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| Letzte Aktualisierung am: |
10.11.2007, von Pippin |
| Produktbewertung: |
5
5 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | sehr offene, ehrliche Darstellung
flüssig geschrieben |
| Kontra: | wirkt an manchen Stellen vielleicht zu christlich-fanatisch |
Einleitung
So, heute habe ich mich endlich einmal dazu motivieren können, meinen allerersten Testbericht zu überarbeiten – was auch dringend nötig war. Viel Spaß beim Lesen…
Das vorliegende Buch, „Im Schatten des Allmächtigen“, habe ich mir vor ca. 6 Jahren gekauft. Meine Ausgabe unterscheidet sich ein bisschen von dem Bild von yopi. Zunächst einmal ist das Buch bei mir gebunden. Der Umschlag ist größtenteils weiß gehalten, am Buchrücken gibt es einen kleinen blauen Streifen und auf Vorder- und Rückseite ist jeweils ein kleines Foto.
Für meine Ausgabe habe ich damals so um die 20 Euro bezahlt, mittlerweile gibt es eine deutlich günstigere Taschenbuchausgabe für 4,90 €.
In der Originalversion ist das Buch 1958 zum ersten Mal erschienen, die deutsche Übersetzung gibt es in der nunmehr vierten Auflage beim Brockhaus Verlag.
Bei meiner Ausgabe handelt es sich allerdings um eine besondere Lizenzausgabe, die 1991 beim CLV (Christliche Literatur-Verbreitung) in Dillenburg erschienen ist.
Das Buch hat insgesamt 283 Seiten – alle sehr lesenswert, doch dazu gleich mehr…
Inhalt – Kurzfassung für Eilige
Bei diesem Buch handelt es sich um die Lebensgeschichte bzw. die Tagebücher von Jim Elliot, der als junger Mann beschloss, auf eine „weltliche“ Karriere zu verzichten und sein Leben stattdessen ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Er ging als Missionar nach Südamerika, wo er schließlich 1956 im Alter von 29 Jahren von Mitgliedern eines feindlich gesinnten Indianerstammes getötet wurde.
Inhalt – die lange Version
Einige Zeit nach Jim Elliots Tod hat seine Frau, Elisabeth Elliot, sich die Mühe gemacht, seine Tagebücher und Briefe durchzugehen und, mit eigenen Kommentaren versehen, zu veröffentlichen. Daraus ist das vorliegende Buch entstanden, eine Biographie mit sehr vielen autobiographischen Elementen.
Das Buch ist anhand der Lebensstationen Jim Elliots in entsprechende Kapitel eingeweiht.
Los geht es 1927 in Oregon (USA). Jim Elliot wird hier als drittes von vier Kindern auf der Farm seiner Eltern geboren. Mit sechs Jahren hatte er jenes Erlebnis, das in christlichen Kreisen als „Errettung“ oder auch „Wiedergeburt“ (nicht zu verwechseln mit Reinkarnation!)
bezeichnet wird. Schon als Kind ist Jim Elliot eifrig dabei, seinen Sandkastenfreunden von seinem Glauben zu erzählen. Auch in seiner Schulzeit nimmt er kein Blatt vor den Mund und erfährt von seinen Klassenkameraden teils Bewunderung für seine klaren Standpunkte und teils Ablehnung wegen seiner „fanatischen“ Ansichten.
Nach der Schulzeit weiß Jim noch nicht so recht, was er beruflich machen möchte, da er sehr vielseitig begabt ist und von vielen Leuten unterschiedliche Ratschläge für seine Zukunftsplanung bekommt. Schließlich beginnt er 1945 sein Bachelorstudium am Wheaton College in Illinois. Hier lernt er auch seine spätere Frau, damals noch Elisabeth Howard, kennen.
Die Semesterferien verbringt er bereits teilweise bei verschiedenen Missionseinsätzen, um herauszufinden, ob es eventuell das ist, was Gott für ihn vorgesehen hat.
Im Laufe der Zeit zeichnet sein Weg sich dann deutlicher ab, und er beginnt, erste konkrete Schritte in Richtung Südamerika zu unternehmen. Nachdem er seinen Bachelorabschluss mit Auszeichnung geschafft hat, verbringt er zunächst einige Zeit mit seiner Familie und arbeitet in der Kirchengemeinde mit.
Als er zum ersten Mal von den Aucas hört, einem Indianerstamm fernab der Zivilisation, der noch nie mit dem christlichen Glauben in Berührung gekommen ist, ist Jim Feuer und Flamme. Er ist überzeugt davon, dass das der Auftrag ist, den Gott für ihn hat.
Zuerst verbringt er einige Zeit bei den Ketschua-Indianern und unterstützt die dortigen Missionare bei ihrer Arbeit. Auch Betty Howard ist mittlerweile in Südamerika, allerdings in einem anderen Gebiet als Jim.
Nach der Heirat ziehen die beiden auf die Missionsstation in Shandia.
Zusammen mit anderen jungen Missionaren macht Jim Elliot nun immer wieder Erkundungsflüge über das Gebiet und eines Tages entdecken die Männer hierbei tatsächlich ein Lager der Auca. Jim Elliot und vier weitere Missionare machen sich daraufhin auf den Weg und schlagen in der Nähe ihr Lager auf. Jims Frau bleibt mit der vor kurzem geborenen Tochter auf der Missionsstation zurück.
Das Ende ist im Grunde schnell erzählt: Die erste Kontaktaufnahme mit drei Mitgliedern des Indianderstammes verläuft friedlich und positiv. Der zweite Kontakt endet tödlich. Der Suchtrupp, der sich auf den Weg macht, nachdem der Kontakt zur Missionsstation abgebrochen ist, findet nur noch die Leichen der fünf jungen Männer.
Bemerkungen und Fazit
Ich tue mir ein wenig schwer damit, den Inhalt von Büchern zu bewerten, die auf Tatsachen beruhen. Es ist nun einmal wirklich so gewesen, von daher macht es keinen Sinn zu sagen, ob ich die Geschichte gut oder schlecht fand.
Mir persönlich hat dieses Buch sehr gut gefallen und mich auch ganz neu ins Nachdenken gebracht über meine Beziehung zu Gott und darüber, was mir wirklich wichtig ist im Leben.
Ein großer Teil des Buches besteht aus Tagebuchaufzeichnungen. Dadurch hat man als Leser das Gefühl, wirklich mit dabei zu sein und quasi durch Jim Elliots Augen die ganze Sache zu sehen. Dadurch dass seine eigene Frau das Buch geschrieben hat, ist es fast zu einer Art Doppelbiographie geworden, was mir auch sehr gut gefällt. Die Autorin versteht es hervorragend, durch eigene Bemerkungen und Erfahrungen das Gesamtbild zu ergänzen.
Für viele Leser mag der dargestellte Lebensstil etwas extrem und nicht ganz nachvollziehbar erscheinen. Ich halte es daher nur bedingt geeignet für Menschen, die mit dem Christentum noch überhaupt nichts am Hut haben. Für alle anderen ist es sicher spannend, das Leben dieses Menschen quasi hautnah miterleben zu können. Der Schreibstil ist größtenteils flüssig. Manche Passagen sind vielleicht etwas zu lang geraten oder ähneln sich inhaltlich sehr stark. Ansonsten ist das Buch auf jeden Fall eine Herausforderung und nicht als Lektüre für nebenbei geeignet - der Leser sollte sich schon bewusst mit dem Inhalt auseinander setzen, um einen Gewinn aus dem Lesen ziehen zu können.
Das Buch eignet sich sehr gut, um das eigene Leben mal wieder genauer unter die Lupe zu nehmen und die eigene Beziehung zu Gott zu überprüfen - mir jedenfalls hat es dabei sehr geholfen.
Für Menschen, die sich mit Gottes Plan für ihr Leben auseinandersetzen wollen, halte ich dieses Buch für einen ausgezeichneten Einstieg. Man kann sich ganz neu mit Begriffen wie "Hingabe" oder "Nachfolge" auseinander setzen.
Und für Menschen, die sich für Missionsarbeit und Missionsgeschichte interessieren, ist dieses Buch fast schon ein Muss. Von mir gibt es jedenfalls fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.
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