...besonders wenn sie von Politik, Ärzten und ihrer Krankenkasse weitgehend im Stich gelassen werden. Diabetes Mellitus ist inzwischen weit verbreitet und die Tendenz ist weiter steigend. Ein Umstand, den sich natürlich auch Pharma-Unternehmen zunutze machen um ihre Gewinne kräftig sprudeln zu lassen. Geschickt werden Blutzuckermessgeräte zu stark subventionierten Preisen auf den Markt geworfen, um dann später mit völlig überteuertem Diagnostikgerätezubehör eine Menge Geld zu machen.
Der Accu - Chek Compakt vom Pharma-Riesen Roche macht da keine Ausnahme:
Während die – zweifellos chicen – Messgeräte schon ab 20 Euro angeboten werden, darf für die spezifischen Messstreifen- Trommeln des Accu - Chek compakt kräftig gezahlt werden:
Eine Packung mit drei Trommeln, in der jeweils 17 Messstreifen enthalten sind, lassen sich die Apotheken mit bis zu 34 Euro bezahlen.
Patienten die vom Hausarzt mit Insulin eingestellt werden, bekommen diese Messstreifen in der Regel verschrieben und von der Krankenkasse bezahlt. Anders sieht es dagegen mit Patienten aus, die kein Insulin bekommen. Sehr viele zuckerkranke Patienten bekommen Tabletten verschrieben, weil sie angeblich noch kein Insulin spritzen müssten. Allerdings sind oft auch diese Patienten starken Glucoseschwankungen im Blut unterworfen.
Ein permanentes Messen der Blutzuckerwerte ist daher unerlässlich! – den Kassen ist das jedoch ziemlich gleichgültig, sie zahlen dann nicht. Eigentlich absurd, das absolut notwendige Blutzuckermessen von Diabetikern mit starken Schwankungen ihrer Blutzuckerwerte von einem einzigen Wirkstoff abhängig zu machen.
Eigene Erfahrungen mit dem Produkt
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Die Messstreifen-Trommeln werden an der Unterseite des Accu - Chek- Gerätes eingeführt, die Automatik bringt die Trommel in die richtige Stellung und das Gerät ist messbereit. Zuerst wird mit Hilfe der Lanzette, die beim Messgerät enthalten ist, ein kleiner schmerzloser Stich an einem Finger durchgeführt. Wenn sich ein Blutstropfen gebildet hat, kann die Messung beginnen: Mit einem Tastendruck wird der Accu – Chek aktiviert und ein kleiner Messstreifen schiebt sich an der Unterseite des Gerätes heraus. Sobald ein Pieps ertönt und ein Blutstropfen auf dem Display des Gerätes erscheint, soll der Blutstropfen auf den Messstreifen aufgetragen werden. Soweit, so gut. Nur muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Blut auch zentral auf einen millimeterdünnen Indikator innerhalb des Messstreifens konzentriert wird – geschieht das nicht ganz exakt, wird die Messung ungültig und ein ERR für Fehler erscheint im Display! Dieses Missgeschick ist mir schon relativ häufig passiert, obwohl ich eigentlich besonders sorgfältig bei Messungen arbeite, wie mir die betroffenen Personen immer bestätigen. Aber eine gewisse Fehlerquote scheint bei diesem System offensichtlich unvermeidlich zu sein. Wenn alles fehlerfrei läuft, habe ich nach wenigen Sekunden das Testergebnis. Insgesamt also ein sehr bequemes, aber auch verdammt teueres Messen der Blutzuckerwerte.
Beschaffung von Messstreifentrommeln
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Wer keine finanzielle Unterstützung von seiner Kasse bekommt, ist auf eine möglichst preisgünstige Beschaffung seiner Messstreifen angewiesen. Auf keinen Fall sollte man gleich in seine Hausapotheke laufen und die Streifen kaufen oder bestellen ohne vorher das Netz der Netze bemüht zu haben. Hier sind Preisunterschiede von bis zu 30% keine Seltenheit!
In meinem Fall ging die Preisspanne für eine Packung a’ drei Trommeln immerhin von 26,79 Euro für den günstigsten bis zu über 34 für den teuersten Anbieter. Bei einer Bestellung von beispielsweise vier Packungen ergibt sich hier also eine Differenz von über 30 Euro – der Gegenwert einer Packung mit 3X17=51 Messstreifen! – vergleichen der Angebote ist also dringend geboten. Mein günstigster Anbieter war übrigens die „shop-apotheke.com“ aus Köln, gefolgt von Doc Morris. Da sich die Preise aber permanent ändern, sollte in jedem Fall immer neu recherchiert werden!
Fazit und Empfehlung
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Ob man sie nun will oder nicht, man wird an den Messstreifen für sein Blutzuckermessgerät nicht vorbei kommen. Die Handhabung der Messstreifentrommeln ist sehr bequem und einfach, dafür sind sie aber auch unverschämt teuer! – wer beispielsweise dreimal am Tage seine Werte ermitteln muss, braucht dafür im Monat 90-100 Messstreifen. Diese kosten dann 50 – 60 Euro, was für einen Kleinrentner, Studenten oder geringverdienende Familien verdammt viel sein kann. Der Politik wie selbstverständlich auch der Pharma-Industrie dürfte dieser Umstand natürlich egal sein. Meine Wertung fällt dementsprechend bescheiden aus:
Der Qualität des Produkts würde ich drei Sterne verleihen, der Preispolitik der Pharma-Konzerne dagegen nur einen Stern. Ergibt am Ende also knapp zwei Sterne und eine zähneknirschende Kaufempfehlung.
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