Wie schon erwähnt besitze ich derzeit nur das KIT-Objektiv für meine Canon EOS 30d. Doch selbst dieses musste ich mir erst kaufen. Da die Lieferung leider etwas dauerte, ich aber schon zu einem Termin einige Fotos schießen wollte, borgte ich mir von einer Bekannten ihr Objektiv, um so meine DSLR zum ersten Mal einzusetzen. So konnte ich mir auch einen Überblick über das
Tamron 17 - 50 /2.8 XR DI II LD ASP IF
verschaffen.
Auch hier eine kleine Übersicht, was die einzelnen Wörter und Abkürzungen im Namen des Objektivs bedeuten:
Tamron - Ein Dritthersteller, der Qualitäts-Objektive zu relativ günstigen Preisen anbietet. 17 – 50 – Brennweite 2,8 – maximale Blendenöffnung über den gesamten Brennweitenbereich XR – Kompakte Bauweise, trotz mehr Lichtstärke DI II – Objektiv nur an Crop-Kameras mit mind. 1,5 nutzbar LD - Low Dispersion - spezielle Linsen zur Reduzierung von chromatischen Aberrationen ASP - Aspherical - das Objektiv besitzt (eine) asphärische Linse(n) - spezielle Linsenkonstruktion zur Korrektur des Brechwinkels IF – Innenfokussierung – Die Frontlinse dreht beim Fokussieren nicht selbst mit, dadurch lassen sich Verlaufsfilter leichter verwenden.
***Technische Daten***
- Abmessungen: Ø 74 x 82 mm - Gewicht 430g - Autofokus - Brennweite von 17mm bis 50 mm - Zoomfaktor: 2,9 - Größte Blende: 2,8 - Kleinste Blende: 32 - Bildwinkel: 78° - 31° - Optischer Aufbau (Linsen/Gruppen): 16/13 - Anzahl Blendenlamellen: 7 - Abbildungsmaßstab: 1:4,5 - Naheinstellgrenze 0,27m - Gegenlichtblende: ja - Filtergewinde: 67 mm - Farbe: schwarz - verfügbar für Canon, Minolta, Nikon, Pentax
***Meine Erfahrungen***
Da das Objektiv ungefähr den gleichen Brennweitenbereich wie mein KIT-Objektiv besitzt, werde ich jetzt einfach die beiden Objektive miteinander vergleichen. Beide Objektive decken das Standardzoom ab. Das Canon KIT hat einen Brennweitenbereich von 18 bis 55 mm, das Tamron von 17 bis 50 mm. Der Weitwinkelbereich beim Tamron ist also etwas größer (mit Cropfaktor etwa 27 mm, Canon nur 29 mm). Der mittlere Brennweitenbereich ist beim Canon etwas größer (88 mm, Tamron 80 mm). Einen großen Unterschied findet man natürlich bei der maximalen Blende. Diese ist beim Tamron durchweg 2.8, beim Canon zwischen 3,5 im Weitwinkelbereich und 5,6 im Zoombereich. Das Tamron kommt also auch mit schlechteren Lichtverhältnissen deutlich besser zurecht. Das KIT-Objektiv kann man bei schlechten Lichtverhältnissen nicht einsetzen oder muss künstlich Licht ehranschaffen. Beide Objektive haben ungefähr die gleiche nahgrenze (Canon 28 cm, Tamron 27 cm). Doch gerade am langen Ende erreicht man durch die 2.8er Blende mit dem Tamron einen deutlich besseren Freistellungseffekt, auch für nahe Objekte. Wie auch das andere Tamron-Objektiv zoomt auch dieses im Uhrzeigersinn und fährt etwa 4 cm aus. Das Canon zoomt gegen den Uhrzeigersinn und fährt nur etwa einen Zentimeter aus. Es gibt aber auch kleinere Vorteile für das Canon. Das Tamron hat einen größeren Filterdurchmesser (Canon 58 cm, Tamron 67). Je größer ein Filter ist, desto teurer ist er auch, deswegen sind Filter für das Tamron etwas teurer, als für das Canon. Das Tamron-Objektiv ist auch etwas größer und schwerer. Was allerdings beim Fotografieren nicht wirklich störend ist. Jetzt kommen wir aber zur Bildqualität und dort stellen wir ganz schnell fest, wo die Unterschiede zwischen dem mit 30 Euro doch relativ billigen KIT-Objektiv von Canon und dem mehr als zehnmal so viel kostenden Spitzen-Objektiv von Tamron. Die Darstellung der Farben ist beim Tamron viel brillanter. Die Farben bei Fotos mit dem KIT sind sehr matschig. Die Fotos werden mit dem Tamron gestochen scharf, auch da kann das KIT-Objektiv nicht mithalten. Im Weitwinkelbereich sieht man beim KIT Abschattungen an den Rändern, beim Tamron ist davon überhaupt nichts zu sehen. Insgesamt ist das Tamron 17-50/2.8 dem Canon 18-55/ 3.5-5.6 um Längen überlegen, sowohl in der Handhabung als auch in der Bildqualität. Was man aber auch erwarten kann, wenn das gute Stück mehr als zehnmal so viel kostet.
***Fazit***
Ich habe derzeit nur das KIT-Objektiv, bin aber froh, dass ich oft die Objektive meiner Bekannten mit benutzen kann. Das Tamron 17-50/ 2.8 wäre der ideale Ersatz für das KIT-Objektiv. Die Bilder werden gestochen scharf, die Farben sehen brillant und klar aus. Durch die große Blende, lässt das Objektiv viel Licht auf den Sensor, so kann man es auch bei schlechten Lichtverhältnissen sehr gut nutzen. Das Tamron hat mir die Grenzen des KIT-Objektivs aufgezeigt, noch bevor ich dieses in der Hand hatte. Da ich derzeit nicht über so viel Geld verfüge, müssen bei mir trotzdem erst einmal das KIT-Objektiv und das Equipment meiner Bekannten reichen. Ich werde mir dann aber in Zukunft mit Sicherheit auch noch ein Objektiv für den Standartzoom kaufen müssen und ich bin mir ziemlich sicher, dass es das 17-50/ 2.8 von Tamron sein wird.
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