Einleitung
Wer kennt das nicht? Man sitzt gemütlich irgendwo mit Freunden zusammen im Garten, auf dem Campingplatz oder sonst wo, wo es gemütlich ist. Richtig gemütlich wird es dann, wenn jemand darunter ist, der Gitarre spielt und mit allseits bekannten Liedern die Anwesenden zum mitsingen (oder zumindest mitsummen) animiert. Wohl auch deshalb hatte ich mir in der langen Zeit, während der ich als Fernfahrer unterwegs war, in den Kopf gesetzt, das Gitarre spielen zu erlernen. Da man oftmals stundenlange Wartezeiten und auch einsame Abende zu überstehen hatte, gedachte ich also diese Zeit einigermaßen sinnvoll zu nutzen. Also ging es ab da mit einer geschenkten Gitarre auf Tour. Als zusätzlichen Begleiter hatte ich mir im Musikhandel ein Buch gekauft, welches das Spielen in Rekordzeit ermöglichen sollte. Dieses Buch möchte ich hier nun beschreiben.
Titel/Verlag/Autor
Der Titel dieses Buches lautet: „100 Songs für 3 Akkorde“. Erschienen ist es beim Leu-Verlag aus Bergisch Gladbach unter der ISBN-Nr.: 3-928825-00-3 oder ISMN-Nr.: M50006-000-0. Als Autor wird Frithjof Krepp genannt, der sich im Verlaufe des Buches als langjähriger Musiklehrer zu erkennen gibt. Neben diesem Buch hat er noch zwei weiterführende Bände heraus gegeben, die auf dieses Buch aufbauen, wobei lediglich jeweils einige Akkorde hinzu kommen. Nach dem selben Schema gibt es auch eine Buchreihe, mit der man das Keyboardspiel erlernen können soll.
Aussehen/Preis
Gekauft habe ich dieses Buch in einem Musikfachgeschäft, für damals 27,80 DM. Wenn man sich heute die Preise im Internet ansieht, liegt er ziemlich einheitlich bei knapp unter 15 Euro. Für dieses Geld erhält man 144 Seiten, die in einem blauem Pappeinband im DIN A4 Format daher kommen. Der Einband ist sehr schlicht gehalten. Man kann allerdings erkennen, das man mit Hilfe dieses Buches Oldies, Hits, deutsche und internationale Volkslieder sowie einige Kinderlieder erlernen kann. Auf der Rückseite, wird darauf hingewiesen, dass all dies 100 Lieder mit den selben drei Akkorden spielbar seien. Also ... ich zitiere: Besonders geeignet für Fahrtenleiter von Jugendfreizeiten, Lehrer, Kindergärtnerinnen, zum Spiel am Lagerfeuer oder in geselliger Runde.
Inhalt/Aufbau
Gespannt schlägt der angehende Superstar seine Neuerwerbung auf. Nach einem kurzen, wirklich nichts sagenden, Vorwort erscheint das Inhaltsverzeichnis. Hier erhält der Leser Einblick darin, mit welchen Liedern er in Zukunft seine Bekanntschaft erfreuen kann. Beginnend mit internationalen Volksliedern wie „My Bonnie is over the ocean“ über das deutschsprachige „Im Frühtau zu Berge“ sollte es mit „Yellow submarine“ und „Ein Hase saß im tiefen Tal“ jedem Anfänger gelingen seine Nachbarn in die Flucht zu schlagen.
Es folgt die Beschreibung, wie man eine Gitarre zu stimmen hat. Wer so was zu ersten mal macht, sollte sich auf alle Fälle ein elektronisches Stimmgerät zulegen, welches man mittlerweile für recht kleines Geld erstehen kann. Sollte man bereits Erfahrungen mit Musik haben, und das entsprechende Ohr, wird aber auch erklärt, wie man sein Instrument nur mit Hilfe einer Stimmgabel stimmt.
Nachdem das Instrument gestimmt ist, blättern wir erwartungsvoll weiter. Aha ... endlich Bilder ... und gleich drei davon. Welch Wunder ... jedes dieser 3 Fotos zeigt einen Gitarrenhals samt Saiten. Und als ob das nicht genug wäre, eine Hand ist auch zu sehen. Betrachtet man diese Hand, so kann man erkennen, wie man die eigenen Finger verbiegen soll, um die drei Akkorde erklingen zu lassen, welche man für die besagten 100 Lieder benötigt. Es handelt sich um die Akkorde G-Dur, C-Dur und D-Dur. Nun werden Trockenübungen verlangt, bis man diese drei Akkorde sicher beherrscht. Da hier keine wirklich schwierigen Griffe verlangt werden, hat man das auch recht schnell drin. Als nächstes darf man dann seinem Instrument die ersten Töne entlocken. Vorgegeben sind einige Grifffolgen mit einfacher Schlagtechnik. Üben, üben ... üben ist nun angesagt. Denn Anfangs merkt man schnell, dass man bei den Trockenübungen wohl nicht genau und fest genug zugegriffen hat, und somit einige Töne nicht sauber klingen.
Abschließend eine kurze Einweisung, wie man den richtigen Anfangston finden kann, sowie ein paar Antworten zu den häufigsten Anfängerfragen und dann bleibt der Schüler sich selbst überlassen.
Auf Seite 16 dann der erste Song. Ups ... Noten. Tja wer hätte das gedacht. Musik hat ja mit Noten zu tun. Aber keine Angst. Der Grossteil der Lieder ist so bekannt, dass man diese nicht braucht. Jeweils die erste Strophe eines Liedes, sowie der Refrain sind mit den entsprechenden Noten versehen, während der Rest dann nur noch als Text vorliegt. Dabei sind an den entsprechenden Stellen des Textes jeweils die zu spielenden Akkorde darüber geschrieben. Die Melodien der Lieder sind allesamt so, dass man die musikalische Begleitung „schlagen“ kann, also das viel schwierigere „Zupfen“ wegfällt. Und siehe da, bereits nach recht kurzer Zeit ist man in der Lage, das erste einfache Liedchen erklingen zu lassen. Dieses variiert natürlich durch Zeitaufwand und Übungsfleiß. Und natürlich sollte man es zuerst mal bei einem Lied belassen, bis man sich dieses auch wirklich von den Griffen und vom Rhythmus her erarbeitet hat.
Fazit
Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch gut gefallen hat. Bereits nach wenigen Tagen, mit unterschiedlichem Übungsaufwand spielte ich mein erstes Lied. „My Bonnie is over the ocean“ ist zwar nicht unbedingt der Renner, aber von Rhythmus und Melodie her so einfach aufgebaut, dass es mir damals als Anfang gerade recht kam. Leider verstaubt meine Gitarre nun schon lange Zeit in der Ecke. Auch habe ich es nicht zu Weltruhm gebracht, aber diesen Vorwurf kann man dem Buch nicht machen. Dieses Buch ermöglicht einem, bereits nach kurzer Zeit seinem Instrument die gewünschten Töne zu entlocken und mit Hilfe der fortführenden Bände habe ich es zumindest zu einem brauchbaren „Lagerfeuergitarristen“ gebracht. Und ein nettes „Country roads“ oder „Lady in black“ (ganze 2 Akkorde) sind doch auch schon was. Wer mehr möchte, sollte aber auf alle Fälle lieber richtigen Unterricht nehmen. Genau wie anderswo auch, gibt es auch beim Gitarre spielen schlechte Angewohnheiten, die ein Musiklehrer später wieder mühevoll zurück bilden müsste. Der Idee und dem Aufbau dieses Buches vergebe ich 4 Sterne und eine Kaufempfehlung. Mit seiner Hilfe ist es dem bis dahin Unbedarften möglich, zumindest das ein oder andere Lied angemessen begleiten zu können. Wem das reicht, der ist hier gut bedient.
Leu-Verlag 100 Songs. Gitarre selber lernen in Rekordzeit: 100 Songs für 3 Akkorde: Gitarre- selber- lernen in Rekordzeit. Oldies, Hits, Traditionals aus aller Welt, deutsche Volks-, Spaß- und Kinderlieder: BD 1
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