Da man ja ab und zu aufrüsten muss und ich AMD schon lange Jahre die Treue halte, habe ich mir als Unterbau für meinen neuen Athlon 64 X2 folgendes Board ausgesucht:
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MSI K9N Neo-F V2 ===
Dieses Board, von MSI für den AM2 hergestellt, wird laut vielen Produktseiten mit dem nForce550 der Firma nVidia ausgerüstet. Dies ist falsch. Aber genaueres später.
'''Hersteller'''
MSI ist ein seit Jahren anerkannter Hersteller guter
Mainboards und nebenbei auch Auftragsfertiger für die Firma Medion, welche Produkte unter dem Namen vertreibt.
http://www.msi-technology.de/
'''Lie ferumfang'''
Im Lieferumfang des Boards befinden sich:
*das Board selber
*ein SATA- und Floppy-Kabel
*die Slotblende für die verschieden hinteren Ausgänge
*eine englische Anleitung
Recht spärlich. Früher waren oft noch Geräte bei, mit denen man Probleme beim Booten auf den Grund gehen konnte. Mittlerweile ist es nur noch Durchschnittsware.
_3 von 5 Sternen_
'''Preis'''
Ich habe beim PC-Spezialisten in Wunstorf, welcher auch unter Tritec bekannt ist, rund 56€ dafür bezahlt.
Das sind zwar wenige Euro mehr als im Internet-Preisvergleich, aber dafür schlagen die ja noch den Versand drauf.
Für ein AM2-Board eines Markenherstellers günstig.
_4 von 5 Sternen_
'''Chipsatz'''
Hier sind wir am angesprochenen Punkt. Ich weiß nicht, warum einige Webseiten behaupten, es wäre der nForce550 auf dem Board verbaut. Dies ist leider totaler Quatsch.
Verbaut ist der nForce520. Er ist für Privatanwender, die nicht nur spielen sondern hauptsächlich surfen oder arbeiten ausreichend ausgestattet.
Folgende Anschlüsse bietet dieses Mainboard:
_auf der Platine_
1x Sockel AM2 für Athlon 64, Athlon (64) X2, Phenom, Sempron 64
4x DIMM-Slot für DDR2-SDRAM bis 800MHz
1x PCIe 16x (für Grafikkarten)
2x PCIe 1x
2x PCI
4x SATAII-Anschluß
4x USB2.0 (per Stecker/Pins aus dem Gehäuse herauszuführen)
1x IDE für max. 2 Geräte
1x Floppy-Anschluß
_Backpanel_
8.1 HD-Audio
je 1x Ps-2 für Tastatur und Maus
4x USB
1x GBit-LAN
1x serieller Anschluß
1x paralleler Anschluß
Ausreichend, in meinen Augen eigentlich sogar gut ausgestattet. Darum
_4 von 5 Sternen_
'''Layout'''
Das Layout habe ich fotografiert und ist mein größter Kritikpunkt.
Es fällt negativ auf, dass der 12V-Anschluß für die CPU dem Netzteil so nahe ist.
Bei meinem Netzteil geht es ja noch, aber es gibt auch welche, wo man diesen dann nicht mehr ordentlich aufstecken kann.
Ein weiteres Problem ist die AM2-Fassung für den Prozessor.
Sofern man einen etwas volumimösen Kühler wie ich hat (Artic Cooling Freezer 64 Pro) schabt die Halteklammer am Netzteil. Und der Trend geht hin zu großen Kühlern, bzw. ist sogar schon da angekommen.
Der vorletzte Kritikpunkt betrifft die DIMM-Fassungen neben dem AM2-Sockel.
Diese liegen blöderweise direkt daneben, wobei wieder der CPU-Kühler Probleme macht und bei ungünstigen Kombinationen direkt auf dem Speicher schabt.
Dies ist leider nicht nur bei Vollbestückung der DIMM-Slots so, sondern auch, wenn nur 1 oder 2 Module Platz finden sollen.
Dies liegt daran, dass der erste Slot direkt neben dem Sockel liegt und dieser belegt werden MUSS, da das Board sonst nicht startet.
Mein letzter Kritikpunkt betrifft die Pins, mit denen man das BIOS zurücksetzen kann.
Dieser befindet sich knapp unterhalb des PCIe 16x-Anschlusses, welcher ja für Grafikkarten genutzt wird.
Sofern aber eine Karte der Mainstream-Klasse (Radeon Hd2600 XT / Radeon 1950 Pro / Geforce 8600GT) oder höher genutzt wird, werden diese Pins von dem Kühler der Karte überdeckt und sind nicht mehr zu erreichen.
Der einzig positive Aspekt, der mir beim Layout auffiel, war die Tatsache, dass alle vier SATA-Ports zusammen liegen und nicht quer über das gesamte Board verteilt sind.
Von mir gibt es für dieses schlechte Layout die einzig mögliche Bewertung:
_1 von 5 Sternen_
'''Installation'''
Die Installation gestaltete sich angesichts der Probleme mit dem Layout denkbar schwierig.
CPU rein, Kühler rauf, Speicher versuchen einzusetzen und scheitern. Also andersrum, Speicher rein, Kühler wieder rauf und dann der Versuch, es ins Gehäuse zu kriegen.
Und dies ging nur, indem ich mit der Halteklammer des Kühlers am Netzteil herumschrabbte.
Ungeübte oder eilige Zeitgenossen können sich damit die CPU-Fassung teilweise rausreißen, ALSO VORSICHT!!!
Nun die Grafikkarte rauf, Laufwerke verbinden und die Pins für den Einschalt- und Resetknopf dran. Fertig.
Eine Neuinstallation von Windows war bei mir nicht notwendig, einzig die Treiber waren zu installieren und Windows erneut zu aktivieren.
Da dies aber eher eine Seltenheit und nicht die Regel darstellt, bitte ich, sich nicht darauf zu verlassen.
_keine Bewertung_
'''erster Start'''
Beim ersten Start begrüßt mich sofort das MSI-Logo für AM2-Platinen. Dieses lässt sich aber im BIOS ausstellen.
Und eben jenes ist auch meine erste Anlaufstelle.
'''BIOS'''
Das BIOS ist ein AMI-BIOS, obwohl es aussieht wie ein AWARD. Dies liegt daran, dass AMI vor einigen Jahren von AWARD übernommen und das Aussehen im Zuge dessen angepasst wurde. Sehr löblich, wenn man bedenkt, dass ein AMI-BIOS vorher etwas Übung zur Nutzung brauchte.
Auf vielfachen Wunsch werde ich diesmal auch alle BIOS-Optionen ansprechen, obwohl ich der Meinung bin, dass ein Laie damit mehr Schaden anrichten kann als es ihm nützt.
Eins vorweg:
Es ist mittlwerweile ein Board für Hobby-Übertakter, worauf ich später aber noch eingehen werde. (Update weiter unten beachten!)
_Standard Features_
Hier findet sich die Datumseinstellung sowie ein kurzer Überblick über den verbauten Prozessor sowie den Speicher.
Alternativ kann man hier auch das Diskettenlaufwerk auf eine andere Größe ändern oder ganz ausschalten.
_Advanced Chipset Features_
Bei den Advanced Chipset Features kann man im großen und ganzen den S-Modus für den Standby einstellen (S1 Suspend-to-RAM, S3 Suspend-to-Disk).
Für wen es von Belang ist, bietet sich die Möglichkeit, APIC (eine Erweiterung des IRQ-Raumes) auszuschalten sowie bestimmten Geräten IRQs fest zuzuweisen. Kommen aber moderne Plug'n'Play-Betriebssysteme (ab Windows 98 SE) zum Einsatz, ist dies vergebene Liebesmüh. Der Grund liegt darin, dass diese die IRQs selbst verwalten und die vom BIOS vorgegebene Tabelle ignorieren.
_HW Monitor_
Hier finden sich aktuelle Temperaturen sowie Drehzahlen der Lüfter. Auch die Spannungen, welche das Netzteil von sich gibt, können eingesehen werden.
Das K9N bietet die Möglichkeit, den CPU-Lüfter direkt vom Board aus zu drosseln. Dabei ist es egal, ob ein 3- oder 4poliger Stecker zum Einsatz kommt. Sehr löblich.
_Frequenzy&Voltage Control_
Wer sich wagt, hier etwas zu verstellen, fummelt wörtlich gesehen am Herz des Systems rum.
Zur Auswahl stehen CPU-Multiplikatoren, die VCore-Anpassung in 0.125er-Schritten, Speichertakt und alle Timings dazu sowie die Fixierung vom PCIe-Takt auf 100MHz.
Leider, und hier ist das Manko für Übertakter, steht bei der VCore nur die Auswahl bis zur maximal ab Werk vorgesehenen Spannung zur Verfügung.
_UPDATE 1_
Seit dem BIOS v2.5 kann der HT-Takt geändert werden und es stehen mehr Optionen beim Speicherteiler zur Verfügung! Respekt!
_Safe Defaults_
Die sogenannten "Safe Defaults" sind die Standardeinstellungen, mit denen das System auf jeden Fall laufen sollte. Tut es das nicht, ist irgendwas an der Hardware selber kaputt.
Weiter gibt es noch einen Punkt "Integrated Peripherals", bei dem man serielle und parallele Ports deaktivieren kann. Auch das Deaktivieren von LAN und Sound ist eine Option.
_Update 2_
Es gibt mittlerweile ein Beta-BIOS, mit welchem auch der Phenom unterstützt wird.
Dies kann ich leider nicht selber belegen, allerdings gibt es aus Foren-Reihen keine Probleme mit der Phenom-Unterstützung.
Allerdings gibt es dann ein Problem beim Betrieb eines Athlon 64 X2 mit Brisbane-Kern in der Revision G1 (andere noch unbekannt).
So wird der Referenztakt automatisch und ungeachtet dessen, was man einstellt, mit 218MHz betrieben und das System so "serienmäßig" übertaktet, was einem Garantieverlust gleich kommt.
Aber eben deswegen ist es nur ein Beta-BIOS.
_Zwischenfazit_
Mit dem BIOS 2.5 hat sich in der Konfiguration einiges geändert. Und das nur zum Positiven. Bestens, darum gibt es
_4 von 5 Sternen_
'''Auf dem Desktop...'''
Als erstes musste ich natürlich die Treiber, die das Board mitbringt, installieren. Allerdings muss ich ehrlicherweise zugeben, dass ich nie die Treiber-CDs nutze sondern mir die Software immer direkt aus dem Internet herunterlade. Der Aktualität zuliebe.
Nachdem dies geschehen war, war auch wirklich alles gut.
Der Sound funktionierte, die Festplatten, die Grafikkarte, welche vorher als Standard abgetan wurde, wurde nun endlich erkannt (bei Chipsatzwechsel wechselt auch die Anbindung des Treibers) und ich konnte endlich loslegen.
_keine Bewertung_
'''Stabilität'''
Da ich ja auch einen neuen Prozessor habe, habe ich mit 2 Instanzen von Prime für 6 Stunden und einem 2stündigem 3DMark-Loop die Stabilität bei Volllast getestet.
Hier wurde alles einwandfrei durchgeführt und es kam zu keinen Abstürzen oder Abbrüchen.
Bei meiner sonstigen Arbeit konnte ich auch keine Probleme feststellen. So kann ich einwandfrei surfen, emails schreiben und auch ohne Performanceverluste meine heißgeliebten Ausbaustrategiespiele spielen.
Von einer so ausgereiften Plattform erwarte ich nichts anderes, darum auch nur
_3 von 5 Sternen_
'''Workflow'''
Der Workflow ist angesichts meiner Aufrüstung natürlich entsprechend gut, kann aber durch fehlerhafte oder in Teilen inkompatible Hardware (gerade bei Mainboards) extrem schlecht sein.
Hier kann ich Entwarnung geben.
In Verbindung mit Standard-Hardware ergeben sich keine Probleme. Hier deswegen auch einmal meine Hardware:
AMD Athlon 64 X2 @ 2.6GHz @ 1.325V
Kingston ValueRAM DDR2-800 @ 734 @ 1.9V
ATI Radeon X1950 Pro 512MB PCIe16x
Festplatten sowie USB-Geräte und Soundkarten stellen in der Regel keine typischen Schwachstellen dar, weswegen ich auf deren Angabe hier verzichte.
Alles in Allem also gut und deswegen
_4 von 5 Sternen_
'''Soundqualität'''
Mangels passendem Verstärker habe ich nur Stereo-Sound, welcher mit meiner LG-Stereoanlage gekoppelt.
Der Sound ist klar und ein starker Bass ohne Übertonen ist möglich. Bei Letzterem kommt er aber leider nicht an das
ASRock 939Dual-VSTA ran. Dies bot wesentlich mehr "Druck", auch wenn es schwierig ist, das zu beschreiben.
_3 von 5 Sternen_
'''Krieg der Kerne'''
Wer sich für solch dieses Board interessiert und die Leistung des Hauptprozessors nicht aus dem Übertakten, sondern durch Standard-Prozessoren holt, muss die Augen etwas weiter öffnen.
Den Athlon 64 X2 für den AM2 gibt es mit drei verschiedenen Kernen, beide jeweils in 65nm Fertigung. Die Namen der Kerne lauten Brisbane G1, Brisbane G2 und Windsor.
Leider wird der G2, welcher oft auf Prozessoren ab dem 4200+ genutzt wird, nicht unterstützt. So auch die 5000+ Black Edition, welche dem K9N nochmal zu Höchstleistungen hätte helfen können.
Komischerweise wird der Phenom, AMDs aktuellste Prozessorreihe voll unterstützt.
Hier bitte ich zu beachten, dass ein BIOS-Update fällig wird.
Dabei gibt es allerdimngs Einschränkungen.
So können spezielle Stromsparfunktionen wie das Abschalten einzelner Kerne nicht angewählt werden und die HT-Anbindung ist auf 1GHz beschränkt.
Letzteres ist aber nicht auf Kosten der Performance, da noch mehr als genug Bandbreite zur Verfügung steht.
'''Overclocking'''
Overclocking, also das Betreiben von Hardware über deren Spezifikation, ist mittlerweile ein Volkssport geworden.
Hier hat das K9N aber einen herben Nachteil:
Mit einem Prozessor mit kleinem Multiplikator (Beispiel X2 4000+, 10.5x200) lassen sich höchstens rund 2600MHz erreichen.
Der Grund liegt darin, dass das Board nur einen Referenztakt bis ungefähr 250MHz stabil erreicht.
Wer also einen noch kleineren Multiplikator hat, muss entsprechend kürzer treten.
Ich glaube auch nicht, dass noch eine VChipset-Funktion für die Erhöhung der Northbridge-Spannung nachgereicht wird, weswegen 250MHz als Maximum angesehen werden kann.
_keine Bewertung_
'''Fazit'''
Ich finde dieses Board sehr durchwachsen.
Hätte ich gewusst, dass das Layout so extrem schlecht gestaltet und das BIOS mehr schlecht als recht programmiert ist, hätte ich mir dieses Board nicht gekauft.
Trotzdem bietet es alles, was der normale Heimanwender braucht.
Mit dem BIOS 2.5 kann man sich sogar beim Übertakten versuchen und dies dank dem nun zur Verfügung stehenden HT-Teiler recht erfolgreich.
Im Großen und Ganzen kann ich also folgendes sagen:
Hardcore-User: Finger weg!
Grobmotoriker: dito
Otto-Normaluser: kommt auf den Preis an
Hier nun die subjektive Bewertung:
*Lieferumfang 3
*Preis 4
*Chipsatz und Anschlüsse 4
*Layout 1
*BIOS 4
*Stabilität 3
*Workflow 4
*Sound 3
Errechnet sind dies nun 3.25 Sterne, also gibt es 3 von 5 Sternen und nur _BEDINGT EMPFEHLENSWERT!_