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| Letzte Aktualisierung am: |
21.07.2005, von fireez |
| Produktbewertung: |
3
3 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | bewegende Story,
mal ein etwas anderes Schicksal |
| Kontra: | Der Schreibstli könnte besser sein |
Senait G. Mehari - Feuerherz
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Für reine Datenjäger:
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Für alle, die sich am Liebsten an reine Daten und Fakten halten hier ein kleiner Überblick über das Wichtigste:
Titel: „Feuerherz“
Autorin: Senait G. Mehari
317 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
Abbildungen: etwa 10 Schwarz-Weiß- Abbildungen + 2 Farbfotos auf dem Umschlag
Verlag: droemer
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN: 3-426-27341-1
Preis: 16,90 €
Das Äußere:
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Das Buch ist dunkelblau eingebunden und am Buchrücken sind mit leuchtend gelben Buchstaben Autor, Titel und Verlag eingeprägt.
Der Schutzumschlag ist in beigefarben gehalten und mit dunkelroter Schrift bedruckt. Die Vorderseite bedeckt ein Porträt der Schriftstellerin sowie Titel, Autor und Verlag. Auf der Rückseite ist ein weiteres kleines Foto, dass die Autorin in ihrer Heimat Eritrea zeigt.
Außerdem steht auf der Rückseite folgende Kurzzusammenfassung des Buches:
„Es sah nicht so aus, als wäre Senait ein langes Leben bestimmt: Ihre Mutter setzte das Neugeborene in einem Koffer aus. Aus Verzweiflung, seine Familie nicht mehr ernähren zu können, gab ihr Vater sie in eine Rebellenarmee. Als Kindersoldatin wäre sie um ein Haar von einer Granate zerrissen worden. Ihre Kindheit war ein Albtraum. Dass sie ihn überlebte, grenzt an ein Wunder. Ein noch größeres Wunder ist es, dass Senait heute selbstbewusst ihren Weg geht – eine zuversichtliche, starke junge Frau, die ihr Schicksal bewältigt hat und ohne Bitterkeit davon zu erzählen vermag.“
Die Autorin:
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Senait Ghebrehiwet Mehari wurde vermutlich 1974 in Asmana, der heutigen Hauptstadt von Eritrea, geboren – Aufzeichnungen über ihr Geburtsdatum gibt es nicht. Anfang der achtziger Jahre floh sie vor dem Bürgerkrieg mit ihren Schwestern in den Sudan; später fand sie Zuflucht in Deutschland. Senait G. Mehari unterstützt Karlheinz Böhms „Menschen für Menschen“ ebenso wie die Aktionen von Unicef, Misereor, Terre des Hommes und der Aktion Weißes Friedensband gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Sie lebt als Sängerin, Komponistin und Songwriterin in Berlin.
Widmung der Autorin:
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Auf der 5. Seite Steht folgende Widmung der Autorin als Einleitung: „Jetzt, nachdem ich all das niedergeschrieben habe, bin ich frei. Dieses Buch wird meinem Leben Frieden bringen. Die Geschichte, die ich zu erzählen habe, ist hart. Ich will aber nicht, dass die Menschen, die dieses Buch lesen, nur das Schreckliche sehen. Ich will, dass bei der Lektüre eine Tür aufgeht. Dass ein Licht zu sehen ist, eine Hoffnung.“ Senait
Inhalt:
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Geboren wurde Senait im heutigen Eritrea, mitten im Bürgerkrieg. Als Kind eines eritreischen Vaters und einer äthiopischen Mutter geriet sie gleich bei ihrer Geburt zwischen die Fronten. Der Vater war auf der Flucht und ließ Frau und Kind im Stich. Senaits Mutter wusste sich nicht anders zu helfen, als ihre Tochter wenige Wochen nach der Geburt in einem Koffer auszusetzen. Eine Nachbarin rettete das Baby, die Mutter aber wurde wegen Kindesaussetzung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.
Senait steckte man in ein von italienischen Nonnen geführtes Kinderheim, in dem es fast nur weiße Kinder gab – bis auf Senait und ein paar andere schwarze Waisen, die den Sticheleien sowohl der frommen Schwestern als auch der weißen Kinder ausgesetzt waren. Nach fast fünf Jahren tauchte eines Tages eine Frau auf, die sich als ihre Mutter ausgab und Senait zu sich holte. Nur ein Jahr lang lebte Senait ein glückliches Familienleben mit Geschwistern und Großeltern, dann kam sie zu ihrem Vater und dessen neuer Frau. Hier waren Schläge an der Tagesordnung. Als die Familie in den Wirren des Bürgerkrieges und in wirtschaftliche Not geriet, gab der Vater Senait und ihre beiden Halbschwestern in die Obhut einer Rebellenarmee. Senait wurde zur Kindersoldatin ausgebildet, denn der Bedarf an Soldaten aller Art, und seien sie noch so jung, war unerschöpflich. Es folgten drei lange Jahre voller Hunger, Durst, Krankheiten, Schläge und Drill.
Wieder wurde Senait gerettet, diesmal von ihrem Onkel, der ihre Schwestern und sie heimlich entführte, als sie gerade allein beim Wasserholen waren. Sie flohen in den Sudan, wo Senait im Haus ihres Onkels lebte. Doch dann meldete sich plötzlich ihr Vater: Senait solle zu ihm nach Deutschland kommen ...
Heute ist Senait eine Lebensfrohe junge Frau, die sehr genau weiß, was sie will, und sich ganz auf ihre Karriere als Sängerin konzentriert. Im Jahr 2003 belegte sie mit ihrem Lied „Herz aus Eis“ den vierten Platz in der Nationalen Vorausscheidung für den Grand Prix Eurovision. Doch über den Erfolg hat sie ihre Wurzeln nie vergessen. Senait unterstützt humanitäre Projekte in ihrer Heimat und engagiert sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten.
All dies und noch viel mehr aus ihrem Leben erfährt man in Insgesamt 13 Kapiteln die jeweils nochmals in Unterkapitel von nur wenigen Seiten gegliedert sind. Die Geschichte beginnt mit ihrer Geburt und endet mit dem Schreiben dieses Buches – also im Wahrsten Sinne des Wortes eine Lebensgeschichte.
Abgerundet wird das Buch durch eine Danksagung und am Ende gibt Senait auf 1 ½ Seiten einen kurzen Überblick darüber, was Kindersoldaten leisten müssen und was sie erwartet - und wie verheerend die Ausbreitung dieser Ausnutzung ist.
Darauf folgen 2 weitere Seiten, auf denen sie kurz die Geschichte Eritreas beschreibt und die heutige Situation in diesem Land beschreibt. Auf weiteren 5 Seiten stehen dann konkrete Adressen von Hilfsorganisationen an die man sich wenden kann, wenn man den Kindersoldaten helfen möchte.
Auf der letzten Seite steht dann auch gleich eine Anregung für das nächste Buch: eine kurze Beschreibung von „Sklavin“ von Mende Nazer
Eigene Meinung:
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Die Story dieses Buches – also das Leben von Senait – ist sehr interessant. Obwohl Bücher mit Lebensschicksalen seit Waris Diries’ „Wüstenblume“ nur so aus dem Bodenschießen hebt sich dieses durch das Thema Kindersoldaten doch ein wenig von den anderen ab. Es war auch die einzige Schicksalsgeschichte, die ich seit oben genannten Buch gelesen habe, da sich alles andere zu sehr ähnelt. Ich wurde in meiner Leseerwartung auch nicht enttäuscht, was den Inhalt angeht. In chronologischer Reihenfolge und völlig unverblümt erzählt die Autorin ihre Geschichte. Allerdings entsprach der Schreibstil nicht ganz meinem Geschmack, was wohl zweifellos daran liegt, dass es sich nicht um eine professionelle Schriftstellerin handelt. Ein bisschen mehr sprachliche Ausgestaltung und bildhafte Beschreibung hätte der Geschichte sicher nicht ihre Authentizität genommen, aber sie hätte sie noch lebendiger und fesselnder gemacht. So konnte ich das Buch noch jederzeit aus der Hand legen und erst Tage später weiterlesen, was bei mir den Sprung unter die Top-Bücher verhindert.
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