Atari Battle Engine Aquila
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Testbericht Atari Battle Engine Aquila

 Xbox Spiel
(3,9 von 5)
Platz 252 in der Kategorie "Xbox Spiele".
Bewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 (3,9 von 5)
Meinungen:
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Testbericht über Atari Battle Engine Aquila

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Endzeit-Szenario

erstellt am: 19.11.2006, von
Produktbewertung: Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Empfehlung:ja
Pro:Endzeit-Stimmung, tonnenweise Spezialeffekte, abwechslungsreicher Zweispielermodus (Koop wie auch Versus), große Areale
Kontra:Wenig komplexe Steuerung, manchmal doch arg unübersichtlich, Werkstätten oft zu weit entfernt, zu sensibles Schutzschild
Das Genre der Actionspiele leidet generell unter einem uralten Klischee, nämlich dass diese durchweg anspruchslose, ja stumpfsinnige Videospiele darstellen, die nichts Anderes als flinke Finger am Joypad verlangen. Und zum größten Teil stimmt das auch. Doch in den letzten Jahren hat sich zusehends so langsam aber sicher eine Tendenz herauskristallisiert, die in Richtung Abwechslungsreichtum, Missionsvielfalt und zuweilen sogar in Richtung Tiefgang geht. Beileibe nicht immer und auch nicht unbedingt oft, aber immerhin manchmal. Im Fall von „Battle Engine Aquila“ von Infogrames haben wir es mit einem Egoshooter zu tun, der sowohl für die Sony Playstation 2 als auch für die X-Box von Microsoft erschien, über die letztere Fassung möchte ich Euch nun etwas verklickern. Vorab gleich etwas Erfreuliches: dieses Ballerspektakel berücksichtigt tatsächlich einen Zweispielermodus, was speziell im Shooter-Genre ganz und gar nicht üblich ist. Auf einem geteilten Bildschirm ballern wir demzufolge im Splitscreen-Modus mehr oder weniger fröhlich alles platt, was irgendwie auch nur den zarten Anschein erweckt, als könne man es in seine Einzelteile zerlegen. Dabei treten die beiden Gleichgesinnten sogar in einem Kooperationsmodus an, was im Klartext bedeutet, dass gemeinsam – sechs Missionen stehen hier zur Auswahl – in die Schlacht gezogen werden darf. Selbstverständlich dürfen wir uns im Versus-Modus gegenseitig die Hölle heiß machen, versteht sich. Doch die Berücksichtigung des Multiplayerspaßes ist nicht der einzige Grund, welcher diesen X-Box-Titel wohltuend von der Masse an Durchschnittsshootern abhebt, es gibt noch andere Dinge, welche positiv zu erwähnen sind. Trotzdem – auf die Defizite komme ich natürlich gleich auch noch zu sprechen – hat es zum ausgewachsenen Hit nicht gelangt.


Wie so oft bei Ballerspielen befinden wir uns auch hier bei „Battle Engine Aquila“ für die X-Box in der Zukunft, welche traditionsgemäß nicht gerade rosig aussieht. Nord- und Südpol sind geschmolzen und bis auf wenige Ausnahmen hieß es daraufhin „Land unter“, die einstigen Kontinente versanken in den Tiefen der Ozeane. Nur wenige Inseln sind noch oberhalb des Meeresspiegels vorhanden, dass sich speziell um dieses Terrain erbitterte Kämpfe geliefert werden, liegt quasi auf der Hand. Zwei gewaltige Armeen rangeln sich hauptsächlich um das überlebenswichtige Gebiet und zwar jene der Muspell und der Forseti. Wir kämpfen unter der Flagge der Forseti und nehmen Platz in einem gewaltigen Kampfmech namens Aquila. Dieser erweist sich nicht nur als besonders robust und kampfstark, sondern beeindruckt zudem durch seine vielseitige Verwendbarkeit: auf Wunsch lässt sich der Mech nämlich in einen Panzer oder Jet verwandeln. In der hauptsächlichen Story – der Solokampagne – erwarten uns circa fünfundzwanzig hochbrisante Einsätze, welche vom Missionsinhalt bzw. von der Zielsetzung her sich teils deutlich voneinander unterscheiden: wir stürmen überfallartig von den feindlichen Muspell in Beschlag genommene Inseln, zerstören mächtige Schlachtschiffe auf hoher See, sprengen Gebäude am Boden in die Luft und setzen und sowohl mit Bodentruppen, Artillerie als auch Kampfjets des Feindes unentwegt auseinander. Eine Verschnaufpause wird uns hier während einer Mission definitiv nicht gegönnt, pausenlos schwirren Raketen durch die Luft, Gebäudekomplexe oder Einheiten explodieren, Flugzeuge und Schiffe lösen sich unter ohrenbetäubendem Getöse in ihre Bestandteile auf und schwere Bomber lassen ihre tödliche Fracht nach unten fallen. Wir sind jedenfalls mittendrin in diesem kriegerischen Geschehen, welches demzufolge keine „Ein-Mann-Show“ darstellt, sondern wir „nur“ als sehr fleißige Kampfeinheit ordentlich mitmischen.


Zur Verfügung stehen insgesamt satte zehn unterschiedliche Waffensysteme, die jedes für sich allesamt Sinn machen und es je nach Spielsituation abzuwägen gilt, welche zum Einsatz kommen sollen. Für drei Mordinstrumente müssen wir uns entscheiden, wobei dem Action-Freak angesichts des Vorhandenseins von Kanonen, Granaten, Raketen, Laserschüssen und was auch immer die Wahl äußerst schwer fallen dürfte. Mal schützen wir unsere Infanterie, die sich auf dem Vormarsch befindet, dann wiederum verteidigen wir unsere Basis gegen die wütenden Angriffe der Muspell. Ständig müssen wir dabei unsere Munitionsanzeige und die bezüglich des Zustands unseres Schutzschildes beobachten, um dann rechtzeitig zur Basis bzw. der Ladestation zurückzukehren. Wann dafür der genau geeignete Zeitpunkt ist, bestimmen allein wir. Positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass es mehrere Angriffsmöglichkeiten gibt, da die geographische Lage hinsichtlich der Hügelketten im Gebirge und der tiefen Täler unterschiedliche Taktiken erlauben. Ein planloses Drauflosballern hilft selten weiter, einen schnellen Finger am Abzug braucht Ihr natürlich trotzdem. Wer eine Mission besonders gut bewältigt, schaltet Extras wie Segmente einer Bildergalerie und versteckte Missionen frei. Der Schwierigkeitsgrad ist im Übrigen nicht derart höllisch schwer, wie ursprünglich von mir erwartet bzw. befürchtet: auch „Normalsterbliche“ haben eine Chance, den Abspann zu sehen. Unterschiedliche Stufen gibt es diesbezüglich aber nicht, was den Einstieg in die Materie speziell für Neulinge erschwert. Besonders die Tatsache, dass die Reparaturwerkstätten bzw. Ladestation in den teils sehr großen Arealen mitunter sehr weit entfernt von der hauptsächlichen Action liegen, macht das Ganze nicht gerade leichter.


Die Atmosphäre in diesem Ballerspiel kommt jedenfalls gut rüber, was nicht nur an den unentwegten Angriffswellen des Feindes liegt, wir uns – bis auf wenige Ausnahmen, in denen wir eskortieren oder selber ordentlich Gas geben bzw. auf dem Vormarsch sind – pausenlos verteidigen müssen und uns fragen, wann die Angriffe denn endlich aufhören mögen, sondern auch an der guten Präsentation: insbesondere die hektischen Funksprüche unserer Kameraden und die krachenden Soundeffekte sorgen für die richtige Kriegsatmosphäre, welche für Panik sorgen möchte. Im Falle, dass wir auf eine Surround-Anlage zurückgreifen können, lauschen wir einer entsprechend hohen Klangqualität, was angesichts der Soundeffekte sehr angenehm ist und der gesamten Spielatmosphäre naturgemäß gut tut. Die uns dargebotene Optik möchte dem offensichtlich in nichts nachstehen und liefert uns tonnenweise Spezialeffekte, so zum Beispiel nicht nur leuchtende Explosionen, Rauchsäulen und gleißend helle Blitze, sondern auch zerberstende Schiffe und zerbröselnde Gebäudekomplexe, welche das Ganze sehr realistisch erscheinen lassen. Der Hintergrund – speziell oben in der Luft und manche Bodentexturen könnten ruhig noch eine Schippe drauflegen, was den Detailreichtum angeht. Einen 60-Hertz-Modus und die Unterstützung des 16:9-Formats vermisse ich im Übrigen auch. in glasklares „Gut“ hat sich die - trotz der gewaltigen Action – größtenteils flüssige Grafik in dieser X-Box-Version aber auf alle Fälle verdient. Die Soundkulisse aufgrund der eben genannten Fakten natürlich auch. Deutsche Sprachausgabe und Bildschirmtexte runden das Ganze gut ab.


Schließlich bleibt festzuhalten, dass die Zielgruppe für „Battle Engine Aquila“ so eindeutig zu bestimmen ist, wie es von Anfang an zu erwarten war. Nur Shooter-Freaks finden hier wirklich Gefallen, da zu wenig Anreize für Gelegenheitszocker geboten werden. Zu wenig alternative Optionen und dies trotz der Waffenvielfalt und den großen Arealen, die aus unterschiedlichen Richtungen angegangen werden können. Die Steuerung an sich ist daher auch nicht sonderlich komplex, die Kameraführung ist allerdings nicht immer voll auf der Höhe, so dass wir manchmal nicht nur den Überblick verlieren, sondern einfach auf gut Glück drauflosballern. Dass es mit der Robustheit unseres Schutzschildes nicht sonderlich weit her ist, merken wir schon in den Anfangsmissionen, wer dann nicht rechtzeitig die Kurve in Richtung Werkstatt kratzt, wird vermehrt Frusterlebnisse erleben. Oft kommen wir dann aber bei unserer Rückkehr zu spät, um noch rettend eingreifen zu können, was dieses Ballerspiel zumindest für Einsteiger äußerst schwierig macht. Trotzdem ist dieses Game nicht überhart, meistens haben wir eine faire Chance oder benötigen eben das Quentchen Glück, um noch zum Ziel zu kommen. Dass weder 60-Hertz-Modus noch das 16:9-Format unterstützt wurden, fand ich äußerst schade, denn zuweilen wirken die Texturen doch ziemlich grob, was die Spielfreude zumindest ein bisschen schmälert, schließlich spielt eine detailreiche Optik gerade bei Shootern eine wesentliche Rolle. Der Zweispielermodus (sowohl Koop- als auch Versus-Variante überraschen positiv) wirkt sich nicht unwesentlich im Hinblick auf die Langzeitmotivation aus, ganz im Gegenteil, dieser Punkt hat ordentlich Gewicht, nutzen sich doch gerade Ballerspiele oft viel zu schnell ab. Wer auf unkomplizierte Ballerspiele mit einem – ausnahmsweise einmal – nicht horrenden Schwierigkeitsgrad Lust hat, ist hier richtig: meine Spielspaßwertung pendelt sich bei guten 76% ein.
sinfortuna
Yopi Autor - sinfortuna
Wer nicht Sehr Hilfreich bewertet, darf geblockt werden? Und das bei einem MEINUNGSFORUM? Muahahahahahahahaaaa.
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andrea30b
andrea30b, 19.11.2006

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