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| erstellt am: |
24.04.2006, von Gemini_ |
| Produktbewertung: |
5
5 |
| Empfehlung: | ja |
„Ein Tag mit Herrn Jules“
In dem vorgestellten Buch wir eine außergewöhnliche Art beschrieben, wie man mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen kann.
Eines Tages nach dem Aufstehen ist für Alice alles anders als an jedem anderen Morgen. Sie steht auf und freut sich auf den Kaffee, den Jules ihr zu jedem Tagesbeginn kocht. Außergewöhnlicherweise befindet sich ihr geliebter Ehemann nicht in der Küche. Alice sieht ihn im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzen.
Als sie zu ihm geht, bemerkt sie plötzlich, dass er gestorben ist. Sie will und kann sich nicht damit abfinden, dass sie jetzt den „normalen“ Gang der Dinge in Bewegung setzen soll und allen berichten muss, dass ihr Mann nicht mehr lebt. Die Vorstellung, dass Alice Jules an ein Bestattungsunternehmen übergeben muss, gefällt ihr überhaupt nicht.
Die weibliche Hauptperson in „Ein Tag mit Herrn Jules“ wünscht sich einen Abschied von ihrem verstorbenen Mann, bei dem sie bestimmen kann, wie er ablaufen soll. Sie möchte das Tempo selbst bestimmen, in dem sie sich damit abfinden muss, dass Nichts mehr so ist, wie es war und dass es auch nie wieder so werden wird.
Die Autorin, Diane Broekhoven, lässt in dem beschriebenen Buch viele Rückblenden der trauernden Witwe einfließen, die dem Leser das Leben des Ehepaars schildern.
Alice rechnet in „Ein Tag mit Herrn Jules“ mit ihrem Ehemann ab, denn das Leben mit ihm war nicht immer leicht und sie sieht jetzt, nach seinem Tod, die letzte Möglichkeit dazu, ihm alles mitzuteilen, was ihr auf der Seele brennt.
Die weibliche Hauptperson schafft es, den Tod von Jules, ihrem Ehemann, einen Tag lang zu verschweigen. Schwierig ist nur, dass der autistische Nachbarjunge vorbeikommt, weil er mit Jules zum Schach spielen verabredet ist. Absagen kann sie diesen Termin nicht, denn das würde die Welt des Jungens total aus dem Gleichgewicht bringen.
David spielt eine wichtige Rolle in dem Prozess, den Alice im Laufe der Handlung durchmacht. Sie weiß, dass der Junge verstanden hat, dass Jules tot ist. Zuerst hat sie Angst, er könnte sie verraten, aber dann werden die beiden zu Komplizen. ….. hat das Gefühl, sie wird verstanden und so arrangieren sich beide mit einer Situation, die für sie beide schwierig ist. David muss auf seinen gewohnten Tagesablauf verzichten und Alice sieht sich gezwungen, von ihrem Ehemann Abschied zu nehmen.
„Ein Tag mit Herrn Jules“ ist ein fantastisches Buch, dass einen ungewöhnlichen Umgang mit dem Tod beschreibt. Der Leser erfährt auch, dass das Leben für das beschriebene Ehepaar nicht immer leicht war und dass es auch Probleme in ihrem Umgang miteinander gab, dennoch sind sie beieinander geblieben.
In dem vorgestellten Buch werden viele Details des Alltags von Alice und Jules beschrieben, die ein Bild von der Ehe zeichnen, welches Vor- und auch Nachteile hat. Dennoch vermittelt das Werk eine Ahnung von der Liebe, die zwischen den beiden Hauptpersonen bestanden haben muss.
Komischerweise geschieht dass, indem man von allen Nachteilen erfährt und indem Alice mit dem verstorbenen Jules abrechnet.
Aber ich denke, gerade das macht „Ein Tag mit Herrn Jules“ zu einem interessanten Buch, welches absolut lesenswert ist. Wenn man mit dem Lesen begonnen hat, möchte man gar nicht mehr damit aufhören.
Gemini_
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