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| erstellt am: |
06.03.2008, von funtasia |
| Produktbewertung: |
5
5 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | unterhaltsam, kurzweilig, lustig |
| Kontra: | nur zu genießen, wenn man nicht ständig den ersten Band der Reihe als Vergleich ranzieht |
Dies ist das zweite Buch in meiner "Jan-Weiler-Trilogie", das ich besprechen möchte...
Der Autor Jan Weiler wurde 1967 in Düsseldorf geboren und arbeitet mittlerweile als Schriftsteller in der Nähe von München nach einigen Jahren als Chefredakteur des "SZ-Magazins".
Er hat eine Frau geheiratet, deren Vater als italienischer Gastarbeiter nach Deutschland kam. Um dessen Person dreht es sich auch im Fortsetzungsband von "Maria, ihm schmeckt`s nicht". Auch wenn sein Schwiegervater und dessen Erlebnisse der Person des "Antonio Marcipane" als Vorlage dienten, sind die Geschichten doch als fiktiv zu sehen.
Das Buch ist im Rowohlt-Taschenbuch-Verlag erschienen und kostet für die 272 Seiten 8,95 Euro.
Auch wenn das Buch als Fortsetzung gedacht ist und durchaus manchmal auf Geschichten aus dem ersten Band und dort erzählte familiäre Einzelheiten zurückgreift, kann es unabhängig vom anderen gelesen werden, da der Autor das Wissen nicht einfach für die Geschichte voraussetzt.
Bei "Maria, ihm schmeckt`s nicht" sind es noch mehr einzelne Geschichten, die zwar auch ein roter Faden durchläuft und die auch in gewisser Weise chronologisch vorgehen. Das Buch "Antonio im Wunderland" ist eher ein zusammenhängender Roman, aus dem man nicht so einfach mal nur eine Geschichte lesen kann. Im Prinzip gliedert sich das Buch in zwei Teile. Zunächst geht es um die Pensionierung von Antonio und der daraus entstehenden Lücke in seinem Leben. Hierbei gibt es eine Reihe von Hintergrundinformationen, wie es zum Auswandern nach Deutschland kam und Rückblenden in die frühe Geschichte des Antonio. Dann kommt dessen langersehnte Erfüllung seines großen Wunsches, nach Amerika (New York) reisen zu wollen, das ursprüngliche Ziel seines Weggangs aus Italien vor vielen Jahren, bei dem er dann aber nur bis Deutschland gekommen war. Die Reise nach New York und die dortigen Erlebnisse machen den Hauptteil des Buches aus.
Auf weitere Details des Romans will ich nicht eingehen, denn ich könnte dem tollen Schreibstil des Autors ohnehin nicht gerecht werden, und es sollte ja auch einen Grund geben, das Buch noch zu lesen.
Daher kommt nun mein Eindruck:
Wer bei dem Buch erwartet, daß es in der leicht flapsigen, nur lustigen, etwas leichten Art wie im ersten Band weitergeht und auf weitere italienische "Sippengeschichtchen" hofft, der mag vielleicht zu Anfang etwas enttäuscht sein. Dieser Roman ist anders als der erste. Zunächst kommen doch einige durchaus kritische und auch manchmal melancholisch bis traurige Zeilen zur Gastarbeiterproblematik in Deutschland. Dabei ist dies aber immer in unterhaltendem, nicht zu tiefgehendem Stil gehalten, wobei man aber doch durchaus einen Eindruck bekommt, was für Gefühle die Menschen haben können/müssen. Die Reise nach Amerika, bei der dann ausgerechnet Jan Weiler seinen Schwiegervater begleiten muß, ist wieder sehr lustig geschrieben, die Ereignisse dort sind in gewisser Weise absurd ,aber nicht unmöglich (ich sage nur, sie treffen dort auf Robert de Niro). Und die Hauptfigur des Romans hat eben so ihre Eigenheiten, weshalb auch ein vermeintlich harmloser Aufenthalt in den Usa viele recht witzige Geschichten zu bieten hat. Es ist schon sehr toll, wie der Autor seine "deutsche" Ansicht von N.Y. mit der "italienischen" seiner Romanhauptfigur verknüpft. Daneben kommt noch Antonios total eigentümlicher Freund Benno mit, der dem ganzen noch die Krone aufsetzt mit seiner Suche nach- ich glaube, es waren -Rauchmelder oder sowas überall in der Stadt.
Zusammengefaßt würde ich sagen, daß mir dieses Buch genauso viel Spaß gemacht hat wie der erste Band, nachdem ich mich erstmal davon freigemacht hatte, total ähnliche Geschichten wie zuvor zu erwarten. Nachdem bei "Maria, ihm schmeckt`s nicht" noch die ganze "italienische Sippe" im Vordergrund stand, ist es in diesem Buch die Reise nach Amerika, die immer wieder mit Zwischentönen gespickt ist, dadurch manchmal etwas kritisch wirkt und auch an einigen Stellen auf den ersten Blick vielleicht etwas zu absurd wirkt. Wenn man diese Absurditäten (wie eben das Treffen von Herrn de Niro) mal als total normal annimmt, dann macht es wieder richtig Spaß, die Entwicklung dieser Absurditäten zu verfolgen.
Also würde ich in jedem Fall eine Leseempfehlung aussprechen, aber vorwarnen, daß man nicht einfach davon ausgehen sollte, daß es wie im Buch zuvor nahtlos weitergeht, sondern man etwas anderes in Händen hält, dann wird man nicht enttäuscht!
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