***Vorwort***
Vor kurzem habe ich mich für einen Rechnerneubau entschieden. Dafür benötigte ich auch ein neues
Mainboard. Nachdem ist mich frühzeitig auf eine
Intel CPU für den Sockel 775 festgelegt hatte, musste ich mir lediglich noch weiteren Entscheidungskriterien für den Boardkauf festlegen. Da mein letztes Board bereits von
ASUS war und ich hiermit absolut zufrieden war, war der passende Hersteller schnell gefunden.
Außerdem sollte das Board auf jeden Fall PCI-Express 2.0 unterstützen, da auch der Neukauf einer Grafikkarte anstand. Dieses Kriterium schränkte dann die Wahl stark ein, da Anfang März 2008 bei weitem nicht jeder Chipsatz über einen PCI-Express 2.0 verfügte. Da ich mir zudem die Option offen halten wollte, später auf ein SLI-System (2 Grafikkarten mit Chipsätzen des Herstellers Nvidia) umzurüsten, kamen nur Boards mit Nforce 750i oder 780i-Chipsatz in Frage.
Da der Nforce 750i-Chipsatz deutlich günstiger und für meine Zwecke völlig ausreichend ist, und ASUS zum damaligen Zeitpunkt nur das P5N-D mit diesem Chipsatz anbot, wurde mir die Wahl also letztlich abgenommen.
Der Kostenpunkt für das Board lag bei etwa 120 € (Ende Februar 2008), dürfte mittlerweile aber auf ca. 100 € gefallen sein.
***Lieferumfang***
Öffnet man den Karton, so findet man neben dem Mainboard an sich folgenden Inhalt vor:
1 CD mit Treiber und Tools für das Board
1 Software CD
1 Handbuch (Englisch)
1 Quickstart Guide (mehrsprachig)
1 I/O-Blende
4 S-ATA-Kabel
1 UDMA-Kabel für 2 Laufwerke
1 Floppy-Kabel
1 SLI-Brücke
1 Slot-Blende für 2 USB-Anschlüssen
1 optionalen Lüfter für die Kühlung des Chipsatzes bei Verwendung einer Wasserkühlung
1 Strom-Adapter für 2 S-ATA-Geräte
Letztlich ist also alles vorhanden, um sofort loszulegen. Wie immer wäre ein deutsches Handbuch wünschenswert, aber das englische ist verständlich geschrieben und eine deutsche Version als PDF direkt bei ASUS zum Download verfügbar.
***Technische Daten/Ausstattung***
Das Board basiert auf dem NVidia Nforce 750i SLI-Chipsatz, verfügt aber gegenüber anderen Boards mit diesem Chipsatz über einen entscheidenden Vorteil: Ein Zusatz-Chip sorgt dafür, das beide Grafikkarten-Slots über die maximale 16x Bandbreite verfügen, was sonst nur den teueren Boards mit 780i SLI-Chipsatz vorbehalten ist.
Die Anschlußmöglichkeiten bzw. Ausstattung im Blick:
2 x PCI-E 2.0 x16
2x PCI-E x1
2x PCI 2.2
FSB 1333/1066/800 MHZ
4 DDR2-Speicherbänke für maximal 8 GB RAM
1 UDMA -Anschluss für maximal 2 Geräte
4 S-ATA II-Ports
8-Kanal Onboard-Sound (Realtek ALC883)
1 Gigabit LAN-Port
8 x USB 2.0 (4 x intern, 2 x Backpanel)
2 Firewire-Ports (1x Backpanel, 1x intern)
1 Floppy-Anschluß
Die Ausstattung ist gut, holt jedoch nicht die maximal mögliche Zahl an Anschlüssen aus dem Chipsatz (es wären mehr UDMA und PCI-Slots möglich) raus. Dafür unterstützt das Board auch die neuesten Sockel 775 CPUs und die moderne PCI-Express 2.0 Grafikkarten-Generation. Besonderes Highlight hierbei: Die Möglichkeit, ein vollwertiges SLI-System ohne Einschränkung der Bandweite aufzubauen.
Der Nachteil der nicht voll ausgereizten Anschlußmöglichkeiten wiegt für mich persönlich nicht allzu schwer, da mir die vorhandenen Ports ausreichen und zudem die guten technischen Grunddaten des Boards absolut überzeugend sind.
***Einbau***
Zum Einbau eines
Mainboards ist grundsätzlich zu sagen, das man sich nur dann daran wagen sollte, wenn man sich mit dem grundlegenden Aufbau eines Rechners auskennt. Von Vorteil ist es außerdem, wenn man sich mit dem englischsprachigen Handbuch zurechtfindet - alternativ kann man natürlich auch die deutsche Variante downloaden und ausdrucken.
Vor dem Einbau sollte man sich im klaren sein, was alles angeschlosen und verkabelt werden soll, um möglichst strukturiert vorgehen zu können. Soll ein RAID erstellt werden, so empfiehlt es sich, vorher eine passende Treiber-Diskette zu erstellen (sofern man einen Rechner zur Verfügung hat).
Die CPU mit Kühler würde ich übrigens immer montieren, bevor das Board ins Gehäuse gesetzt wird. Ist zwar nicht bei jeder Kühllösung erforderlich, vereinfacht das Ganze aber ungemein.
Der Einbau und Anschluss des Boards ist für geübte Finger grundsätzlich kein Problem. Hierbei stellt sich jedoch ein kleiner Nachteil des Layouts heraus: Der massive Kühlkörper des Chipsatzes erschwert den Einbau von großen CPU-Lüfters. Die Montage meines Zalman CNPS 9500A LED war z.B. nicht ganz einfach, letztlich aber auch kein allzu großes Problem. Wird der Kühler noch wuchtiger, könnte es aber knapp werden.
Ansonsten ist das Layout aber wirklich gelungen, der Einbau des Boards gelingt recht schnell und ohne größere Probleme.
***Praxis***
1. BIOS
Das Bios ist meines Erachtens ziemlich übersichtlich geraten und bietet zahlreiche Einstellungs- und Übertaktungsmöglichkeiten. Für eine gescheite Grundeinstellung muss man - je nach verbauten Komponenten - wenig bis gar keine Einstellungen manuell vornehmen, was das Bios sehr einsteigerfreundlich gestaltet.
Aber durch die vielfältigen Overclocking-Möglichkeiten kommen auch versierte Anwender auf Ihre Kosten.
Updates gibt es recht regelmäßig, das mitgelieferte Tool macht das "flashen" des BIOS kinderleicht - auch für Anfänger kein Problem. Außerdem benötigt man kein Diskettenlaufwerk für das Update.
2. Board
Das Board läuft mit den von mir gewählten Komponenten (siehe andere Berichte bzw. Liste mein PC) absolut stabil und reibungslos.
Ein Treiberupdate hat es bislang keines gegeben - weder von ASUS noch vom Chiphersteller Nvidia - ist aber aufgrund der Stabilität letztlich auch nicht erforderlich.
3. Ausstattung
Die Anschlussmöglichkeiten reichen für meine Zwecke völlig aus - mit einer Ausnahme: Eine zweite onboard Netzwerkkarte wäre hilfreich gewesen, da mein Rechner hausintern vernetzt ist und außerdem direkt mit meinem Router verbunden ist. Letzlich aber kein Problem, ich habe eine zusätzliche Karte eingebaut.
Die Installation einer zweiten Grafikkarte sollte in meinen Augen kein Problem sein, könnte evtl. aber den Zugriff auf einer der PCI-E x1 Slots verhindern.
Einziges wirkliches Manko war für mich der Onboard-Sound, den ich u.a. in Teamspeak nicht so konfigurieren konnte, wie ich es gerne gehabt hätte. Mittlerweile habe ich ihn deaktiviert und mir nen X-FI Xtreme Gamer eingebaut - der Sound ist um Welten besser. Aber für die meisten Nutzer dürfte auch der onboard Sound ausreichen.
4. Handbuch
Das Handbuch ist zwar auf Englisch, dafür aber gut und verständlich geschrieben und hat bislang keine Fragen offen gelassen. Wer es lieber deutsch mag: Ein passendes PDF gibt´s kostenlos zum Downloaden.
***Fazit***
Das ASUS P5N-D bietet den aktuellen Stand der Technik, läuft absolut stabil und unterstützt die neueste Hardware problemlos.
Die Ausstattung ist absolut ausreichend, die Anschlußmöglichkeiten könnten zwar etwas umfangreicher sein, stellen aber letztlich auch keinen gravierenden Mangel dar, da der "Normalverbraucher" völlig ausreichend versorgt ist.
Bis auf ein paar Kleinigkeiten, von denen mich persönlich letztlich nur der Onboard-Sound störte, leistet sich das Board keine Schwächen.
Mit einem Preis von ca. 100 € ist es zudem sehr günstig und aufgrund der zwei vollwertigen PCI-E 2.0 x16 Slots eine interessante Alternative zu den deutlichen teureren Boards mit Nvidia 780i oder 790i-Chipsatz.
Wer einen leistungsstarken PC mit Nvidia-Grafik aufbauen will und zu Gunsten des Geldbeutels auf das letzte Quentchen Leistung und Ausstattung verzichten kann, der ist hier genau richtig.
Ich bin rundum zufrieden, vergebe 5 Sterne und spreche meine Empfehlung aus.
Kleine Bemerkung am Rande: Das Board ist mittlerweile auch Spar-Tip der PC Games Hardware.
Vielen Dank für´s Lesen, Bewerten und Kommentieren!
Marc
P.S.: Ich schreibe auch auf anderen Plattformen, immer unter selbem Namen