Adventure auf der Xbox... geht denn das? Laut Entwickler Microids ja….
Inhalt
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Story / Spiel
Bedienung
Grafik / Sound
Fazit
Daten
:: Story / Spiel ::
Syberia hatte schon vor über 2 Jahren das Licht der Welt erblickt, wurde aber erst 2004 dann letztendlich für die XBox umgesetzt. Warum man sich so lange Zeit gelassen hat wissen wahrscheinlich auch nur die Entwickler selber. Da die Veränderungen aber minimal sind, ist das schon etwas verwunderlich. Nichtsdestotrotz dürfen sich jetzt also auch alle XBox Jünger ins Abenteuer stürzen.
Dabei übernimmt man die Rolle der attraktiven Anwältin Kate Walker, die in das kleine französische Städtchen Valadilene reist, um dort im Auftrag einer großen New Yorker Anwaltskanzlei den Kauf einer alten Spielzeug- und Automatenfabrik abzuwickeln. Deren Besitzerin Anna Vorarlberg ist vor kurzem verstorben und das ganze scheint eine reine Routinesache zu sein. Aber der geneigte Adventurespieler weiß natürlich sofort, dass die ganze Sache einen nicht zu kleinen Haken haben wird. Vor Ort erfährt Kate das es noch einen lebenden Vorarlberg gibt, Hans, das schwarze Schaf der Familie und seit Jahren verschollen. Kate Aufgabe für die nächsten Stunden (oder Tage je nach Fähigkeit des Spielers) besteht also nun darin Hans Vorarlberg irgendwo in Europa aufzuspüren. Leicht gesagt als getan wie sich noch herausstellen soll…
:: Bedienung ::
Am PC war Syberia ein waschechtes Point & Click Adventure. Eine Option die die XBOx nun mal nicht bietet da prinzipiell erst einmal die Maus fehlt und nicht als offizielles Zubehör angeboten wird. Deshalb hat man sich bei Microids für einen anderen Weg entschieden ohne allerdings das Grundkonzept des Spiels zu verfälschen. Als Spieler steuert man Kate mittels des linken Analogsticks des Gamepads durch die vorgerenderten Hintergründe. Kommt sie dabei in die Nähe eines wichtigen Gegenstandes oder einer Person bzw. kann sie mit irgendetwas interagieren, dann erscheint ein passendes Symbol das nur noch eine Bestätigung des Spielers benötigt. Dadurch fällt also zum Glück lästige Sucharbeit weg und vereinfacht für alle Gamepadjongleure das Spielen erheblich.
Diese Symbole tauchen sehr erfreulich auch schon recht frühzeitig auf, so dass aufwendiges Suchen der Vergangenheit angehört. Für Personen entsprechend eine Sprechblase, Gegenstände werden mit einer Lupe angedeutet, Interaktionsmöglichkeiten mit einer halben Lupe die je nach dem ob vorher noch andere Aktionen durchgeführt werden müssen auch schon mal durchgestrichen sein kann.
Trifft man auf Personen so kann bequem per Notizblock nach allem wichtigen gefragt werden das Kate im Laufe des Spiels herausgefunden hat. Das wiederum birgt die Gefahr doppelt mit jemandem zu Sprechen, da einige Informationen natürlich erst später bekannt werden. Auch ansonsten Spielen Notizblöcke und Briefe eine wichtige Rolle, denn viele Storyrelevante Informationen werden über diesen Weg dem Spieler präsentiert.
Allerdings ist diese Steuerung mittels Stick nicht ganz perfekt gelungen, denn das Verlassen einzelner Bildschirme erweist sich als fiddelige Kleinstarbeit. In der PC Version genügte es im passenden Moment einfach an den Bildschirmrand zu klicken und Kate suchte sich selber den Weg zum Ausgang. Da dies bei der XBOX Version wegfällt muss man Kate pixelgenau zum Ausgang führen und dieser ist natürlich nicht zwangsläufig offensichtlich. Steht sie etwas darüber oder darunter, rennt sie gegen einen unsichtbare Wand. Das erhöht die Spielzeit und den Frustfaktor in meinen Augen erheblich. Auch ist Kate nicht gerade die schnellste und die Wege in Syberia sind teilweise recht lang. Zwar kann sie auf Knopfdruck auf laufen, aber das verringert die Zeit nur minimal. Hier hätte man sich in der Tat eine andere Lösung (Bsp. Karte) überlegen sollen.
Wer übrigens nach dem Lesen der Bedienung glaubt das Syberia eine Anleitung benötigt der darf sich getrost beruhigen. Das mitgelieferte Papier ist vollkommen unnötig. Selbst absolute Laien können ohne einen Blick rein zuwerfen loslegen.
In Sachen Rätsel geht Syberia bekannte Wege. Zwar sind viele Ideen neu, was auf Grund der ausgeklügelten Automaten die im Spiel vorkommen und verstanden werden müssen, auch nicht ausbleibt. Aber ansonsten blieben die Entwickler der menschlichen Logik treu und haben auf allzu abgedrehte Experimente glücklicherweise verzichtet. Somit eignet sich das Spiel also im Grunde für XBox Spieler jeglichen Alters.
Um dem Spiel noch etwas mehr Tiefe zu geben wechseln sich kleinere Dialoge Kates mittels Mobiltelefon mit der Anwaltskanzlei oder zum Beispiel ihrem Verlobten ab. Persönlich finde ich das ganz nett, aber hätte auch drauf verzichten können.
:: Grafik / Sound ::
Grafisch sieht Syberia sehr nett aus. Zwar sind die 3D Hintergründe und Animationen nicht mehr die jüngsten und der Stil mag auch nicht jedem gefallen. So wirkt das Spiel doch stellenweise sehr avantgardistisch, surrealistisch und teils abgedreht und mag vielleicht nicht jedem Spieler gefallen. Wenn in anderen Reviews immer von der tollen Grafik gesprochen wird so möchte ich doch einschränken das sie nett ist und sicherlich viel Zeit und Mühe gekostet hat, aber nicht mit anderen Produktionen vergleichbar ist. Persönlich finde ich sie stellenweise etwas altbacken.
Selbes gilt übrigens auch für den Sound. Zwar sind die Geräusche alle glasklar und teils auch gut im Raum platziert (5.1 Sound lässt grüßen) andere wiederum nicht und von der Synchronisation fange ich besser erst gar nicht an, denn das was das deutsche Synchronstudio (Schande über sie) abgeliefert hat ist wirklich nicht mehr schön. Ich habe selten in einem modernen Spiel so emotionslose, lustlose und gelangweilte Sprecher gehört wie in Syberia. Wer es etwas energischer und flotter mag der sollte (falls dem Englischen mächtig) doch besser umschalten. Ich spreche leider nicht genügend Französisch um diese Version anzutesten, besser als die Deutsche sollte sie aber allemal sein.
:: Fazit ::
Syberia ist ein nettes Spiel. Für die XBox finde ich es sogar erstaunlich gut, auch wenn viele Passagen dabei sind in denen ich mich etwas gelangweilt habe. Seien es die ewigen Dialoge gewesen, die kleineren Ladezeiten, das Suchen nach dem Ausgang oder die stellenweise wenig inspirierende Grafik. Auf der anderen Seite punktet das Spiel aber mit den teils abgedrehten Automatenrätseln und einer durchweg guten Story. Zwar mag diese nicht Genreklassiker wie die alten Lucas Arts Adventure heran reichen, aber sie ist allemal besser als manch andere Spiele.
Ich persönlich fand Syberia unterhaltend aber auch nicht mehr. Vielleicht liegt es auch einfach daran das man, wenn man das Xbox Controllpad in die Hand nimmt etwas anderes spielen will als am PC und deshalb mag nicht so ganz die Atmosphäre aufkommen wie am Rechner. Vielleicht liegt es an der fehlenden Maus – wer weiß, jedenfalls kommt Syberia für mich nicht wirklich über de Status nett hinaus. Da es aber ein grundsolides Spiel ist und auf seine Weise unterhalten mag, finde ich 4 Sterne angebracht.
:: Daten ::
Titel: Syberia
Label: Microids
System: Xbox
Preis: circa 55 Euro
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