Form von Interwiews der Schauspieler und Artwork zu Spiel/Film freizuspielen.
Ach ja, den Schwierigkeitsgrad hab ich dann vorsichtshalber mal zurück auf Leicht gestellt *g*.
F-A-Z-I-T
Dass ein Spiel so eng mit der Filmvorlage verwoben ist (und dann auch noch so fließend gelöst) gibt es leider nur selten. Die Rückkehr des Königs ist ein waschechtes Hack*n*Slay und ein Daumenkiller sondergleichen.
Sehr empfehlenswert für alle die Durchhaltevermögen, Konzentration und Spass an der Materie HdR zu ihren Eigenschaften zählen.Natürlich schadet es auch nicht, einen Stahldaumen sein eigen zu nennen. ;))
Da die Kamera nicht frei beweglich, geschweige denn selbst steuerbar ist, kommt es zeitweise schon zur ein oder anderen Unübersichtlichkeit. Oder man hat schon so lange auf den Bildschirm gestiert, dass man vor lauter Orks seinen eigenen Charakter nicht mehr sieht. Aber diese Eindrücke hielten sich bei mir in Grenzen. Insgesamt finde ich die fehlende Übersicht machmal, gar nicht so tragisch. In einem echten Gefecht wäre es wahrscheinlich nicht anders ;)
Ich habe den Film ja nun mittlerweile gesehen, aber wer ihn bisher trotz Interesses noch nicht gesehen hat, wird vielleicht die selbe Wirkung verspüren: Mir hat dieses Spiel so richtig Lust auf den Film gemacht (spätestens ab dem Zeitpunkt, als ich die Pfade der Toten betrat (die Atmosphäre ist schlichtweg atemberaubend und schön-schaurig ;)). Hier sei noch angemerkt, dass ich diesen Part nachts/morgens gespielt habe, hehe.
Auch das "Wir-Gefühl" des Films, also die Gemeinschaft, ist sehr gut umgesetzt worden. Nie ist man auf dem Schlachtfeld allein. Meistens zu Dritt, oder - wenn Armeen dabei sind - auch noch zu mehreren Verbündeten im Kampf. Dieser Eindruck wird auch durch die sehr passende Sprachausgabe der Mitstreiter Aragorn, Legolas und Gimli (Zurufe, Kommentare (Gimli z.B. schon ganz am Anfang bei Helms Klamm in etwa: "...einen neuen tempramentvollen Gandalf haben wir hier" so oder so ähnlich) unterstrichen. Nicht zuletzt sei natürlich auch der schöne Soundtrack erwähnt, den man auch in den unterschiedlichen Menüs immer wechselt. Beim Missionsbaum z.B. ist das Ganze sehr feierlich, kurz bevor man den Pfaden der Toten entkommt, noch einmal sehr motivierend, einfach perfekt. Dass die Ingameszenen nicht abrechbar sind, stört eigentlich nur wenig, wie ich finde. Meist sind sie doch eher kurz und die längeren Filmsequenzen vorher kann man - nach einmaligem Anschauen - ja abbrechen. Besonders unterhaltsam fand ich hier die Unterhaltungen der Orks über die Uruk`Hai in Citrih Ungol *g*.
Wenn die Kontrollpunkte im Spiel "echte" Speicherpunkte gewesen wären, hätte ich sogar 5 Sterne vergeben. So sind es leider nur 4 geworden und eine satte 80 % Wertung.
So, ich hoffe das mein Geschreibsel hier für euch hilfreich war und hoffe dass ihr, natürlich nur wenn es so ist ;)), dies hier auch kundtut und meinen Testbericht zahlreich (*schwitz* und hoffentlich auch wohlwollend) bewertet.
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