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Nebel in Kalifornien
erstellt am:
14.12.2005, von elisa2
Produktbewertung:
22
Empfehlung:
ja
Pro:
Action am Fließband, hohes Tempo, viele Abkürzungen, Geheimräume, spektakuläre Szenen, schön bunt, breite Straßen
Kontra:
Extrem unrealistisch, wirkt teilweise total überzogen oder sogar albern, keine große Auswahl an Fahrzeugen und Rennstrecken, möglichst ruckelfrei nur mit viel Nebel, schwache Akustik, nicht langzeitmotivierend
Auf meiner langen Reise durch das Land der Nintendo-64-Spiele bin ich nun auf ein Rennspiel gestoßen, sein Name lautet „San Francisco Rush“. Da es auf jener Konsole Nintendos bei weitem nicht dermaßen viele Raserspiele gab wie zum Beispiel für die Sony Playstation, hatte ein N64-Modul möglicherweise allein deswegen schon vergleichsweise mehr Beachtung verdient als eigentlich üblich. Insgesamt haben wir es bei diesem Modul zwar auf gar keinen Fall mit einem unterdurchschnittlichen Videospiel oder gar einem richtigen Reinfall zu tun, so wahnsinnig beeindruckend war es allerdings auch nicht, so dass man in diesem Fall tatsächlich von einem Durchschnittstitel sprechen kann. Um zu wissen, ob dieses Rennspiel wirklich (erst recht heute noch) für einen etwas ist, muss man schon sehr ins Detail gehen.
Worum geht es bei San Francisco Rush?
Diese Version für das Nintendo 64 hat wie so oft bei Rennspielen einen Automaten in den Spielhallen zum Vorbild, ganz heranreichen kann sie an diesen aber nicht. Wie der Name des Spiels unschwer vermuten lässt, brausen wir durch die Straßen der amerikanischen Stadt San Francisco, einem 3D-Chip verdanken wir, dass wir dabei tatsächlich das Gefühl haben, mittendrin im Getümmel zu sein, darüber hinaus wirkt das Geschwindigkeitsgefühl deutlich realistischer und daher irgendwie auch hautnah. Die 3D-Landschaften auf den insgesamt sechs Rennstrecken in und rund um San Francisco bringen sowohl Überlandfahrten mit sich als sie uns auch zur Hauptverkehrszeit in das Stadtzentrum führen, sehr schnell erkennen wir, dass wir es in diesem Fall nicht mit einer ernsthaften Rennsimulation, sondern „nur“ mit einem actionreichen Arcade-Rennspiel zu tun haben. Viele erfreuen sich daher an dem hemmungslosen Rasen inklusive zahlreicher Flugsequenzen, in denen mit dem Auto zeitweise durch die Luft gesprungen und geflogen wird, Andere stört dieser hohe Grad an Unrealismus doch gewaltig, insofern dies dann doch eindeutig Geschmackssache ist. Im Trainingsmodus solltet Ihr Euch in diesem Fall ruhig etwas länger austoben, denn die komplexen Kurse und das alles andere als realistische Fahrgefühl benötigen eine nicht gerade geringe Eingewöhnungsphase, die Steuerung des Wagens gefiel mir zumindest nicht hundertprozentig, die anwählbaren Perspektiven sind hingegen völlig ausreichend, um zumindest halbwegs den Überblick behalten zu können.
Wer sich mit dem unrealistischen beziehungsweise heftig überzogenen Rennverlauf anfreunden kann, den erwarten auf den jeweiligen Kursen zahlreiche Abzweigungen und Abkürzungen, die erst einmal von Euch gefunden werden wollen, um möglichst gute Zeiten überhaupt erzielen oder auch vorher gemachte Fahrfehler und daraus resultierende Zeitverluste etwas besser kompensieren zu können. Teilweise segelt Ihr dann nach dem Passieren einer Sprungschanze oder einem besonders starken Gefälle (was ja typisch für San Francisco ist) mehrere Sekunden lang hoch über den Dächern von San Francisco, mir haben diese Passagen nicht so gut gefallen, nach kurzer Zeit fand ich dies albern, aber bitteschön, das ist ja nur meine Meinung. Bei dem Befahren solcher Abkürzungen seid Ihr manchmal über eine halbe Minute oder noch länger ganz allein unterwegs und stoßt auf die Konkurrenz erst viel später, so dass Ihr erst dann erkennen könnt, ob sich das Abkürzen denn auch wirklich gelohnt hat. Ob über einsame Wald- und Wiesenwege oder durch kleine finstere Tunnelpassagen, fahrt Ihr anständig, werdet Ihr meistens auch entsprechend belohnt. Außerdem ist es generell sehr gut, den Computerfahrzeugen auszuweichen, denn diese verhalten sich äußerst aggressiv und rempeln und drängeln nahezu andauernd, was manchmal leider auch sehr unfair rüberkommt. Anfänger werden hier sicherlich oft verzweifeln, „San Francisco Rush“ ist daher nicht unbedingt etwas für Einsteiger in das Genre, da ändern auch die grundsätzlich vier verschiedenen Schwierigkeitsgrade nicht so wahnsinnig viel dran. Je nach Schwierigkeitsniveau steigt Ihr in ein unterschiedliches Fahrzeug ein, vom Minibus bis hin zum schnittigen Sportwagen ist quasi alles an Typen dabei, die insgesamt zur Verfügung stehenden acht Wagen sind allerdings nicht gerade viel.
Während Ihr mit Eurem Auto unterwegs seid, lässt sich so manch eine Beule leider nicht vermeiden, das Aussehen Eures Wagens verändert sich dann sehr deutlich. Sollt irgendwann einmal das Maß überschritten sein, löst sich Euer Wagen praktisch in seine Bestandteile auf und explodiert schließlich, lediglich ein Feuerball bleibt dann kurzzeitig noch zu sehen. Wenige Sekunden später seid Ihr aber schon wieder mit einem neuen Modell unterwegs, ein paar Sekunden hat Euch das Ganze dann aber natürlich schon gekostet. Passieren Euch kleinere Fahrfehler und kommt Ihr stark von der Strecke ab werdet Ihr „unsichtbar“ wieder in eine korrekte Position gebracht, so dass in diesem Punkt Euch doch deutlich geholfen wird. Besonders realistisch wirkt das Ganze dadurch aber nicht. Die Gesetze der Physik scheinen hier ohnehin bei „San Francisco Rush“ nicht zu gelten, Ihr überschlagt Euch zigfach, fliegt meterweise durch die Luft, könnt im Flug sogar noch beschleunigen und bremst sichtbar anhand der Bremsspuren, ohne dass Ihr allerdings langsamer werdet. Hier steht der Fun eindeutig im Vordergrund, alles soll betont spektakulär und actionreich wirken, doch hier wurde meiner Meinung nach total übertrieben, so dass dieses Rennspektakel aus meiner Sicht als eher kindische Angelegenheit anzusehen ist. Dass ich zudem dazu gezwungen werde, jeden Winkel eines Kurses erst einmal in- und auswendig lernen zu müssen, um durch die zahlreichen Abkürzungen erst dann ganz vorne landen zu können, hat mir auch weniger gefallen.
Deutlich positiver sind die geheimen (und weniger geheimen) Extras zu werten, von denen es jede Menge in „San Francisco Rush“ gibt. Auf Wunsch könnt Ihr nämlich selber an Eurem Wagen rumbasteln, bis Euch die Finger weh tun. Ihr wählt die Art des Getriebes aus, entscheidet Euch für eine spezielle Lackierung, könnt die Dichte des Nebels einstellen (je dichter, umso flüssiger die Grafik, aber umso weniger seht Ihr natürlich) und sogar die Windstärke beeinflussen. Außerdem sind sämtliche Kurse auch rückwärts befahrbar und ebenso in einer spiegelverkehrten Variante. Zusätzlich zu den schon erwähnten zahlreichen Abkürzungen existieren auch noch gut versteckte Geheimräume, in denen es goldene Schlüssel gibt. Solltet Ihr alle Schlüssel eingesammelt haben, werden weitere Boni freigeschaltet wie zum Beispiel eine neue Rennstrecke oder auch ein nagelneuer Rennwagen. Trotzdem muss ich ehrlich sagen, dass mir statt der rückwärts- und spiegelverkehrt verlaufenden (aber eigentlich identischen) Kurse völlig neue Kurse wesentlich lieber gewesen wären. Das mit den goldenen Schlüsseln ist immerhin eine nette Idee, bietet aber auch nicht für ewig genügend Motivation, finde ich. Immerhin gibt es vier unterschiedliche Perspektiven (außen und innen) und die Möglichkeit einen individuellen Fahrer zu speichern, um mit den freigeschalteten Dingen zum Beispiel im Zweispielermodus einen Kontrahenten zu beeindrucken oder was auch immer.
Wie sieht „San Francisco Rush“ aus und wie hört es sich an?
Zunächst einmal ist alles sehr bunt und durch den schon erwähnten 3D-Chip ist die Grafik (zumindest für damals) außerordentlich schnell. Allerdings muss ich sagen, dass sie dafür nicht ständig flüssig bleibt, es sei denn, Ihr schraubt die Dichte des Nebels ganz nach oben. Spezialeffekte tauchen in diesem rasanten Actionraserspiel nahezu ständig auf, beim Kaltstart qualmen Eure Reifen, es steigt brauner Rauch auf, Bremsspuren sind zudem oft deutlich und auch die knallroten Bremslichter eigentlich nie zu übersehen. Des Weiteren gefiel mir die Tatsache, dass in „San Francisco Rush“ sehr oft auf wunderschönen breiten Straßen gefahren wird, so etwas mag ich. Je nachdem, ob Ihr Euch auf diesen breiten Straßen mehr rechts oder links haltet, verläuft die Strecke dann manchmal ganz anders. Die Wagen an sich sehen für meinen Geschmack zwar angenehm groß und auch knallig bunt aus, doch sind sie viel zu grob gezeichnet, mir gefiel das kantige Design jedenfalls nicht. Gerade beim Segeln durch die Luft sehen die Texturen sowohl im Hinblick auf das Auto als auch die Hintergründe irgendwie matschig und grob gezeichnet aus, generell gefielen mir die Naturlandschaften dabei deutlich besser als die Gebäude. Kann ich die Grafik insgesamt für die damaligen Verhältnisse noch leicht und locker als mindestens durchschnittlich bezeichnen, so sieht es bei der Akustik leider wesentlich schlechter aus. Viel zu spärlich und abwechslungsarm erklingen die Soundeffekte, überhaupt werden die Außengeräusche nicht so in Szene gesetzt, als dass sie für eine mitreißende Atmosphäre sorgen könnten. Auch die Melodien sind enttäuschend und sorgen schnell für Lageweile, wirken auf Dauer sogar einschläfernd oder werden mit der Zeit sogar richtig nervig. Alles in allem ist die Präsentation ganz sicher keine herausragende Stärke dieses Rennspiels für das Nintendo 64.
Kann ich Euch „San Francisco Rush“ insgesamt empfehlen?
Ein bisschen (vielleicht auch etwas mehr) überlegen musste ich schon, ob ich diesem Rennspiel wirklich mehr Positives als Negatives entnehmen kann, schließlich bin ich dann aber doch zu der Überzeugung gelangt, dass dem so ist. Genauso gut kann ich aber auch jeden von Euch verstehen, der diesem Rennspiel nur wenig abgewinnen kann, denn vieles an diesem doch sehr unrealistischen Spiel ist (wie dem text hoffentlich zu entnehmen ist) eindeutig Geschmackssache. Ganz sachlich und nüchtern kann aber festgehalten werden, dass die Anzahl der verfügbaren Wagen und Kurse nicht gerade üppig ist, dafür dann aber die zahlreichen Abkürzungsmöglichkeiten für längere Sicht für viel Abwechslung und spannende Rennverläufe sorgen können. Grundsätzlich sind die 3D-Sicht und überhaupt die verfügbaren Perspektiven durchaus zu gebrauchen, gerade die oft breiten Straßen haben mir gut gefallen. Wer gerne durch die Luft segelt oder sich liebend gerne überschlägt und einfach einmal mit Vollgas ohne Sinn und Verstand drauflosrast, wird hier eine Zeit lang Spaß haben, da bin ich mir sicher, Simulationsfans werden hingegen sehr schnell Abstand von diesem Funracer nehmen.
Habt Ihr die (wenigen) vorhandenen Strecken einmal in– und auswendig gelernt und könnt die Computerfahrer regelmäßig in Schach halten, ist es aber auch schon vorbei mit der Motivation, da kann auch die nettgemeinte Suche nach den goldenen Schlüsseln nicht so wahnsinnig viel dran ändern. Übrig bleibt dann eigentlich nur noch der Zweispielermodus und der präsentiert sich mit einem unangenehmen Ruckeln der Grafik, es sei denn, dass Ihr den Nebel derart verdichtet, dass Ihr nur noch wenige Meter weit blicken könnt, auf Dauer ist dies jedenfalls auch nichts, glaube ich. Da sowohl die Steuerung zumindest leicht schwächelt und auch die Präsentation gerade im Soundbereich unübersehbare Schwachpunkte aufweist, ist dieses N64-Modul alles andere als ein Pflichtkauf. Als unkompliziertes und spektakuläres Arcade-Rennspiel kann es Fans solcher Spiel aber durchaus für einige Wochen begeistern, wer von Euch dieses Videospiel allerdings nicht kennen sollte, hat auch nicht gerade so unglaublich viel verpasst.
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Chaos an der Golden Gate Bridge, 10.10.2004
Das Genre der Rennspiele war damals bei uns zu Hause das Genre, von dem am meisten Titel in unserer Sammlung vertreten waren. Dies betrifft alle drei Spielkonsolen, die ich vor einigen Jahren durch meine beiden Brüder kennenlernen durfte, nämlich die Sony Playstation, das Nintendo 64 und den Sega...
Testbericht über San Francisco Rush lesen
Yopi-Autor:
Yasmeen
Bewertung:
San Francisco Rush......ein doch tolles Spiel!, 13.03.2003
Hi leutz...
ich hab es zum ersten mal in der Videothek gesehen....und hab mich schon nach den ersten 5 minuten spielen verliebt. Danach hab ich es mir mehrmals ausgeliehen und jetzt hab ich es mir letzte woche gekauft (obwohl ich kein N64 habe...muss bei nem freund zocken). Aber ich...
Testbericht über San Francisco Rush lesen
Yopi-Autor:
Snigga86
Bewertung:
Ein nicht so tolles Spiel, 22.07.2002
San Francisco Rush ist ein Rennspiel das wirklich Geschmacksache ist. Die Steuerung ist RICHTIG miss. Wenn man richtig schnell fährt und man dann in die Kurven geht schlagen die Räder kaum ein, und somit haut man immer irgendwo gegen die Bande und explodiert. Das Explodieren ist auch so...
Testbericht über San Francisco Rush lesen
Yopi-Autor:
TomClancy
Bewertung:
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