The Color of Magic (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Prisca

Ich mag ihn ... ich mag ihn nicht ... ich mag ihn ... (Sean Astin Part 35)

Pro:

tolle Figuren - tolle Umsetzung - lebendig und kunterbunt - Pratchett eben

Kontra:

Pratchett eben - deutsche DVD ohne Extras

Empfehlung:

Ja

Ich habe es euch ja versprochen. Nachdem ich euch neulich das Buch "Die Farbe der Magie" von Terry Pratchett vorgestellt habe, folgt jetzt der Film, der nach diesem Buch gedreht wurde. Es handelt sich dabei "nur" um eine TV-Verfilmung (die in Deutschland bisher noch nicht gelaufen ist). Aber die DVD ist Mitte des Monats erschienen. Erfreulicher Weise hat man hier ausnahmsweise mal den Originaltitel

*** COLOR OF MAGIC ***

beibehalten.

Da sich der Film nicht nur auf das Buch "Farben der Magie" bezieht, sondern auch auf den Folgeband "Das Licht der Phantasie", möchte ich auch heute mit einer kurzen

*** INHALTSANGABE ***

beginnen.

Die Geschichte spielt auf der Scheibenwelt - eine Welt, getragen wird von vier Elefanten, die wiederum auf einer Schildkröte stehen. Diese Schildkröte bewegt sich langsam durch das Weltall. Die Scheibenwelt erinnert ein wenig an unser Mittelalter - abgesehen davon, das sie nicht nur von Menschen bevölkert ist sondern auch von Zauberern, Zwergen, Helden, Drachen ...

Rincewind ist einer der Zauberer auf der Scheibenwelt - allerdings ist er ein schlechter Zauberschüler, der schon seit acht Jahren keinen einzigen Zauberspruch mehr gelernt hat. Was daran liegt, das er damals einen kleinen Fehler beging: er versuchte, das Oktav zu lesen.

Das Oktav ist das große Zauberbuch, das acht Zaubersprüche beinhaltete - eben bis zu diesem Tag, an dem Rincewind versuchte, es zu öffnen. Der achte Zauberspruch sprang in seinen Kopf über - er kann nicht ausgesprochen werden - er lässt auch keinen Raum mehr für andere Zaubersprüche.

Eines Tages wird Rincewind aus dem Zaubereiministerium ausgeschlossen und steht auf der Strasse. Während er noch überlegt, was er jetzt tun soll, entdeckt er Twoflower - den ersten Touristen auf der Scheibenwelt.

Twoflower kommt aus einem Land am anderen Ende der Welt - aus einem Land, in dem Gold nicht viel zählt. Entsprechend hat er sich für seine mit einer Kiste voll Gold ausgerüstet und verteilt es großzügig ... was die Aufmerksamkeit von mehr als nur einem Gauner auf sich zieht.

Auch Rincewind macht da keine Ausnahme: er bietet sich Twoflower als Führer an - nur um sich gleich darauf mit seinem Lohn aus dem Staub zu machen. Allerdings hat er hier die Rechnung ohne den Wirt = den Patrizier gemacht. Der stellt ihn vor die Wahl: entweder du beschützt Twoflower vor jedem Unheil, schließlich macht es ja keinen guten Eindruck, wenn dem ersten Touristen auf der Scheibenwelt gleich etwas zustößt - oder du verwirkst dein Leben.

Vor diese Wahl gestellt, macht sich Rincewind auf den Weg zurück in die Taverne. Die Aufgabe, Twoflower zu beschützen gestaltet sich als nicht einfach, denn der ist fest entschlossen, etwas zu erleben und stürzt sich bereitwillig in jedes Abenteuer, das ihm über den Weg läuft ...

Das er schließlich (selbstverständlich gemeinsam mit Rincewind) sogar das Schicksal der ganzen Scheibenwelt in seinen Händen hält, ist allerdings mehr, als er sich je erträumt hätte.

Soweit die Inhaltsangabe, jetzt möchte ich zu meinen

*** GEDANKEN UND GEFÜHLEN ***

kommen, die mich beim Ansehen des Films so beschäftigt haben.

Wie bei den Büchern bin ich auch bei dem Film ein wenig hin- und her gerissen. Aber fangen wir mit dem Positiven an - und das ist so einiges.

Was gleich auffällt, wenn man den Film sieht , ist, das er sich zwar auf die Bücher bezieht, es sich aber ganz sicher nicht um eine 1:1 Umsetzung davon handelt. Warum ich das als positiv ansehe? Weil es der Story ein wenig von ihrer Sprunghaftigkeit nimmt. In den Büchern (besondern im ersten Band: Die Farben der Magie) hatte ich oft den Eindruck, das es Pratchett hier nur darum geht, dem Leser die Scheibenwelt vorzustellen und er deshalb von einem Erlebnis in das nächste gesprungen ist, obwohl sie nicht unmittelbar miteinander zu tun hatten.

Im Film wirkt das Ganze ein wenig runder und zusammenhängender - obwohl es auch hier kleinere Nebengeschichten gibt, scheinen sie doch besser ineinander zu passen. Mir gefällt das eigentlich - obwohl ich durchaus bedauere, das dadurch die eine oder andere Stelle aus dem Buch verfremdet rüberkommt oder ganz herausgelassen wurde. Aber ich denke, das war sicher notwendig, um den Zuschauer des Films nicht total zu verwirren.

Ein wenig schwierig stelle ich es mir nämlich schon vor, dem Film zu folgen, wenn man die Bücher nicht kennt. Doch, man kann der Story folgen - aber es gibt Szenen, die versteckt das eine oder andere andeuten, dessen ganzen Sinn man nur mit entsprechendem Hintergrundwissen aus den Büchern nachvollziehen kann.

Wer Pratchett kennt, wird wissen, das er hier kein großartiges Actionspektakel zu erwarten hat. Damit will ich gar nicht sagen, das ich den Film langweilig finde - aber er ist schon ungewöhnlich. Er unterhält vor allem durch seine schräge Geschichte, die durchaus auch spannende Elemente enthält. Nur wird hier nicht die Spannung in den Vordergrund gestellt, sondern die eigenwillig humorvolle Umsetzung. Nein, es wird KEIN sinnfreier Actionklamauk - es wird Pratchett!

Ich finde es erstaunlich, das man es schafft, Pratchetts eigenwillige Art zu Schreiben in einem Film einzufangen - aber genau das ist mit diesem Film gelungen. Um ehrlich zu sein, liegt auch genau hier für mich das Problem. Ich kann mich mit der Art Pratchetts zu schreiben einfach nicht anfreunden - es fällt mir schwer, mich auf seine Bücher einzulassen. Und genauso geht es mir mit dem Film.

Für eine Fernsehverfilmung ist das Film wirklich klasse gemacht. Das Drehbuch ist geschickt aufgebaut (was bei dieser Art Bücher sicher nicht einfach ist) - die Schauspieler sind klasse und die Ausstattung hat mich wirklich beeindruckt. Allein die Darstellung der Scheibenwelt und der Städte und Orte, die im Laufe der Handlung auftauchen. Ankh Morpork , die Hauptstadt der Scheibenwelt mit ihrem mittelalterlichen Ambiente. Na gut, gerade in einem Fantasiefilm sicher nichts komplett neues, aber so liebevoll ausgestattet mit vielen Kleinigkeiten, die ein kunterbuntes Stadtbild ergeben.

Eines meines Lieblingsszenarien ist die Darstellung des Wyrmbergs, eines Drachenhorts. Der Wyrmberg wird im Buch als ein auf dem Kopf stehender Berg beschrieben und genauso ist er dargestellt. Die Szene, als Twoflower zum ersten mal auf den Wyrmberg trifft ... das ist wirklich beeindruckend und lässt mich als Zuschauer beinahe die Luft anhalten. Sicher hätte man das Ganze in einem Hollywoodfilm viel mehr ausgearbeitet - ich weiß nur nicht, ob das nötig und wünschenswert wäre. Für mich ist diese Szene in ihrer Schlichtheit einfach perfekt.

Es gibt noch viel mehr solcher Szenen und Darstellungen. Es wird mit recht "einfachen" Mitteln gearbeitet, aber das Ergebnis ist toll und vor allem passend zu der Geschichte. Nein - an der Umsetzung und Ausstattung des Film will ich wirklich nicht herummäkeln.

Auch die Trickaufnahmen sind gut bis sehr gut umgesetzt. Ich liebe die Darstellung der Drachen. Besser geht's einfach nicht mehr! Sehr originell umgesetzt sind aber auch die Kleinigkeiten, die Pratchetts Bücher ausmachen. Ich denke da an den Ikonographen - eine Lochkamera, die Twoflower ständig mit sich herumschleppt. Nur das es eben keine normale Kamera ist, sondern das in ihr ein kleiner Gnom lebt, der die Bilder malt. Den muss man einfach gesehen haben - ich bin vor Lachen fast vom Stuhl gefallen, als sie die Klappe zum ersten Mal geöffnet hat und der kleine Gnom herausgeguckt hat.

Wie gesagt, sicher keine große Tricktechnik, die sich dahinter versteckt - aber liebevoll umgesetzt, mit vielen Kleinigkeiten ausgearbeitet. DAS ist es, was diesen Film ausmacht. DAS ist es, was mir an diesem Film gefällt.

Allerdings muss ich zugegeben, nicht jede Aufnahme in den Filmen ist gelungen. Es gibt z.B. Szenen, in denen Rincewind reiten muss - da sieht man ganz klar, das er nur auf einem "Gerüst" sitzt und ordentlich durchgeschüttelt wird. Das wirkt tatsächlich unecht und billig - schade eigentlich, da hat man so vieles ganz toll gelöst und an solchen Kleinigkeiten scheitert man dann? Natürlich kann man großzügig drüber wegsehen und sich sagen: ist eben doch "nur" ein Fernsehfilm - ich finde nur, es hätte nicht sein müssen. Da hätte man bestimmt mit etwas geschickterer Kameraführung mehr rausholen können.

Aber kommen wir zurück zur Story und zu meinen Problemen, mich darauf einzulassen. Die Story ist durchaus rund (jedenfalls für einen verfilmten Pratchett Roman). Die Abenteuer von Rincewind und Twoflower gerade in der ersten Hälfte des Films sind aber nicht zwingend für den späteren Höhepunkt des Geschichte - die hätte man auch durch andere Abenteuer ersetzen können.

Ich denke, hier hat man sich bewusst nur für eine Auswahl dessen entschieden, was die beiden im Buch erleben - und einiges ist durchaus abgeändert. Da werden schon mal Personen hin- und hergeschoben (im Buch tauchen sie an ganz anderen Stellen auf) - da werden Handlungen so gekürzt, das sie eine ganz anderen Sinn ergeben. Aber das sind Dinge, die nur dem Buchleser auffallen werden. Einige Kürzungen machen für mich Sinn - es gibt aber auch Szenen, die ich vermisst habe. Manche Szenen wirken im Film ein wenig langgezogen - andere sind mir viel zu kurz.

In der zweiten Hälfte läuft der Film etwas komplexer ab (was in den Büchern allerdings auch der Fall ist: Das Licht der Fantasie wirkt viel mehr als Ganzes als es Die Farben die Magie tut). Alles, was sich jetzt abspielt, läuft auf den Höhepunkt der Story zu. Denn plötzlich ist die Scheibenwelt in Gefahr ... Spannung, ja - aber auch hier gilt was ich vorher schon gesagt habe: es ist Pratchetts Art von Spannung. Es kommt hier nicht dieses "Rettet die Erde - Gefühl" auf, wie man es in anderen Katastrophenfilmen kennt. Es kommt auch nicht zu einem stundenlangen Gemetzel Gut gegen Böse. Die Konfrontation findet beinahe ein wenig beiläufig statt. Und das Ergebnis hat schon was Philosophisches (nein, dazu möchte ich jetzt eigentlich nicht mehr verraten, guckt es euch einfach mal an.)

Ich glaube, so langsam sollte ich mal zum nächsten Punkt kommen.

*** DIE SCHAUSPIELER ***

Der erste, der mir in den Sinn kommt ist David Jason als Rincewind. Zugegeben, es ist ein älterer Rincewind. Viele Buchleser haben sich beschwert, das Rincewind in den Büchern sehr viel jünger zu sein scheint als im Film. Ich habe das nicht als störend empfunden (allerdings muss ich zugeben, das ich außer Farben der Magie und Licht der Phantasie auch keine weiteren Pratchett Bücher gelesen habe - vielleicht kommt Rincewind in anderen Geschichten ja anders rüber?!).

Aber wie dem auch sei: David Jason macht seine Sache wirklich toll. Er erweckt Rincewind zum Leben. Besonders seine Gestik und Mimik ist einfach Klasse und bringt mich immer wieder zum Lachen. Rincewind ist sicher nicht der große Held, im Gegenteil - aber er ist auf seine Art sympathisch.

Ein weiterer Name, der bei den Schauspielern unbedingt fallen muss ist Tim Curry als böser Trymon. Er ist wirklich überzeugend. Seine Rolle ist nicht die größte, aber einer der Besten in dem Film. Sein Lächeln ist einfach herrlich bösartig. Sicher nicht so, das es mir einen kalten Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt - aber einfach passend für diesen Film und seine Machart.

Erwähnen möchte ich die Stimme von TOD. Allerdings kommt man nur in der englischen Fassung in den Genuss von Christopher Lee. Wer diesen Mann schon mal sprechen gehört hat (am besten live), der weiß, wovon ich rede. Mir ist kaum ein Schauspieler begegnet, der allein mit seiner Stimme so zu fesseln versteht. Er ist mit ein Grund, warum ich Color of Magic gern auch mal auf englisch ansehe - obwohl ich der englischen Sprachausgabe sonst aus Bequemlichkeit lieber aus dem Weg gehe.

TOD an sich nimmt in diesem Film nur eine kleine Rolle ein - aber sie ist toll, toll, toll. TOD ist eine der Figuren von Pratchett die mich wirklich zu faszinieren verstehen. Er ist nicht einfach der "eiskalte Killer" - obwohl er den Menschen doch das nimmt, was ihnen am Wichtigsten ist, das Leben. Dabei ist er eine Figur, die selbst voller Leben ist - die herrliche Diskussionen mit Rincewind führt, dessen Leben vorbei sein sollte, der aber keinerlei Lust verspürt, es schon aufzugeben. Diese Szenen tragen einen schwarzen Humor in sich, der einfach super ist. Und wenn man dann noch die charismatische Stimme von Christopher Lee dazu nimmt, dann muss man einfach gefesselt sein.

Zwei Personen müssen hier unbedingt noch erwähnt werden, obwohl sie eigentlich eher Nebenrollen spielen.

Da ist zum einen Richard da Costa, der im Film nie als Person auftritt. Zum einen spielt er den Orang Utan, in den sich der Bibliothekar später im Film verwandelt. Viel interessanter aber ist, das er die Truhe aus Birnbaumholz spielt, die Twoflower mit sich bringt.

Wie, eine Truhe? Gespielt von einem Schauspieler? Ja, ihr habt schon richtig gelesen. Ich habe das zuerst auch für unmöglich gehalten und gedacht, wenn schon lebende Kisten durch den Film laufen müssen, dann soll man die doch bitte Computeranimieren. Hat man zum Teil auch - aber meist wurde die Truhe eben von Richard da Costa gespielt. Ich kann euch nur raten, das mal richtig zu genießen - er ist eine tolle, überzeugende Truhe, versprochen!

Den letzten, den ich noch erwähnen möchte, ist Terry Pratchett - der hat sich nämlich den Spaß nicht nehmen lassen und in einem kleinen Cameoauftritt den zweiten Astrozoologisten (Forscher, die versuchen, die Existenz und vor allem das Liebesleben der Schildkröte zu klären, auf deren Rücken die vier Elefanten stehen die wiederum die Scheibenwelt tragen ) zu spielen.

Tcha, ich weiß, dieser Bericht ist lang - aber zum Ende kann ich leider noch nicht kommen, denn da ist ja immer noch einer, der erwähnt werden muss.

*** SEAN ASTIN ***

in der Rolle als Twoflower. Von Beginn an konnte ich Sean mit dieser Rolle identifizieren. Twoflower wird im Buch als klein und etwas dicklich beschrieben, mit "vier Augen" und auffälliger Kleidung. Das alles erfüllt Sean perfekt, vor allem, wenn man ihn in ein quietschbuntes Hawaiihemd und kurzen Hosen steckt und ihm einen Schlapphut (den übrigens Sean selber in einem Geschäft entdeckt und als Idee mit ans Set gebracht hat) und eine dicke Brille verpasst.

Man muss Twoflower einfach gern haben - wie er mit seiner kindlichen Naivität von einem Abenteuer ins nächste stolpert und sich der Gefahr eigentlich nie richtig bewusst wird. Aber er kann auch anders - als er an einer Stelle des Films erkennen muss, das Rincewind ihm nicht etwa aus Freundschaft begleitet, sondern nur, weil er von dem Patrizier praktisch dazu gezwungen wird, ist er traurig und enttäuscht. Trotzdem würde er Rincewind nie im Stich lassen, als er glaubt, das der ihn braucht. Er ist eben ein herzensguter Charakter, auch wenn er vielleicht manchmal ein wenig anstrengend sein kann (für den armen Rincewind, nicht für den Zuschauer!).

Sean spielt die Rolle einfach klasse. Egal, wie viele Probleme ich habe, mich auf die Geschichte des Films einzulassen, ich mag Twoflower. Er kommt so glaubwürdig rüber - da stimmt einfach jede Miene, jede Geste. Und wie so oft in diesem Film sind es die Kleinigkeiten die Twoflower so liebenswert machen.

Ich glaube, es ist eine Rolle, die Sean sehr viel Spaß gemacht hat, in der aufgehen konnte, über die er nachgedacht und eigene Ideen eingebracht hat. Wenn Sean an eine Rolle so heran geht, kann eigentlich nur was Gutes bei rauskommen. Rollen die er mit dem Herzen spielt, erweckt er zum Leben. Er lässt sich in solche Rollen fallen - und auch hier hat man das Gefühl, das er ein Stück weit zu Twoflower wird.

Es macht Spaß Sean als Twoflower zu sehen.

Aber jetzt möchte ich euch nicht weiter mit Sean Astin nerven, sondern lieber noch ein paar abschließende Worte zu

*** FILM und DVD ***

verlieren.

Color of Magic
gedreht 2007 in Wales / UK als TV Film
gedreht nach den Büchern "Die Farben der Magie" und "Das Licht der Phantasie" von Terry Pratchett
Regisseur: Vadim Jean

Lauflänge: 190 Minuten
FSK: 6 Jahre (daran mag man sehen, das man hier mit echten Gewalt- und Actionszenen gespart wird - was den Inhalt betrifft bin ich mir nicht sicher, ob so junge Kinder, ihm schon folgen können)

deutsche DVD: eine DVD mit beiden Teilen des Films plus deutscher und englischer Trailer, die beide identisch sind, nur die Sprache ist eben anders
die deutsche DVD ist am 09.10. als Kaufversion erschienen

englische DVD: eine DVD mit beiden Teilen des Films ganz ohne Extras
englische DVD: Doppel DVD mit beiden Teilen des Films plus viele Extras auf der zweiten DVD
englische DVD: HD Version mit beiden Teilen des Films
die englischen DVDs werden im November in UK veröffentlicht (RC 2)

Folgende Angaben beziehen sich nur auf die deutsche DVD, die ich besitze:

Sprachen: deutsch, englisch
Untertitel: deutsch
Ton: dolby digital
Bild 16:9
Bild und Ton sind für eine Fernsehproduktion völlig ok - es gibt keine Aussetzer, kein Flimmern, kein Rauschen. Etwas Besonderes stellt allerdings beides nicht dar.

Preis: 14,95 Euro neu

Extras: wie schon erwähnt, die beiden Trailer, mehr wird man hier vergeblich suchen.

Ehrlich gesagt bin ich von der deutschen DVD ein wenig enttäuscht. Sicher ist es erfreulich, das man hier eine Originaltonspur vorfindet (ich sage nur: Christopher Lee!) - aber warum dürfen wir mal wieder auf jedes Extra verzichten?! Entweder geht es hier mal wieder um Geldmacherei und spätestens zu Weihnachten kommt dann die Doppel DVD mit den entsprechenden Extras heraus ... oder wir dürfen mal wieder in die Röhre gucken.

Und jetzt

*** MEIN FAZIT ***

Das abzugeben, fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer. Ich weiß einfach nicht: soll ich den Film empfehlen - oder nicht? Wenn ich mir meinen bericht noch einmal durchlese muss ich zugeben, das er stellenweise wirklich begeistert klingt. Und das bin ich zum Teil auch.

Und halte die Umsetzung der geschichte für gelungen, vor allem wenn man bedenkt, das hier mit einem TV Budget ein 190 Minuten Film verwirklicht wurde. Die Tricks haben wahrscheinlich keinen Hollywoodstandart - aber sie sind zum großen Teil sehr gelungen und enttäuschen nur in ganz wenigen Ausnahmen. Die Ausstattung des Films ist nicht so prunkvoll wie man es z.B. in "Herr der Ringe" finden kann - aber sie ist liebevoll und voller Kleinigkeiten, so das eine kunterbunte, sympathische Filmkulisse entsteht.

Die Darsteller sind ohne Frage gut bis sehr gut gewählt - bei allen hat man das Gefühl, das sie mit Überzeugung an diesen Film herangegangen sind. Da wirkt nichts lieblos heruntergespielt, sondern jede einzelne Figur - selbst die Nebenfiguren - leben. Besonders die beiden Hauptpersonen Rincewind und Twoflower bilden ein tolles Team, sie ergänzen sich so perfekt, das es Spaß macht, sie auf ihrem Weg zu begleiten.

All das mag ich an diesem Film - und trotzdem: ich werde mit der Geschichte einfach nicht richtig warm! Der eigenwillige Erzählstil von Pratchett hat sich bis in diesen Film geschlichen. Und selbst wenn ich es gern möchte, weil so vieles für diesen Film spricht, kann ich einfach nicht voller Überzeugung sagen: Supertoller Film! Schade eigentlich!

Und damit bin ich dann bei meiner Filmempfehlung - und immer noch ein wenig ratlos. Ich will mal so sagen:

1. Leute, die schon Pratchetts Bücher nicht mögen, sollten diesen Film nicht unbedingt gleich kaufen sondern höchstens mal ausleihen. Er kann Pratchetts Handschrift nicht verleugnen!

2. Leute, die Pratchetts Bücher lieben, sollten auf jeden Fall mal einen Versuch wagen. Aber ihnen sei gesagt, das sie hier ganz klar Buch (oder besser: Bücher) und Film getrennt sehen sollten. Ich würde nicht behaupten, das in diesem Film die beiden Pratchett Bücher verfilmt wurden - ich würde nur sagen, das der Film NACH diesen Büchern gedreht wurde. Die Grundstory ist schon klar wiederzuerkennen - aber es wurde eben auch viel weggekürzt bzw. ein wenig umgeschrieben.

3. Leute, die noch nie von Pratchett gehört haben, die aber Fantasy mögen, sollten den Schritt ruhig mal wagen. Der Film ist sicher nicht die schlechteste Art, in Pratchetts eigenwilligen Erzählstil einzusteigen ... ob man ihn dann wirklich mag, kann eigentlich nur der Versuch zeigen!

So, nun macht was draus ;) - ich werde mich jetzt ganz still und leise davonschleichen (und frage mich ehrlich gesagt, wer diesen Bericht jetzt wohl komplett gelesen hat ?! Sorry, das es mit mir durchgegangen ist - man sieht vielleicht, sehr mich der Film - obwohl mich die Geschichte nicht vom Hocker haut - beschäftigt hat)

@ Priscalein - Oktober 2008
Dieser Bericht erscheint auf verschiedenen Meinungsforen und in etwas abgewandelter Form auch auf meiner Homepage www.seanastin-filmzone.de

32 Bewertungen, 18 Kommentare

  • LiFo

    19.03.2009, 22:57 Uhr von LiFo
    Bewertung: besonders wertvoll

    Sehr guter Bericht, bw. Liebe Grüße, Lifo

  • Tweety30

    18.10.2008, 15:19 Uhr von Tweety30
    Bewertung: besonders wertvoll

    Liebe Grüße von Tweety30!

  • AnnaH

    17.10.2008, 22:07 Uhr von AnnaH
    Bewertung: besonders wertvoll

    Klasse Bericht. Dir noch ein schönes Wochenende Sabine

  • anonym

    17.10.2008, 11:58 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüsse, Chrissy

  • senora

    17.10.2008, 09:00 Uhr von senora
    Bewertung: besonders wertvoll

    Das nenne ich einen sehr guten Bericht, einen schönen Tag wünscht senora

  • sigrid9979

    17.10.2008, 08:07 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Sigrid..

  • tk7722

    17.10.2008, 04:35 Uhr von tk7722
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht, liebe Grüße

  • imglas

    17.10.2008, 02:20 Uhr von imglas
    Bewertung: besonders wertvoll

    Super Bericht, gerade als erklärter Pratchett-Fan bin ich begeistert ^^ Ich muss sagen, dass ich das Buch in dem Fall nicht so super fand... den Schreibstil schon, die Story weniger. Auf den Film bin ich sehr gespannt, auch durch den Bericht =)

  • frankensteins

    17.10.2008, 01:40 Uhr von frankensteins
    Bewertung: besonders wertvoll

    super, liebe Grüße Werner

  • namiti

    17.10.2008, 01:01 Uhr von namiti
    Bewertung: besonders wertvoll

    muß ich mir ansehen. L.G.

  • Jugin

    17.10.2008, 00:58 Uhr von Jugin
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönen Abend noch......

  • blackangel63

    17.10.2008, 00:24 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    LiEbE gRuEsSe...AnJa

  • Striker1981

    17.10.2008, 00:18 Uhr von Striker1981
    Bewertung: besonders wertvoll

    BH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • anonym

    17.10.2008, 00:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich berichtet

  • Clyde_Carson

    16.10.2008, 23:54 Uhr von Clyde_Carson
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüße aus Niedersachsen, würde mich über eine Rückbewertung freuen :-)

  • swissghostly

    16.10.2008, 23:49 Uhr von swissghostly
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner Bericht.

  • racheane

    16.10.2008, 23:46 Uhr von racheane
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht.....Lg Anne

  • Mondlicht1957

    16.10.2008, 23:43 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    .,.,.,.Liebe Grüsse aus Berlin.,.,.,