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| erstellt am: |
13.04.2008, von Matze081 |
| Produktbewertung: |
4
4 |
| Empfehlung: | ja |
| Pro: | Außergewöhnliche Biografie, die wichtig für das Verständnis des 20. Jh. sein. |
| Kontra: | Muss man nicht zwingend kennen. ;) |
Einleitung
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Das Buch erwarb ich durch einen Gutschein bei Amazon. Ob es teurer als 4,55 - hier als geringster Preis angegeben - war, weiß ich nicht. Der Name sagte mir schon was, doch mehr konnte ich mit dieser Biografie nicht verbinden. Hinzu kommt mein Dasein als ehemaliger Geschichtsstudent und schon war das Interesse für das Buch begründet. Abschließend zur Einleitung sei die Reaktion einer Freundin erzählt, die paar Jahre älter ist und mich verwirrt anschaute und nicht verstand, warum mich das Leben von Dean Reed interessierte. Sie studierte halt nicht Geschichte und musikalisch war Dean Reed nie wirklich professionell, aber dazu später mehr.
Aufmachung
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Der Umschlag des Buches zeigt das Bild von Dean Read, innerhalb eines Cowboyfilmes. Eigentlich zeigt das - wie später zu lesen sein wird - seine Rolle: Er symbolisierte den perfekten Cowboy in einem Land, das jegliches Cowboy Dasein eigentlich geiselte. Und genau dieses Paradoxon begründete mein Interesse an seiner Historie.
Inhalt
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Dean Reed war in einem klischeehaften kleinen Ort im mittleren Westen Ende der 40er Jahre geboren worden. Alles um ihn rum erfüllte in den 50er Jahre das Bild der USA. Weiße saubere Vorstädte, reiten, Cowboys etc. In seiner naiven Art und Weise, die im Buch immer wieder zu Tage tritt, will er nach Hollywood und Kariere machen, genau wie der neue Superstar Elvis. In abwechselnden Szenen, die einzelne Kapitel darstellen, erlebt der Leser, wie Dean über den Umweg in Südamerika, wo er im Gegensatz zur USA aus der Semiprofessionalität raus kam, zu seinem sozialistischen Weltbild kam. Hinzu kam seine Geltungssucht, die die Sowjetunion und später ab den 70er Jahren die DDR als seine zweite Heimat, auch erfüllte, da er hier (im Osten) ohne Konkurrenz war und die SED bzw. die KPdSU sich freute die große Nachfrage nach Popmusik endlich ein wenig stillen zu können. Das Buch beschreibt gleichzeitig die Kehrseite der Medaille, dass er nie die Reisebeschränkungen miterlebte und alles getan wurde, dass er sich wohlfühlte - war er doch bis zu seinem ungeklärten Tot Staatsbürger der USA. Durch diese Privilegien gepaart mit seiner Naivität verstand er in den 80er Jahren nicht, dass das große Experiment Sozialismus (Kommunismus hatten wir ja nie ;) ) nicht funktioniert hat. Wahrscheinlich war es daher schon Selbstmord, aber wie gesagt: Der Tod wurde nie geklärt.
Daten
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ISBN: 3378010738
Autor: Stefan Ernsting
Umfang: 314 Seiten
Meinung und Fazit
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Das Buch ist sehr interessant geschrieben. Streckenweise wird ein wenig zu sehr auf die Musikgeschichte und die Geschichte des Musikbusiness eingegangen doch auf der anderen Seite versteht man nur so die Prozesse die noch heute dazu führen, dass Menschen alles aufgeben, um Stars zu werden und dann doch in die Semiprofessionalität hängen bleiben. Das Besuch beschreibt gleichzeitig sehr gut, wie blind die USA vor dem Unrecht der Welt war (ist) und wie wenig ihr Umgang mit kritischen Fragen in den 50er und frühen 60er Jahren mit Demokratie zu tun hat. Das Resultat einer solchen McCathy Diktatur - denn anders kann man die USA im Umgang mit "unamerikanischen Umtrieben" nicht bezeichnen, war dann die Biografie von Dean Reed, der den Ausweg aus seinem gesunden sozialen Verstand in dem Ostblock sah. Dass er sich mit dieser Erkenntnis zum Teil selbst belog ist eine andere Geschichte und führt ganz direkt zu seinem (höchstwahrscheinlichen) Selbstmord in den 80er Jahren. Insgesamt somit ein interessantes Buch, um die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu verstehen aber auf keinen Fall ein "Must-have", um mal meine eingangs erwähnte Freundin zu zitieren.
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