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| Letzte Aktualisierung am: |
03.06.2005, von WerderFan01 |
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4
4 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | Etwas, was man wissen sollte - Aktualität zu heute.. |
~ Vorwort ~
Da ich mich in meiner Freizeit auch gerne mit philosophischen Thematiken beschäftige, um mich vom alltäglichen Leben abzulenken, habe ich mir irgendwann, als ich einmal die Lust verspürte, mich mit einer Theorie, die als “demokratiefeindlich” eingestuft wird, zu beschäftigen. Um mir geeignetes Material zu besorgen, hat das bekannte Internet mich bei meiner Suche unterstützt. Herausgekommen ist das Werk von Karl Marx/Friedrich Engels “Das Kommunistische Manifest”, welches mit einer Einleitung von Eric Hobsbawm versehen worden ist. Heute möchte ich euch also über meine Reise berichten, welche mich in die Zustände des 19. Jahrhunderts versetzt.
~ Preis ~
Knappe 12,90 Euro sind für gute 96 Seiten sehr teuer bemessen. Aber ich finde schon, dass man dafür entlohnt wird.
~ Eric Hobsbawm ~
Über die Person, die diesem philosophischen Werk eine Einleitung voranstellt, möchte ich einige Zeilen verlieren. Eric Hobsbawm ist Historiker, der seines Zeichens also seinen Lebensunterhalt damit finanziert, Materialien zu sammeln und Bücher über historische Themen zu schreiben. Er wurde 1917 in Ägypten geboren, befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung seit der französischen Revolution. Er beschäftigt sich mit der Arbeiterbewegung, den verschiedenen Ausprägungen der Sozialrevolte als auch mit dem Aufkommen der nationalistischen Ideologien.
Wie man erkennen kann, passt “Das Kommunistische Manifest” von Karl Marx/Friedrich Engels in den Bereich der Arbeiterbewegung.
~ Knappe Historie im Veröffentlichungszeitraum des Werkes ~
Der Bund der Kommunisten organisierte sich 1847 und strebte die Ziele “Sturz der Bourgeoisie, die Herrschaft des Proletariats; die Aufhebung der alten, auf Klassengegensätzen beruhenden bürgerlichen Gesellschaft und die Gründung einer neuen Gesellschaft ohne Klassen und ohne Privateigentum” an. Karl Marx und Friedrich Engels wurden beauftragt, ein Manifest zu schreiben, in welchem die Ziele und die Politik dieses Bundes dargelegt werden sollten.
Im Februar 1848 erschien das “Manifest der Kommunistischen Partei”, welches im heutigen Sprachgebrauch bekannter unter dem Synonym “Das Kommunistische Manifest” ist.
Um diesen Zeitraum der Veröffentlichung, was ich durchaus für erwähnenswert halte, erschütterte den “Alten Kontinent” eine Welle von Revolutionen.
~ Inhalt + Sprache ~
Das Buch gliedert sich in zwei größere Abschnitte. Beim ersten größeren Teil handelt es sich um die Einleitung von Eric Hobsbawm, welche zunächst im ersten Unterabschnitt einen historischen Abriss über dieses Werk darbietet. Allerdings gibt der Autor am Ende dieses Kapitels zu verstehen, dass er der Ansicht sei, dieses Werk hätte uns im 21. Jahrhundert noch sehr viel zu sagen.
Dies bestätigt sich auch auf den Innenseiten des Umschlages. Folgende Aussagen vertritt der Autor.
“Der heutige Leser kann sich der leidenschaftlichen Überzeugung, der konzentrierten Kürze, der intellektuellen und stilistischen Kraft dieser erstaunlichen Flugschrift unmöglich entziehen […]. Das “Kommunistische Manifest” ist von einer fast biblischen Sprachgewalt.”
“Entscheidend ist jedoch, dass die durch den Kapitalismus veränderte Welt, die Marx 1848 in Passagen einer düsteren, lakonischen Eloquenz beschrieb, unübersehbar die Welt ist, in der wir 150 Jahre später leben.”
“Marx und Engels beschrieben nicht die Welt, wie der Kapitalismus sie 1848 bereits umgestaltet hatte, sondern prophezeiten, wie sie aufgrund seiner eigenen Gesetze von ihm umgestaltet werden musste.”
Ich teile in dieser Hinsicht zumindest die Ansicht, dass es sich um ein Werk politischer Rhetorik handelt. Karl Marx beschreibt schonungslos, wählt seine Worte geschickt, um den Leser von seinen Ansichten zu überzeugen. Rhetorisches Geschick kann man ihm nicht absprechen.
Außerdem kann man durchaus die Sicht teilen, dass die technischen Entwicklungen dafür sorgen, dass Arbeitsplätze wegrationalisiert werden, weil die neuen Erfindungen es erlauben, weniger Angestellte benötigen zu müssen.
Allerdings folgen auch noch kritische Anmerkungen, wenn ich den Inhalt des Werkes zusammenfassen werde.
Der zweite Hauptabschnitt des Buches umfasst nämlich den Inhalt des “Kommunistischen Manifestes”. Die wichtigsten Informationen, die man zur Theorie des Kommunismus kennen sollte, lassen sich bereits aus dem ersten Kapitel, welches “Bourgeois und Proletarier” heißt, schließen. Die Welt befand sich schon immer in Klassenkämpfen aufgelöst. Die Industrialisierung habe diese Polarisierung allerdings deutlich vereinfacht. Die Bourgeoisie sei es, die alle Produktionsmittel dieser Welt in wenigen Händen vereinige. Das Motto, welches diesen Umstand beschreiben könnte, heißt: “Wenige Reiche, immer mehr Arme”. Irgendwann schaffen es die Proletarier, sich aufzurütteln, um den Kampf gegen diese Ungerechtigkeit aufzunehmen. Marx kommt zu dem Schluss, dass der Satz “alle bisherige Gesellschaft beruhte, wie man wir gesehen haben, auf dem Gegensatz unterdrücker und unterdrückender Klassen” zutreffe.
Schließlich werde, das Ende der Entwicklung betrachtend, selbst die Proletarier-Klasse, welche zwischenzeitlich als polische Partei agiere, ihren politischen Charakter verlieren.
Mehr Worte möchte ich zum Inhalt auch nicht verlieren. Man sollte dieses Werk selbst lesen, um sich ein Bild zu machen.
~ Eigene Stellungnahme ~
Ich stehe diesem Werk zwiegespalten gegenüber. Einerseits sehe ich diese romantische Idee von einer Gesellschaft, in der alle unter den gleichen Umständen leben sollen. Diese Idee erscheint mir unrealistisch, da die Mengen egoistisch sind. Inhaltlich kann man über dieses Werk sicherlich lange streiten, man wird Befürworter finden. Natürlich wird es auch die Gegner geben.
Aber es bleibt festzuhalten, dass es zumindest zutreffend ist, dass Marx durchaus wusste, wie man Politik rhetorisch verarbeitete, um eine Wirkung zu erzielen. Anders lässt es sich nicht erklären, warum dieses Werk polarisiert. Auch wenn ich der Idee nicht unbedingt positiv gegenüberstehe, so ist es doch lehrreich, sich zumindest die Leitgedanken der Theorie anzueignen und sich eine Übungsstunde in politischer Rhetorik zu gönnen (Vielleicht auch dazu geeignet, sich Gedanken über unsere aktuelle Zeit zu machen - Die Zukunft könnte durchaus schlecht aussehen.).
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