Nun schreibe ich Euch über das JAZ-Laufwerk von iomega. Zuerst schreibe ich Euch erst ein wenig über den Hersteller IOMEGA (wie ich ihn kennengelernt habe), etwas über die Entwicklung der Wechselplattenlaufwerke, dann über das Laufwerk selber und zum Schluß über meine Erfahrung. Es handelt sich bei diesem Laufwerk, meiner Meinung nach, um ein relativ unbekanntes Speichermedium. Aber vielleicht wißt Ihr nach meinem Bericht etwas mehr.
Der Hersteller IOMEGA
Viele von Euch bringen den Hersteller sicherlich mit den ZIP Laufwerken in Verbindung. Fast in jedem Computerfachgeschäft sind diese ZIP – Laufwerke eigentlich zu finden. Aber die Geschichte von IOMEGA begann zwar in dieser Richtung, nur es waren zuerst andere Geräte, die von IOMEGA auf den Markt kamen. Zuerst machte sich IOMEGA mit Floppy Streamern (Bandlaufwerke) einen Namen. Das war etwa 1995/96. Damals hatten wir eine Festplattengröße von ca. 200 MB. Als Datensicherungsmöglichkeit, kannten wir damals den DOS-Befehl Backup und ein Haufen Disketten. Aber auch bei einer ca. 200 MB Festplatte benötigte man damals ca. 100 – 120 Disketten um ein Backup von einer vollen Platte zu ziehen. Disketten waren teuer. 10 Stück kosteten ca. 18 – 20 DM und es dauerte eine Ewigkeit, bis man sein Backup auf Diskette hatte. IOMEGA brachte Bandlaufwerke für ca. 250 DM auf den Markt, welche ca. 240 MB Daten speichern konnten Die Bänder hatten einen Preis von ca. 25 DM. Das war günstig und sein Backup konnte man über Nacht laufen lassen, da kein Mediumwechsel erfolgen mußte. Die Laufwerke wurden schnell als sehr zuverlässig bekannt und verdrängten andere Hersteller vom Markt. Heute ist IOMEGA bekannt für ZIP und JAZ Laufwerke. Es ist übrigens eine amerikanische Firma.
Wechselplattenlaufwerke und Vergangenheitsentwicklung.
Die ersten Wechselplattenlaufwerke wurden von der Firma Syquest auf den Markt gebracht. Damals hatten die ersten Laufwerke eine Scheibe von ca. der Größe einer 5 1/4 Zoll Diskette. Die Geräte waren eine kleine Revolution. Endlich hatte man die Möglichkeit, größere Datenmengen, gerade im Grafikbereich, einfach von einem Rechner zu dem anderen Rechner zu transportieren. Später wurden die Geräte weiter entwickelt. Die Generation wurde auf 80MB erweitert. Aber die Festplatten und Daten wuchsen schneller als der Hersteller neue Laufwerke bringen konnte. Kurzfristig waren Geräte mit einer Kapazität von 120 MB zu erhalten. Sehr schnell gab es von Syquest neue Laufwerke, die dann 240 MB speichern konnten. Das waren dann auch Scheiben, in Größe von ca. einer 3,5 Zoll Diskette. Sie gab es für SCSI und IDE Controller. Der Erfolg der ersten Wechselplattenlaufwerke konnte aber nicht wiederholt werden. Syquest verschluckte sich und war irgendwann vom Markt verschwunden. Das lag zum Teil auch an IOMEGA. IOMEGA drohte schon mit der Entwicklung seiner ZIP Laufwerke, die ein wesentlich günstigeres Medium hatten, wie die Laufwerke von Syquest. Nur mal ein Vergleich. Wechselplatte 240 MB ca. 150 DM und eine ZIP-Diskette 100MB ca. 30 DM (DAMALS !!!). Die ZIP-Laufwerke waren auch sehr viel günstiger als die Syquest Laufwerke. Klar, daß dort jemand Probleme bekam. Nachdem es keinen Wechselplattenhersteller mehr gab, entschloß sich IOMEGA zur Herstellung der JAZ-Laufwerke.
Was ist ein JAZ Laufwerk ?
Ein Jaz-Laufwerk hat etwa die Größe eines CD-ROM Laufwerkes. Dort lassen sich Kassetten einsetzen, die im Inneren zwei Scheiben wie eine Festplatte besitzen. Diese Kassetten haben eine Größe von ca. 10 x 10cm und eine Höhe von 1cm. Die Kassetten haben 1GB bzw. 2GB Kapazität. Zuerst gab es 1GB Laufwerke und kurz danach 2GB Laufwerke. Die 1GB Medien lassen sich auch in einem 2GB Laufwerk ohne Probleme lesen und schreiben. Ein Medium hat etwa einen Preis von 140,- DM. Das Laufwerk hat mich vor ca. 2 Jahren um ca. 250,- Euro ärmer gemacht. Einen heutigen Preis weis ich leider nicht. Ein JAZ-Laufwerk ist also nichts anderes wie ein Wechselplattenlaufwerk, bzw. ein Diskettenlaufwerk mit sehr großer Diskettenkapazität. Leider gibt es JAZ-Laufwerke nur für SCSI Controller. Bei meiner Anschaffung war keiner dabei, aber da ich schon immer ein SCSI-System hatte, war es für mich kein Problem. Es war ein Handbuch mit deutscher Bedienungsanleitung und eine Treiber- und Software-CD dabei. Ebenfalls war ein 50 poliges SCSI Kabel dabei mit einem internen aktiven Terminator. Die Treiber werden allerdings nur für DOS User benötigt. Windows 9x, ME und 2000 erkennt das Gerät von alleine.
Technische Daten in Kurzform.
Speicherkapazität 2 GB, Mittlere Suchzeit 10msec, mittlere Zugriffszeit 15,7msec, durchschnittliche Übertragungsrate c. 7,5 MB/Sek., Drehzahl der Scheiben 5400 U/min, SCSI Typ 50pol Ultra SCSI.
Einbau und Software.
Der Einbau und die Inbetriebnahme gestaltete sich aufgrund des sehr ausführlichen Handbuches ohne Probleme. Die Schritte werden mit Bildern und entsprechenden Anweisung sehr gut erklärt. Ich bin der Meinung,, jeder der einen Nagel in die Wand bekommt, kann es selber einbauen. DAS Laufwerk ist für PC und MAC Anwender gedacht. Die entsprechende Software ist auf der CD vorhanden. Es wird die Software IOMEGA Backup, Copy Machine, Tools, Findit und weitere mit geliefert. Mit der Backup Software kann man sehr leicht ein Backup seiner Hauptplatte vornehmen. Copy Machine ist ein Kopierprogramm für JAZ Laufwerke. Tools sind eben Werkzeuge für die tägliche Anwendung und Findit ist ein Katalogisierungsprogramm von Daten.
Fazit bzw. wo setze ich das Laufwerk ein.
Bei mir findet das Laufwerk verschiedene Anwendungen. Insgesamt besitzen wir 3 Medien für das Laufwerk. Ein Medium wird von mir für die Sicherheitskopie meiner Briefe und Daten verwendet. Es hat den Vorteil, daß ich immer schnell (wirklich wie bei einer Festplatte) auf die Daten zugreifen kann. Mein Frauchen benutzt Ihre Scheibe für die Aufbewahrung ihrer Grafikarbeiten, Musikbearbeitung und ihrer Daten. Manchmal hat sie Dateien zu bearbeiten, die eine Größe von mehr als 700 MB haben. Diese Größe paßt natürlich nicht mehr auf einen Rohling. Die dritte Scheibe benutzen wir als Hauptfestplatte für unsere Kinder. Wir schalten dann alle Festplatten ab und das Wechselplattenlaufwerk ist dann das Hauptlaufwerk, für die Spiele der Kinder. So können Sie uns keine Daten zerstören.
Auch wenn heute 2GB von Euch vielleicht belächelt werden. Für uns war und ist das Laufwerk immer noch aktuell. Wir haben uns an die Reserveplatte gewöhnt. Es hat auch den Vorteil, daß weder ich noch mein Frauchen dem anderen seine wichtigen Daten zerstören können, da jeder seine eigene Riesendiskette hat. Das Laufwerk ist wirklich wie eine Festplatte zu verwenden. Auch wenn man ein Medium wechselt, wird es von dem Betriebssystem, genauso wie eine CD erkannt. Ein Herunter und Herauf Fahren des Betriebssystems entfällt. Da ich mir die Medien vor ca. 2 Jahren gekauft habe und keine weiteren benötigte, weis ich leider nicht, wie die Preise heute sind. Die Geschwindigkeit läßt bei mir keine Wünsche offen, auch wenn die Zugriffszeit heute wirklich nicht mehr schnell ist. Der Umgang mit der mitgelieferten Software ist kinderleicht und wirklich für jeden möglich. Bis jetzt habe ich nicht den dringenden Wunsch nach einer größeren Kapazität gehabt. Langzeitsicherungen nehmen wir auf CD-Rohlinge vor.
Wenn ich Euch nun noch nicht alles geschrieben haben sollte. Oder Ihr evtl. noch mehr über die Laufwerke wissen möchtet, dann empfehle ich Euch die Internetseiten von IOMEGA. Unter
http://www.iomega.com
findet Ihr eigentlich alles was Ihr wissen wollt. Auch Software- und Treiberupdates sind dort vorhanden.
Pro:
Viele Einsatzmöglichkeiten, kinderleichte Bedienung, sicheres System, gutes Handling.
Kontra:
Nur für SCSI Systeme, sehr teuer in der Anschaffung, kleine Kapazität.
Kurze technische Erklärungen
SCSI: Small Computer System Interface (Kleincomputer Systemschnittstelle) ist ein Industriestandard zum Anschluß von Peripheriegeräten (Festplatten, Streamer, CD-ROM, DVD, Scanner, etc.)an viele PCs. SCSI Regeln legen fest, wie mehrere SCSI-Geräte am gleichen SCSI Anschluß angeschlossen werden. Es können bis zu 15 Geräte intern / extern an einen Controller angeschlossen werden.
Terminator (Abschlußblock): SCSI Regeln erfordern am Anfang und am Ende des SCSI Stranges einen Abschluß. Dieser Abschluß wird dem System durch einen Widerstand gemeldet. Der Abschluß kann durch einen Blockterminator oder durch einen internen Geräteterminator erfolgen.
Vorteile von SCSI Systemen: Es können bis zu 15 Geräte an einem Controller betrieben werden. Aufgrund der Intelligenz des Systems, wird der Hauptprozessor des PCs nicht mit der Steuerung der Geräte belastet.
Nachteil: Teuer in der Anschaffung (Controller muß gekauft werden), teure Geräte (Festplatten kosten etwa 30% mehr als eine vergleichbare IDE Platte).
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