Ich bin z.Zt. 54 Jahre alt, bin verheiratet und habe 2 Kinder. Wohnen tue ich in einem relativ großen Haus mit einem noch relativeren Garten.
Mit anderen Worten: Ich stehe mit beiden Beinen im Leben und weiß so ziemlich, wo es langgeht.
Und trotzdem – gestern habe ich es mir wieder gekauft. Es ging nicht anders. Ich hab davor gestanden und Kindheitsträume wurden wieder wach.
Plötzlich sah ich mich wieder auf Papas Schultern sitzen und eine kleine blaue Flasche in der Hand halten.
Eine Flasche, die ich nur zum Öffnen aus der Hand gab – und dann auch nur ungern.
Zu "meiner Zeit" war es ein kleines, blaues Aluminiumröhrchen, welches mit einem Korken verschlossen wurde. Einem echten Korken wohlgemerkt.
Die etwas Älteren unter Euch werden schon lange erraten haben, worüber ich heute schreiben möchte.
Es handelt sich um einen Kindheitstraum. Es handelt sich um schillernde Kugeln, die gefangen werden wollen. Es handelt sich um Jauchzen und Springen, um Lachen und Singen.
Kurzum:
Eigentlich kennt man diese schillernden, bunten Kugeln schon seit ewigen Zeiten. Sie sind Sinnbild von Vergänglichkeit und auch Zerbrechlichkeit.
Früher hatte man nur einen Strohhalm und eine Seifenschale. Mit diesem konnte man immer nur eine einzige dieser Wunderkugeln "blasen". Auf alten Gemälden ist mitunter auch eine Meerschaumpfeife zu sehen. Es gab aber immer nur eine Kugel.
Bis 1948. Zu diesem Zeitpunkt nämlich experimentiert der Chemiker Rolf Hein mit verschiedenen Waschmitteln, um diese dann bei den Bauern in der Umgebung gegen Lebensmittel einzutauschen.
Was er findet, ist nun nicht gerade ein neues Waschmittel, sondern eine Flüssigkeit, mit der man herrliche Seifenblasen herstellen konnte.
Hätten die Nachkriegskinder gewusst, was dieser Herr Hein da zusammen gemischt hat – sie hätten ihm einen blauen Diamanten verliehen. *grins*
- - - Firmengründung
Dr. Rolf Hein entschloß sich zur Gründung einer sogenannten "Spielwaren-Fertigung". Für die heutige Zeit ist dies wohl ein etwas holpriger Name – damals aber durchaus gebräuchlich.
Als Firmensymbol wählte er den kleinen, gelben Teddybär, der auch noch heute auf jedem Pustefix-Produkt zu finden ist.
- - - Erste Fehler
Ursprünglich, also so wie ich es kennen gelernt habe, bestand das Pustefixröhrchen aus Aluminium. In den Verschluß, der wirklich noch aus Naturkork war, war der Blasring eingearbeitet. Dieser wiederum bestand aus einem Metallstift mit einer Federdrahtspirale.
Und genau hier waren die diversen Fehler.
Zum einen war der Naturkork nie ganz dicht. Dies gab nicht nur die herrlichsten Flecken auf der Kleidung, sondern die Flüssigkeit löste auch den Aufkleber auf dem Aluminiumröhrchen schnellstmöglich ab. Es gab verheerende Transportschäden – und dies nicht nur bei den Kindern.
Der zweite Fehler, auf den zu Anfang keiner gekommen ist, war, dass die Flüssigkeit im Röhrchen mit dem Metall wie eine Batterie wirkte. Die Federdrahtspirale wurde also mit der Zeit zersetzt.
- - - Abhilfe
Für Abhilfe dieser Fehler konnte erst 1960 mit der Einführung von Plastik gesorgt werden. Jetzt waren die Flaschen aus Plastik und dicht.
Auch konnte sich nichts mehr ablösen, da das Markenzeichen und der Markenname aufgedruckt wurden.
- - - Die Fertigung
Jetzt waren auch höhere Stückzahlen möglich und wegen der großen Nachfrage auch nötig.
Pustefix konnte man auf jedem Rummel kaufen. Jedes Geschäft hatte Pustefix.
Die Fertigung ging nun automatisch vor sich.
Was zu Anfang noch von Hand ging, war jetzt ohne Automaten kaum mehr denkbar.
In den Anfängen wurde sogar die Flüssigkeit noch von Hand eingefüllt. Der steigenden Nachfrage wegen in den 60er Jahren undenkbar.
Selbst die Automaten konnten der steigenden Nachfrage kaum Herr werden.
Bis zum eigentlichen Verkauf war jetzt alles automatisch.
- - - Das Familienunternehmen
Da war dann auch der kleine Gerold Peter, der als Kind ganz sicher genau so gerne wie ich mit Pustefix gespielt hat.
1973 übernahm er vom Vater die Firma.
Doch er hatte Pech. Die sinkenden Geburtszahlen in Deutschland erlaubten der Firma keine großen Sprünge.
Macht nix, sagte sich klein Gerold, geblasen wird überall. Gerold Peter Hein forcierte den Absatz dieser herrlichen Blasen im Ausland.
Amerika und Japan waren seine Favoriten. Aber auch in Trinidad oder Malaysia konnte man Pustefix kaufen. Selbst im damaligen Russland sprangen die Kinder den bunt schillernden Blasen nach.
Sollte jemand von Euch einen Ausflug nach Neuseeland planen – auf Pustefix braucht er nicht zu verzichten.
Ich hatte aber in meiner Zwischenüberschrift von einem Familienunternehmen geredet.
Dies ist es bis heute geblieben.
Im Jubiläumsjahr 1998 wird die Firma an Frank W. Hein übergeben. Pustefix bleibt also ein Familienunternehmen.
- - - Einschub
- - - Wissenschaftliches
Für jeden, den es interessiert, mach ich hier mal einen kleinen wissenschaftlichen Einschub.
Wer ermöglicht uns denn eigentlich das Spiel mit den Seifenblasen?
Ich will Euch gar nicht lange raten lassen. Es waren vor ca. 5.000 Jahren die Sumerer, die die Seife erfunden haben.
So schlaue Leute wie Leonardo da Vinci (Oberflächenspannung) oder Isaak Newton (Farben) haben sich mit Seifenblasen beschäftigt.
Über die Farben gibt es Hunderte von Abhandlungen. Die berühmteste ist wohl die von Charies Vernon Boys (1855-1944). Seine Vorlesung: "Seifenblasen, ihre Entstehung und ihre Farben" ist 1890 veröffentlicht worden. Und zwar in London.
Ich habe im Internet viele Erklärungen gefunden, warum und wieso die Farben der Seifenblasen entstehen. Dies werde ich hier aber nicht alles ganz genau erklären. Nur soviel vielleicht: Die Haut der Seifenblase besteht aus zwei glatten Oberflächen. Da ist einmal eine innere und dann noch eine äußere. Jetzt wird ...
Ach Quatsch. Bringt doch nichts. Ich mach einfach mal ein Zitat draus. Ist auch nur für jemanden, den es wirklich interessiert.
Ich bin der Meinung, dass es Blödsinn ist, einen wirklich guten Text umzuschreiben, nur damit ich ihn hier schreiben darf. Ich halte dieses Zitat wegen der Erklärungsgenauigkeit für absolut notwendig – wen es stört, der soll sich doch bitteschön beschweren.
Wen es interessiert, der lese das nachfolgende Zitat:
Zitat Anfang:Die Haut einer Seifenblase hat zwei glatte Oberflächen, eine innere und eine äußere. Ein ankommender Lichtstrahl wird deshalb auch doppelt gespiegelt. Der Lichtstrahl wird sowohl an der vorderen als auch an der hinteren Fläche teilweise reflektiert. Dabei werden etwa 4 % der ankommenden Lichtintensität zurückgeworfen, die anderen 96 % durchdringen die Seifenhaut. Von zwei zurückgeworfenen Strahlen und hat der eine einen längeren optischen Weg zurückzulegen. Dies ist der Gangunterschied der beiden Strahlen. Diese zeitliche Verschiebung kann je nach Grösse zur Verstärkung oder Abschwächung der beiden in Wechselwirkung miteinander stehenden reflektierten Wellen führen.
Dieses Verstärken, Abschwächen und gegenseitige Aufheben verschiedener Lichtwellen ist der Motor des Farbenspiels, weil das Sonnenlicht aus verschiedenen Farben mit entsprechend unterschiedlichen Lichtwellen zusammengesetzt ist. Dass Tageslicht gemischtes Licht ist, illustriert in der freien Natur der Regenbogen. Weißes Licht setzt sich aus den Spektralfarben Rot bis Violett zusammen, wobei die Wellenlängen der Farben zwischen vier und acht zehntausendstel Millimeter liegen.
Ist nun der Gangunterschied der beiden Strahlen für eine Farbe aus dem Lichtspektrum gerade so groß, dass die beiden reflektierten Wellen entgegengesetzt schwingen, dann heben sie sich gegenseitig auf, d.h. die betreffende Farbe fehlt im reflektierten, von unserem Auge wahrgenommenen Licht. Dort wo eine Wellenlänge ausgelöscht wird, bildet sich die Komplementärfarbe. Das heißt: wird Rot gelöscht erscheint Grün, wird Blau aufgehoben ergibt dies Orange.
Diese sogenannten Interferenzfarben kommen also dadurch zustande, dass die reflektierten Bilder nahe zusammen liegen und damit ein Teil des Lichtes aufgehoben wird. Diese Erscheinung tritt dort auf, wo die Dicke der reflektierenden Schicht im Größenbereich der Wellenlänge des Lichts liegt, also etwa ein tausendstel Millimeter dick ist.
Bei größeren Schichtdicken löschen sich gleichzeitig sehr viele Wellenlängen im sichtbaren Bereich zugleich aus. Das Resultat: die Farberscheinung wird blasser und tritt bei ganz dicken Blasen noch gar nicht in Erscheinung. Bei sehr dünnen Blasen sind ebenfalls keine Farben mehr zusehen, da für kleine sichtbare Wellenlängen kein genügender Gangunterschied herauskommt. – Zitat Ende
Soviel zur Lichtbrechung auf Seifenblasen oder wie auch immer.
- - - Das Sortiment
Wie steht es schon geschrieben?
Am Anfang war das Röhrchen.
In der Zwischenzeit sind es unzählige Pustefix Artikel. Sogar eine Jubiläums-Edition (zum 50sten Jahrestag) gibt es.
Ich zähl hier jetzt wirklich nicht alles auf. Dies würde den Rahmen dieses Erfahrungsberichtes sprengen. Wer wirklich alles, aber auch alles über Pustefix wissen möchte, dem empfehle ich die Homepage von Pustefix.
Nun ratet mal, wie die wohl heißen mag? Ich sag es Euch jedenfalls nicht.
Na gut, eine kleine Hilfe geben ich Euch.
Achtung: Ins Netz kommt man mit "www" und die Firma heißt "Pustefix". Da wir in Deutschland wohnen könnte die Endung "de" sein. Na mal sehen, wer es heraus findet. *grins*
Na gut, auf ein paar Produkte kann ich Euch auch jetzt schon aufmerksam machen.
Da wäre natürlich der Pustefix-Teddybär. Den gibt es aber nur in einer einzigen Ausführung. Es ist immer noch die Original-Ausführung von Anno dunnemals.
Ihr könnt Euch auch neben der normalen Pustefix Flasche eine Pustefix Schlange zulegen. Mit einem großen Ring könnt Ihr Seifenblasen in gigantischen Formen blasen oder aber auch mit dem sogenannten Pustelfix Flugzeug die Seifenblasen an den Himmel zaubern.
Ich selbst habe mir Pustefix in einer 3er Blisterpackung gekauft. Obwohl ich dauernd puste und deswegen schon mehrmals für verrückt erklärt worden bin (obwohl ich eigentlich plöt bin), ist noch nicht einmal eine Flasche leer.
Ich werde wohl an Pustefix noch lange meine Freude haben.
- - - Fanshop
Für ganz Verrückte (ich arbeite dran) gibt es natürlich auch noch einen Pustefix Fanshop.
Hier gibt es die üblichen Fan-Artikel (Base-Cape, T-Shirt, tralala).
Nö, den find ich nicht so besonders berühmt, weil er eben ein ganz normaler Fan-Shop ist. Nix Besonderes eben – aber vorhanden.
- - - Fazit
Hm, jetzt soll man ja auch noch ein Fazit ziehen. Aber wie mach ich das jetzt. Dafür hab ich doch gar keine Zeit. Ich muß doch Seifenblasen erpusten.
Na gut, dann schreib ich hier eben gaaanz schnell noch was hin.
Liebe "erwachsene" Kinder. Lauft, rennt und flitzt um Euch noch schnell ein Seifenblasenspiel zu holen. Ich garantiere Euch Unsinn, Frohsinn und lachende Unterhaltung.
Von diesem Kinderspiel ist mit Sicherheit auch jeder Erwachsene begeistert. Na ja, jedenfalls wenn er sich noch ein wenig wie ein Kind fühlen kann.
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Weitere Testberichte über Pustefix
Für Kinder eine tolle Beschäftigung, 19.05.2006
Meine Kindheitserfahrungen mit Pustefix waren immer sehr gut. Es hat mir immer einen risigen Spaß gemacht, Seifenblasen zu machen. Leider war das Fläschchen oft sehr schnell leer, da bei Kindern ja doch mal was daneben geht.
Testbericht über Pustefix lesen
Yopi-Autor:
flowerdoro
Bewertung:
~*~ was zu blasen für die Mädels ~*~, 28.06.2003
_/ _/ _/ _/ Hallo liebe Leser _/ _/ _/ _/
Da war ich gestern Abend auf unsere Abiparty und eigentlich ganz müde, aber was macht man nicht alles um seinen Freunden eine Freude zu machen? Da ich versprochen hatte mit den Jungs zu Kanne, einem Großhandel, zu fahren,...
Testbericht über Pustefix lesen
Yopi-Autor:
Germary
Bewertung:
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