Abwechslungsreiche Schauplätze, schöne Wasserspiegelungen und Lichteffekte, großer Spielumfang, hohes Tempo, erfreulich hohe Langzeitmotivation, guter Zweispielermodus
Kontra:
Unübersehbare Ruckler trüben das ansonsten sehr gute Gesamtbild etwas, später (bei hohem Wellengang) ganz schön schwer, aufgrund des Arcade-Charakters eventuell nichts für Simulationsfans
Auf nahezu allen Spielkonsolen der vergangenen Jahre, ja eigentlich Jahrzehnte war das Genre der Rennspiele doch ziemlich dominant oder zumindest zahlenmäßig stark vertreten. Raserspiele auf dem Asphalt waren bei diesen in der klaren Überzahl, ansonsten prägten Rallyespiele das Bild, jedoch solche auf Wasser ziemlich selten vorkamen. „Splashdown“ möchte dem offensichtlich entgegenwirken, denn hier steht ausschließlich der Wasserrennsport im Vordergrund, wobei im Fall der (als Letzte erschienene) X-Box-Version im Vergleich zur Konkurrenz von Sony uns Nintendo sogar noch zwei exklusive Strecken hinzugekommen sind, eben mit jener Fassung für Microsofts Konsole möchte ich mich nun kurz beschäftigen. Hatte ich anfangs gar nicht einmal so wahnsinnig viel von diesem Rennspiel erwartet, so wurde ich doch mit zunehmender Spieldauer sehr positiv überrascht, schließlich stellt sich heraus, dass „Splashdown“ für die Xbox sich erheblich von der Durchschnittsmasse abhebt, speziell die teilweise richtig schöne Optik, das hohe Maß an Abwechslung und die (niemals zu unterschätzende) Langzeitmotivation stellen die Stärken dieses Videospiels dar.
Wer von Euch allerdings extrem viel Wert auf Realismus legt, der muss bei diesem doch sehr actionorientierten (Arcade-)Rennspektakel einige Abstriche machen, hier steht das unkomplizierte Drauflosrasen im Vordergrund und nicht unbedingt ein möglichst realistisches Fahrverhalten. Dies soll keineswegs bedeuten, dass „Splashdown“ zu leicht ausgefallen ist, speziell bei den zwei bereits erwähnten (und sehr nett anzuschauenden) neuen Strecken werdet Ihr mit sehr hohem Wellengang zu rechnen haben. Doch insgesamt werden Fahrfehler nicht erbarmungslos bestraft wie es möglicherweise folgerichtig gewesen wäre, dies ist sicherlich richtig. „Immerhin“ bremst das Rennboot sehr schnell ab, sollten wir mit der Sptze vorne ins Wasser eintauchen, hingegen das Boot deutlich an Fahrt aufnimmt, sollten wir das Gewicht nach hinten verlagern. Der Arcade-Charakter wird dabei durch die vereinzelten Sprungpassagen durch die Rampen und auch die ein oder andere (versteckte) Abkürzung deutlich, des Weiteren lassen sich spezielle Tricks ausführen, welche auf lange Sicht hin eine spezielle Energieleiste füllt, was letztlich zu einem merklichen Geschwindigkeitsschub führen soll. Auf jeden Fall erfreuen wir uns an sehr abwechslungsreichen Schauplätzen, an denen wir mit unserem High-Speed-Boot unser Unwesen treiben dürfen, die zudem erstaunlich zahlreich vertreten sind. Die Tatsache, dass wir zu unterschiedlichen Tageszeiten und bei wechselnden Witterungsverhältnissen unterwegs sind, sorgt für zusätzliche Abwechslung und auch Motivation, nicht zu vergessen der unterhaltsame Zweispielerspaß, der sich im Splitscreenmodus entfalten kann. Hier ist es sehr schön, dass Ihr nicht zu zweit gegeneinander fahrt, sondern auch weitere CPU-Rennboote mit am Start sind, so dass es eigentlich nicht allzu schnell langweilig werden sollte. Insgesamt brausen wir jedenfalls durch zweiundzwanzig Gebiete und das ist ja wirklich nicht gerade wenig.
Zwar gibt es hinsichtlich der Grafik ab und zu leider den ein oder anderen Ruckler zu beobachten, doch enttäuscht bin ich von der Optik keineswegs. Schöne Sonnenuntergänge oder auch diesig-nebliges Wetter, Fahrten in der Morgendämmerung oder auch bei traumhaft-schönem Wetter am helllichten tag wechseln sich ab, wobei selbstverständlich nicht nur die Höhe der Wellen, sondern auch die Farbe des Wassers variiert. Die Rennboote sind zwar jetzt keine Augenweide, hässlich sind sie aber auch nicht, doch die schönen Hintergründe sowie die gut gezeichneten Wellen und sehr gelungenen Lichteffekte stechen hier in erster Linie ins Auge. Der Soundtrack ist völlig okay, unterstreicht die Atmosphäre eines Rennspiels mit Hochgeschwindigkeitsbooten gut und langweilt eigentlich nie so richtig, wenn auch die richtig mitreißenden Musikstücke beziehungsweise Hintergrundmelodien jetzt auch nicht unbedingt mit dabei sind. Die realistisch klingenden Außengeräusche runden das Ganze stimmungsvoll ab. Da weder Kameraführung noch Steuerung große Probleme machen und die CPU-Fahrer uns das Leben nicht zu leicht machen, aber auch selten unfair agieren beziehungsweise nur selten für unnötige Frustration sorgen, kann ich „Splashdown“ für die Microsoft Xbox mit ruhigem Gewissen als richtig gutes Rennsportspiel bezeichnen. Lediglich bei den Kursen mit extrem hohen Wellengang werdet Ihr das ein oder andere Mal der Verzweiflung nahe sein, doch irgendwann solltet Ihr auch diese gemeistert haben, vorausgesetzt dass ihr über genügend Ausdauer verfügt, es immer wieder zu versuchen. Eine deutliche Empfehlung gibt es jedenfalls von mir für dieses Rennspiel, darüber kann es überhaupt keinen Zweifel geben.
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