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| Letzte Aktualisierung am: |
28.03.2005, von GAWOnline1983 |
| Produktbewertung: |
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| Empfehlung: | ja |
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Allgemeines
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Schon vor dem Kauf warf ich mehrmals ein Auge auf „Feuerherz“, doch entschließen konnte ich mich nicht wirklich. Es war auch einmal mehr ein reiner Zufall wie ich auf das Buch aufmerksam wurde. Zuvor las ich bereits mehrere Bücher über Schicksale in Afrika, so z. B. die beiden Bücher „Die weiße Massai“ und „Zurück aus Afrika“ von Corinne Hofmann, „Wüstenblume“ und „Nomadentochter“ von Waris Dirie oder „Sklavin“ von Mende Nazer sowie „Nirgendwo in Afrika“ von Stefanie Zweig. Alle Bücher behandelten etwas unterschiedliche Themen, faszinierten mich aber auch alle auf ihre Art und Weise. Es war ja auf einmal ein richtiger Trend Bücher über diesen Kontinent zu veröffentlichen und dem Leser viele Einzelschicksale zu präsentieren. Man stellt sich daher natürlich die Frage, ob die Qualität gleich bleibend ist. Bisher waren alle Bücher eigentlich nur Glücksgriffe und ich wollte sehen, ob meine Glückssträhne so weitergehen würde. Wie zuvor geschrieben, hatte ich dieses Buch bereits mehrmals in der Hand, überlegte aber hin und her. Erst als ich mir „Neue Schuhe zum Dessert“ von Marian Keyes kaufte, entschloss ich mich auch zu dem völlig konträren „Feuerherz“ und zudem zu einem Krimi. Es dauerte dennoch eine Weile, bis ich dazu kam „Feuerherz“ zu lesen. Ich hatte eine Zeitlang einfach keine Lust, mich in eine Biografie zu vertiefen und zog dem Buch eine andere Art von Literatur vor. Wie ihr vielleicht wisst, bekam ich meinen rechten Arm erst mit einem Verband und schließlich mit einem Gips ruhig gestellt. Da ich mir zu allem Übel noch eine schwere Erkältung eingefangen hatte, war es erst einmal vorbei mit der Universität. Mit Halsschmerzen bzw. später stark angeschlagener Stimme und Gipsarm konnte ich ja weder mitschreiben noch mich irgendwie zu Wort melden. Da zog ich doch lieber die heimische Couch vor und las in dieser Zeit extrem viel. Eines der ersten Bücher in dieser Phase war schließlich „Feuerherz“, das nun endlich zum Zuge kam…
… dann wollen wir doch mal schauen, ob ich damit wirklich Glück hatte oder ob der Roman gegenüber den anderen in der Bewertung abfällt. Bevor ich aber zu meiner Meinung komme, gibt es für euch erst einmal eine kurze und eine etwas ausführlichere Version des Inhalts. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und vielleicht biete ich euch mit diesem Bericht ein bisschen Anregung. Ganz besonders würde ich mich freuen, wenn Leser des Berichts das Buch vielleicht kennen und mir eine Rückmeldung zukommen lassen würden, wie ihnen persönlich die Biografie gefallen hat. Vielen Dank dafür im Voraus – natürlich ebenso fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!
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Kurz inhalt
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Senait musste in ihrem Leben einiges erdulden. Als Baby setzte ihre Mutter sie aus und als die Familie an Hunger litt, beschloss ihr Vater, sie und ihre zwei Schwestern als Kindersoldatinnen zu einer Rebellenarmee zu geben. Erst ein Onkel kann sie befreien. Doch dann meldet sich auf einmal ihr Vater wieder und verlangt, dass die drei Mädchen zu ihm nach Deutschland kommen.
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Inhalt
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Als Neugeborene wurde Senait von ihrer Mutter in einem Koffer ausgesetzt. Sie war verzweifelt und wusste nicht mehr, wie sie für ihr Kind sorgen sollte. Ihr Mann hatte sie verlassen und sie war mit ihrer kleinen Tochter vollkommen auf sich alleine gestellt. Sie verstaute den Koffer auf einem Schrank. Senait wird glücklicherweise gerettet, da Nachbarn auf die Situation aufmerksam werden. Für diese Straftat muss Senaits Mutter die nächsten sechs Jahre im Gefängnis verbringen. Die ersten Lebensjahre verbringt sie in einem staatlichen Kinderheim, später wird sie in einem katholischen Kinderheim untergebracht, wo sie erstmals nähere Erfahrungen mit Weißen macht.
Eines Tages taucht schließlich eine Frau auf, die sich für Senaits Mutter ausgibt und sie aus dem Heim holt. In Wirklichkeit handelt es sich bei der Frau jedoch um ihre Tante und fortan wird Senait von ihren Großeltern aufgezogen. Für sie beginnt inmitten der Großfamilie ihre glücklichste Zeit. Doch dann soll sie ihren Vater kennen lernen. Nach einem Jahr bei ihren Großeltern muss Senait zu ihm ziehen. Dort gerät sie in eine ganz andere Welt. Ihr Vater ist jähzornig und lässt seine Wut zu gerne an seinen Töchtern aus. Schläge waren für Senait bald etwas Alltägliches. Schließlich kann ihr Vater aber die Familie nicht mehr ernähren. Und wieder wird Senait aus ihrem Leben gerissen. Ihr Vater beschließt sie und ihre beiden Schwester Yaldiyan und Tzegehana zu einer Rebellenarmee zu geben. Eritrea, wo die Geschichte spielt, kämpft zu dieser Zeit um die Unabhängigkeit von Äthiopien. Die Kinder erwartet beinahe noch ein ärmeres Leben als zuvor. Sie sollen als Kindersoldatinnen ausgebildet werden und mit Waffen kämpfen, die größer sind als sie. Drei Jahre lang muss Senait bei dieser Armee leiden und da sie langsam, aber sicher zur Frau heranwächst, bleiben auch die Übergriffe der Männer nicht aus. Eines Tages kommt jedoch ein Onkel von ihr zu dem Camp der Armee und schafft es die drei Mädchen zu befreien. Bei ihm genießen sie ein schönes Leben und er beginnt auch sie zu unterrichten. Doch dann tritt wieder Senaits Vater in ihr Leben. Er befindet sich mittlerweile in Deutschland und verlangt nun, dass seine drei Töchter bei ihm leben sollen. Sein Wille stößt natürlich auf Widerstand, doch die Mädchen müssen sich beugen. Natürlich kommt auch seine Seite als Tyrann wieder zum Vorschein und Senait kann es irgendwann nicht mehr bei ihm aushalten und beschließt sich ein eigenes Leben aufzubauen…
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Meine Meinung
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Schon der Inhalt liest sich bewegend – da man die meisten Fakten schon im Klappentext und auf der Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches erfährt, ist der wichtigste Aspekt jedoch, was die Autorin aus diesen Angaben machte. Ich kann nicht verhehlen, dass mich ihre Lebensgeschichte schockierte und ich fragte mich immer, wie Menschen einem anderen soviel Leid zufügen können. Doch würde es Senait G. Mehari schaffen aus der Vielzahl der Veröffentlichungen mit ihrer Geschichte herauszuragen? Was also sollte das Buch zu etwas besonderem machen? Da ist natürlich zum einen die bisher einmalige Geschichte als Kindersoldatin. Natürlich dürfte den meisten diese Scheußlichkeit bekannt sein, doch bisher habe ich noch niemanden gefunden, der darüber eine Biografie veröffentlichte. Senait hatte den Mut dazu. Und damit schafft sie etwas Einzigartiges und doch kann ich dem Buch nicht fünf Sterne verleihen. An dem Inhalt des Buches kann ich natürlich nichts kritisieren, da Senait sich die Handlung schließlich nicht ausgedacht hat, sondern dem Leser ihr Leben zu Füßen legt und ihre ganz eigene Geschichte erzählt.
Mich störte jedoch etwas die Neutralität in dem Stil der Autorin. Ich bekam zwar sehr viel erzählt, doch ich hatte das Gefühl, dass Senait sich von all dem abnabeln will. Das wäre auf Grund der schrecklichen Ereignisse auch zu verständlich. Dennoch strengte mich das Lesen dadurch eher an und ich schaffte es einfach nicht an einem Stück an dem Buch dranzubleiben. Mehrmals musste ich es weglegen, da ich irgendeine andere Beschäftigung brauchte. Ich las das Buch also eher abschnittsweise. Apropos Abschnitte: Es wurden sehr viele Überschriften in das Buch eingebaut, was an sich nicht störend wäre, doch der Fließtext und damit auch der Lesefluss werden dadurch des Öfteren unterbrochen. Hinzu kommt, dass einige der Überschriften schon das Wesentliche des darauf folgenden Abschnittes vorwegnehmen.
Am meisten fesselte mich die Erzählung über Senaits Zeit in der Rebellenarmee. Mehrmals musste ich ungläubig den Kopf darüber schütteln, was ihr alles geschehen ist und wie sie den Mut aufbrachte, weiterzuleben. Natürlich wird am Ende alles gut und das ist es auch, was dem Leser bei der Lektüre Mut macht. Doch man ist insgeheim sehr glücklich, wenn man in einer behüteten Welt aufgewachsen ist und einem nicht wie Senait quasi die Kindheit geraubt wurde. Im Vergleich zu den übrigen Bücher ist „Feuerherz“ noch etwas härter, was aber auch durch den sehr neutralen Stil kommen mag. Die übrigen Biografien, die ich las, waren allesamt ausschmückender geschrieben und zeigten auch noch mehr von der Faszination Afrikas. Ausschmückungen vermisst man dagegen bei Senait. Nun gut, vielleicht hätten diese auch zu sehr im Kontrast zu ihrer Geschichte gestanden, die ja sehr von Traurigkeit geprägt ist.
Etwa die letzten zwanzig Seiten beschäftigen sich mit Senaits heutigen Leben. Ich weiß nicht, ob dieser Abschnitt noch unbedingt notwendig war, um das Buch abzurunden. Sicherlich ist es interessant zu erfahren, was die Autorin heute macht und wie sie lebt. Dieser Teil passte jedoch nicht richtig zum Rest des Buches und zwar zu sehr gerafft, um noch wirklich zu dem übrigen Part ihrer Geschichte zu gehören. Manchmal kann weniger eben auch mehr sein.
Wie bewerte ich das Buch nun also insgesamt? Es hat mich leider nicht so sehr begeistert, wie ich bei dem Kauf ursprünglich annahm. Das Buch reicht auch nicht wirklich an die übrigen Veröffentlichungen heran, was in meinen Augen zum einem an dem Stil liegt und zum anderen durch die permanente Unterbrechung des Textes durch Überschriften. Gegen eine Unterteilung in Kapitel wäre letztendlich nichts einzuwenden gewesen, doch dies war etwas zu viel des Gutes. Durch die Neutralität der Erzählweise konnte ich mich auch wenig mit Senait identifizieren. Bei Waris Dirie oder Mende Nazer war dies einfach anders, dort fühlte ich mich in gewisser Weise richtig mit den beiden Frauen verbunden. Dieses intensive Gefühl vermisste ich hier jedoch. Das Buch ist zwar nicht schlecht, denn es wirft ein sehr gutes und realistisches Bild auf das Problem der Kindersoldatinnen und macht damit auf ein ernstes Thema aufmerksam. Doch für mich wirkte die Geschichte irgendwie sehr mechanisch herunter geschrieben und die Gefühlswelt der Autorin öffnete sich nicht wirklich für mich. Ich war eine Beobachterin, doch ich wurde nicht in das Buch hineingezogen. Wer das Buch also lesen möchte, sollte meines Erachtens lieber auf die Taschenbuchausgabe warten. Von mir gibt es leider „nur“ drei Sterne…
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Das Buch
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"Feuerherz" erschien im zum ersten Mal im September 2004 bei Droemer / Knaur. Die Biografie umfasst 317 Seiten und ist unter der ISBN 3-426-27341-1 für 16,90 Euro im Handel erhältlich.
Eine Taschenbuchausgabe ist von Seiten des Verlags bisher noch nicht angekündigt.
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Die Autorin
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Vermutlich wurde die Autorin im Jahr 1974 in Asmara (der heutigen Hauptstadt von Eritrea) geboren. Mit ihren Schwestern floh sie vor dem Bürgerkrieg in den Sudan. Später kamen die drei Schwestern zu ihrem Vater nach Deutschland, wo sich Senait bald ein eigenes Leben aufbaute. Heute lebt sie als Sängerin, Komponistin und Songwriterin in Berlin.
(Quelle: Autorinneninfo in „Feuerherz“)
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Mehr von Senait G. Mehari
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Von der Autorin sind bisher keine weiteren Bücher veröffentlicht worden.
(copyright by Laura Thoma, Februar 2005)
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Testbericht-Gesamtbewertung: sehr hilfreich
Der neueste Kommentar
wirnhier, 28.03.2005
Ein schweres Thema. Ich lese vor allem beim Bus fahren, fuumlr diese ca. 30 Minuten lese ich automatisch in Abschnitten, aber da es schon scher ist in Buumlcher, die man einfach so runter lesen kann, wieder hineinzufinden werde ich wohl von so einer sc
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