Im Auftrag des Teufels (DVD) Testbericht

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ab 3,00
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Erfahrungsbericht von LilithIbi

Und Satan sprach: "Ich bins; dein Papa!"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem ich vor einger Zeit von dem Pro7 "Spätfilm" bzw. sogenannten "Blockbuster" (was auch immer uns diese Formulierung sagen soll) so recht begeistert war, wagte ich ebenfalls einen Blick auf den folgetäglichen Programmablauf auf eben diesem Programm. Und siehe da ~ um 20:15 Uhr sollte "Im Auftrag des Teufels" gezeigt werden ~ ein Film, der mit seiner Spielzeit von über 2 Stunden (genauer gesagt, 138 min) auf viel Werbung schließen lies.

Doch was wäre das Jahr 2005 ohne feuerresistente DVDs, die den Wohnzimmerbrand im elterlichen Haus überlebten und mir somit heute prompt zwischen meiner frischgewaschenen Wäsche und brauchbaren Utensilien wie Müllsäcke, Joghurts und drei Kartoffeln durchs väterliche Taxi "geliefert" werden konnten?

Lange Rede, kurzer Sinn: zeitgleich zum TV Start eben jenes Filmes legte ich mir die DVD ein ~ ohne Werbung; aber dennoch mit der Möglichkeit versehen, jederzeit eine Pipi-Pause einzulegen.


//DIE STORY//

...kannte ich ehrlich gesagt nur aus dem Siebenzeiler in der Zeitung. Zwar hatte ich von dem Film schon oft gehört, doch nie hatte es mich - Keanu Reeves zum Trotz - sonderlich gereizt, mir diesen mal anzusehen.

So wirklich überzeugend klingt es dann auch wirklich nicht ~ der Anwalt und Pflichtverteidiger Kevin Lomax (Keanu Reeves) ist mehr oder minder berühmt dafür, noch nie einen Fall verloren zu haben; egal für wie schuldig sein Mandant von Anfang an befunden wird. Kevin versteht es, sich die Jury derart "zusammenzustellen"; dass er die übriggebliebenen Jurymitglieder beinahe problemlos von der Unschuld seiner meist schuldigen Mandanten überzeugen kann.

Schon in den ersten Filmminuten wird klar, um was für einer Art Mensch es sich bei Kevin handelt ~ obschon er im Gerichtssaal feststellt, dass sein Mandant ihn belogen hat und er diesen im Gerichtsgebäudeflur wütend zur Rede stellt macht er weiter. Weiter damit, ein sexuell missbrauchtes Kind als Lügnerin darzustellen ~ die Tränen lassen ihn kalt; ihn interessiert nur, dass er auch diesen Fall gewinnt.

Was Kevin hingegen nicht kalt lässt ist zum einen seine Ehefrau, und zum anderen das Angebot, welches ihm auf der anschließenden Party unterbreitet wird:
Die Kanzlei Milton & Partner will Kevin "haben"; anfänglich zwar lediglich als "Geschworenenauswähler"; doch wenig später schon als Partner.
Ohne zu zögern packt Kevin seine sieben Sachen nebst Ehefrau Mary-Anne (Charlize Theron) und zieht nach New York ~ die neue Stadt "Babylon", wie seine Mutter ihm predigt.

Doch dass Kevin es ziemlich wurscht ist, was Frauen zu kamellen haben, wird nicht nur an dieser Stelle deutlich ~ denn als es Mary-Anne nach und nach immer schlechter geht und sie ihren Mann schließlich anfleht, wieder umzuziehen, sieht Kevin nur eines: seine Karriere.

Mehr noch: Kevin ist derart selbstverliebt und -überzeugt, dass es ihn nicht mal ansatzweise wundert, dass er sofort eine Wohnung (bezahlt!) bekommt, auf die andere Anwälte mehrere Jahre warten mussten. Auch dass ihm sofort die schwierigsten Fälle übertragen werden scheint ihn nicht stutzig zu machen.

Nichtmal der Umstand, dass sein "Konkurrent" beim abendlichen Joggen ums leben kommt, nachdem er Kevin bzw. der Kanzlei gedroht hat bringt ihn ins grübeln ~ wieso auch, wenn man sich scheinbar blind auf das durch seinen neuen Bosses John Milton vermittelte Ehrgefühl verlassen kann?
Scheinbar, ja.
Durch den Einfluss Miltons (Al Pacino), verändert sich Kevin zwar nicht merklich, jedoch entfernt er sich mehr und mehr von Mary-Anne, vernachlässigt sie und lebt scheinbar nur noch dafür, um für eindeutig Schuldige vor Gericht den Freispruch zu erlangen.
Die Alpträume, Ängste und Wahnvorstellungen seiner Frau tut er als "Babykrise" ab; anstatt ihr helfen zu wollen stürmt beim nächsten Klingeln an sein Telefon um sich mit seinem Boss zu treffen. Letztendlich landet Mary-Anne in einer Nervenklinik, doch auch dort erkennt sie die Wahrheit, die Kevin nicht sehen will.....


//MEINE MEINUNG//

Irgendwie fällt es ja doch schwer, Keanu Reeves als egoistischen, geldgierigen, eiskalten und derart dummbatzigen Typen anzusehen, wie er es uns in dieser Rolle zu beweisen versucht. Meiner Ansicht nach ist Reeves eben nicht der geborene "Bösewicht", ähnlich wie man Jim Carry die Rolle eines Massenmörders nur schwerlich abnehmen würde.

Doch im Laufe des Filmes "gewöhnt" man sich an den "neuen Reeves"; spätestens bei oben angedeuteter Szene, in der Mary-Anne mit einer Art Nervenzusammenbruch im Wohnzimmer kauert und Kevin sie förmlich aus seinen Armen schmeißt um an sein Handy gelangen zu können; möchte man ihm am liebsten eine watschen.
Wenn man es nicht ohnehin schon tun wollte, als er beim Sex mit seiner Frau plötzlich dass Gesicht einer Mitarbeiterin vor sich sieht und selbstgefällig (um nicht zu sagen: dämlich) vor sich hingrinst.

Al Pacino wirkt in der Rolle des Obermackers (im doppelten Sinne) seltsam anders wie sonst; aber dennoch nicht weniger überzeugend.

Langeweile kommt hier erst gegen Ende auf ~ auch wenn es nichtmal wirkliche Langweile ist. Vielmehr gestaltet sich die "Auflösungsszene" in der John Milton, Kevin Lomax und seine (albernerweise) auftretende Halbschwester eine Rolle spielen, doch ein wenig zu langatmig. Dort wird geredet, hin und her argumentiert und alles noch mal neu aufgerollt ~ scheinbar damit auch der letzte Zuschauer versteht, dass Mary-Anne eben doch noch alle Tassen im Schrank hat und es sich bei Milton um den Belzebub höchstpersönlich handelt.

Grotesk auch der Umstand, dass Kevin diese doch nicht alltägliche Offenbarung ohne mit der Wimper zu zucken zur Kenntnis nennt. Seit 30 Minuten weiß er, dass er nicht nur einen Vater hat, sondern auch, wer sein Vater ist ~ und erfährt nun, WAS sein Vater ist. Die tragischen Ereignisse in der Nervenheilanstalt scheinen keinerlei Spuren hinterlassen zu haben (außer die Blutspuren auf seinem Hemd); und nun steht er also da, beguckt sich das Kunstwerk an der Wand, welches mich sehr an die Doppeltür im "Geisterhaus" denken lies und findet wie gesagt gar nichts besonderes oder gar aufregendes an all jenen Geschehnissen.

DAS ist meiner Meinung nach dann doch "ein wenig" zu abgebrüht ~ auch wenn Kevin die vorangegangenen 100 Minuten bewiesen haben sollte, dass im das Leid aller anderen wortwörtlich am Hinterteil vorbei geht.

Zum Glück nahm die Story an dieser Stelle eine Wendung; hätte es diese nicht gegeben, so hätte ich den Film zweifellos - passenderweise - verteufelt.

Auch die darauffolgende nochmalige Wendung, die quasi zeitgleich mit der anderen stattfindet ist der Knaller, den ich die ganze Zeit im Film vermisst habe.
Ja, man könnte sagen, hätte es das nicht gegeben so hätte ich den Film ähnlich missraten gefunden wie das einstige Machwerk mit Brad Pitt, wo dieser den Tod spielte.

Damit nicht genug ~ auch das endgültige Ende liefert noch mal einen "hah!" Moment; was dem ganzen Film noch ein weiteres Stück Genialität verleiht.

~ Genialität, die allerdings streckenweise verloren ging. Auch wenn man sagen könnte, dass der Zuschauer bis zum bitteren Ende im Dunkeln tappen könnte, was es mit der Anwaltskanzlei auf sich hat geht diese Idee nicht ganz auf, was natürlich auch mit der Werbung und nicht zuletzt dem Filmtitel zu tun hat.

Zudem wartet man die ganze Zeit auf irgendeinen "Knaller", doch all die gruseligen Dinge, die angerissen werden, gehen im Laufe der story viel zu oft verloren. Was "nutzen" dem Zuschauer die Augenblicke, in denen Mary-Anne die wahren Gesichter der engen Vertrauten Miltons sieht; was "nutzt" eine U-Bahn-Szene, in der man erahnen kann, dass Milton mehr weiß, als ein Mensch wissen könnte; wenn eben diese Geschehnisse nur am Rande des Filmes eine Rolle zu spielen scheinen?

Apropos Rolle: was es mit den Nachbarn der Lomaxes auf sich hat bleibt völlig ungeklärt. Vielleicht auch Kinder des Teufels? Man kann es nur erraten.

Ein wenig verloren wirkt zudem die Erklärung "warum Anwalt", wo dem Teufel doch beileibe andere Möglichkeiten gegeben sein sollten ~ die "Rede" Miltons wirkt so, als hätte sich diese der Drehbuchautor erst fünf Minuten vor dem Beginn der Verfilmung ausgedacht.


//DVD EXTRAS//

Das einzige, was hier ein wenig Eindruck hinterlässt sind die vielen verschiedenen Untertitel; wer's mag, kann sich "Im Auftrag des Teufels" also auch in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Türkisch, Holländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Portugiesisch, Hebräisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Ungarisch, Isländisch, Kroatisch, sowie Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte angucken bzw. durchlesen.

Weniger pompös dann die eigentlichen "Specials": hier findet man das allübliche Audiokommentar des Produzenten (Tayler Hackford), den ebenfalls üblichen Kinotrailer und noch ein paar Zusatzinformationen zum Film, die ich mir zur heutigen späten Stunde ganz einfach mal wieder gespart habe.
Ich wage es hier zu unterstellen, dass ich damit ohnehin nichts verpasst haben dürfte ~ und ärgere mich demnach lediglich leise weiter darüber, dass allen Sprachen zum Trotz Audiokommentar lediglich im Originalton zu hören ist.


//ERGO//

"Im Auftrag des Teufels" basiert zweifelsohne auf einer guten Grundidee ~ die stellenweise leider etwas zu unglücklich verwirklicht wurde.

Fast schon nervig die andauernden Nackedei Szenen; das ständig wiederholte Wort "ficken" (sogar lautstark in der Kirche; DAS musste nun doch wirklich nicht sein, oder?) und natürlich die allseits bei Männern beliebte Lesbenszene. Danke, und gute Nacht.

Ferner nicht nur noch, dass man den Knackpunkt des Ganzen spätestens seit der Wiederkehr Kevins Mutter schon erahnen kann; sondern eben auch die "Erklärung", was Milton im Endeffekt von Kevin verlangt, erwartet oder "braucht". Überzogen wirkt auch das letztendliche "Verschwinden" Miltons nebst seiner Tochter ~ und erinnert auf groteske Art und Weise an das Fast-Ende von "Constantine", wo Reeves ebenfalls als vermeintlicher Retter der Welt fungierte.
Zwar ist "Constantine" erst Jahre später entstanden; dennoch drängt sich mir dieser Vergleich auf ~ eben weil "Constantine" um längern "besser" ausgestaltet wurde als eben dieses Machwerk.

Schade eigentlich ~ denn auch wenn "Im Auftrag des Teufels" keinesfalls schlecht ist; so hätte er bei weitem besser sein können. Zwar wertet der Schluss das ganze Debakel wieder ein wenig auf; aber so richtig überzeugen kann ein Film eben nicht nur mit den letzten 5 Minuten....

12 Bewertungen, 8 Kommentare

  • Carrie711

    23.05.2006, 23:43 Uhr von Carrie711
    Bewertung: sehr hilfreich

    Also ich fand den gut..... LG Heike

  • superlativ

    22.05.2006, 11:55 Uhr von superlativ
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht! hat mir gut gefallen! liebe grüße superlativ

  • bodspy

    20.05.2006, 20:14 Uhr von bodspy
    Bewertung: sehr hilfreich

    fleißig weiter lesen° * * * SEHR HILFREICH * * * Liebe Grüße RenÖ ;o

  • anonym

    20.05.2006, 15:02 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht...lg inspire

  • topfmops

    20.05.2006, 14:41 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein AUFRUF: Wer jetzt zu einem Streik oder Boykott aufruft, hat nicht verstanden, was ein Streik bewirken soll. Seit wann streiken Unternehmer?? Und die Schreiberlinge sind Unternehmer, die ihre Beiträge verkaufen. Ich schädige doch nicht mich selbst. Ganz

  • Schattenesserin

    20.05.2006, 14:25 Uhr von Schattenesserin
    Bewertung: sehr hilfreich

    ♪♫ SH :o) ♫♪

  • anonym

    20.05.2006, 14:17 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    warum schreibst du so viele berichte hintereinander ?

  • Vicky

    20.05.2006, 13:53 Uhr von Vicky
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich - Vic